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Clubzone

Clubzone September 2016

Der Spätsommer hat sich ja glücklicherweise nochmal von seiner schönsten Seite gezeigt und war wieder einmal ein Ausbund an geselligem Treiben in unserer kleinen Metropole. Egal ob drinnen oder draußen oder sogar auf unserem Flüsschen, wo ein Wille war, da wurde auch gefeiert und das mit richtig Schmackes, eben so wie es sich gehört. Dabei etabliert sich die Mainzer Straße immer mehr als wunderbare Startrampe in lange Partynächte und das mit einem urbanen Charme, der anderswo kaum zu finden ist. Wenn man abends sio zischen SYNOP, BAKER STREET und EINRAUM bis zum JULES VERNE hochflaniert, könnte man fast meinen in einer wirklichen Großstadt zu sein. Vor allem Letztgenanntes hat sich gerade jetzt, wo es Ende August nochmal richtig heiß wurde, zu einem tollen Treffpunkt und Fixstern im Saarbrücker Osten entwickelt. Und egal ob es von hier aus später wieder zurück in die Innenstadt geht oder raus bis zum SILO am Osthafen, solche Plätze hat Saarbrücken gebraucht und deswegen ist es jetzt umso schöner, dass es sie gibt. Doch auch andernorts ließen es sich die Saarbrücker gut gehen, manchmal allerdings verloren sie dabei den auch schon mal den festen Boden unter den Füßen – und wagten sich aufs Wasser. c7t-partyboot_007Fester Bestandteil der 0003Sommer-Party-Szene, und schon lange kein Geheimtipp mehr, waren auch dieses Jahr die Partyschiffe von CS-Event. So hieß es zum Saarspektakel wieder drei Tage „Leinen los“ auf der „Frohsina“ von Käptn Günter Emmer! Der Wettergott ist wohl wirklich DJ, oder zumindest ein Freund von elektronischer Musik, denn er schenkte der Party-Crew mal wieder Kaiserwetter. Den Start machte Freitags das Partyschiff vom Club SEVEN. Feinster Sound von DJ Es Kiu und eine ausgewählte Crew von SEVEN-Stammgästen brachte den Dampfer bereits nach kürzester Zeit zum schaukeln und legten die Messplatte für die folgenden zwei Tage ordentlich hoch! Den Samstag hatte Veranstalter CS-Event unter das Motto „House & Black“ gestellt, und mit dem DJ-Team Mayze, Yannick M. und Dr. DJ die besten Voraussetzungen für eine exzessive Kreuzfahrt geschaffen. Die glücklichen Besitzer der seit Monaten ausverkauften Tickets zeigten mit vollem Einsatz dass die Karten hier eindeutig die passenden Besitzer gefunden hatten. Bereits bei Fahrt unter der ersten Brücke hindurch, war die Stimmung auf dem Schiff am explodieren und im Laufe der Fahrt hatte das Gastroteam der Frohsina keine ruhige Minute mehr. Nach Aussagen einiger „Überlebender“ sind die Cocktails von Barchef Carsten Emmer wohl leider nix für Landratten.

Wer jetzt denkt dass die Sonntags-Tour dann wohl eher eine Kaffeefahrt war, irrt sich leider gewaltig. Scheinbar musste von den Gästen an Bord, montags nicht wirklich jemand arbeiten, zumindest hatten wohl alle entsprechende Gleitzeit-Regelungen! Musikalisch zeigten Jerome Noak, Moh, und das DJ Duo Dief & Bird dass der Sound bei CS-Event Partys auch auf einer Sonntagsveranstaltung nur eine Richtung kennt: Volle Fahrt voraus! Als Überraschung für die tanzende Meute, gab es dann noch eine spontane Live-Einlage des bekannten Saarbrücker Saxophonisten Bernd Nikaes. Bei strahlendem Sonnenschein schienen der Crémant und die Cocktails zu verdampfen – und gegen 20 Uhr kam von der Bar die Schreckensmeldung „Das Eis is’ all !“ Aber im Saarland kennt ja immer einer einen, der einen kennt, der schnell mal was regeln kann. Wie es der Zufall so wollte, war der Geschäftsführer vom MANIN mit einem Teil seiner Belegschaft ebenfalls an Bord vom Partyschiff, und nach ein paar Telefonaten wurde 0002vom MANIN Restaurant aus Nothilfe geleistet, und die fehlenden Ressourcen per Schnellboot geliefert! Leider liegt das Partyschiff nun bis nächstes Jahr auf dem Trockendock, aber für Anfang Oktober hat sich schon die inoffizielle „After-Schiff-Party“ im No1 angekündigt. Der Name „Chucks & Champagne“ ist eine klare Ansage, wir sind gespannt.

Doch nicht nur die Frohsina war in Sachen Feierei in den Fluten unterwegs, auch die mindestens genau so spektakuläre Riverlady stach in Sachen Elektronischer Bespaßung in See. Denn schon am ersten Augustwochenende lieferte der MAGNET im Zuge des Saarspektakels ein besonderes Bassbonbon und gleichzeitig auch den Höhepunkt der magnetischen Sommersaison: Über einhundert MAGNET-Jünger folgten dem Ruf von Kapitän Klaus Radvanowsky und schipperten gen Nachmittag mit vollem Tatendrang, bester Laune und einer satten Anlage im Gepäck den sanften Wogen der Saar entgegen. Sei es Wetter, DJs, Crew, Atmosphäre, Stimmung oder Sound – auf der restlos ausverkauften Riverlady passte einfach alles perfekt zusammen und so blickte die technotische Schiffsbesatzung schon beim Anlegen wieder sehnsüchtig in Richtung Sommer 2017, wenn es wieder heißt: „MAGNET Ahoi!“

Ein mindestens genauso frischer Wind wie an Deck des sagenumwobenen Partyschiffchens weht beim MAGNET zukünftig auch in Sachen Heimathafen. no1-partyboot_003Tatsächliche beschäftigte die künftige Heimat der elektrischen Partyreihe schon viele Wochen die Gerüchteküche unserer kleinen Metropole. Nach langem Spekulieren und wildem Locationraten wurde es jetzt ganz offiziell: Der MAGNET beschreitet neues Terrain und wird ab September nicht nur die ruhmreichen Hallen des BLAU in regelmäßigen Abständen mit erstklassigen Houseacts erfüllen, sondern auch dem zur Zeit im Tiefschlaf versunkenen LE HIRSCH wieder neues Bassleben einhauchen. Standesgemäß wird die neue magnetische Zeitrechnung natürlich mit zwei Spitzenbookings eingeläutet: Während gleich am ersten Septembersamstag kein geringerer als Basti Schwarz von TIEFSCHWARZ im BLAU NITECLUB auffährt, wird LE HIRSCH nur eine Woche drauf mit der Abrissbirne wach geküsst: Kerstin Eden ist in the house – und wir alle wissen, was das heißt!

Aber auch sonst wurde Ausgefallenes geboten, denn auch am Markt wurde so richtig amtlich gefeiert und zwar in einer der schönsten Restaurant-Locations, die die Altstadt zu bieten hat. Mitte August lud nämlich GEMMEL Chefin Lena S. zur IBIZA PARTY und wo sonst eher Köstlichkeiten aus Küche und Weinkeller im Vordergrund stehen, wurde die Musik von DJ Robin S. mal 0008deutlich weiter aufgedreht und die Tanzfläche gerockt. Immerhin war der Ganze Laden sensationell dekoriert und unter technischer wie tätiger Mithilfe von DJ Tomas in einen amtliche Club verwandelt worden. Da musste man stellenweise noch nicht mal die Augen schließen um sich auf unsere Lieblingsbalearen Insel versetzt zu fühlen, denn es war wirklich bemerkenswert, was hier unter den doch ein wenig beengten Raumbedingungen geschaffen wurde. Da könnte sich man ein hipper Szenenclub schon mal ‚ne Scheibe abschneiden. Einziger klitzekleiner Wermutstropfen dabei, Chefin Lena, die in der jüngsten Vergangenheit ja schon ihr außergewöhnliches DJ-Talent u.a. im STEREOKLUB unter Beweis gestellt hat, wollte eigentlich wieder mal selbst ans Mischpult treten, aber bei dem Trubel musste sie das aufgrund der Doppelbelastung als Gastgeberin leider bei zwei, drei kleinen Abstechern an die Regler belassen. Allerdings hat sie schon Besserung gelobt und die Gerüchteküche bringt sie sogar mit einem DJ-Auftritt im NUMBER ONE in Verbindung. Das sollte man sich dann allerdings auf keinen Fall entgehen lassen.

Vielleicht ein bisschen weniger durchgestylt, dafür aber umso praktikabler und insbesondere wasserdicht, musste hingegen die Bekleidung Gäste des STEREOKLUB Helferfestes sein. Die Partyreihe musste ja nach dem Umzug des PRESSECLUBS erst mal eigestellt werden, aber wer weiß, vielleicht findet sich ja in Bälde einen neue Heimstatt. Jetzt aber waren alle Mittäter ins Eppelborner Land zum internen Abschiednehmen eingeladen und während es den ganzen Tag rekordverdächtig heiß war, gab’s mitten in der Nacht um Zwei einen massiven Gewitterregenguss. Petrus hatte sämtliche Himmelsschleusen auf das allerheftigste geöffnet und es hatte bald den Anschein die ganze Feiergesellschaft davon gespült werden würde. Zum Glück war Schauplatz großzügig mit Zelten und Pavillons überdacht und so konnte ein Großteil der Leute wenigstens ein bisschen Schutz gegen die Unbill des Wettergottes genießen. Das alles tat der exzellenten Stimmung nicht den geringsten Abbruch und schließlich reiht sich diese vielleicht letzte STEREOKLUB Party so ein bisschen in die Gruppe der legendären Regenparties ein. Denn Woodstock am zweiten Tag und die Love Parade ’92 waren vielleicht auch gerade deswegen so legendär, weil es da ebenfalls in Strömen goss. Und wie gesagt: es gibt kein schlechtes Wetter, höchstens nur unzweckmässige Kleidung. In dieser Hinsicht den Vogel abgeschossen hatte aber keiner der Gäste, sondern kein geringerer als der Gastgeber Kasimir höchst selbst. In Ermangelung einer wetterfesten Jacke oder sonst eines gebräuchlichen Regenschutzes zwängte sich der nicht eben Schlanke, unglaublich aber wahr, tatsächlich in ein Kondom und einen Ballon! Womit er wohl nicht gerechnet hatte, war allein die Tatsache, dass er jetzt zwar relativ trocken bleiben würde, allerdings war er nicht mehr wirklich zu großartigen Bewegungen fähig. Ein paar Minuten ließ er das Gelächter samt Selfieparade über clubseven_004sich ergehen, aber dann war es ihm – oder besser gesagt seiner Zweithaut – zu viel und mit einem lauten Knall verabschiedete sich diese. Eigentlich müsste man’s ja gar nicht extra erwähnen, aber natürlich hielt dieser Spott an dieser Wurstattrappe noch ewig an und bis heute solle man dem Urgestein saarländischer Musikunterhaltung kein Ballons schenken. Nachfragen nach der Zukunft des STEREOKLUB hingegen, werden beantwortet, nur gibt es da noch nix wirklich Spruchreifes. Wir bleiben aber dran …

0005Dass ausgelassenste Feierei nicht nur gerade der Pubertät entkommenen Partyfrischlingen vorbehalten ist, hat das BRUCH BRAUEREIFEST wieder einmal ungemein schwungvoll gezeigt. Dabei war die diesjährige vom Altersmix her vielleicht noch breiter gefächert als sonst, denn der reichte vom Studentischen bis hin zum ein oder anderen Silberrücken. Ist ja auch kein Wunder, denn trotz traditionsgemäßer Überfüllung im Hof der Brauerei an der Scheidter Straße (oder vielleicht auch gerade deswegen) ist und bleibt dieses Fest ein absolutes Highlight im Saarbrücker Feierkalender. Eben Erwachsenen jeden Alters, die einfach gemeinsam eine Vorliege für ein gute Bier und ein kultisches Fest teilen – und eine schmerzfreie Vorliebe für Alpenländisches Liedgut wie „Sierra Madre“ kann auch nicht schaden. Obwohl dieses Jahr dieses Stück gefühlt nur eintausend Mal gespielt wurde. Aber das ist wohl so wie mit dem Tomatensaft im Flugzeug, im normalen Leben kommt kein Mensch auf die Idee, den zu trinken, Bloody Marys mal ausgenommen, und genau so wenig hört wahrscheinlich irgendjemand von den Massen auf dem BRUCHBIERFEST im Alltag diesen Mitsingklassiker. Aber hier ist eben alles anders, nur ein bleibt gleich: der abschließende Auftritt der genialen Kombo DYNAMIC LOUNGE die auch dieses Jahr wieder das ganze Fest zum Eskalieren brachten. Besonderes Schmankerl dabei war eine kleine Gruppe Mädels in den besten Jahren, die stur auf wirklich alles Discofox miteinander tanzten, selbst auf „Sex on Fire“ und auf „With or Without You“. Na ja, das mit dem passenden Tanzstil ist halt clubseven_007Auslegungssache und ehrlich gestanden, nach dem trölften Zwickel ist alles entspannt – auch „Sierra Madre“ … clubseven_006

Zum guten Schluss noch ein Abstecher in eine der wenigen Locations, deren Besuch ausschließlich den Herren verbehalten ist und das aus gutem Grund mit ewig langer Tradition. Doch auch im BOOTS in der Mainzerstraße passieren dann und wann mal Zeichen und Wunder. Den Anstoß hierfür lieferte Saarbrückens legendäre Ein-Mann-Rhythmuskapelle – der Trommla. Bei seinem Auftritt im BOOTS anlässlich des Saarbrücker Christopher-Street-Day gab es gleich mehrere Rekorde und noch die Dagewesenes zu vermelden. Die Geschichte des BOOTS war in den letzten 30 Jahren bekanntermaßen sehr bewegt und nichts wurde ausgelassen, aber das Gastspiel von Freund Trommle war tatsächlich der allererste Liveact in dieser Location. Weil das Interesse so riesengroß war und obwohl der Trommle vorher noch über sein Facebook Account hatte wissen lassen „Men Only“, entschloss sich Chef Kai B. spontan unglaublicherweise ausnahmsweise auch mal Frauen reinzulassen. Immerhin neun Mädels trauten sich dann auch in die sagenumwobene Örtlichkeit, wobei leider im Dunklen blieb, wie viele sich in den Keller getraut haben. Auf jeden Fall ein Rekord für die Ewigkeit! Als eine der Damen dann auch noch begann zu Tromlas gewohnt mitreißenden Beats wild und ausgelassenen zu tanzen, amüsierte und irritierte das die anwesende Stammklientel schon ein wenig. Aber Chef Kai schmunzelte nur und meinte:“ Is’ halt CSD!“. Der letzte Rekord der Nacht galt dann dem Groovegangster persönlich, denn schon ein Busserl stolz wusste er hinterher zu verkünden: „Ich bin auch noch nie so oft angebaggert worden wie in dieser Nacht, aber ich nehm’s mal als Kompliment.“ Als was denn auch sonst.
In diesem Sinne und take care J.K.T

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