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Die Leo Show Empfehlung

Die Leo Show

Ende des Monats ist es soweit: Der beliebteste Filmpreis der Welt wird verliehen. Und mit jedem Jahr, in dem Leonardo DiCaprio hierfür nominiert ist, verkommt die Oscar-Verleihung im Vorfeld mehr und mehr zur Leo-Show. Eine weltweite, zugegebener Maßen sehr innovative Fan-Base entfacht einen Oscar-Buzz, von dem gestandene Schauspieler nur träumen können. Seit „Titanic“ hat sich der Heartthrob kontinuierlich ein Image erschaffen, das rätselhafter Weise immer mehr Filmfans vor den „DiCaprio-for-Oscar“-Karren spannt.

 

Kein anderer, ehemals bei ähnlicher Kundschaft beliebte Star, hat je so einen Proteststurm entfachen können, kein Brad Pitt oder Johnny Depp, die auch mehrfach für Oscars nominiert aber immer leer ausgingen. Und man muss es den Leo-Fans mal ganz deutlich sagen: Viermal nominiert zu sein und nichts zu gewinnen, ist weder Weltuntergang noch himmelschreiende Ungerechtigkeit. Was sollen denn bitte ein Peter O’Toole, der achtmal nominiert war, Richard Burton (siebenmal nominiert) oder Glenn Close (sechsmal nominiert) sagen? Die mussten weitaus öfter freudig für andere klatschen und halbwegs unbedröppelt dreinschauen. Ganz zu schweigen von Größen wie Edward G. Robinson, Joseph Cotten oder Orson Welles, die nie als Beste Schauspieler nominiert wurden.

Und wenn man sich dann die Liste mindestens ebenbürtiger Schauspieler ansieht (siehe unten), die ebenfalls noch ohne Academy Award - ja manchmal sogar unglaublicherweise ohne eine einzige Nominierung sind - wird einem vielleicht klar, dass man hier nur einem Hype aufsitzt, wenn man sich zu dem Satz „Aber Leo hätte es jetzt endlich mal verdient!“ hinreißen lässt. Also bitte, liebe Team-Leo-Anhänger: stellt diese lächerliche Hysterie endlich ein, und betet lieber, dass euer Held nicht gerade für „The Revenant“ gewinnt, wo er nichts anderes zu tun hat, als ein paar Grunzlaute von sich zu geben (bei der einminütigen Golden-Globe-Dankesrede durfte er mehr sagen, als im ganzen zweieinhalbstündigen Film), sich von Mama Bär den Arsch aufreißen zu lassen und sich in einem toten Pferd schlafen zu legen. Da durfte er in „Wolf of Wall Street“ oder „Django Unchained“ doch eher beweisen, welch famoser Schauspieler er ist. Und es werden weitere große Rollen kommen, es wäre ihm also zu gönnen, dass er für einen großen Film, bei dem echte Schauspielkunst gefragt ist, ausgezeichnet wird und nicht für einen, in dem ihm sogar Nebendarsteller Tom Hardy die Show in jeder gemeinsamen Szene stiehlt.

Die besten lebenden Schauspieler ohne Oscar

1. Edward Norton (Birdman, American History X, Fight Club)

2. Ralph Fiennes (Grand Budapest Hotel, Der ewige Gärtner, Schindlers Liste)

3. Michael Fassbender (Steve Jobs, 12 Years a slave, Shame)

4. Joaquin Phoenix (Walk the Line, Her, Gladiator)

5. John Malkovich (Gefährliche Liebschaften, In the Line of Fire, Von Mäusen und Menschen)

6. Harvey Keitel (Ewige Jugend, Bad Lieutenant, Das Piano, Reservoir Dogs)

7. Gary Oldman (Dame König As Spion, Dark Knight, Prick Up Your Ears)

8. Mark Ruffalo (Spotlight, Foxcatcher, The Kids are alright)

9. Ian McKellen (Mr. Holmes, Herr der Ringe, Gods and Monsters)

10. Robert Downey Jr. (Chaplin, Zodiac, Unter Null)

11. Ryan Gosling (The Place beyond the Pines, Blue Valentine, Ides of March, Half Nelson, Lars und die Frauen)

12. Bill Murray (St. Vincent, Lost in Translation, Rushmore)

13. Tom Cruise (Magnolia, Jerry Maguire, Rain Man, Die Farbe des Geldes, Geboren am 4. Juli)

14. Ed Harris (Apollo 13, Truman Show, Pollock, The Hours)

15. Paul Giamatti (Barneys Version, Sideways, Das Comeback, The Illusionist) 

 

 

 Die 10 besten Schauspieler ohne Nominierung

1. Alan Rickman (Sinn und Sinnlichkeit, Michael Collins, Robin Hood)

2. Sam Rockwell (Moon, Confessions of a dangerous mind, Lawn Dogs)

3. Gabriel Byrne (Jindabyne, Die üblichen Verdächtigen, Millers Crossing) 

4. Steve Buscemi (Fargo, Reservoir Dogs, The Big Lebowski)

5. Jeff Daniels (Der Tintenfisch & der Wal, Gettysburg, The Purple Rose of Cairo, Zeit der Zärtlichkeit)

6. Richard Gere (Arbitrage, Chicago, Ein Offizier & Gentleman)

7. Paul Dano (Love & Mercy, 12 years a slave, Prisoners, There will be blood)

8. Donald Sutherland (Eine ganz normale Familie, MASH, Wenn die Gondeln Trauer tragen)

9. Alfred Molina (An Education, Frida, Spider Man 2)

10. John Cusack (Love & Mercy, The Butler, Being John Malkovich) 

 

Text: Marisa Winter

 

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