• Termine News und Wissenswertes aus Saarbrücken, dem Saarland und der Welt:
Clubzone

Clubzone April 2018

Eines muss von Anfang klar sein: macht bitte alle genau so weiter! Denn gleich ob heftigste Schneefälle oder Minustemperatur-Rekorde, das gesellige Club- und Partytreiben in unserer kleinen Metropole kannte auch im März wieder einmal kein Halten. Mag sein, dass in anderen Städten in benachbarten Landstrichen und Bundesländern der ein bisschen frostig geratene Fruhlingsbeginn den Ausgehspaß ein klein wenig ausgebremst hat, bei uns war aber davon in den letzten Wochen kaum was zu spüren. Klar, an dem ein oder andere Abend war es schon ein bisschen kniffliger mit dem Auto die Partylocation der Wahl zu erreichen, aber trotzdem war die saarländische Partymeute allenorts praktisch vollzählig angetreten. Jetzt aber auf zu unserer gewohnten Runde durch die meistenteils nächtliche Gemeinde – und ab geht die wilde Fahrt …

Der erste Halt dieser Tour ist gleich etwas besonderes, denn in der Kaiserstraße wird gefeiert als ob es kein Morgen gäbe. Eine neue Dimension der Eskalation wurde im März definitiv im SOHO erreicht. Dass die FRIDAYS Studentenparty legendär in Saarbrücken ist, ist allseits bekannt, aber was diesen Monat abging, ist kaum zu beschreiben. Exzessive Stimmung, tolle Getränke, viel Konfetti und die besten Gäste der Stadt sorgten Freitag für Freitag für Partys, die wir so schnell nicht vergessen werden. Komplettiert wurde das Ganze von den Partys an den Samstagen – mit immer wechselnden Mottos bringt das Soho hier eine tolle Abwechslung, so dass es nie langweilig wird! Gestartet wurde im März mit der THE VOICE OF FABOLOUS und wie immer bei FABOLOUS war bekannt, dass man sich auf die gewohnte Partyeskalation verlassen kann. Diesmal wurde das Ganze mit einem The Voice of Germany Stargast und mehreren Sängern aufgefrischt, die für eine tolle musikalische Ergänzung zu den Resident DJs sorgten! Die ZEITREISE eine Woche später folgte, war die wohl heftigste musikalische Reise, die der Laden seit langem erlebt haben. Das SOHO DJ-Team brachte aus allen Jahrzehnten das Beste auf die Tanzfläche und sorgte bei allen Beteiligten für einen unvergessenen Abend! Eine Woche spätzer legte die GASOLINA Party wie immer großen Wert auf die musikalische Vielfalt aus verschiedenen Genres – zusammengemixt zu einem Event: Dancehall – Latino – Afrobeats – Hip-Hop – R&B, während am letzten Märzsamstag einfach nur massiv das DAS BESTE DER 90er gefeiert wurde. Vor dem April kann man jetzt schon ein bisschen Angst haben.

Bei soviel ungebremster Feierstimmung wollte natürlich auch das BLAU nicht zurück stehen – und das ist mehr als gelungen. Schon Anfang des Monats feierte eine neue Party-Reihe im BLAU Premiere. Der GUNTALK GANGSTASHIT von Veranstalterin Heli Love war nämlich vom MODUL ins BLAU umgezogen und hat hier erstmal, unter tätiger Mithilfe von Mad Money Morv den Laden komplett in Brand gesteckt. Bei so einem Erfolg war sofort klar, die Party nicht mehr nur vier Mal im Jahr an den Start gehen, sondern in der neuen blauen Heimat alle zwei Monate durch die Decke gehen.

Nicht weniger heftig wurde das Gastspiel von DJ Anthony aka InFerno nur ein paar Tage später gefeiert. Der Junge ist einfach der absolute Newcomer des Jahres und hat seine Klasse jetzt auch im blauen Schwitzekeller bei einer Extra-Ausgabe von DER DONNERSTAG IST BLAU mit Nachdruck unter Beweis gestellt. Das Konzept war eben so mitreißend wie einfach: Das Beste der aktuellen bekannten Housemusik gepaart mit HipHop auf zwei separaten Floors – und Attacke! Das nächste Mal geht Tony a Mitte April an den Start bei der RENDEZ VOUS mit Alexander Aurel und Chris di Perri. Sollte man sich echt nicht entgehen lassen. Doch damit immer noch nicht genug, das BLAU hatte noch zwei weitere Patygranaten zu bieten. Einerseits die zweite Ausgabe der 80er FLASHBACK mit Enzo, Kastel und Monsieur Balu an den Tonquellen, die sich natürlich auch dieses Mal wieder standesgemäß herausgeputzt hatten. War einfach eine Spitzenparty mit zurecht großer Beliebtheit. Andererseits war da aber noch DER UTOPISCHE DEUTSCHRAP TURNUP, der schlichtweg alles andere partymäßig in den Schatten stellt und seit Monaten ein todsicherer Garant für absolute Eskalation ist. Greg Santana und sein Team haben den Trend genau im Griff und zaubern Monat für Monat massive Traumpartys in die blauen Gemäuer, vielleicht sogar die erfolgreichste Party im Moment in Saabrücken.

Dieser verdiente Hype strahlt aber auch noch hocherfreulich in die Nachbarschaft vom BLAU aus. Richtig legendär war nämlich auch schon auch DAS UTOPISCHE DEUTSCHRAP WARMUP im ARNIE&JULES, gleich um die Ecke auf der Berliner Promenade. Inszeniert von Dj Fink&Sperling, die im Anschluß an diese Sprechstunde natürlich mit ins BLAU zogen. Doch auch die ich ARNIE&JULES Eigengewächse versprechen seit Monaten Feiervergnügen auf höchstem Level. Besonders das NACHTRAUSCHEN jeden Freitag hat in der Vergangenheit immer wieder für richtig Partyspaß und Hüftwackeln gesorgt. Kein Geringerer als DJ Michael Kastel präsentiert ausgewählte Beats & Pieces und gibt dabei auch anderen bekannten Namen und vor allem auch Nachwuchs DJs die Chance mal vor Leuten mit ihm zu spielen. In letzter Zeit dabei waren Schotti Karotti, Luca Speicher, Max Ziegler und Hazem. Der Sound war und ist entsprechend bunt von deep, tech bis classic house. Kurz ein grandioser Start in ausgedehnte Freitagnächte. Aber auch zur Unzeit am Montag erweist sich das ARNIE&JULES als echte Ausgehalternative. Dann zwar ohne DJs aber dafür aber mit leckeren Käsemaccaroni auf allen Burgern als extra. Also genau die Kalorien, die man dann später wieder abtanzen muss. Hingehen und genießen!

Kein anderer Club wird im Moment so heiß diskutiert wie das APARTMENT, denn da ging es in der letzten Zeit richtig zur Sache! Das Winter-DJ-Pult mit Skiern in der Lounge wich einem neuen sommerlicheren Pult! Die „Mama“, so wird die junge Dame am Empfang liebkosend genannt, hat einen tolle neuen Tisch bekommen, von dem aus sie den nächtlich ankommenden Schwarm von feierwütigen mit Stickern, Gummibärchen, so manch elterlichem Rat und Stempeln versorgt. Man fühlt sich einfach wohl, bei der APARTMENT Gang, so nennen die sich scherzhaft selbst. Denn man fühlt sich tatsächlich nicht nur wie in einem Club, sondern auch wie Zuhause! Mehr noch: Wie ein Teil der Familie! Da ist es kein Wunder, dass das DJ Pult in einer Nacht-und Nebel-Aktione einfach mal mitten auf den Mainfloor umzieht. Warum? Damit zwischen DJs und Gästen mehr Kontakt entsteht! Nicht fernab und unerreichbar, sondern ansprechbar und persönlich. Wir sind gespannt was wir im APARTMENT – oder sollten wir es ab jetzt „zuhause“ nennen – noch alles erleben können. Und freuen uns schon auf die Osterferien. Da bleiben wir nämlich einfach mal „Zuhause“, wenn ihr versteht …

Aber der ehemalige CLUB NUMBER ONE hatte noch mehr zu bieten, denn bei drei Jahre HEARTBEATS – da blieb natürlich auch keine Kehle trocken. Unter dem Motto „Club wie früher“ wurde bei der Geburtstagssause alles von der Couch geholt, was in der saarländischen Clubszene Rang und Namen hat! Und wie! Ein bekanntes Gesicht nach dem anderen schlängelte sich da freudestrahlend durch die heiligen Hallen des APARTMENT Club. Da durfte natürlich auch Club-Ikone Tomas als Gast-DJ auf dem Mainfloor nicht fehlen!. Und der hatte mal so richtig Bock! Schon um 24 Uhr gab‘s auf der Tanzfläche praktisch keinen Platz mehr! In der Lounge sah es auch nicht viel anders aus: Hier beglückten die Heartbeatsmacher Splash&Snow die Gäste mit feinsten House Classics und waren ständig bemüht, das DJ-Pult vor der springenden Meute zu schützen. Nach dem gigantischen Erfolg möchte man die Party-Crowd auch nicht allzu lange warten lassen. Schon Mitte April wird wieder mal die TANTE MAJA von der HEARTBEATS Crew zerlegt. Diesmal sogar auf zwei Floors! Also Termin schon mal dringend vormerken!!!

Gleichermaßen ein wirklich sehr unterhaltsame Tanzsause außerhalb gewohnter Pfade hat das wunderschöne SCHÖNECKER in der MODERNEN GALERIE Ende März auf die Beine gestellt. Bereits zum zweiten Mal präsentierte DJ Faissal das REBEAT – NACHTS IM MUSEUM Event und wieder war es ein Riesenerfolg – und das trotz eher zurückhaltender Werbung. Tolles Publikum mit einem sehr positivem Altersmix schwang ausgiebig das Tanzbein und sogar ein Teil der „alten“ OVID Crew war im Einsatz. Auch die Barfood-Karte wurde ausgiebig zur Stärkung herangezogen und machte die Mischung aus Tanz, Drinks & Food perfekt. Einziger Wermutstropfen, Marcus M., unser Gesicht des Monats aus der Märzausgabe, machte sich schon nach nur eine Stunde aus dem Staub. Nicht dass das der ausgelassenen Partystimmung wirklich geschadet hätte, aber fürs nächste Mal wurde allgemein erwartet, Everybodys Darling auch noch am frühem Morgen auf der Tanzfläche steil gehen zu sehen.

Weiterhin eine echte Ausnahme im bunten Reigen des Nachtlebens der Landeshauptstadt ist seit ein paar Jahren BORSALINO an der Ecke Gerber- und Bleichstraße. Fast schon wie in einer ganz anderen Welt scheint hier die Zeit stehen geblieben zu sein. Gerade jetzt nach Fastnacht wurde hier zu verschiedenen Mottos die Nacht zum Tage gemacht und in den frühen Morgenstunden schon mal der ein oder andere Twist auf das Parkett gelegt wurde. Besonderen Anteil am Erfolg des Tanzcafés haben die beiden erfahrenen Chefinnen, die sich jedes Wochenende höchstpersönlich um das Wohl der Kundschaft kümmern und sei es auch nur indem sie immer wieder mit Raritäten aus dem Plattenschrank beeindrucken. In dem charmanten Tanztreff mitten in der Stadt wird nach wie vor allem auf ein zeitloses Musikprogramm mit den Eckpfeilern Chanson, Schlager und Oldies gesetzt. Das soll aber nicht bedeuten, dass nun gar keine aktuellen Hits zu Gehör gebracht werden – was die Gäste wünschen und was zur angenehmen Atmosphäre passt, wird auch gespielt. Und die Wünsche sind genauso bunt gemischt wie das Publikum, das sich aus Erwachsenen jeden Alters zusammensetzt. Bleibt also nur zu hoffen, dass sich die Dinger hier weiterhin so erfreulich entwickeln und dieser Treffpunkt abseits der Mainstream-Diskotheken weiter viele neue Freunde findet.

Wohl nicht aus der Bleichstrasse, sondern eher aus einem der Clubs zwischen Berliner Promenade und Kaiserstraße kam der junge Mann, der versuchte, durch spontane Zurschaustellung seiner akrobatischen Fähigkeiten auf dem RABBINER-RÜLF-PLATZ eine Gruppe mitgebrachter Weibchen zu beeindrucken. Dass er sich dafür ausgerechnet das Holocaust-Mahnmal „Der unterbrochene Wald“ ausgesucht hatte, tut eigentlich nix zur Sache, hat ihm aber eventuell ein wenig gewogenes Karma beschert. Denn während seine Geräteturnerei auf den bronzenen Baumstummeln anfangs für Begeisterung und aufbrandenden Beifall sorgte, wandelten sich dieses schlagartig schon nach wenigen Sekundenbruchteilen in mitleidvolle “Ach-“ und „Oh Weh“ Rufe. Eine vollkomme misslungene

Katschow-Grätsche (oder so was in der Art) wurde ihm zum schmerzhaften Verhängnis. Die gelang ihm zwar auch fast zur Gänze, und sah soweit auch wirklich spektakulär aus, zumindest der Teil in der Luft, aber die Landung erfolgte dann nicht wie von ihm wohl vorgesehen auf seinen Füssen, sondern der Übermütige schlug ungebremst mit ordentlich Schmackes der Länge nach auf seiner Seite auf. Als er dann sogleich versuchte ganz schnell aufzustehen und mit einem breiten Lächeln seine Glanzleistung zu überspielen, wollte ihm gerade dieses Lächeln nicht so wirklich gelingen. Denn zum Einen tat’s wirklich schändlich weh, zum Anderen fehlte ihm zum Grinsen schlichtweg die Luft, denn wie sich nur kurze Zeit später noch in der gleichen Nacht in einer Saarbrücker Klinik herausstellte, hatte sich der Promilleturner mal gerade eben saftig mehrere Rippen gebrochen. Da half es ihm dann auch wenig, dass ihn gleich mehrere seiner Zuschauerinnen in die Notaufnahme begleitet haben sollen, denn zu weiteren Kunststücken war der erstmal nicht in der Lage. Also Kinder lernt daraus: ab 1,0 Promille keine Flic-Flacs oder sonstwie Grätschen mehr.

Zum Abschluß noch eine wirklich nicht so schöne Nachricht. Das Aus für das CANOSSA im Basement der Mensa auf dem Campus ist nun doch endgültig. Zwischenzeitlich war ja Ende Februar, Anfang März nochmal kurzzeitig Hoffnung aufgekeimt und die Gerüchteküche wollte sogar von einem neuen Pächter gehört haben. Nun ist das Lokal aber im März zurückgebaut worden und alle gastronomischen Einbauten, wie zum Beispiel die legendäre große Theke, wurden entfernt. Seit 1971, also noch fünf Jahre vor dem CLUB NUMBER ONE, wurde hier neben dem Tagesgeschäft als Café von Generationen von Studenten die Nacht zum Tage gemacht. Unvergessen vor allem der legendäre DJ Hirschmann, der hier noch mit über 70 Vollgas gegeben hat und die Disko über Jahre zu einem der angesagtesten Clubs in Saarbrücken gemacht hat. Noch bis in die 2000er wurde hier regelmässig Party gemacht und erst in den letzten Jahren, mit oft wechselnden Besitzern, wurde es stiller um den einstigen Kultladen. Zuletzt nur noch für seine leckeren Pizzas bekannt, standen auch die letzten Partys und Konzerte unter keinem glücklichen Stern mehr. Und irgendwo wundert es dann auch nicht, dass das Studentenwerk als Verpächter jetzt ein für alle Mal einen Schlußstrich gezogen hat.

In diesem Sinne, und take care J.K.T

Previous ArticleNext Article