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Mel´s Mikrokosmos

Nicht ohne meine Haustiere

Hallo Mikrokosmonauten:  Ob Tiere uns auch vertierlichen?

Derzeit hat der Partner an meiner Seite es ziemlich schwer. Nicht, dass es ansonsten einfach mit mir wäre, aber seit ich Besitzer zweier wundervoller Kinder äh Kater bin, bin ich öfter – nennen wir es mal – verhindert. Die lieben Kleinen brauchen schließlich meine vollste Aufmerksamkeit. Und sie sind ja auch sooo süß. Seit sie in mein Leben getreten sind, ist nichts mehr, wie es war. Und das merkt vor allem der liebe Mann, der seit einem knappen Jahr den Kürzeren zieht.

Liebe meine Katze und ich liebe dich

Zuallererst mal sei gesagt: Ein Mensch, der keine Tiere liebt, wird auch von mir nicht geliebt. So einfach ist das. In meinem bisherigen Leben liefen mir so einige Leute über den Weg, die Katzen als „Drecksviecher“ bezeichneten oder schlichtweg kein Verständnis dafür hatten, dass ich Spinnen und Insekten einfange und in die Freiheit entlasse, statt sie zu töten. Und dass ich allabendliche Jogging-Runden außerdem dazu nutze, diesen großen schwarzen Käfern zu helfen, die sich des Öfteren aus unerfindlichen Gründen auf den Rücken gelegt haben und hilflos rumstrampeln. Ich kann einfach nicht anders. Ich könnte es mir nie verzeihen, so ein armes Geschöpf einfach sich selbst und seinem Schicksal zu überlassen. Neulich habe ich sogar so inbrünstig ein Käferleben gerettet, dass ich den Rentner neben mir beinahe übersehen hätte, der im Laubhaufen im Graben gelandet war und schrie und zappelte. Das war vielleicht ein Anblick! Aber es ist wirklich so: Menschen, die keine Tiere mögen, sind mir suspekt. Ich glaube zwar nicht, dass diese Menschen kaltherzig oder ohne Empathie sind, aber dennoch frage ich mich, wie man so sein kann. Für mich stand schon immer fest: Tiere sind die besseren Menschen und so behandele ich sie eben auch. Aber vermenschlichen würde ich meine Katzen nie! Es gibt ja Menschen, die stecken ihre Haustiere in niedliche Kostümchen. Das kann ich nicht verstehen! Da fällt mir ein: Vor kurzem sind sie ein Jahr alt geworden! Ist das nicht süß? Sie haben eine ganze Palette Leckerlis von mir bekommen und eine Kerze im Premium-Futter. Die beiden waren mir auch gleich vier Instagram-Posts wert. Soll ja jeder wissen, dass die beiden Geburtstag haben. Hach, was bin ich stolz! Bald gehen sie zur Schule und später werden sie bedeutende Ornithologen.

Lachs für die Katz‘, die Suppe von gestern für uns

Ich gebe zu, meine Tierliebe ist ein wenig anders und manchmal nur schwer nachzuvollziehen. Ein frisches Lachsfilet im Ofen bedeutet demnach nicht immer, dass ich meinem Partner ein feines Abendessen kredenzen will, sondern hat oft einen tierischen Hintergrund. Denn meine Katzen lieben Fisch und ich bringe es einfach nicht übers Herz, ihnen täglich Dosenfutter vorzusetzen. Ich finde diese Erasco-Suppen außerdem völlig ausreichend für ein Abendessen und verteidige aufgewärmten Gemüse-Nudeltopf vehement. Da soll mein Partner nochmal behaupten, ich kümmere mich nicht um sein leibliches Wohl! Pah! Wo ist nochmal der Dosenöffner?

Also eines steht fest: Tiere machen glücklich! Hunde und Katzen haben erwiesenermaßen einen sehr positiven Einfluss auf die seelische und körperliche Gesundheit des Menschen. Tiere sind außerdem wahre Stresskiller. Menschen, die Zeit mit Tieren verbringen, haben seltener Probleme mit Herz und Blutdruck und auch das Stresshormon Kortisol wird gesenkt. Alles in allem haben Haustierbesitzer seltener mit Depressionen zu kämpfen und Angstzustände sind mit Tieren weniger verbreitet als ohne. Wenn ich alleine zuhause bin, fühle ich mich mit meinen Katzen übrigens auch viel sicherer. Nicht, dass ich davon ausgehe, dass sie einen möglichen Einbrecher fauchend und kratzend vertreiben könnten – nein, mit den beiden würde ich keinen Krieg gewinnen – aber die Tatsache, dass da zwei schnurrende Stubentiger in meinem Bett liegen, während ich am Fußende kauere, beruhigt einfach ungemein. Und damit wären wir auch schon beim nächsten Thema: Tiere im Bett! Mein Freund hat eine Katzenhaar-Allergie, was zur Folge hat, dass die Katerchen unser gemeinsames Bett nicht nutzen dürfen. Außerdem mag er einfach keine Katzenhaare im Bett. Es bricht mir fast das Herz.  Also habe ich einfach dafür gesorgt, dass sie ihr eigenes Bett bekommen. Und gelegentlich darf ich da dann auch rein. Aber auch nur ganz an den Rand und möglichst ohne zu Atmen. Nun habe ich allerdings das Problem, ständig hin und hergerissen zu sein. Freund oder Kater? Denn ich mag ja beide. Zu oft ertappe ich mich also dabei, wie ich mich in aller Herrgottsfrühe aus dem gemeinsamen Bett schleiche und unter fremde Decken schlüpfe. Ich bin einfach machtlos. Die grünen Augen, die rosa Näschen, das flauschige Fell, die süßen Pfötchen! Oh mein Gott! Ich erzähle meinem Freund seit einem knappen Jahr, ich wäre Schlafwandlerin und läge deswegen so oft im Katzenbett. Und dass ich das selbst total unheimlich fände. Nun ja, er tut so, als würde er es glauben und ich denke mir immerzu: „Augen zu und durch, er wird es schon verkraften!“

Übertriebene Tierliebe

Aber eins muss ich noch loswerden: Mein Freund übertreibt etwas mit seiner Liebe zum Tier. Manchmal hütet er nämlich den Hund seiner Tochter und tut wirklich alles für dieses Tier. Unbegreiflich! Wie kann man denn um 6 Uhr in der Früh aufstehen und mit einem Hund gefühlt durchs halbe Saarland spazieren? Und danach noch stundenlang mit ihm „Fang das Stöckchen“ spielen, während ich mich erhitzt in den Laken wälze und mich nach einem wilden Liebesabenteuer sehne? Es ist eine absolute Dreistigkeit, wie viel Aufmerksamkeit er diesem Tier schenkt. Manchmal stehe ich heimlich hinter den halb zugezogenen Vorhängen und spähe in den Garten. Voller Argwohn beobachte ich die beiden dann, wie sie freudig im Garten umhertollen und Spaß haben. Und zwar ohne mich! Und dieser Hund darf auch wirklich alles! Sogar unverblümt unterm Essenstisch pupsen. Also wirklich! Dabei fällt mir ein: Ich muss mit meinen Katzen heute unbedingt noch spazieren gehen. Sie gehen ganz untypisch für Katzen richtig bei Fuß. Ohne Leine! Also sollte mich wer ausgerechnet in dieser Zeit brauchen, hat er Pech gehabt. Für nichts in der Welt würde ich diese Spaziergänge unterbrechen!

Am Ende ist es doch so: Ohne Haustiere geht es einfach nicht. Und ohne meine beiden Kater wäre ein Leben kaum mehr denkbar. Übrigens beschrieb es die britische Schriftstellerin Marie Corelli einst recht treffend: „Ich habe nie geheiratet, weil ich drei Haustiere zu Hause habe, die den gleichen Zweck erfüllen wie ein Ehemann. Ich habe einen Hund, der jeden Morgen knurrt, einen Papagei, der den ganzen Nachmittag flucht und eine Katze, die spät in der Nacht nach Hause kommt.“ Na ja, meinen Mann brauche ich trotzdem!

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