• Termine News und Wissenswertes aus Saarbrücken, dem Saarland und der Welt:
Titelstory

Eine andere Form von SCHÖNHEIT

Das Schöne entsteht nicht in der Kamera, es entsteht im Auge, im Kopf und ganz besonders im Herzen. Gleichwohl gelingt es Jens Gerlach genau diese Schönheit mit seiner Kamera einzufangen. Im Interview verrät er uns der Saarbrücker Fotograf, wie er das macht.

 

Was ist das Besondere an deinen Fotos?

Ich möchte die Menschen so zeigen, wie sie sich selbst sehen, wenn sie sich wohl fühlen. Dabei versuche ich das zu unterstreichen, was ich ganz besonders schön an diesem Menschen finde. Ich erarbeite mir den Moment, in dem sie mir ein Stück ihrer Seele zeigen und nicht für mich posieren. Dazu verbringe ich Zeit mit ihnen, spreche, lache und schaue. Ich retuschiere sehr wenig, entferne nur das, was sowieso nicht bleibt. Ein Pickelchen oder eine Rötung, nie Falten oder Narben. Das gehört zu dem Menschen dazu, und macht ihn vielleicht sogar zu dem was er ist. Wenig Retusche erleichtert einerseits die Arbeit, es zwingt aber auch mich direkt beim Fotografieren auf das Essenzielle zu konzentrieren.

 

Seit wann machst Du „ernsthaft“ Fotos?

Ich fotografiere noch gar nicht so lange. Ich hatte zuerst nur kleine 0815-Kameras mit denen ich auf Geburtstagen und Feiern „rum knipste“ ohne Sinn und Verstand. Meine Frau modelte damals und überredete mich mal an einem Wochenende mit ihr zu Hause Fotos zu machen. Wir machten gut 1.000 Bilder. Ein Foto schlimmer als das Andere. Ich hatte alles falsch gemacht, was man so falsch machen konnte. Aber ein Bild war wunderschön! Ich wollte wissen, warum gerade das so gut aussah. Schnell begriff ich dass ich mit meiner Popel-Ausrüstung nicht so fotografieren konnte, wie ich mir das erhoffte. Also entschloss ich mich vor fünf Jahren mir ein professionelleres Equipment zuzulegen. Eine Canon EOS Mark III musste her und gute Festbrennweiten-Objektive. Und siehe da mein Feuer für die Fotografie war entfacht, denn die neue Ausrüstung verbesserte die Qualität meiner Fotos signifikant.

 

Was nutzt du für Objektive?

Bei meinen Portraits kommen das 35 mm, das 50 mm 1.4 Sigma Art Objektiv oder das 85 mm 1.8 von Canon zum Einsatz. Seit rund einem Jahr hadere ich mit mir, ob ich einen kompletten Systemwechsel machen soll und zu Sony wechseln soll… Die Sony A7 RIII steckt mir in der Nase, aber mit der EOS R hat Canon gerade eine Alternative auf den Markt gebracht, die es mir wohl ermöglicht mein altes Glas weiter nutzen zu können, also wird wohl demnächst die Mark III durch ihren spiegellosen Nachfolger ersetzt. Analog fotografiere ich mit einer Leica R4, die aber leider viel zu selten zum Einsatz kommt …

 

Gibst du auch Workshops?

Ja, klar. Ich umgeben mich gerne mit Menschen, die die meine Leidenschaft teilen. Ich habe schon weltbekannte Fotografen wie Jean Noir, Felix Rachor und Andreas Jorns nach Saarbrücken geholt und mit denen Workshops gestaltet. Die haben dann bei mir zu Hause gepennt. Da hilft jeder jedem, um weiter zu kommen und besser zu werden.

 

Gibt es irgendwelche Vorbilder für deine Arbeit?

Mein größtes Vorbild ist und bleibt Peter Lindbergh, seine Fotografie ist so zeitlos und zeigt den Menschen so wie er ist. Man hat bei ihm immer das Gefühl seine Modelle zeigen ihm mehr von sich selbst als anderen Fotografen. Den größten Einfluss hat allerdings definitiv Jean Noir auf. Für mich ist er eine Art Mentor. Ich habe von niemand anderem so viel über die Fotografie und die Interaktion mit dem Menschen vor der Kamera gelernt, wie von ihm. 2017 durfte ich mit ihm einige Wochen in Kapstadt zusammen arbeiten. Wir wohnten zusammen in einer Art Fotografen-Model-WG direkt am Fuße des Lions Head. In den Wochen habe ich so viel über Fotografieren gelernt, wie in meinem ganzen Leben noch nicht.

www.jenzflare.de

www.instagram.com/jenzflare

www.facebook.com/Jens.Gerlach.Photography 

Previous ArticleNext Article