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Clubzone

Clubzone Juni 2017

Irgendwo zwischen Himmel und Hölle hat uns der Mai nicht nur temperaturmäßig von einem Extrem ins Nächste taumeln lassen. Ausgelassenster Feierei, auch gerne unter freiem Himmel, standen hier und da nicht ganz so mörderprickelnde Abende gegenüber, wo die Leute anstatt zu feiern, einen auf super gechillt machen, den Laden zustehen und nur zugucken und darauf warten, dass schon irgendwie die Party losgeht. Zum Glück blieb dieses ärgerliche Verhalten auf einzelne Nächte beschränkt, denn im Großen und Ganzen gab’s wirklich keinen Grund sich zu beschweren. Gleich ob der umjubelte Einzug des APARTMENT ins NUMBER ONE, die zweite BUMAYE Nacht in der KUFA oder die fulminante Premiere der neuen Ü30 PARTY im GLORIA STAGES – und das sind nur ein paar Beispiele – der Mai hatte es richtig in sich. Aber genug der Vorrede und auf ins Nachtleben …

Der Knaller der letzten Wochen war wohl der für viele vollkommen überraschende Wechsel der APARTMENT Partys vom SOHO ins NUMBER ONE. Die Frage, die dabei unzähligen Partypeople Fragezeichen auf die Stirm zauberte, lautete: Wie kann ein Apartment umziehen? Ganz einfach! Das hat das Saarbrücker Party-Team rund um Tomas Morrobel Mitte Mai bewiesen. Wie das bei einem Umzug so üblich ist, musste einiges angepasst werden. So wurde zum Beispiel aus einer Badewanne für Konfetti, mit einer Flex ganz schnell eine kleine Couch gezaubert. Und aus einem Drahtesel die wohl bewegendste Theken Deko der Stadt. Aus einem anderen Saarbrücker Nachtclub ist das Team nämlich mitsamt der ungeheuer beliebten Veranstaltung APARTMENT, die jeden Freitag für hemmungsloses Feiern nicht nur unter Studenten bekannt ist, in die Kultlocation an der Ecke Bahnhof- und Dudweilerstraße gezogen. Damit hat das APARTMENT-Team mal eben einen DER Saarbrücker Clubs eingenommen und umbenannt! Das sorgte kurzfristig für viel Verwirrung, da die Stadt nicht so schnell hinterherkommt. Um an dem denkmalgeschützten Gebäude das neue Schild anbringen zu dürfen, bedarf es nämlich einer Erlaubnis durch die Stadt, die bislang noch auf sich warten lässt. Selbiges gilt für die Facebook-Seite des ehemaligen Club No1. Diese umzubenennen ist für Facebook wohl auch ein Ding der vagen Unmöglichkeit. Doch sowas hat das APARTMENT -Team noch nie aufgehalten. Wir sind gespannt welche Neuerungen sonst noch kommen und freuen uns darauf im neuen APARTMENT, zusätzlich zum tendenziell eskalativen Freitag, auch andere neue Veranstaltungen wie 2090, Everybody 90’s, Back to Black, Club Latino oder Best of zu befeiern.

Die zweite Überraschung ging im GLORIA STAGES über die Bühne. Dass die Premiere der Ü30 PARTY ein Erfolg wird, daran hatte wohl niemand gezweifelt, zumal die Veranstalter ja auch GLORIA Urgestein DJ Kasimir verpflichten konnten, aber wie voll das war und in welchem Maße die Stimmung durch die Decke ging, das war schon echt eskalationär! Zugegeben, der Start des GLORIA STAGES verlief ja bei manchen Konzepten nicht ganz so reibungslos wie die Macher sich das erhofft hatten, aber trotzdem wurde hier in vielen Nächten so richtig gefeiert. Und dass der Laden besser aussieht und cleverer aufgeteilt ist, als je zuvor, darüber herrscht ohnehin breite Einigkeit. Zu den absoluten Hammernächten wie der Party mit Sam Divine, der komplett ausverkauften Comedy-Sause mit REBELL COMEDY oder der Premiere des RHYTHM IS A DANCER 90er Events kam jetzt noch dieser Oberknaller dazu. Jetzt gehören Ü30 Partys ja im Moment wirklich nicht zu den mega ausgefallenen Feierkonzepten, aber das, was sich da bei der Erstausgabe der Ü30 PARTY im GLORIA STAGES abgespielt hat, war wirklich ein grandioser Ausnahmespaß. Der Laden pickepacke voll und die Feierlaune auf Rekordniveau. Wer gedacht hatte, dass 21.00 Uhr als Startzeit vielleicht etwas früh sein könnte, sah sich nur eine Viertelstunde später eines Besseren belehrt, denn von da an war die Tanzfläche bis zur letzten Minute am nächsten Morgen ununterbrochen in Beschlag genommen. Neben ganz aktuellen House-Sounds Nummern wurde genau so heftig zu Krachern aus den 80ern und 90ern gerockt und nicht zuletzt perfekte Textkenntnis in Sachen Queen und Neil Diamond lauthals unter Beweis gestellt. Aber diese Ü30 PARTY ist ja streng genommen nicht ganz neu, denn sie entstand in Kooperation mit der Ü30 Saarland, die schon in der Saarbrücker CONGRESSHALLE oder dem Homburger MUSIKPARK regelmäßig für mitreißende Furore gesorgt hatte. Da ging richtig was im GLORIA STAGES und vor der nächsten Ausgabe Anfang Juli dürften hier und da die ein oder andere Leber oder manches Stimmband jetzt schon ein wenig Angst haben – mit Recht!

Aber der Ü30 Hype ist natürlich nicht auf Saarbrücken beschränkt. Das SOUND in Dillingen ist fraglos schon ewig eine der festen Größen im saarländischen Nachtleben und hat in den 37 Jahren seines Bestehens schon so manche haltlose Festlichkeit erlebt. Bei der neuen Ü30 PARTY Reihe, die Mitte Mai ihre zweite Ausgabe feierte, wurden mitunter zustände erreicht, die sie selbst für den Kult-Club mehr als beachtlich waren. Schuld war natürlich kein Geringerer als DJ Foggy, der mit seiner sehr Dance und Technoclassics lastigen Interpretation des Themas, ja auch regelmäßig in der ALTE SCHMELZ in St. Ingbert, den Laden zum Kochen bringt. Im SOUND ging das Ganze natürlich zwei, drei Nummern kleiner über die Bühne aber nicht unbedingt weniger schwungvoll. Damit ist es hier beeindruckend gelungen neben dem rockorientierten, wöchentlichen Mittwochspektakel eine zweite Sause für nicht mehr ganz so junge Clubber zu etablieren. Chapeau!

Fast schon in eine andere Partygalaxis katapultierte die Tanz-in-den-Mai Ausgabe des BUMAYE Dancehall, Reggaeton Indoor Festivals die gute alte KULTURFABRIK. Schon die erste Ausgabe war ja unglaublich und das war echt erneut ganz massiver Feierspaß. Kaum hatten sich dann die Türen geöffnet nahm eine Nacht ihren Lauf, die wohl zu Recht in die Annalen des Partytempels eingehen dürfte – und das heißt hier schon Einiges. Denn abgesehen davon, dass hier wirklich bis in den frühen Vormittag auf das Heftigste gefeiert wurde, wurde bestimmt auch noch in Sachen Tanzheftigkeit ein absoluter Rekord aufgestellt. Die ganze KUFA über Stunden ein einziger Hexenkessel mit besten Dancehall, Reggaeton, Moombahton & R’n‘B-Sounds und obendrauf noch einer Sexy Dance-Performance & Candy-Girls, Welcome Shots & Sweets, coolen Give-Aways und einem Foto- & Videoshooting. Dass dann als irgendwann Feierabend gemacht werden musste, kaum nach Hause gehen wollten, versteht sich fast von selber. Auch bei eingeschaltetem Putzlicht wurde hier und da noch weitergetanzt. Alles das ist nicht nur Beleg für eine herausragende Partynacht, sondern insbesondere auch dafür, dass es hier wieder einmal gelungen ist, neue Erfolgskonzepte an den Start zu bringen. Da freuen wir uns doch auf mehr.

Auf keinen Fall unerwähnt bleiben darf die Saisoneröffnung der MAGNET OPEN AIRs im Rondell im Bürgerpark. Trotz ein paar Wolken und kurzzeitig auch ein paar Tropfen war hier unter freiem Himmel absoute Amok-Stimmung angesagt, aber das ist bei den MOAs von Technopapa Klaus R. ja eigentlich immer so – und uneigentlich auch! Diesmal waren als Headliner SHDW & Obscure Shape aus Stuttgart am Start, unterstützt von Fred M. und Daniel Cuminale, der sogar von seinen Eltern gefeiert wurde, die extra vorbeigekommen waren. Auch das Warm-Up von Dr DJ ließ keine Wünsche offen. Also selbst Schuld wer das verpasst hat, aber immerhin gibt es wieder die tollen Fotos von Bülent C., die auch diesmal einen genialen Eindruck vermitteln, was einem entgangen ist. Das bedeutet ganz klar beides machen: beim nächsten Mal am Pfingstsonntag mitfeiern und sich hinterher von den Bildern zurückversetzen lassen. Das gilt natürlich auch für die heißerwartete H2O MAGNET Bootsfahrt am ersten August-Samstag.

Korrekter Technobass war natürlich auch im MAUERPFEIFFER angesagt und der ganze Monat echt Amok! Der krönende Höhepunkt war wohl das WIR DREHEN DURCH Festival, was wohl so gut wie alle Anwesenden wörtlich genommen haben. Auch Headliner Karotte war mega glücklich und aufs Neue total beeindruckt von der Crowd und dem Club. Sein immerhin vierstündiges Set verging wie im Zug, aber da waren ja auch noch 9 andere Deejays aus Berlin, Frankfurt, Sopron und Budapest (beides in Ungarn) und Saarbrücken. Auch bei diesem KREISEL FESTIVAL war Daniel Cuminale am Start, der einen ganz besonderen Hattrick landete. Als Erster hat er es geschafft, bei einer einzigen Party auf jedem Floor das Closing zu spielen, wobei zwischen dem ersten, das er um 06.30 Uhr begann, und dem Ende des Letzten im Garten um 15.00 Uhr auch noch den Feierabend im Keller-Floor soundtechnisch begleitet hat. Dass die Bude die ganze Nacht gerappelt voll versteht sich da von selbst und ist ja auch sonst nicht anders. Überhaupt erfreut sich der MAUERPFEIFFER sehr guten Zuspruchs und konnte sich in seinem ersten Jahr wohl mehr als nur ein festen Platz im elektronischen Nachtleben unserer kleinen Gemeinde erspielt. Und dass die Bookings dabei immer dicker werden ist eine mehr als angenehme Begleiterscheinung, wovon wir uns bei der GRANIT Nacht mit Layton Giordani von Adam Beyers Label Drumcode nur allzu gerne wieder überzeugen lassen.

Der Mai der Mai! Im SOHO war wieder mal der Wahnsinn angesagt. Heiße Feiern, kochende DJ-Sets und das bei einem funkelniegelnagelneuem Konzept – da war einiges los auf den beiden Etagen in der Kaiserstraße. Mit der Premiere von SOHO FRIDAYS ging der Monat irgendwie erst richtig los und setzte mit gepflegter Eskalationsfeierei den Maßstab für den neuen Monat. Dem ganzen setzte nur einen Tag später die BEST OF SOHO dann noch einen darf. In Woche Zwei der neuen Zeitrechnung stand die Feierlocation dann wieder unter dem Zeichen der neuen Freitagsparty, die ungebremst zu Werke ging und hatte mit dem TANZ IM HELLWIGSTADION eine weitere Knallerfestivität zu bieten. Damit nicht genug, kam am letzten Maisamstag noch die ZEITREISE daher und nahm die Massensorgte mit Wir starten im Jahre 1990, fliegen über die 2000er bis hin zum Jahre 2017. Auf der Reise bieten wir euch das Beste was die Musikszene in all den Jahren ausmachte.
endgültig dafür, dass die Adresse in der Kaiserstraße weiterhin mit ihren Partys, Konzepten und Gästen und Partys weiter eine echte Hausnummer bleibt.

Eine ganz besondere Show bot sich den Gästen der FINALLY in der GARAGE. Vielbeachtet gab es eine richtig rasante Verfolgungsjagd zweier nicht eben unbekannten Nachtgestalten kreuz und quer durch die gesamte Location zu bestaunen. Dieses Geschehnis war derart kurzweilig, dass sich die Kunde davon in Rekordzeit verbreitete und noch in derselben Nacht war die Geschichte praktisch in aller Munde. Das Ganze ist aber auch ganz wunderbar zum Tratschen geeignet, selbst wenn man die beteiligten Personen nicht kennt. Schon die Vorgeschichte hat dramatische Züge, geht es doch wie kaum anders zu erwarten war um die ewigen Klassiker Eifersucht, Wollust und Untreue. Da war also jenes „Schulmädchen“, das gemeinsam mit ihrem Begleiter auf der Traditionsparty der Schwulen und Lesben und allem was dazwischen so existiert auf der Bildfläche erschien. Jenen Begleiter hatte sie aber schon recht bald aus den Augen verloren, was auch nicht weiter wundert, hatte sie doch gleich ein anderes, offensichtlich heterosexuelles, Männchen zum Objekt ihrer Begierde gemacht. So verging nur kurze Zeit und schon sah man dieses neue Paar so richtig schamlos zu Werke gehen. Ungestört von den neugierigen Blicken etlicher Umstehender begannen die Beiden sich durch heiße Spielereien formgerecht zu zerlegen. Doch da nahte, ganz offensichtlich von Eifersucht getrieben, der ursprüngliche Begleiter und für die mittlerweile stattliche Zahl an Augenzeugen stellte sich nur eine Frage: Findet der eigentliche erste Begleiter das heftig fummelnde Pärchen bevor der neuen Eroberung auffällt, dass er ein etwas anderes „Mädchen“ in Armen hält? Denn es konnte wirklich nur noch eine Frage von Sekunden sein bis ihm auffallen musste, dass seine „Sie“ untenrum über eine gewisse Zusatzausstattung verfügte. Doch der Eifersüchtige war schneller und ging sofort derart vehement dazwischen, dass der neue Lover sofort Reißaus nahm und, da er noch nicht mal die Zeit gehabt hatte seine Kleidung zu ordnen, der gesamten GARAGE sein bestes Stück präsentierte. Da er aber wie eingangs beschrieben erst die gesamte GARAGE durcheilten musste, bevor er durch die Menge auf der Straße vor der Tür das Weite suchte, kann er sich nun im Nachhinein wenigstens sicher sein, das meistbetrachtete Geschlechtsteil dieser Nacht sein Eigen nennen zu dürfen.
In diesem Sinne, take care J.K.T.

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