• Termine News und Wissenswertes aus Saarbrücken, dem Saarland und der Welt:

L!VE-Team

Überleben unter Kollegen

Der Job könnte ja so schön sein, wenn nur die Kollegen nicht wären. Jeden Tag schlagen wir uns mit Jammerlappen, Besserwissern, Trödeltanten und anderen anstrengenden Kollegen herum. Gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit sind wir auf eine gute Zusammenarbeit mit anderen angewiesen und da die oft fehlt, sind Frust, Demotivation oder sogar Burnout die Folge. Die Bühnenshow „Überleben unter Kollegen – live“ ist die Antwort auf dieses aktuelle Thema: Der erfahrene Jobcoach Mathias Fischedick gibt in diesem Liveprogramm auf humorvolle Weise Einblicke in die Psychen besonders nerviger Zeitgenossen und zeigt, wie die Zusammenarbeit mehr Leichtigkeit bekommt. Die Show ist randvoll gepackt mit praxisnahem Wissen, humorvollen Blicken auf den Arbeitsalltag und live Experimenten. Die Devise: Lachen und Lernen.

Mathias Fischedick – am 08.02. um 20.00 Uhr in der Saarbrücker Congresshalle

The Dark Tenor

Im Februar 2019 war er mit großem Erfolg zum ersten Mal in der Kammgarn. Seit 2014 sind fünf Alben alle weit oben in den Charts gelandet. Die VÖ seiner neuen EP „Ludwig“ folgt am 03. April. Ausgebildeter Opernsänger mit Wahnsinns-Stimme und Hang zu Mystik und Geheimnis. Trat lange komplett maskiert auf. Seinen wirklichen Namen nennt er nicht. Sein Credo: Jeder Geist besitzt eine andere Farbe, je nachdem, mit welchen Emotionen er verbunden ist und wie stark die Erinnerung noch ist. Irgendwann fließen all diese unzähligen Farben zu einer einzigen, großen Symphonie zusammen. Wie der alte Shakespeare schon schrieb: „There are more things in heaven and earth than are dreamt of in your philosophy“ (Hamlet). The Dark Tenor – auf Tour mit Acoustic Heartbeat. Einlass nur für vollständig geimpfte und genesene Personen, die entsprechenden Nachweise werden am Einlass kontrolliert.

The Dark Tenor – am 10.12. um 19.00 Uhr im Kammgarn in Kaiserslautern

Das Phantom der Oper

Das Phantom der Oper, die Geschichte des entstellten Mannes mit der Maske und seiner sehnsüchtigen Liebe nach der Opernsängerin Christine Daaé, wird von Librettist Paul Wilhelm und Komponist Arndt Gerber in der Originalproduktion in deutscher Sprache erneut zum Leben erweckt. Einprägsame Melodien, zeitgenössische Kostüme und Frisuren, sowie ein authentisches Bühnenbild versetzen das Publikum in der über zweistündigen Aufführung zurück in das Paris des 19. Jahrhunderts. Die finsteren Katakomben des altertümlichen Pariser Opernhauses sind das Reich des Phantoms, welches sein grausam entstelltes Antlitz hinter einer Maske verbirgt und weder vor Erpressung noch vor Gewalt zurückschreckt. Von der Welt unverstanden, gelingt es nur der jungen Chorsängerin Christine das zerrissene Herz des Entstellten zu erweichen und entfacht in ihm eine sehnsuchtsvolle Liebe. Besessen von ihrem großen Talent erteilt er ihr Gesangsunterricht und beginnt damit ihre Karriere mit allen Mitteln zu fördern.

Das Phantom der Oper – am 23.01. um 20.00 Uhr in der Saarbrücker Saarlandhalle

Clubzone Dezember 2021

Tja, Anfang November war die Welt noch in Ordnung und die wiedergewonnene Partyfreiheit eskalierte allerorten so richtig mit Anlauf. Aber schon nach zwei Wochenenden war klar, alles halb so wild! Die Tests waren wir alle wohl sowieso noch gewohnt, findige Veranstalter boten die Tests sogar an Ort und Stelle an und so konnte nach dem ersten Schrecken und einmal tief durchatmen die Feierei munter weiter gehen. Das hatte auch nix mit Verantwortungslosigkeit zu tun, denn die 2G+ Regel ist nachvollziehbar eine praktikable Lösung! Während also lediglich am ersten Geltungstag der neuen Maßgaben in manchen Locations ein kurzer Rückgang festzustellen war, ging es schon an den beiden letzten Novemberwochenenden wieder gewohnt steil zur Sache. Also auf geht’s ins Getümmel …

   Und was ist der perfekte Start einer langen Partynacht? Richtig, stilvoll mit ein paar Cocktails oder einem guten Glas Wein vorglühen. Das ging in den letzten Wochen wohl nirgend besser als in der ROSENBAR in der Dudweilerstraße. Die hat jetzt natürlich auch längst wieder richtig geöffnet und hat sich zur Idealen Startrampe für geselliges Eskalieren entwickelt. Das bleibt dann auch nicht immer ohne Folgen auf so manchen Musikunterhalter. Wie Mitte November durch die Gerüchteküche bekannt wurde, hat der einst vom FISH her bestens bekannte DJ MOH hier außerhalb der regulären Öffnungszeiten eine spektakuläre Trainingssession hingelegt, die nicht unbemerkt blieb, da er durch die Fenster auch von außen beobachtet werden konnte. Kurz und gut, der gute Mann gab alles und „spielte“ sich am Tresen so richtig in Ekstase. Und wenn ihm im ja leeren Laden die Visuals zu seinem Set fehlten, griff er tatsächlich auf die Nebelmaschuine zurück. Moment mal, eine Nebelmaschine in der ROSENBAR? Genau das war das eingentlich Besondere an seinem Einsatz, denn kurzerhand hatte er die Kaffeemaschine zweckentfremdet und mittels derer Dampfdüsen für Clubfeeling gesorgt! Sah von außen absolut hinreißend aus. Sobald wir das versprochene Bildmaterial bekommen haben, werden wir es nachreichen …

   Jede Menge so richtig echter Nebelmaschinen gab es natürlich auch wieder bei der Ü30 PARTY in der ALTE SCHMELZ in St. Ingbert. Bei ihrer Wiedereröffnung stellte die Kultpart mit Leichtigkeit unter Beweis, das sich auch unter 2G+ Bedingungen richtig steil gehen lässt. Ü30 Partys gibt es viele an der Saar. Kleine, große, gute und weniger gute! Die Ü30 PARTY in St. Ingbert setzt inzwischen wirklich neue Maßstäbe an denen sich die anderen messen lassen müssen. Nicht nur weil, sie wohl mittlerweile die größte außerhalb von Saarbrücken ist, sondern insbesondere, weil die Macher sich nicht auf ihren Lorbeeren ausgeruht haben. Das wurde nach dem Neustart im November mit gleich zwei Ausnahmefeiern unter Beweis gestellt, der WELCOME BACK Party und der TECHNO CLASSICS, und egal ob die Urgesteine Foggy und Higheffect am Start waren oder Gäste wie DJ Pi und DJ Senad. Auf dem zweiten Floor zeigten einstweilen DJ Günni und DJ McFly souverän mit aktuellen Charthits vom Allerfeinsten bis hin zu Klassikern was eine Harke ist. Ohne jede Frage ist und bleibt diese Ü30 PARTY eine echte Bereicherung für den saarländischen Partykalender und wir können uns wohl alle schon darauf freuen, was uns bei künftigen Ausgaben erwartet. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen waren aber bereits Gerüchte zu vernehmen, dass schon mit Hochdruck für Dezember an der NIGHT OF THE DJS gearbeitet wird. Na ja, wir werden ja sehen.

   Noch länger ist die Geschichte der KUFA als Partylocation – und die feiert jetzt ihr massives Comeback! Den Startschuss gab die HALLOWEEN Party in den legendären Räumen an der Dudweiler Landstraße und die war gleich ein echter Hammer. Pickepackevoll und fast alle Gäste sind im Kostüm steil gegangen. Dafür sorgte schon am Eingang die achtköpfige Crew vom Little Horror Club, die in ihren grandiosen Zombie-Outfits manche Gäste so gekonnt erschreckten, dass hier und da die Tränen flossen. Zu Glück das ganze nur ein Riesenspass! Musikalisch gab DJ Higheffect gewohnt souverän den Ton an, wobei ein anderer DJ im fast die Show stahl. Den der TikTok Star D. Cline, noch besser bekannt als der „DJ im Badementel“ servierte satte Electrobeats, dass es nur so eine Pracht war. Superstarke Wiederauferstehung eines der besten Feierorte im Saarland. Bitte mehr davon!

   Und wenn wir schon bei Traditionslocations darf natürlich nicht das EGO fehlen. Der Laden in der geschichtsträchtigte Location hat sich innerhalb kürzester Zeit und quasi aus dem Nichts zum absoluten Hotspot von Saarbrücken gemausert. Nach der Pandemiepause wagte das EGO als erste Laden in Saarbrücken den Neustart – und der ging richtig nach vorne! Keine geringere als SIDO, SAMRA und APACHE 207 feierten mit dort und wie… Das ging mal richtig durch die Decke. Kein Wunder, dass die Schlangen vorm Eingang bis (fast) zum Bahnhof reichten. Ob das überhaupt noch zu toppen ist, wird sich erst nach unserem Redaktionsschluss zeigen, wenn die große Geburtstagssause zum kleinen EGO JUBILÄUM steigt, bei der mit Sicherheit wieder ein paar prominente Gesichter aus der RAP Szene zu Gast sein werden…

   Mindestens genauso gut war vom Re-Start weg die Stimmung bei der AFTER WORK PARTY im  APARTMENT. Statt Tequila für alle gab’s beste Beats von DJ Kasimir und Hausherr DJ Thomas. Jeden Donnerstag wurden auf dem auf dem Mainfloor und in der Lounge die schönen Seiten des Feierabends zelebriert und mit einer Mischung aus allerlei Tanzbarem für die richtige Stimmung gesorgt. Damit hat das APARTMENT auch donnerstags nahtlos an vorpandemische Zeiten anschließen können. Kein Wunder also, dass zu vorgerückter Stunde Ende des Monats, selbst wenn parallel am Markt das unsägliche Primeurfest begangen wurde, im ersten Stock zwischen Bahnhofstraße und Rabbi-Rülf-Platz, an einer neuen Donnerstags-Legende gestrickt wird, aber das dürfte zumindest Kasimir ja sehr bekannt vorkommen.

   Schon im zweiten Monat in Folge hat das  THE LOFT am Fuße des Eschbergs mit der SOULNIGHT von Elmar Federkeil begeistern könnnen. Dieses Mal wurde die Stammcombo durch die Schwestern Donielle und Noreda Graves ergänzt, die den Laden voll im Griff hatten. Ganz so einfach war das nicht, da es just der Samstag war als die 2G+ Regelung erstmals befolgt werden mussten und ein paar Stammgäste wohl noch mit den neuen Maßnahmen fremdelten. Die SOULNIGHT, immerhin die einzige monatliche Livemusik Show im Saarland, zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass hier mitnichten Konservenmusik zu Gehör gebracht wird, sondern eben eine hochkarätig besetzte Band live für den handgemachten Sound verantwortlich ist. Diese Band aus exzellenten Musikern, immer wieder verstärkt von tollen Gastkünstlern, ist für den Kultstatus der SOULNIGHT verantwortlich. Bandleader Elmar Federkeil verfügt immerhin über allerbeste Beziehungen zu internationalen Sängern und Sängerinnen So blieben auch dieses Mal bei dieser Ausnahmefeierlichkeit wirklich keine Wünsche offen und das THE LOFT bestätigte wieder mal seinen Ruf als exzellente Live-Music Location.

   Zum Zeitpunkt, als diese Zeilen entstehen, kann keiner mit Sicherheit sagen, unter welchen Bedingungen wir die letzten Wochen des Jahres feiern können. Dabei wartet mit Silvester die zweitgrößte Party des Jahres darauf, amtlich gefeiert zu werden. Und bevor jetzt jemand fragt, was denn dann die größte Party des Jahres sein soll, verweisen wir nur auf das alljährliche GLORIA PALAST Geburtstagsrevival zu Weihnachten – und lassen weitere Erklärungen und Augenzeugenberichte nächsten Monat, äh .. nächstes Jahr folgen!

Frohes Neues und take care!

Der krönende Abschluss

Hallo Mikrokosmonauten: Wir brauchen mehr Goldmomente!

Es war definitiv zu viel Jahr für so wenig Monate! Dabei dachte ich immer, dass das Fahrwasser des Lebens mit der Zeit ruhiger wird. Wird es bestimmt auch. Bei anderen. Bei mir bleibt die See rau und unbeständig. Und da ich sämtliche Metaphern mit Meer, Matrosen und Schiffen liebe, setze ich noch eins drauf: Ich bekam auch 2021 hier und da ordentlich eins gegen den Bug. Aber wisst ihr, was erstaunlich ist?

Ich sinke nie!

Meine Mutter sagt ja immer, dass ich das Talent besitze, mich ständig – meist selbstverschuldet – in einen Abgrund zu stürzen. Aber am Ende würde ich mich immer wieder heraus kämpfen, auch wenn ich zuweilen verbrannte Erde hinterlasse. Oder in „Seemansgarnisch“ übersetzt: „Auch Seeleute fallen mal ins Wasser!“. Und sowieso verliert auch mal das beste Schiff den Anker. Aber besser den Anker, als das ganze Schiff!

Dieses Jahr war geprägt von bahnbrechenden Ideen, wirren Slalom-Kursen, aber auch von wunderschönen Erlebnissen, einigen Lachern und starken Momenten. Und trotzdem frage ich mich auch dieses Jahr, warum denn immer irgendwas sein muss? Hier ein bisschen zu viel Drama, da ein bisschen zu viel Knatsch und gelegentlich verbrennt man sich die Zunge. Ich meine, wir hatten und haben noch immer Corona. Einige Zeit konnten wir ja noch nicht mal irgendwo hin, wo potenzielle Gefahren lauern könnten. Trotzdem begab ich mich in mehrere. Aber:

Ich habe 2021 überlebt!

Zwar geht ein weiteres Jahr zu Ende, in dem ich keine Millionärin geworden bin und noch immer „ledig“ in diversen Formularen ankreuzen muss, jedoch konnte ich mal wieder feststellen, dass das Schicksal es immer gut mit mir meint. Rückblickend glaube ich sogar, dass das Drehbuch, welches für mich geschrieben wurde, eine abenteuerliche Reise für mich vorgesehen hat, die Super Mario World ähnelt. Wann immer ich irgendwo runter falle, startet das Spiel einfach neu. Wie dem auch sei habe ich in diesem Jahr wieder gemerkt, dass es bestimmte Menschen gibt, die an deiner Seite gehen müssen, sonst hat man einfach verloren. Abgesehen von der Familie sind das ein guter Partner, der mit deinen Plänen & Entscheidungen zwar nicht immer konform gehen muss, aber loyal zu dir steht. Dann natürlich ein, zwei Freunde, die im Optimalfall gleichzeitig auch noch Arbeitskollegen sind und mindestens einen Arzt, einen Anwalt und einen guten Psychotherapeuten.

Ein Skipper säuft nie ohne Grund

Aber selbst wenn genau diese Menschen in deinem Leben sind, fühlt man sich als Kapitän eines imaginären Kahns regelmäßig dazu berufen, zu Getränken zu greifen, die den Geist beflügeln. Und wenngleich ich es in all den Jahren zuvor hasste, wenn Glühwein an der Weihnachtsstiefel-Tasse abperlt und wie eine Art Haftkleber die Finger an ebendiesem Gefäß festkittet, so kann ich es dieses Jahr kaum erwarten, endlich wieder einen Weihnachtsmarkt zu besuchen und vom köstlichen Klebewein zu kosten! Ja, ich mag sogar andere Menschen treffen. Für einen Misanthrop wie mich grenzt diese Haltung an ein Wunder! Ohnehin war ich 2021 wieder viel gesellschaftlicher als in den Jahren zuvor. Ich wollte ständig unterwegs sein, reisen, erleben, kommunizieren und mit anderen Menschen Pläne schmieden. Ein paar davon waren sogar richtig gut, obwohl der angedachte Oberkörperfrei-Jahreskalender, in dem diverse Kollegen Model stehen jetzt doch nur ein normaler Kalender geworden ist, in dem ebendiese in witzigen Posen abgelichtet wurden. Ich konnte einfach zu wenige Kollegen für Pin-up begeistern. Der umgekehrte Fall kam da schon besser an, aber dafür gibt es bekanntlich ja Jungbäuerinnen-Kalender oder den Playboy.

Wie jedes Jahr stimmt mich ein Jahresende aber immer wieder nachdenklich und ich frage mich: Was bleibt am Ende außer ein bisschen Glitzer, das von den Zweigen des Weihnachtsbaumes hinab rieselt, während man darunter erleichtert zusammen bricht, weil die Feiertage endlich vorbei sind?

Die Antwort ist klar: Es bleibt so einiges und wiederum wird großartiges passieren! Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ob es jetzt die Vorweihnachtszeit, die Feiertage oder Silvester ist: Keine Zeit lässt mich mehr über Vergangenes nachdenken. Vor allem denke ich an vergangene Weihnachtsfeste, an Silvesterpartys und stelle immer wieder fest, dass einige grandios waren. Und eines haben die Jahreswechsel ohnehin immer gemeinsam: Sie waren und sind immer etwas Besonderes. Erfüllt von Hoffnung auf einen neuen Start, ein erneutes Beginnen unter einem anderen Stern und die Erwartung Großartiges zu erleben.

Lass es einfach zu!

Und damit meine ich nicht die letzte Packung Lebkuchen, die man sich gegen Ende des Jahres noch auf die Hüften futtern möchte. Nein, vielmehr geht es um diese unglaublich lang gehegten Pläne, die uns rund um den Jahreswechsel beschäftigen. Ach, was habe ich schon für unglaublich präzise Pläne geschmiedet, Details und Eckpfeiler festgelegt und dann kam es doch ganz anders. Und ich? Ich kam irgendwie dennoch an. Ernsthaft, je älter ich werde und je lockerer ich mit mir und meinen Lebenszielen umgehe, umso entspannter kann ich auf meine vergangene, oft ausgesprochen unruhig verlaufende Glückskurve zurückblicken und finde dort tatsächlich auch phänomenale Highlights. Daher ist nun mein Blick für Herz- und Goldmomente geschulter und ich erkenne sie auch zweifelsfrei im Hier und Jetzt.

Und ist der See zu Ende, dann fahren wir ne‘ Wende

Es ist doch so: Mein Ziel ist das Finden! Jeder Leichtmatrose würde das Gleiche sagen. Gefunden habe ich bis jetzt zwar nur mein grandioses Silvester-Outfit, aber immerhin ein guter Anfang! Ein guter Anfang ist auch, dass wir 2021 bestanden haben. Nicht überstanden, sondern bestanden. Herzlichen Glückwunsch! Nun liegt es daran, dem kommenden Jahr freudig und voller Spannung entgegenzublicken. Und immer daran denken: Es wird so schön, spannend, explosiv, abenteuerlich und toll werden, wie wir es zulassen!  

In diesem Sinne Merry Christmas, Cheers, Ahoi, Leinen los und Happy new year, yeah!

Oh Du Fröhliche

Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende heißt es immer. Dass beides sich nicht ausschließen muss, zeigt das zweite Pandemiejahr, das sich langsam seinem Ende neigt und in dem die meisten von uns nun völlig ihr Zeitgefühl verloren haben. War Montag sonst immer der Tag, an dem man sich nach einem erlebnisreichen Wochenende eine Dusche und frische Klamotten gönnte, mangelt es nach anderthalb Jahren weitgehendem Home-Office völlig am Gefühl, wann es wieder Zeit für Körperhygiene und neue Unterwäsche ist. Hätte man sich früher dafür geschämt, den ganzen Tag im Schlafanzug zuhause zu sitzen, erscheint es einem mittlerweile absolut normal, selbigen nicht einmal mehr zum Einkaufen auszuziehen. Mit Mund-Nasen-Schutz erkennt einen ja eh niemand…

Als wäre Corona alleine nicht schon genug, um einem die Laune zu vermiesen, fiel in diesem Jahr auch noch der Sommer ins Wasser. Was bedeutete, dass nicht einmal mehr die Zeit im Home-Office auf dem heimischen Balkon Spaß machte. Statt Sonne wie auf Mallorca gab es Regen wie auf Island und ein Wetter, das einem nicht nur das Autodach, sondern vor allem auch die Laune verhagelte. Der verregnete Herbst begann gefühlt direkt nach dem verregneten Winter, in den er auch jetzt wieder übergegangen ist. Das hat jedem von uns ein weiteres Jahr Zeit verschafft, sich der Illusion hinzugeben, dass man die Corona-Kilos bis zum nächsten Sommer wieder von den Hüften bekommt. Leidtragende des zweiten Pandemiejahrs waren vor allem die Kinder und die eigenen Leberwerte…

Irgendwie hatte man bis vor Kurzem noch die kindlich-naive Hoffnung, dass das mit dem Virus bald ein Ende hat und der Sommer 2021 doch noch kommen wird. Plötzlich ist es Dezember und die Inzidenzen steigen schneller als der Pegel der Ahr im letzten Juli; mit ähnlich verheerenden Auswirkungen. Meine Eltern meinten immer, es sei normal, dass Zeit mit zunehmendem Alter schneller vergeht. Das habe Vorteile, da so der im Alter Ü60 nur noch quartalsmäßige Beischlaf als genauso häufig empfunden würde wie früher der tägliche Sex Ü20, man jedoch weniger oft die Bettlaken wechseln müsse. Wegen des veränderten Zeitempfindens gälte bei älteren Menschen daher jeder Sex noch als Quickie, der kürzer dauert als zwei Folgen „Richterin Barbara Salesch“…

Pandemie, Klimawandel und das Fernseh-Comeback von „Wetten-Dass“ und „TV-Total“ im selben Jahr, das hätte man früher sogar für einen Weltuntergangs-Blockbuster aus Hollywood für zu viel erachtet. Im Gegensatz zum Ende der Pandemie braucht man jedoch zumindest was das Ende des Jahres angeht, keine bösen Überraschungen zu erwarten. Auch mit 2021 wird am 31.12. Schluss sein. Es ist ja nicht so, dass der Kalender dieses Jahr einen Monat mehr oder weniger hätte oder ein Jahreswechsel nach dem Dezember außergewöhnlich wäre. Dennoch blicken die meisten von uns in diesen Wochen immer wieder ungläubig auf den Kalender, um die Tage zu zählen, die noch bleiben, bis alles von vorne beginnt, von dem man gerade froh war, es hinter sich zu haben…

Wieder am Anfang des Teufelskreises. Steuererklärung, Zahnarzttermin, Familienbesuche, alles was man gerade abgearbeitet hatte, steht plötzlich wieder an. Eben noch ein voller Kalender mit Erledigtem, plötzlich wieder ein leerer Kalender mit zu Erledigendem. Wenigstens als Ausrede fürs Aufschieben ist so eine Pandemie gut. Sie macht einen jedoch reizbarer und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man beim nächsten Suchen von Quittungen für die Steuer, bei der nächsten Zahnarztspritze, die nur etwas pieksen soll, und bei der nächsten Frage von Tante Elfriede, ob man nicht doch noch ein Stück Torte möchte, mit Bürotacker, Speichelsauger oder Kuchenschaufel bewaffnet einen Amoklauf abliefert, der es noch vor Corona in die 20 Uhr-Nachrichten schafft….

Ob das neue Jahr besser wird als das alte? Spoiler-Alarm! Nein. Bestenfalls aber anders. Meinem Gefühl nach war es erst kürzlich, dass ich mich wunderte, dass das Jahr schon wieder halb vorüber ist und es die ersten Lebkuchen gibt. Dabei war das vor einem halben Jahr. Nun werden bereits Silvesterfeuerwerk und erste Faschingskostüme angekündigt. Da ist es nicht mehr weit bis Ostern, Halloween und Weihnachten 2022. Ob bis dahin dann alles wieder „normal“ sein wird? Essen wir sicherheitshalber mal alle unsere Teller leer. Die Zeit rast so, dass ich den Sonnenschirm auf dem Balkon im Winter schon gar nicht mehr einklappe und den Weihnachtsbaum das ganze Jahr in der Wohnung stehen lasse, was dank Plastiktanne deutlich einfacher ist als früher mit echtem Baum…

Die Zeit vergeht Jahr um Jahr schneller als zuvor und vor allem schneller als man Sachen in den Keller räumen und von dort wieder heraufholen kann. Zumal man nicht mehr weiß, ob man Dank des Klimawandels Badesachen nun im Juli oder im Dezember braucht oder Dank Corona das ganze Jahr im Schrank lassen kann. Kaum hat man unten seine Winterschuhe zugebunden, muss man oben schon wieder einen Sonnenhut aufsetzen. Da ist es doch nicht verwunderlich, wenn man irgendwann in kurzer Hose und Flipflops vor der Tür im Schnee steht, nur weil man noch schnell seine Mund-Nasen-Maske gesucht hat. Einzig die Zeit, die man braucht, um in einem Baumarkt einen Mitarbeiter aus der richtigen Abteilung zu finden, scheint sich zu weigern, im Zeitraffer ablaufen zu wollen…

Irgendwie will ich mich nicht damit abfinden, dass ein Jahr im Kalender mittlerweile schneller vergeht als früher eine Woche in den Ferien. Und vor allem, dass dieses Jahr wie das vorangegangene Jahr wenig Schönes zu bieten hatte, sieht man einmal vom niedrigeren Wasser- und Wäscheverbrauch aus den genannten Gründen ab. Es bleiben keine vier Wochen mehr, die guten Vorsätze für das laufende Jahr, die man die letzten elf Monate erfolgreich vor sich hergeschoben hat, umzusetzen. Denn dann muss man sich bereits wieder neue vornehmen. Für gewöhnlich breche ich den ersten Vorsatz schon am Neujahrsmorgen nach zu viel Sekt in einen Vorgarten. Ich hoffe inständig, dass das dann nicht das einzige Erlebnis in 2022 sein wird, auf das ich dann später zurückblicke…

Bald ist also wieder Silvester. Es wird geknallt, danach gibt es Feuerwerk und die Uhr steht wieder auf Null. Gerade 365 Tage hinter uns, nun wieder 365 Tage vor uns. Man ist dort, wo man genau ein Jahr zuvor schon war. Nur eben schwerer auf der Waage, leichter auf der Bank und deutlich desillusionierter, was die Hoffnung angeht, dass das Abklingen der Pandemie schnell und der Verfall des eigenen Körpers langsam vorangeht. Schon jetzt trifft einen nicht selten der Schlag, wenn Menschen, die man seit gut anderthalb Jahren entweder nicht oder nur mit Maske gesehen hat, einem plötzlich mit nacktem Gesicht gegenüberstehen. Wie schnell aus einst süßen Fältchen bittere Runsen werden, wenn einem 18 Monate lang ständig der eigene Atem ins Gesicht weht…

Doch jetzt kommt erst einmal noch die Weihnachtszeit. Eine Gottesgeißel, die uns seit zweitausend Jahren heimsucht. War es als Kind die ungeduldige Erwartung, dass am Heiligabend das Glöckchen klingelt und das Christkind kommt, ist es als Erwachsener nun die ungeduldige Erwartung am Heiligmorgen, dass die Türglocke klingelt und es der Paketfahrer ist. Der Rentierschlitten vom Nordpol ist zum Kleinbus von DHL geworden. Als wäre Corona schon nicht schlimm genug. Oh Du Fröhliche… gruenetomaten@live-magazin.de.

Patrik Wolf

P. S. Meine Stimmung an Weihnachten ist wie eine Waschmaschine. Beide sind meist im Keller.

Ministerpräsident mit Mission

Covid scheint alle anderen wichtigen Themen in den Hintergrund zu drängen. Dabei gibt es auch abseits der Pandemie Problemstellungen, die nicht aus den Augen verloren werden dürfen. Diesen Monat trifft unser Autor Marc Kirch den saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans in der Staatskanzlei des Saarlandes. Im Perspektivwechsel Gespräch tauschen sich beide über das Thema Vielfalt, Gleichberechtigung und aktuelle Entwicklungen aus.

L!VE: Der Landesaktionsplan „Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identität akzeptieren – gegen Homo- und Transfeindlichkeit“ definiert Handlungsziele und Maßnahmenplanungen unter Federführung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Familie. Frau Ministerin Bachmann hat eine interministerielle Arbeitsgruppe zum Statusabgleich und zur Umsetzung der definierten Maßnahmen angekündigt. Gibt es die Arbeitsgruppe schon oder wie ist der aktuelle Status? 

Tobias Hans: Gerade die an der Arbeitsgruppe beteiligten Ministerien sind auch die durch die Pandemie am stärksten belasteten. Daher ist es den Corona-Umständen geschuldet, dass dies noch nicht stattgefunden hat. Wir gehen allerdings davon aus, dass das noch in diesem Jahr erfolgen wird. Dazu wurden die im Landesaktionsplan behandelten Felder bereits ergänzt um die Themen Pflege und Sport. Hierzu hat der LSVD (Lesben- und Schwulenverband) bereits ergänzend zugeliefert und Vorstellungen eingebracht. Die Verzögerungen sind natürlich bedauerlich, aber angesichts der Umstände auch nachvollziehbar. Wichtig und positiv ist aber, dass durch die zwischenzeitlichen Ergänzungen, der Landesaktionsplan auch noch ein bisschen besser wird. Ich bin hier sehr zuversichtlich, dass diese interministerielle Arbeitsgruppe noch in diesem Jahr zusammenfinden kann. Das hat mir Frau Ministerin Bachmann auch zugesagt. 

L!VE: In unserem letzten Interview sagten Sie „Vielfalt wertschätzen und sie als Bereicherung des Lebens sehen – das ist das übergeordnete Ziel des Landesaktionsplans und auch der Arbeitsgruppe. Ist das auch Teil Ihrer neuen Initiative „Mission Saarland“? Was hat es damit konkret auf sich? 

T.H.: Die Mission Saarland ist eine Initiative die ich nicht als Ministerpräsident gestartet habe, sondern als Tobias Hans. Hierbei werde ich auch unterstützt von vielen Mitstreitern aus meiner Partei der CDU. Und ja, „Vielfalt wertschätzen“ spielt auch dabei eine Rolle, weil ich auch konkret wissen will, wo den Saarländerinnen und Saarländern wirklich der „Schuh drückt“. Dabei sammele ich auch Ideen, wie sich unser Land weiterentwickeln kann. Die Botschaft ist, jede Meinung und jede Idee werden gehört. Ich werde diese in meinem Team zusammen auch alle auswerten und schauen, wie wir das in konkrete Politik münzen können. Denn mein Ziel ist es, das Saarland voranzubringen und daran will ich die Bürgerinnen und Bürger beteiligen. Die ersten Rückmeldungen zeigen mir, dass das Thema Vielfalt hier eine große Rolle spielt. Da bin ich wirklich froh und lade alle ein mitzumachen bei der Mission Saarland.

Vielfalt fördern

L!VE: Im Kontext „Vielfalt fördern“: Sind Sie auch persönlich Befürworter der „Ehe für alle“? 

T.H.: Ja, absolut! Ich finde das gut, dass es die Ehe für alle gibt. Denn mir ist es auch wichtig in meiner Politik nicht auszugrenzen, sondern ganz im Gegenteil. Wenn zwei Menschen Verantwortung füreinander übernehmen, etwa für ein Kind, das da ist in der Lebenssituationen Alleinerziehender, in eingetragenen Lebenspartnerschaften, in Patchwork-Familien oder eben auch in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Ehen. All das sind solche Wertegemeinschaften in denen Verantwortung füreinander übernommen wird. Deshalb unterstütze ich das von ganzem Herzen. 

L!VE: Ein durchaus heikles Thema ist in diesem Zusammenhang die Erweiterung zu Artikel 3 des Grundgesetzes um die „sexuelle und geschlechtliche Identität“. Bei der letzten Abstimmung im Bundesrat diesen Gesetzesentwurf in den Bundestag einzubringen, enthielt sich das Saarland. Das obwohl der saarländische Landtag zuvor einstimmig, also ohne Gegenstimme, beschloss, sich für eine Erweiterung des Artikel 3 um den Begriff „sexuelle Identität“ einzusetzen. Das hat viele Irritationen ausgelöst, insbesondere der LSVD zeigte sich hier enttäuscht und schockiert. Wie stehen Sie persönlich dazu? Sind Sie Befürworter die „sexuelle und geschlechtliche Identität“ durch die Erweiterung unter den Schutz des Grundgesetzes zu stellen? 

T.H.: Wir haben das ja nicht ohne Grund in die saarländische Landesverfassung aufgenommen, weil wir der Meinung waren, dass das ein wichtiges Signal und Botschaft ist. Gleichzeitig muss man natürlich mit Verfassungsänderungen – mit der Änderung des Grundgesetzes auf bundespolitischer Ebene – auch sehr vorsichtig umgehen. Das bedarf einer breit angelegten Diskussion. Uns war es ja im Saarland tatsächlich gelungen, das so breit aufzustellen, dass der gesamte saarländische Landtag das unterstützen konnte. Das ist mir auch weiterhin wichtig. Wir brauchen hier einen Prozess, eine Diskussion, die am Ende dahinführt, dass eine Verfassungsänderung auch in aller Breite mitgetragen wird. Das war bei der von Ihnen angesprochenen Initiative so nicht der Fall. Da gab es in Einzelpunkten noch Diskussionsbedarf und manchmal sind solche Bundesratsinitiativen dann auch Schnellschüsse. Ich glaube das ist ein so wichtiges Thema und eine Veränderung der Verfassung eine breiter angelegte Diskussion braucht. Da wird sich das Saarland auch nicht verschließen, denn – wie Sie eben zu Recht gesagt haben – wir haben bereits vorgelegt und wenn das in diese Richtung debattiert wird, sind wir da sicher auch dabei.  

L!VE: Sie haben erklärt: „Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der kein Mensch aufgrund der sexuellen Identität benachteiligt oder gar ausgegrenzt wird.“ Am 27. März sind Landtagswahlen im Saarland mit Ihnen als Spitzenkandidat der CDU. Wie würden Sie persönlich in einer weiteren Legislaturperiode als Ministerpräsident diesen Wunsch fördern? 

T.H.: Erstmal ist es mir wichtig, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen. Wenn ich nach deren Entscheid die Landesregierung nochmal anführen darf, dann werde ich auch einen breit angelegten Dialogprozess starten, weil Bürgerbeteiligung nicht nur vor Wahlen wichtig ist, sondern auch danach. Wir werden dann auch dafür sorgen, dass der Zusammenhalt im Saarland erhalten werden kann. Dieser Zusammenhalt kann nur erhalten bleiben, wenn wir darauf Wert legen, dass Vielfalt und Gleichberechtigung gegeben werden. Das ist mir ein wichtiges Anliegen hier alle mitzunehmen, um auch in Zukunft unseren Zusammenhalt in Vielfalt zu erhalten.  

Mission Saarland

L!VE: Leider ist es immer noch nicht so, dass man im Arbeitsumfeld uni sono selbstverständlich zu seiner Homosexualität steht. Im Spitzensport ist das sogar in manchen Sportarten gar nicht der Fall. Im deutschen Profifußball beispielsweise gibt es bei den Männern innerhalb der ersten drei Ligen bis heute keinen aktiven Fußballspieler, der homosexuell ist. Rein statistisch ist es ausgeschlossen, dass es keinen homosexuellen Spitzenfußballer in den Bundesligen gibt. Jüngst hat sich der Australier Josh Cavallo weltweit als erster aktiver Erstligaprofi öffentlich als homosexuell „geoutet“. Wenn Josh Cavallo nun in den australischen WM-Kader berufen wird, reist er zur Weltmeisterschaft nach Katar, wo Homosexualität strafrechtlich verfolgt und mit bis zu 5 Jahren Haft sowie Peitschenschlägen geahndet wird. Welche Gedanken gehen Ihnen angesichts all dieser Fakten durch den Kopf? 

T.H.: Also, ich habe das „Coming-out“-Video von Josh Cavallo selbst gesehen und ich muss sagen, ich ziehe meinen Hut vor ihm – davor, dass er bereit war ein solches Zeichen zu setzen. Denn wie Sie sagen, kann es ja in den weltweiten Spitzenligen dieser Sportart nicht nur einen aktiven Profi geben, der homosexuell ist. Deswegen hatte ich da auch sehr gemischte Gefühle. Wie gehen wir damit um, dass es in unserer westlichen Welt eine Heldentat ist, wenn man sich als schwuler Mann outet und gleichzeitig Sorge haben muss, dass wenn man im Ausland unterwegs ist – egal ob das Katar ist oder ob das beispielsweise Polen ist, wo es auch LGBTQ-freie Zonen gibt – Opfer von Repressionen wird. Das ist etwas, das uns alle umtreiben muss. Durch den genauen Blick, den die Weltöffentlichkeit nun angesichts der stattfindenden Weltmeisterschaft auf ein Land wie Katar hat, erhoffe ich mir etwas. Nämlich, dass dadurch erstmal verhindert wird, dass Josh Cavallo oder anderen Strafen zuteilwerden, ohne dass sie Unrecht getan haben. Darüber hinaus, dass ein eindeutiges Signal an diese Staaten gesendet wird: „was ihr hier tut, ist nicht rechtens! Was ihr hier macht, ist nicht gut! Was ihr hier macht,  grenzt aus! Und die Gemeinschaft der freien Staaten und die Bürgerinnen und Bürger dieser Länder wollen das nicht!“ Ich glaube, dass so etwas ein Stück weit helfen kann. Und wir müssen als Politik, wenn wir Freiheit und Menschenrechte verteidigen wollen, auch immer nochmal anprangern, wo diese missachtet werden. Das bedeutet nicht, dass wir Polen stigmatisieren, aufgrund deren Erlasse im Land. Im Gegenteil, wir müssen wir die Freundschaft aufrechterhalten. Das ist ganz wichtig! Wir müssen den Staatsführungen dieser Länder ein deutliches Signal senden, dass das gegen unseren Wertekanon verstößt und wer sich so verhält, auch keine Freibriefe bei allen anderen Dingen hat. Da müssen wir ein starkes Signal senden. 

L!VE: Haben Sie auch eine Empfehlung an die Bürgerinnen und Bürger – auch zum Beispiel im Rahmen Ihrer Initiative „Mission Saarland“ – wie sie persönlich in ihrem Arbeitsumfeld, sportlichen bzw. Vereins-Umfeld mit diesen Themen umgehen sollten, um die gelebte Selbstverständlichkeit und Akzeptanz von Vielfalt pro aktiv zu fördern? 

T.H.: Ich glaube es fängt schon beim Umgang miteinander an. Dass wir zum Beispiel darauf achten, wie wir miteinander reden oder auch wie wir in kleinen Grüppchen miteinander sprechen. Dass wir dabei nicht stigmatisieren und dass es ein „no go“ ist, wenn man Witze macht über Homosexualität, wenn man abschätzig ist und wenn man „schwul“ als Schimpfwort verwendet, was leider immer noch auf Schulhöfen und manchen Sportplätzen der Fall ist. Das geht gar nicht! Macht das nicht! Und das muss man allen Bürgerinnen und Bürgern sagen und bewusst machen, dass sie damit gesellschaftlich einen Rahmen der Enge setzen. Dann werden dem Vorbild von Josh Cavallo keine weiteren folgen, auch nicht im kleinen Dorfverein und selbstverständlich sagen „Hey Leute, ich liebe als Mann einen Mann“ oder im Frauenfußball „ich liebe eine Frau“. In allen Gesellschaftsbereichen gibt es unterschiedliche Lebens- und Liebensweisen und da müssen wir alle gemeinsam einen Geist der Offenheit zeigen. Und wo, wenn nicht im Saarland? Denn ich glaube genau das ist im Saarland auch besonders ausgeprägt: dass wir tolerant sind, dass wir offenherzig sind und dass wir alle mitnehmen können. Und das ist meine Hoffnung, dass das auch deutlich wird. Aus den Zuschriften, die ich bisher bereits aus der Mission Saarland erhalten habe, merke ich auch, dass das für Viele auch ein Thema ist. Die Saarländerinnen und Saarländer wollen dieses offene kleine Völkchen sein in Deutschland. Vielleicht gelingt es uns ja, mit dieser Einstellung erneut das Credo zu beweisen: „Großes entsteht im Kleinen“! 

Regional – Nachhaltig – Gut

Der Unverpackt Laden im Nauwieser Viertel schreibt jetzt schon Juni 2017 eine Erfolgsgeschichte in Sachen verantwortungsvoll einkaufen. Mittlerweile gibt es auch schon sechs weitere Geschäfte im Saarland, die unverpackte Ware anbieten. Das Konzept der „Nachfüllbar“ ist nach wie vor denkbar einfach: man kommt mit eigenen Behältern, füllt selbst Ware ein und zahlt an der Kasse nur den Preis für das Produkt an sich. Somit wird Verpackungsmüll vermieden und gleichzeitig etwas gegen die Lebensmittelverschwendung getan. Die Waren im Laden sind in Bioqualität, regional und nachhaltig und die enge Zusammenarbeit mit Bio-Bauern, Bäckern und Lieferanten aus dem direkten Umland ist selbstverständlich. Neben Lebensmitteln gibt es auch eine große Auswahl an Körperpflegeprodukten, Wasch- und Reinigungsmitteln geben. Aktuell sehr gefragt und wirklich sehr zu empfehlen ist die Vielfalt an angebotenen Kimchi-Variationen, sowie vegane „Wurst“, Jackfruit Salate und Suppen. So einfach und lecker kann verantwortungsvolles und nachhaltiges Einkaufen ein!

Unverpackt – Bruchwiesenstraße 6, 66111 Saarbrücken, www.unverpackt-saarbruecken.de

Premium Saunalandschaft, entspannte Massagen, Wasserwelten des Wohlfühlens und das einzigartige Bietzener Heilwasser – hier kommt jeder auf seine Kosten!

Die Wasserwelt bietet Wasserspaß für die ganze Familie! Sportbegeisterte können in dem 25-m-Sportbecken Rekorde brechen oder sogar im Sprungbereich zu Wasserakrobaten werden. Egal ob beim „high speed“ Rutschen in der 90-m-Blackhole-Rutsche, beim Sprudeln im Freizeit-Innen- und Außenbecken oder ganz einfach im Strömungskanal – Zeit zu verschnaufen bleibt kaum. Hier ist für jeden das Richtige dabei, denn sogar die kleinsten Gäste können ungestört im separaten Baby-und Kleinkindbereich planschen.

Eine faszinierende Welt des Wassers lädt alle Erholungssuchenden zum Verweilen in der Thermalwelt ein. Hier können Sie neue Energie tanken, sich von den Verpflichtungen des Alltags erholen und die entspannende Wirkung des bis zu 34° warmen Bietzener Heilwassers nutzen. Dieses Wasser hat eine verstärkt wohltuende Wirkung auf den menschlichen Organismus, da es besonders reich an Mineralstoffen und Spurenelementen ist.

Die schön gestaltete 1800 m² große Premium-Saunalandschaft verspricht Wellness und neue Lebensqualität mit einem Hauch von Luxus in sieben unterschiedlichen Saunen und Dampfbädern.  Wenn sich die wohlige Wärme über den Körper ausbreitet und Sie an unseren Entspannungs- und Klangschalenzeremonien oder Wellness- Aufgüssen mit Peeling teilnehmen, haben Stressgefühle keine Chance mehr.

Mehr als nur ein Fitnesscenter

Sportart Völklingen ist seit über 23 Jahren der Qualität in Fitness und Gesundheit verpflichtet. Hier wird man in allen Belangen rund um die körperliche Fitness, vom Trainingsplan bis hin zum Ernährungsplan unterstützt, um das Maximum an Effizienz, Motivation und Wohlbefinden heraus zu holen. Dazu gehört modernste Ausstattung, wie die Velio Analysestation, ausgerüstet mit 3D Kamera und Infrarotscanner! Damit wird eine Leistungsdiagnostik in nur 15 Minuten durchgeführt, clever ergänzt mit einem zusätzlichen Trainingsplan für zu Hause direkt aufs Smartphone. Getreu des Grundsatzes „messen, wissen, handeln“ ermöglicht diese Analyse der Körpermotorik eine zielgerichtete Intervention, schon vor dem Auftreten von Krankheitssymptomen! Sportart bietet in angenehmer Atmosphäre ein umfangreiches Angebot mit zahlreichen Trainingsmethoden und individueller Beratung, ob Kraft- und/oder Herz-Kreislauf-Training, unterstützt mit einer gewissenhaften Ernährungsberatung. Nach dem Training lädt der Sauna-Bereich zum Relaxen und Entspannen ein oder man genießt ein erfrischendes Getränk, einen leckeren Regenerations-Shake oder einen kulinarischen Kaffee-Traum im Bistro-Bereich. 

Sportart – Stadionstr. 65, 66333 Völklingen, Tel: 06898-295060, www.sportart-völklingen.de