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Bühne & Co

OHREN AUF! AUGEN AUF!

Sarah de la Rosa und Skip Äschett sind fraglos zwei der beliebtesten Saarbrücker DJs. Doch jetzt haben sich die beiden auf für DJs eher ungewöhnliches Terrain begeben: sie veranstalten Konzerte! Keine Konservenmucke, sondern richtige, live hergestellte Musik. Ihre Reihe Vocoder feierte Mitte Mai mit dem Konzert von Yeah but No als Headliner eine umjubelte Premiere – und jetzt steht am 5. August mit Xul Zolar (und Merga als Support) im Mauerpfeiffer die zweite Ausgabe ins Haus. Da haben wir doch glatt mal neugierig bei den Macherinnen nachgefragt.

Wie kamt ihr als DJs eigentlich dazu ausgerechnet Konzerte zu machen?
Skip Äschett:Das war eigentlich schon immer meine Leidenschaft. Bei meinem Musikgeschmack hat sich schon in frühen Jahren herauskristallisiert, dass ich eigentlich eher ein Indie-Liebhaber bin und Synthie-Sound liebe. Darüber bin ich dann erst zur elektronischen Musik gekommen. Bei mir war also der Weg gewissermaßen anders herum.
Sarah de la Rosa:Bei mir entwickelte sich diese Liebe erst relativ spät und auf umgekehrtem Weg: Ich habe eine meiner heutigen Lieblingsbands „Zoot Woman“ vor ca. 15 Jahren durch einen House-Remix entdeckt. Das war auch etwa der Zeitpunkt, wo ich anfing, nicht nur Raves, sondern auch Konzerte zu besuchen.

Was ist an euren Konzerten anders als bei anderen Konzerten?
SdlR:Ich denke vor allem zeichnet sie aus, dass sie in einem gemütlichen und familiären Rahmen stattfinden. Und was Saarbrücken angeht, ganz klar die gebotenen Genres Electro-Pop, New Wave, Synthie-Pop und Indietronica, aber auf jeden Fall immer mit 80s Touch. Das sind die Genres, die uns hier sehr fehlen. Die sind eigentlich in jeder größeren Stadt vertreten, aber wenn ich als Saarbrücker ein Konzert dieser Art besuchen möchte, dann muss ich nach Luxemburg oder ins Rhein-Main-Gebiet fahren. In Saarbrücken gibt’s vor allem Techno, Klassik, Jazz, Pop oder Rock – dazwischen wenig.
SÄ:Und wir versuchen nun die Leute in unserer Umgebung auch für die Musik zu begeistern, bzw. den vorhandenen Liebhabern dieser Genres einen neuen Spot zu bieten.
Habt ihr beiden eine interne Aufgabenteilung?
Skip Äschett:Wir haben uns tatsächlich eine Aufgabenteilung verordnet. Alles, was im weitesten Sinne das Marketing angeht, macht Sarah, weil sie aus der Ecke kommt, und ich kümmere mich um das Booking, das Organisatorische, von Anfragen bis Hotelbuchungen, und um das Finanzcontrolling. Nach passenden Bands suchen wir beide.

Wie zufrieden seid ihr mit der Resonanz vom ersten Mal?
SdlR:Sehr zufrieden. Es waren wirklich coole Leute da und die Band war die perfekte Wahl … was man im Vorfeld ja nicht wissen kann, wenn man quasi neu in diesem Business ist und noch keine persönlichen Kontakte zu Bands oder deren Mitgliedern hat. Aber die haben’s gefeiert und wir haben’s gefeiert!
SÄ:Auch das Debüt von Kaysa wurde von den Leuten richtig zelebriert. War einfach gute Stimmung und eine schöne Atmosphäre!
SdlR:Was schon bemerkenswert ist, wenn sowas nicht nachts unter Alkoholeinfluss passiert, sondern zu „normalen“ Uhrzeiten und mit weniger Drinks.

Den Abstand von zwei, drei Monaten wollt ihr auch in Zukunft beibehalten?
SdlR:Angedacht war ursprünglich sogar einmal im Monat, aber wir haben relativ schnell festgestellt, dass das nicht machbar ist. Das liegt vor allem daran, dass es eben nicht so einfach wie mit einem DJ ist. Der hat entweder Zeit oder eben nicht. Aber bei einer Band gibt es viel mehr zu beachten – das war uns im Vorfeld nicht im ganzen Ausmaß bewusst: Haben die ein neues Album released, sind die gerade auf Tour, passt Saarbrücken da in den Plan usw. Wenn die nicht hier in der Nähe sind und eventuell Musiker eingeflogen werden müssten, sind wir raus. Das können wir uns einfach nicht leisten. Zudem haben wir beide neben dem Auflegen auch noch andere Verpflichtungen, denn wir haben uns beide im vergangenen Jahr selbständig gemacht: Sabrina mit einer Praxis für Psychotherapie und ich mit Tabula Rosa.
SÄ:Finanziell und auch von unserer zeitlichen Kapazität her betrachtet ist es im Augenblick so, dass ein vierteljährlicher Turnus optimal wäre. Das würde dann vier Veranstaltungen im Jahr bedeuten. Vielleicht schaffen wir auch sechs …

Gibt es noch andere Erkenntnisse, die ihr jetzt auch gleich umsetzen werdet?
SÄ:Uns wurde gleich mit dem ersten Konzert klar, dass wir uns um Unterstützung bemühen müssen. Wenn wir alles aus eigener Tasche finanzieren, ist das für uns eine krasse Hausnummer und da haben wir gleich gegengesteuert: Wir freuen uns, dass uns die Sparkasse Saarbrücken ab sofort mit ihren UNO-Konten als Partner zur Seite steht.

Wie sieht das dann praktisch aus? Wie lange stehen beispielsweise die Bookings für August schon fest?
SÄ:Wenn ich ehrlich bin, für mich schon seit Februar (lacht). Da hatten wir die Rahmenbedingungen schon verhandelt und einen Termin festgelegt. Aber trotzdem haben wir die Premiere abgewartet, um abschätzen zu können, wie die Resonanz im Saarland auf solche Veranstaltungen ist. Wären nur zehn Leute gekommen, hätten wir die Folgeveranstaltung noch canceln können …
SdlR:Was aber auch ganz wichtig in Sachen Bookings ist: Wir sind dringend auf der Suche nach Vorbands aus der Region, die unsere Genres abdecken. Das war auch ein Grund, warum es bis zur Premiere im Mai länger gedauert hat. Wir dachten, es gibt in der Region mit Sicherheit ausreichend Musiker dieser Richtung, aber das war dann doch nicht ganz so einfach. Also, hier ein kleiner Aufruf: Meldet euch bei uns. Sofort! Massenhaft!

Worauf freut ihr euch beim nächsten Vocoder besonders?
SdlR:Der Mauerpfeiffer bietet eine Indoor- und Outdoor-Bühne und wir hätten große Lust, das Konzert im August im Garten zu veranstalten. Wir müssen noch abwarten, ob das organisatorisch machbar ist und das Wetter mitspielt – sieht bisher aber gut aus!
SÄ:Ich freue mich auf zufriedene Gesichter bei unseren Gästen, die eine gute Zeit bei uns haben. Und natürlich auf die Bands und deren großartige Musik! Und dass wir unsere eigenen guten Vibes, unsere Liebe zur Musik, mit einbringen können. Wir wollen eben nicht nur hinter der Bühne stehen und beobachten, sondern mitten im Geschehen sein.
SdlR:Die Veranstaltung ist ja auch nicht ganz uneigennützig und ein Stück weit für uns selbst.
Vocoder mit Xul Zolar und Merga (Support) – an 05.08. um 19.00 Uhr im Mauerpfeiffer in Saarbrücken
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