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Clubzone

Clubzone Juli 2018

Also wir wissen ja nicht, was ihr gerade feiert, aber als diese Zeilen für die Druckerei fertig gemacht werden, gehen wir so richtig steil wegen des (allerhöchstwahrscheinlichen) Erreichen des Achtelfinales der Fußball WM durch Freistoß-Gott Toni Kroos. Bleibt an dieser Stelle nur zu hoffen, dass der weitere Verlauf des Turniers genauso zum Feiern taugt. Doch auch unabhängig von der Kickerei gab’s in den letzten Wochen reichlich Anlass amtlich Party zu machen. Die Hochsaison der unterschiedlichsten Festivitäten mit dem Altstadtfest als alljährlichem Höhepunkt taten ihr Übriges dazu, dass in den letzten Wochen garantiert keine Feierpausen entstanden sind. Hier war im Juni dann doch wieder mal so viel los, dass es einem Angst und bange werden könnte. Aber zum Glück kommt die nächste Party so schnell daher, dass man gar nicht erst ins Grübeln kommen kann.  

Fester Bestandteil der Sommer-Party-Szene, und schon lange kein Geheimtipp mehr, waren auch dieses Jahr die PARTYSCHIFFE. So hieß im Juni gleich fünf Mal  „Leinen los“ auf der „Frohsina“! Der Wettergott ist wohl wirklich DJ, oder zumindest ein Freund von elektronischer Musik, denn er schenkte der Party-Crew größtenteils echtes Vorzeigewetter. Den Start machten gleich am ersten Juniwochenende das 90s LOVE BOAT mit dem legendären Enzo, unterstützt von dem Dream Team „Fink & Sperling“ und der Feiersau Moh an den Decks, nur einen Tag später gefolgt von der MALLE X-FAHRT mit DJ Peak (N8Werk),  dem absoluten Spezialist für Ballermann Mukke, unterstützt von Koby, der ebenfalls sein Können unter Beweis stellte. Feinsten Sound und ungebremste Feierei gab’s dann zum Altstadtfest an allen drei Tagen. Zum Einstieg am Freitag brachte kein Geringerer als Sven Sossong unter dem Motto UNDERGROUND X-FAHRT den Dampfer bereits nach kürzester Zeit zum Schaukeln und legten die Messplatte für die folgenden zwei Tage ordentlich hoch! Am Samstag bei der X-FAHRT INS BLAUE hatte Veranstalter Moh mit DJ Dief, den Wiederholungstäter ja schon seit Jahren von der Linie 6 kannten, und im Anschluss Mayze und Yannick Maurer, die euch die feinsten House Tracks präsentierten, die besten Voraussetzungen für eine exzessive Kreuzfahrt gebucht, AHOI HERR KAPITÄN sagten sich am abschließenden Sonntag DJ Moh und Yannick Maurer, die nebenbei noch für die Eskalation verantwortlich zeichneten. Den Vogel abgschossen hat aber auf jeden Familie Bernd N., seines Zeichens Saxophonist. Er hat mit seiner Performance den Sonntag zu einem perfekten Tag mit einer perfekten Party gemacht. Es gab nicht enden wollende Standing Ovations und tosenden Applaus als wir angelegt haben und ich die DJs und ihn nochmals namentlich genannt hatte. Noch dazu hat er allen Mädels den Kopf verdreht. Nicht umsonst wurde Partyschiff-Reeder Moh von mal locker 10 Damen nach dessen Nummer gefragt. Wir können nur hoffen, dass die Frohsina nach all der Eskalation weiterhin seetauglich ist, denn schon am ersten Augustwochenende, pünktlich zum Saarspektakel, geht’s wieder zweimal hinaus auf den Partyfluss Nummero Uno.

Dass am CSD SAAR-LOR-LUX 2018 Wochenende mit richtig Schmackes gefeiert wurde, stellte nun wirklich keine Überraschung dar. Höhepunkt neben der CSD Benefiz PRIDE PARTY in der GARAGE am Samstag war natürlich die CSD Parade am Sonntag, die neben rekordverdächtig vielen Zuschauern natürlich auch reichlich Partypeople anlockte, auch wenn das Wetter ehr nur so 1B war. Für viele das ultimate Higlight bei der Parade war der also war der FINALLY / FREDRIK Wagen mit Michael Kastel, Joana MX und Ron Schatte an Bord. Bei dem sah es ein paar Mal so aus als würde er gleich umkippe, so heftig sind die Leute darauf rumgesprungen, speziell natürlich bei „Jump“ von den Pointer Sisters. Diese Hammerstimmung setzte sich im Anschluss beim CSD-Straßenfest in der Mainzer feucht-fröhlich nahtlos fort, wo Garry Woodapple mit Deep & Tech die perfekte Kontermusik zum Elektro und Schlager Geschrabel zum Besten gab.

Auch bei seiner vierten Ausgabe bestätigte das OSTHAFENFEST mit ganz viel Charme seine Stellung als ganz besonderes Kleinod unter den sommerlichen Vergnüglichkeiten unserer kleinen Metropole und zog auch diesmal jede Menge Vorzeigepublikum in den Saarbrücker Osten. Einmal im Jahr verwandelt das Osthafenfest, ganz im Stile eines subkulturelles Stadtfest, das Gelände rund um Rhenania-Gebäude und Silo in einen wirklich zauberhaften Ort mit Musik, Performance, Kulinarischem und vielem mehr. Die Mischung aus Flohmarkt, Foodfestival, Zirkus, Konzert und Party bot zwei volle Tage und Nächte bietet im Hafen der Liebe alles, was man sich zum Kurzurlauben wünscht. Darunter kulinarische Schmankerl vom KALINSKI, der BURGEREI, dem CAFÈ BALI und dem THONET und vielen mehr. Nicht, dass der Osthafen auch sonst immer einen Abstecher wert ist, aber dieses Fest war auch diesmal richtig klasse! Nicht zu vergessen dabei die dazu gehörigen, nächtlichen Bespaßungen im SILODOM, die auch dieses Mal wieder keine Wünsche offen ließen. Bei der abschließenden LA FETE DANS LA TETE AFTERSHOW punkteten insbesondere mit Sven Dohse und David Dorad die Berliner DJ-Gäste, natürlich unterstützt von local Heroes wie Greg Santana, Pantommiao, Pollux und Junglekidz . Das war echt ein Fest und wem das Warten bis zum nächsten Sommer zu lang ist, der kann sich ja zur Abwechslung auf den Winter freuen – und aufs FROSTHAFENFEST.

Im Club der Superlativen, dem APARTMENT, wiederum, war der Juni von jeder Menge Specials und tollen Veranstaltungen bestimmt! Zum einen feierte die Gang ihr einjähriges Bestehen als eigenständiger Club. Zahlreiche bekannte Gesichter der Saarbrücker Party Szene und viele neue Partygänger feierten zu diesem besonderen Anlass ohne Rücksicht auf Verluste! Messbar ist das zum einen in Kilogramm: insgesamt 15 Kilo Konfetti wurde in die eskalierende Menge geschmissen. Und zum anderen an vielen frohen Gesichtern, die an diesem Abend im Club wieder verließen und wahrscheinlich noch lange an diesem Abend zurückdenken werden. Mit Pauken & Trompeten und einem eigenen APARTMENT Geburtstagskuchen ging es richtig zur Sache. Doch auch die anderen Partys im Apartment waren durch aus legendär: der Klassiker unter den Nostalgie Partys: 2090 – Das Beste der 2000er und 90er zog auch in diesem Monat allerlei Partywütige ins APARTMENT. Auf einer anderen Party im Apartment kamen wir in die Lounge, genau zu dem Zeitpunkt als die anwesende Meute der laut „Uhrensohn“ schrie. Verwirrt haben wir uns angeschaut, aber dann erkannt, dass es wohl um einen gewissen Timo Werner ging. Als dann zum Job drei Konfetti Shooter los gingen und die Lounge komplett eskaliert ist, gab es hier kein Halten mehr. Auch in Sachen WM Party war das APARTMENT ganz weit vorn!

SOHO FRIDAYS – die Studentenparty sorgte auch im Juni Freitag für Freitag für exzessive Partynächte. Bei studentischen Preisen ließ es sich Woche für Woche bei gewohnt guter Musik abtanzen. Gespickt wurde das Ganze von Specials, die wöchentlich variieren. Wechselnde Getränkespecials, mottogerechte Deko und Special Acts sorgten für die beste Abwechslung, wie man sie sich wünscht. Abgeschlossen im Mai wurde die Samstagsreihe von der neuen Veranstaltung SOHO ALLSTARS, bei der alle Sportler gewohnt eskalierten. Trotz hohen Temperaturen haben die Massen es mal wieder geschafft den Laden noch mehr einzuheizen !Der Monat Juni  startete dann mit der fantastischen ZEITREISE. Dort ging‘s im Jahre 1990 los, geflogen wurde über die 2000er bis hin zum Jahre 2017. Auf der Reise bot das SOHO das Beste was die Musikszene in all den Jahren ausmachte. TANZ IM HELLWIGSTADION folgte dann die Woche drauf mit dem WM Special. Ganz nach dem Motto: „Um Hummels Willen, das wird Kroos“ versprachen die Hellweg Jungs mal wieder nicht zu viel und sorgten sowohl an der Theke als auch am DJ-Pult für  großen Sport. Das SOHO Altstadtfest folgte mit angekündigt großem Andrang und eine riesige Menschenmenge, die in Saarbrücken feierte und ein Großteil davon, der auch anschließend im SOHO feiern wollte. Und das haben sie dann auch gemacht – und wie! Da bleibt nur sich auf alle weiteren Eskalationen und vielfältige Zelebrationen vom Feinsten zu freuen.

Dass die Zeit auch im Nachtleben fliegt, sieht man vor allem wenn man im Westen der Stadt auf eine der interessantesten und auch gerüchteumwobensten Locations schaut. Natürlich ist hier die Rede vom MAUERPFEIFFER, der jetzt schon seit zwei Jahren das Clubleben unserer Gemeinde auf die Hinterbeine stellt. Zu Recht hat sich in dieser Zeit das kleine MAUERPFEIFFER-Labyrinth mit seinem einzigartigen Club-Außenbereich und brachialen Anlagen auf seinen Floors, mit atemberaubender Geschwindigkeit, in die Herzen der Deejays und Nachtschwärmer gespielt. Wer schon mal vor Ort war, wird auch schnell verstehen, wieso die Macher mit behaupten können, dass in Saarbrücken einer der besten Techno-Clubs im Südwesten Deutschlands beheimatet ist. Dass der MAUERPFEIFFER aber nicht nur Techno kann, haben die Jungs & Mädels am Kreisel in den letzten zwei Jahren auch bestens Bewiesen. So gab es eine Vielzahl an kleinen Konzerten sowie eine Menge an Veranstaltungen mit expliziten experimentellen Charakter. Hervorzuheben wären da zum Beispiel die Klangkunstabende „Experimance“ der Saarbrücker Künstlerin Kässerin Kelch oder der Hörabend des Saarbrücker DJs Roger 23.

Und Mitte Mai fand im MAUERPFEIFFER eine weitere, ganz besondere Premiere statt: VOCODER, die neue Konzert-Reihe mit viel 80ies Einfluss, lud zum Auftritt von Yeah But No aus Berlin und Kaysa aus Saarbrücken ein. Den VOCODER-Veranstalterinnen Sarah de la Rosa und Skip Äschett war am Veranstaltungstag die Anspannung deutlich anzusehen. Nach langer Vorbereitungszeit hatten beide natürlich den Anspruch ein großartiges, erstes Konzert und einen rundum perfekten Abend abzuliefern. Kaysas Einstieg (zugleich sein Debüt) entzückte vor allem die Besucher, die seit Jahren darauf warteten, den Junge endlich mal live auf der Bühne zu sehen – und das Warten hatte sich gelohnt! Auch der Auftritt der beiden Musiker von Yeah But No lief super – bis ein Interface im Zenith der Begeisterung einfach den Geist aufgab. Totenstille, die Stimmung drohte zu kippen, denn auch nach dem Neustart stellte sich das Gerät quer. Die verzweifelte Aufforderung von Sänger Fabian, der Percussionist könnte jetzt mal die Chance nutzen, auch mal zu Wort zu kommen und ein paar Witze zum Besten zu geben. Das löste bei diesem erst Schockstarre und beim Publikum Verwirrung, kurz danach aber unglaubliche Erheiterung aus: Die Witze waren so schlecht, dass bald der ganze MAUERPFEIFFER grölte und applaudierte. Als das Ding endlich wieder lief, ging es nicht nur entspannt, sondern bei allen mit einem breitem Grinsen im Gesicht weiter. Von vielen Gästen gab es beim Verlassen vom MAUERPFEIFFER Schulterklopfer und Danksagungen für die beiden Damen und deren gelungene Veranstaltung. Erleichtert können Sarah und Sabrina nun in ihre zweite VOCODER-Runde starten: am ersten Augustsonntag kommt die Band Xul Zolar aus Köln zu Besuch in den MAUERPFEIFFER. Das alles hat Saarbrücken gefehlt und so können wir alle nur auf viele weitere Jahre Subkultur am Kreisel hoffen, wo am ersten Julisamstag, der zweite  Geburtstag mit einem ziemlich heftigen Line-Up feiert. Herzlichen Glückwunsch, MAUERPFEIFFER, schön, dass du da bist.

Damit aber nicht genug Kreiselwahnsinn. Direkt neben dran wurde auch die UBAR wiederbelebt. Natürlich wieder mit den Anlagen wie damals, die ja nach wie vor bekanntlich zu den krankesten Systemen gehört, die man so zu hören bekommen kann, behaupten zumindest alle Überlebenden. Aber wer in den letzten Wochen noch mal in die Vergangenheit reisen möchte, musste sich nach den Terminen umschauen, denn die UBAR hat nur teilweise einmal im Monat oder auch mal nur alle 2 Monate geöffnet. Je nachdem wie sie Bock haben. Natürlich wurde der unvergessene Club im  Wesentlichen so gelassen, wie er in den Dornröschenschlaf versetzt wurde, aber trotzdem gibt es ein bisschen was Neues zu entdecken, wie beispielweise eine neue Etage. Wie und wo die allerdings sein soll, muss man schon selber rausfinden. Es lohnt sich!

In diesem Sinne, take care   J.K.T.

 

 

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