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Clubzone

Clubzone Juni 2019

Irgendwo zwischen Himmel und Hölle hat uns der Mai nicht nur temperaturmäßig von einem Extrem ins nächste taumeln lassen. Ausgelassenster Feierei, auch gerne unter freiem Himmel, standen hier und da nicht ganz so mörderprickelnde Abende gegenüber, wo die Leute anstatt zu feiern, einen auf super gechillt machen, den Laden zustehen und nur zugucken und darauf warten, dass schon irgendwie die Party losgeht. Zum Glück blieb dieses ärgerliche Verhalten auf einzelne Nächte beschränkt, denn im Großen und Ganzen gab’s wirklich keinen Grund sich zu beschweren. Außerdem haben sich mittlerweile die üblich verdächtigen, sommerlichen Locations von OSTHAFEN, ULANENHOF und MAUERPFEIFFER Garten bis zur Fensterbank des JULES VERNE zurück gemeldet.

Wenn sich jetzt wer wundert, dass bei der Aufzählung der beliebtesten Open-Air Locations das BÜRGERPARK RONDELL fehlt, legt damit den Finger tief in eine schmerzende Wunde. Das mit Abstand unschönste Ereignis der letzten Wochen dreht sich nämlich ums RONDELL, genauer gesagt als Spielort des MAGNET OPEN AIR. Seit fast 20 Jahren erfreuen sich die in den Sommermonaten stattfindenden elektronischen Musikevents im Rondell des Bürgerparks seit großer Beliebtheit. Doch Ende April kam dann der große Schock! Nach einem gelungenen Saisonauftakt mit über 600 Besuchern teilte die Stadtverwaltung per E-Mail mit, dass die bereits erteilten Genehmigungen für die Sommersaison 2019 wieder entzogen würden und zukünftig keine derartigen Veranstaltungen mehr stattfinden sollten. Vermeintlich aus Lärmschutzgründen – wohlgemerkt bei einer Tagesveranstaltung, die ohnehin immer um Punkt 22.00 Uhr beendet wurde. Die nächtliche Ruhe konnte hier also nicht wirklich beeinträchtigt worden sein. Was die Mitveranstalterin dazu denkt findet sich hier übrigens an anderer Stelle in diesem tollen Heft, denn für das Anzetteln einer beachtlichen Raver-Revolution haben wir Andrea R. zu unserem Gesicht des Monats gemacht. Aber unabhängig welchem vermeintlichen Klüngel diese sehr traurige und einfach nicht nachvollziehbare Entscheidung zu verdanken ist, der Wegfall der Location ist einfach nur richtig traurig. Eines darf man bei diesem Presse-Rummel, MOA-Aufstand, Raverrevolution und Polit-Possen der nächsten Wochen nicht vergessen: die MAGNET BOOT Party starten natürlich Mitte Juni mit erlesenem Line-Up in die diesjährige Saison:  Schmitzkowsky, Symplus, Psyko-Pal Guigz u.v.m. werden’s richtig krachen lassen. Wer schon einmal mit an Bord war, weiß natürlich, wovon hier die Rede ist: Techno, Freunde, Musik, Drinks, Liebe und mit etwas Glück auch wieder jede Menge Sonne. Außerdem gibt es wohl garantiert keinen angenehmeren Weg die MOA Crew zu unterstützen. Also aufgepasst allerseits – und entern!

Nur ein ganz klein wenig kürzer, nämlich seit über 19 Jahren, schreibt das BLAU genauso grandiose Partygeschichte. Für ganz viele Househeads spielten schon die ersten zehn Jahre in einer ganz eigenen Liga. Erst zum zweiten Mal kehrte jetzt nach neun Jahren Abstinenz einer der frühen BLAU Resident-DJs an seine einstige Wirkungsstätte zurück – und wie! Die BLAU CLASSICS mit dem Donnerstagerfinder Kasimir war eine furiose Mischung aus  echte Zeitreise und Wahnsinns-Eskalation. Obwohl der blaue Schwitzekeller mittlerweile mehrfach massiv umgebaut worden war, herrschte von der ersten Minute an wieder die unverwechselbare Stimmung wie kurz nach dem Milleniumswechsel vor 19 Jahren. Von Beginn an war der blaue Schwitzekeller zu voll, zu laut, zu abgedreht. Die frühen 2000er waren der Climax des Housewahnsinns und neben Gast-DJ-Granaten vom Schlage eines David Guetta, Eddie Amador, Eric Prydz, Axwell oder Steve Aoki waren es vor allem die Resident-Deejays, die damals den Grundstein der blauen Legende legten. Ganz vorne mit dabei Kasimir, der Creator des Blauen Donnerstags, der fast zehn Jahre lang Woche für Woche den Ausnahmezustand zelebrierte – und der jetzt zum ersten Mal an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte. Genau wie angedroht hatte er genau die Tracks dabei, die schon damals für hochgereckte Hände, schweißnasse Körper und heisere Kehlen sorgten. Mit nach wie vor perfekter Textkenntnis wurden die ganz großen Hymnen von „One more time“, „Show me love“, “Most precious love“ und “Music speaks louder than words“ bis zu „Hear my name“, „Miami Pop“ und dem unvermeidbaren „No Love lost“ noch einmal lautstark gefeiert. Als Kirsche auf dem Sahnehäubchen gab es in der Lounge ein Gastspiel des einstigen Soulful Studio DJ Duos DKII, die richtig an den Reglern drehten und einen fantastischen zweiten Floor unter Feier-Hochdruck setzen. Kurz, das BLAU war voller bekannter Gesichter und Stammgästen der ersten Stunde, die es einfach richtig krachen ließen. Wenn es da nächstes Jahr wieder eine Wiederholung geben sollte, dann schickt sich das BLAU wieder mal an megahysterische Partygeschichte zu schreiben.

In unser aller Lieblings-APARTMENT setzte die Partyreihe ZULU NATION wieder ein ganz massives Ausrufezeichen. Die Kultparty ging in Ihre 8te Runde und ihrem Ruf wieder gerecht werdend, standen bereits lange vor Einlassbeginn eine sehenswerte Masse an Partyliebhabern, Tänzern, Freunden, und treuen Fans in einer meterlangen Schlange vor der Tür. Das einzigartige an dieser Edition war, dass die Veranstalter Chiara G. & Martha Gabriella B. zu Ihrem Geburtstag alle treuen Fans einluden mit Ihnen zusammen zu feiern. Individualisierte Zulu Nation Donuts, das erste ZULU NATION Mix Tape von keinem geringeren als Dj Kasir produziert, eine einzigartige Dekoration, viele Getränkespezials, Musik von Dj Dr. Bo, Dj Fresh Prince und Dj Kasir und viele weitere Specials waren für diesen einmaligen Abend für jeden Gast bereit gestellt. Festgehalten wurde diese unnachahmliche Nacht von Photographie Bawa und dem legendären Videographen Dominique Carbone…

Aber auch sonst ist Jubel, Trubel, Heiterkeit bei der AFTER WORK PARTY im APARTMENT auf jeden Fall immer angesagt. Das absolute Erfolgskonzept macht den Club an der Ecke Dudweiler- und Bahnhofstraße jeden zweiten und letzten Donnerstag zur amtlichen Partyarena. Besonders abgefahren sind da die beiden Mai-Ausgaben geraten, denn kein Geringer als APARTMENT Chef DJ Thomas selbst ist in die Rolle des Gast-DJs geschlüpft und hat der Feierei nochmal so richtig einen mitgegeben. Das sind erfahrene APARTMENT Gäste ja von den Freitagen gewohnt, denn da ist ja genau dieser Party-Wahnsinn absoluter Normalzustand. Der altbekannte studentische Freitag wurde längst auf ein neues Level gehoben und Woche für Woche noch einer drauf gesetzt! Nebst viel Konfetti und (standesgemäß) immer wieder neu erfundener und eistens total durchgeknallter Deko, trafen sich dort altbekannte APARTMENT-Gänger und viele neugierige Studies. Zusammenfassend könnte man die kleinen Verrücktheiten und großen Überraschungen mit einem Wort der Socialmediageneration perfekt umschreiben: „Instagrammable“ Es ist toll zu sehen wie das Team vor neuen Ideen zu sprudeln scheint und sich nicht beeindrucken lässt von Nachahmern. Denn eins ist sicher: Wer stetig Neues schafft, ist schwer zu kopieren.

Das exzessive Partytreiben in der Landeshauptstadt hat zwischenzeitlich auch andere Gemeinden an der Saar erreicht. Ganz weit vorne mit dabei ist Merzig und da hat im Mai vor allem der CUBE CLUB für Furore gesorgt. Dass die Premiere der Ü30 80s & 90s PARTY Ende Mai ein Erfolg wird, daran hatte wohl niemand gezweifelt, aber wie voll das war und in welchem Maße die Stimmung durch die Decke ging, das war schon echt eskalationär! Nicht zu unterschätzenden Anteil daran hatte wieder einmal Resident DJ Seger, der seit acht Monaten einen Hammerabend nach dem anderen abliefert und die Crowd dabei mit seinem Gespür für den richtigen Track im richtigen Moment und seiner perfekten Technik vom Floor direkt in die Umlaufbahn katapultiert. Jetzt gehören Ü30 Partys ja im Moment wirklich nicht zu den mega ausgefallenen Feierkonzepten, aber diese 80s & 90s Edition hatte es richtig in sich, woran auch Gast-DJ Kasimir nicht ganz unschuldig war. Kaum hatten die ersten Gäste ihre Garderobe abgegeben, wurde die Tanzfläche bis zur letzten Minute am nächsten Morgen ununterbrochen in Beschlag genommen. Zu den Mörderhits aus den 80ern und wurde genau so heftig wie zu den Krachern 90ern gerockt und nicht zuletzt perfekte Textkenntnis von  den Ärzten und bis Haddaway lauthals unter Beweis gestellt. Da ging richtig was im CUBE CLUB und vor der nächsten Ausgabe dürften hier und da die ein oder andere Leber oder manches Stimmband jetzt schon ein wenig Angst haben – mit Recht!

Doch zurück in unsere kleine Metropole. Im SOHO war auch im Mai wieder mal der Wahnsinn angesagt. Heiße Feiern, kochende DJ-Sets und hysterische Stammgäste – da war einiges los auf den beiden Etagen in der Kaiserstraße. Gleich am ersten Maisamstag kam die ZEITREISE daher und nahm die Massen mit in den Partyorbit. Gestartet wurde im Jahre 1990 und dann über die 2000er bis hin zum Jahre 2019 durchgestartet. Auf der Reise gab es wirklich das Beste, was die Musikszene in all den Jahren ausmachte, auf die Ohren. Samstag für Samstag gab‘s dann neue Mottos, sodass für jeden Geschmack etwas dabei war. Von VERRÜCKT über OLDSCHOOL bis hin zur BEST OF SOHO Party, wurde ein echt abgefahrener Partymix an den Start gebracht. Natürlich standen die Freitage kein bisschen zurück. Die ultra abgefahrene Studentensause SOHO FRIDAYS gibt schon seit zwei Jahr so richtig Dauergas und es steht zu befürchten, die sind noch lange nicht fertig. So war es kein Wunder, dass die Party zu 2 JAHRE SOHO FRIDAYS richtig durch die Decke ging und mit ungebremster Eskalationsfeierei die Latte für den ganzen Monat hochlegte. Also gleich an welchem Tag, im Juni am besteb selbst anschauen und steil gehen.

 Korrekter Technobass war natürlich auch im MAUERPFEIFFER angesagt und der ganze Monat echt Amok! Der erste Höhepunkt war wohl KERSTIN EDEN -ALL NIGHT LONG was wohl so gut wie alle Anwesenden begeistert hat. Auch die Headlinerin war mega glücklich und aufs Neue total beeindruckt von der Crowd und dem Club. Dass die Bude die ganze Nacht auch an allen anderen Tagen gerappelt voll war, versteht sich da von selbst und ist ja auch sonst nicht anders. Überhaupt erfreut sich der MAUERPFEIFFER sehr guten Zuspruchs und konnte sich in seinem ersten zwei Jahren wohl mehr als nur ein festen Platz im elektronischen Nachtleben unserer kleinen Gemeinde erspielt. Und dass die Bookings dabei immer dicker werden ist eine mehr als angenehme Begleiterscheinung, wovon wir uns immer wieder nur allzu gerne wieder überzeugen lassen.

 

Eine ganz besondere Show bot sich den Gästen der FINALLY in der GARAGE. Vielbeachtet gab es eine richtig rasante Verfolgungsjagd zweier nicht eben unbekannten Nachtgestalten kreuz und quer durch die gesamte Location zu bestaunen. Dieses Geschehnis war derart kurzweilig, dass sich die Kunde davon in Rekordzeit verbreitete und noch in derselben Nacht war die Geschichte praktisch in aller Munde. Das Ganze ist aber auch ganz wunderbar zum Tratschen geeignet, selbst wenn man die beteiligten Personen nicht kennt. Schon die Vorgeschichte hat dramatische Züge, geht es doch wie kaum anders zu erwarten war um die ewigen Klassiker Eifersucht, Wollust und Untreue. Da war also jenes „Schulmädchen“, das gemeinsam mit ihrem Begleiter auf der Traditionsparty der Schwulen und Lesben und allem was dazwischen so existiert auf der Bildfläche erschien. Jenen Begleiter hatte sie aber schon recht bald aus den Augen verloren, was auch nicht weiter wundert, hatte sie doch gleich ein anderes, offensichtlich heterosexuelles, Männchen zum Objekt ihrer Begierde gemacht. So verging nur kurze Zeit und schon sah man dieses neue Paar so richtig schamlos zu Werke gehen. Ungestört von den neugierigen Blicken etlicher Umstehender begannen die Beiden sich durch heiße Spielereien formgerecht zu zerlegen. Doch da nahte, ganz offensichtlich von Eifersucht getrieben, der ursprüngliche Begleiter und für die mittlerweile stattliche Zahl an Augenzeugen stellte sich nur eine Frage: Findet der eigentliche erste Begleiter das heftig fummelnde Pärchen bevor der neuen Eroberung auffällt, dass er ein etwas anderes „Mädchen“ in Armen hält? Denn es konnte wirklich nur noch eine Frage von Sekunden sein bis ihm auffallen musste, dass seine „Sie“ untenrum über eine gewisse Zusatzausstattung verfügte. Doch der Eifersüchtige war schneller und ging sofort derart vehement dazwischen, dass der neue Lover sofort Reißaus nahm und, da er noch nicht mal die Zeit gehabt hatte seine Kleidung zu ordnen, der gesamten GARAGE sein bestes Stück präsentierte. Da er aber wie eingangs beschrieben erst die gesamte GARAGE  durcheilten musste, bevor er durch die Menge auf der Straße vor der Tür das Weite suchte, kann er sich nun im Nachhinein wenigstens sicher sein, das meistbetrachtete Geschlechtsteil dieser Nacht sein Eigen nennen zu dürfen.

In diesem Sinne, take care   J.K.T.

 

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