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Die KiTa Raabe in Burbach/Malstatt

Wo Gestaltung Raum und Zeit für integratives Miteinander schafft: Familienstrukturen und Generationsbeziehungen befinden sich im Wandel. Solidargemeinschaften lösen sich auf oder ändern ihren Charakter. Als Folge müssen bauliche Strukturen angepasst werden, auch und gerade in Bezug auf die Integration und die Betreuung behinderter Menschen. Besonders anspruchsvoll ist diese Aufgabe, wenn es um die Schaffung geeigneter Betreuungseinrichtungen für Kinder mit Beeinträchtigungen geht.

Derart komplexen Aufgaben widmet sich die Wohnungsgesellschaft Saarland mbH (WOGE Saar) in besonderer Weise. Sie schafft und vermietet nicht nur bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen – insgesamt über 5.000 im Saarland – sie bezieht auch gewachsene soziale Strukturen in die Planungen mit ein. Das ist Quartiersentwicklung im besten Sinne.

Ein Beitrag zur Stadtteilentwicklung durch die WOGE Saar ist die integrative Tagesstätte für Kinder von einem bis sechs Jahren in der Raabestraße in Saarbrücken-Burbach. Kompetenter Partner ist die Gemeinnützige Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit (GPS GmbH) als Betreiber der KiTa Raabe. Gerade im Bereich Burbach/Malstatt ist der Bedarf an Kita-Plätzen besonders hoch, sodass die Aufnahme des Betriebes zum 12. August eine Lücke im Betreuungsangebot schließt.

Mehrere Jahre haben die gemeinsamen Planungen zwischen WOGE Saar und GPS in Anspruch genommen. Herausgekommen ist ein Schmuckstück, in baulicher wie in konzeptioneller Hinsicht. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Miteinander von Eltern und Kindern, dem KITA-Team und der Nachbarschaft. Es ist im Übrigen nicht das erste Mal, dass WOGE Saar und GPS zusammenarbeiten: Bereits in Homburg haben sie ein integratives Wohnprojekt gemeinsam erfolgreich entwickelt.

Schon von außen wirkt das zweigeschossige Gebäude kompakt und freundlich, passt sich städtebaulich in die Umgebung ein. Die rückspringende Eingangsfassade zur Straße hin wirkt adressbildend und einladend. Auf der Südseite wandelt sich das Bild zu einem offenen Baukörper.

Die räumliche und technische Ausstattung sowie die Gestaltung der Kita Raabe richten sich nach den behinderungsspezifischen Erfordernissen, nach dem Raumprogramm für Kindertageseinrichtungen und an dem von Maria Montessori geprägten pädagogischen Konzept aus. Was die pädagogische Ausrichtung der Kindertageseinrichtung betrifft, hat deren Leiterin Anne Wetzel über mehrere Jahre aktiv in der gemeinsamen Projektgruppe mitgewirkt und langjährige Erfahrungen als Pädagogin mit Montessori-Diplom in die Gestaltung und in die Konzeption mit eingebracht.

Obwohl sich der Massivbau mit Satteldach harmonisch in die vorhandene Bebauung einfügt, wirkt er nicht gesichtslos oder unauffällig. Der neue Kindergarten soll nicht nur Aufenthalts-, sondern auch Identifikationsort für die Kinder sein; daher sind neben einer angenehmen Atmosphäre auch zweckmäßige Funktionen wichtig, denn sie sollen den Kleinen bereits wichtige Begriffe wie Architektur, Gestaltung, Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit als wesentliche Elemente ihres zukünftigen Lebens näherbringen.

Möglich wurde die anspruchsvolle Umsetzung erst durch entsprechende Förderungen der saarländischen Landesregierung, namentlich das Sozial- und Bildungsministerium, sowie des Regionalverbandes. Nur so war das 2,3 Millionen Euro-Projekt zu stemmen.

Künftig steht das alltägliche Zusammenwirken von behinderten und nichtbehinderten Kindern und der Einbezug der Eltern sowie der Nachbarschaft gemäß den Montessori-Leitsätzen eine große Rolle. Die ersten Erfahrungen sind positiv: Es zeigt sich bereits, dass buchstäblich Raum für die Entwicklung der Kinder durch aufeinander zugehen, gegenseitige Wertschätzung und Akzeptanz für Andersartigkeit geschaffen wird. Förderlich wirken sich auch das angepasste Außengelände und das lichtdurchflutete Atrium aus. Sie wurden so in das Wohnumfeld integriert, dass hier ein gemeinsames Miteinander der Eltern mit Ihren Kindern, dem Kita-Team und der Nachbarschaft auch tatsächlich entstehen kann.

In der KiTa stehen insgesamt 48 Plätze in vier Gruppen zur Verfügung, davon sind 14 Plätze für Kinder mit Beeinträchtigungen. Hier werden in den beiden Krippengruppen jeweils 8 Kinder im Alter von 1- 3 Jahren und in den Kindergartengruppen jeweils 16 Kinder im Alter von 3- 6 Jahren betreut.

Alles in allem bietet die Einrichtung auf beiden Etagen mit vier Gruppenräumen, einem Bistro, einem Mehrzweckraum und mehreren Therapieräumen auf insgesamt 800 qm großzügig Platz für 48 Kinder und ein Team aus 20 pädagogischen Fachkräften.

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