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Metallica – „Beyond Magnetic“ (EP)

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Widda äähnisch.

Wohr was?!? Naja, ganz offensichtlich

Eine der Besonderheiten, reden wir lieber von Ambivalenz, im Zusammenhang mit Metallica war oder ist, neben ihrem Hang zur demonstrativ ausgestellten Imperfektion, auch dieser seltsame Rechtfertigungsdrang, den man hier und da immer noch beobachten kann, wenn man möchte. Wenn das Quartett also zum Beispiel anscheinend eher nebenbei ein Zwischenwerk mit Ausschusscharakter vorlegt, das sich in die besseren Momente des Gesamtwerks relativ nahtlos einfügen lässt, dann ist meistens was passiert. Nicht so markerschütternd freilich wie einst der bizarre Unfalltod von Cliff Burton, dem ein gutes Jahr später die „Garage Days“-EP folgte, deren frischer, unverbrauchter Proberaumcharakter sich über die Jahre mit einigem Recht zum Klassiker wühlte, damals aber grundsätzlich dem Burton-Nachfolger Jason Newstedt eine Plattform geben sollte, wir reden hier schon von einer Band, die sich nach kurzer Schockstarre auf dem Weg in den Olymp befand. Und die besagter Schockstarre auf der kathartischen, gleichwohl bitterbösen und so komplizierten wie nachtschwarzen „...And Justice For All“, dem personifizierten „Jetzt erst recht!“ auf Albumlänge also, eine Stimme gaben, indem sie Newstedt aus dem Endmix mischten, um die Lücke hörbar zu machen. Gut, meine eigene Interpretation, die mir aber immer noch sehr gefällt. Jedenfalls ging es bei dieser gewaltigsten Rockband der letzten 30 Jahre mehr als ein Mal darum, zu zeigen, wozu man fähig ist – oder eben bei mangelnder Gegenliebe für diese Fähigkeiten einen kurzen Reboot folgen zu lassen, der den Fans zeigen sollte, dass man schon noch weiß, was man abseits aller Stilslaloms eigentlich irgendwann mal besser konnte als der Rest. Wer „Some Kind Of Monster“ gesehen hat, der weiß oft nicht genau, ob er ansichtig eines grübelnden, dabei Kaugummiknatschenden (eee-kkel-haft!) Larz lachen oder weinen soll, als der unter anderem offenbart, er wüsste selbst nicht mehr ganz genau, wo die Leichthändigkeit hin ist, mit der ´Tallica einst Zeug wie „For Whom The Bell Tolls“ einfach rausgehauen haben. Naja, sie waren eben hungrig und wie im Rausch der ihnen eigenen Chemie und ihres Charismas. Nachgedacht haben sie dann mit der Zeit auch, bei „St. Anger“ waren sie dann am Nullpunkt, und man darf es schon noch mal erwähnen, dass nicht jede Kapelle dieser Größenordnung ihren Nullpunkt noch groß dokumentiert hätte. Oder sich eingestanden hätte, ihn erreicht zu haben, mit all den Konsequenzen, den etwa ein hektischer Split in ihrer Position auch als Arbeitgeber mit sich tragen könnte. Nach „St. Anger“ kam Rick aber Rubin, der machte sie wieder ganz, nach Rick Rubin kam „Lulu“, von dem sich die halbe Musikwelt also mittlerweile erholt (während der Rest, einschließlich Lou Reed, es ganz einfach als Experiment ad acta legen könnte), und nach „Lulu“ folgt also „Beyond Magnetic“, eine „Death Magnetic“-Resterampe auf fast-Albumlänge. Bei der bloßen Suggestion von vier Songs in knapp 30 Minuten fühlt sich der Metallica-Fan gleich viel geborgener, Kirk Hammett spielt schmatzend-zähnefletschende Soli, Jaymz wütet, Trujillo pumpt, Larz versucht hinterherzukommen. Alles wieder gut.

 

Metallica – „Beyond Magnetic“ (EP)

Label: Universal