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Zyklusprobleme

Wer glaubt, mich inzwischen zu kennen, kennt nur einen Bruchteil meines wahren Ichs. Man kennt mich als neunmalkluge „Ratschlägerin“ – leider im Schaumschläger-Mantel. Denn entgegen meiner klugen Sprüche, mit denen ich jongliere wie ein Artist auf Ecstasy, sorge ich ansonsten in meinem Leben zuweilen für ziemlich unangenehme Kracher. Hier gebe ich Lebenstipps, wie man mit Liebeskummer umgeht oder wie man sich nochmal so richtig schön aus dem Leben schießen kann, bevor man das Löffelchen reicht, aber sobald ich mal wieder einen meiner „Nimm das Leben leicht“-Texte zum Besten gegeben habe, sacke ich regelmäßig in mich zusammen, verwerfe all meine Ratschläge, weil ich sie selbst plötzlich nicht mehr anwenden kann und möchte mich am liebsten in einem tiefen Erdloch verbuddeln. Das Ganze passiert einmal im Monat. Mal mehr, mal weniger intensiv.

Alle Tage wieder
Das, worüber ich sprechen möchte, ist ziemlich heikel. Einmal im Monat erlebe ich nämlich eine Art Metamorphose. Will heißen, dass ich in eine emotional sehr instabile Phase gerate. Unfreiwillig wohlgemerkt. Kennt ihr das Gefühl, euch jeden Moment in Hulk zu verwandeln, fast schon panisch dagegen anzukämpfen, aber ihr wisst, dass die Verwandlung unaufhaltsam ist und ihr letztendlich explodiert und völlig ausflippt? Nein? Nun, dann bin ich vielleicht die Einzige, die diese Ausraster so beschreibt, aber so ähnlich fühle ich mich regelmäßig. Okay, ich werde zwar nicht grün, aber das lässt mich nicht weniger furchteinflößend aussehen. Leider. Ich glaube mittlerweile sogar, dass Hulk eine Frau war, denn offen gestanden, traue ich ein solch ambivalentes Verhalten nur einem weiblichen Erdenbewohner zu. Und ich meine, mittlerweile rausgefunden zu haben, dass wir Frauen uns zyklusabhängig, irgendwie zu verwandeln scheinen. Und somit komme ich aufs Thema: Die unvermeidbare Werwolf-Interpretation! Ein gutes Theaterstück wäre es allemal, aber in Beziehungen ist so etwas ein absoluter Killer. Kein Mann will Bekanntschaft mit Frankensteins Braut machen. Aber machen wir uns nichts vor: Wenn in der Werbung so unverblümt über Tabu-Themen wie Blasenschwäche und Creme gegen Pilze in der Intimregion gesprochen wird, können wir auch über den weiblichen Zyklus gepaart mit der entsprechenden Launenhaftigkeit bis hin zum psychischen Exitus sprechen.

Achtung, bissig!
„Wann würde eine Frau am ehesten jemanden töten? A: in der Woche vor ihrer Menstruation, B: während ihrer Periode oder C: in der Woche danach?“, fragt das Partyspiel „Therapy“ überspitzt auf einer Quizkarte. Die richtige Antwort ist dem Spiel zufolge A: In den Tagen vor der Menstruation seien Frauen besonders launisch. Klischee oder Realität? PMS scheint jedenfalls keine Erfindung der modernen Medizin zu sein. Bereits Hippokrates berichtete von Frauen mit monatlichen Unruhezuständen, die sich vom Kopf in die Gebärmutter bewegen. Der Begriff umschreibt keine Erkrankung, sondern eher eine Sammlung von Beschwerden, die Frauen in den Tagen vor oder sogar während ihrer Menstruation erleben. Wir sind demnach niedergeschlagen, reizbar, klagen über Kopfschmerzen oder Schlafstörungen. Rund jede vierte Frau leidet laut Experten unter solchen Stimmungstiefs. Oder wie ich es liebevoll nenne: Dem Werwolf-Syndrom. Meine letzte Verwandlung liegt noch nicht lange zurück. Urplötzlich war ich getrieben von dem Gedanken, ich müsste meinem doch sehr friedliebenden Freund eine Art Denkzettel in Form von Gemeinheiten und Vorwürfen verpassen. Gekrönt wurde mein plötzlicher Sinneswandel damit, dass ich alles in Frage stellte. Die Beziehung und die ganze Welt. Und der Grund für mein Ausraster war geradezu lächerlich. Ich hatte üble Kopfschmerzen und wollte deshalb mit ihm nicht unter Leute gehen. Ausgeschmückt wie ein Kaminzimmer zur Weihnachtszeit kamen jedoch meine Argumente, warum ich denn nichts trinken gehen wolle. Statt einfach zu sagen, dass ich Kopfweh habe, stellte ich alles in Frage und warf mit den schillerndsten Brüll-Tiraden à la Kinski um mich. „Schrei‘ ich oder schrei‘ ich nicht?“ Urplötzlich fühlte ich mich vereinnahmt und meiner Freiheit beraubt. Und am Ende meiner Maschinengewehr-Salve fand ich mich in einem Geflecht aus zusammenhanglosen Unterstellungen wider, mit denen ich meinen Freund terrorisierte, wie das hysterische Kind die Eltern. Und ich verdammte vor allem lautstark die Liebe und Beziehungen. Ich bezeichnete alles als große Lüge. Und heulte dabei wie eine Hyäne. Und ehe ich wie ein Kind mit den Füßen aufstampfen konnte, setzte ich mich an jenem Abend an die frische Luft, ehe es mein Freund tun konnte, in der Hoffnung, wieder klar in der Birne zu werden. Und das wiederholte ich dann gleich zwei Mal, denn bei der ersten Rückkehr ging gerade wieder alles von vorne los. Heute weiß ich: Meine Hormone spielten völlig verrückt. Und das nicht zum ersten Mal. Ob PMS oder irgendwelche anderen hormonellen Störungen aufgrund des weiblichen Zyklus ist eigentlich egal, denn der Verlauf ist immer der gleiche. Aber was zum Teufel bringt es uns Frauen, uns selbst zu sabotieren? Unserem Glück in diesen Momenten so richtig eins auf die Fresse zu geben? Eigentlich nichts, oder?

Tanz auf dem Hormon-Vulkan
Bei diesem Hormon-Overflow, der gelegentlich in uns brodelt, ist es nicht verwunderlich, wenn der ganze Vulkan mit einem Mal zum Ausbruch kommt und die ganzen Hormone uns im Nu ins Höllenfeuer katapultieren. Aber um das mal kurz klarzustellen, liebe Männer: Ihr seid nicht zwingend der Grund für unsere Stimmungsschwankungen. Wir sind nicht einmal im Monat mies gelaunt, den Tränen nahe oder streitlustig, weil wir ein Problem mit euch oder der Welt haben: Wir quälen uns schlicht und einfach. Viele von uns würden einiges dafür geben, diese eine Woche im Monat überspringen zu können. Nicht mit permanenten Stimmungsschwankungen zu leben, die unsere Laune von einem Extrem ins nächste stürzen. Mal leiden wir unter leicht depressiver Stimmung, gepaart mit einem miesen Selbstwertgefühl, gelegentlichen Heulkrämpfen und Angstzuständen. Mal sind wir aggressiv und angriffslustig. Alles ist möglich, vieles unerträglich. Vor allem, für uns selbst. Forscher haben untersucht, ob und wie sich die Struktur des weiblichen Gehirns im Laufe des Zyklus verändert. Ihre Ergebnisse legen nahe, dass der schwankende Hormonspiegel während der Menstruation auch die Struktur des Hippocampus verändert und der spielt eine zentrale Rolle für unser Gedächtnis, unsere Stimmung und Emotionen.

Reden hilft
Nachdem ich zwei Tage im seelischen Ausnahmezustand taumelte, kämpfte und haushoch gegen jegliche Vernunft verlor, geschah erneut etwas Seltsames: Ich war wieder die Alte. So nach dem Motto „Herr Jesus, was ist passiert?“ wachte ich morgens zwar etwas verwirrt auf, konnte aber ebenso wenig wie mein Freund glauben, dass es Hulk jemals gegeben hatte. Und spätestens jetzt schaltete sich etwas ein, was mich noch fertiger machte, als alle Ausraster zusammen: Das schlechte Gewissen. Und die Last dieses schlechten Gewissens ist enorm muss man wissen. Es drückt dich zu Boden und du kannst kaum mehr atmen, wenn du darüber nachdenkst, was für eine Scheiße du gemacht hast. Am Ende ist es doch so: Das einzig probate Mittel ist Reden. Alternativ könnte man sich natürlich auch in einem Erdloch verbuddeln, aber reden erachte ich als sinnvoller. Darüber mit dem Partner reden, warum das passiert und dass man selbst darunter leidet, aber niemals weniger liebt. Und irgendwann – ja ich glaube daran – haben wir uns vielleicht doch soweit im Griff, dass die Werwolf-Herrschaft nicht mehr ganz so schlimm sein wird. Oder der Partner derweil eine Gummizelle für uns angefertigt hat.
– R. –

Oldie but goldie

Älterwerden ist echt scheiße. Aber man arrangiert sich. Diese Worte gingen mir durch den Kopf, als ich neulich Mick Jagger und seine Bandkollegen auf der Bühne stehen sah. Im Grunde genommen hat sich nichts zu ihren Auftritten von früher verändert, bis auf ein gravierendes Detail: Sie haben sich in der Tat in Opas verwandelt. Und dennoch stellte ich mir die ganze Zeit vor, ob ich mit Anfang Siebzig noch im Glitzerfummel so über eine Bühne fegen könnte. Gewiss könnte ich auf einer solchen noch problemlos stehen und mich zumindest zeigen, aber zweieinhalb Stunden rumhüpfen wie eine Zwanzigjährige wäre wahrscheinlich nur mit einer Menge aufputschender Medikamente möglich. Und einem Herzschrittmacher. Und einem ganzen Stab an Ärzten, die reanimieren können, wenn es ganz übel wird. Darüber hinaus würde ich mitnichten ein ganzes Stadion in Verzückung versetzen, sondern eher in Massenpanik. Ich weiß nicht, ob die Rolling Stones mit medizinischem Equipment reisen oder einfach nur Glück haben, in ihrem Alter noch so fit zu sein, aber das Konzert und der Anblick dieser erstaunlichen Künstler machten mich nachdenklich. Auf dem Nachhauseweg stellte ich mir unweigerlich die Frage, warum wir verdammt nochmal älter werden? Und ich meine das unverblümte, nicht aufhaltende Älter werden in Form von Falten und körperlichen sowie geistigem Verfall! Und dann drängte sich mir eine weitere Frage auf: Können wir über unser Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus irgendwie noch halbwegs existieren? Und wenn ja, wie? Mick Jagger, der noch bis in die 2000er hinein den Drogen und dem Alkohol zugetan war, pflegte bis dato zu sagen: „Das Leben ist wie eine Cocktailparty auf der Straße!“. Heute allerdings hat er die Drogen durch gesundes Essen und Sport ersetzt. Und vor allem viel Schlaf. Darüber hinaus legt er bei einer einzigen Bühnenshow bis zu 20 Kilometer zurück. Kein Wunder also, dass er am „Tag danach“ nicht vor 10 Uhr aufsteht. Für uns Nicht-Jaggers hieße das also, dass wir durchaus nicht direkt sterben, wenn wir uns gelegentlich gepflegt aus dem Leben schießen, solange wir uns danach viel Schlaf gönnen und mit einem gesunden Frühstück die Regeneration wieder ankurbeln. Juhu, lasst uns feiern! Laut Stones-Frontmann ist es übrigens auch nichts Ungewöhnliches, mit über Siebzig noch auf einer Bühne rum zu hüpfen. Laut Jagger ist es übrigens nie zu spät, sich eine gewisse Fitness anzutrainieren. Fängt man also erst mit Dreißig an, Sport zu treiben, dann ist das völlig okay. Aber ganz ehrlich:

Muss man Glück haben, um alt zu werden?

Irgendwie schon, denn wir wissen alle, dass das Leben schneller vorbei sein kann, als uns lieb ist. Das Schicksal hat manchmal nämlich ganz andere Pläne für uns vorgesehen, als wir es uns vielleicht erhoffen. Und am Ende beißen wir dann womöglich statt in einen saftigen Burger einfach nur ins Gras. Und das vielleicht schon mit Vierzig, Fünfzig oder Sechzig. Aber Schluss damit, vorerst sind wir ja noch am Leben und haben einfach nur das klitzekleine Problem mit dem Älterwerden, dem Einrosten, dem Alter, das kleinlaut an die Tür klopft und um Einlass bittet und sich schlussendlich einfach Zutritt verschafft. Mit Pauken und Trompeten wenn es sein muss. Denn Verweigern können wir uns diesem unliebsamen Zeitgenossen nicht. Das Alter wird kommen und da nutzt uns kein Botox und keine Pillen. Irgendwann schauen wir in den Spiegel und fragen uns: Bin das wirklich ich?
Ich vergleiche mich ja gerne mit einem Oldtimer. So glänzend er da auf der Straße fährt und die Menschen sich nach ihm umdrehen, so hart war auch der Weg von einem in die Jahre gekommenen Gefährt, an dem der Lack allmählich abblättert und die Reifen quietschen zu einem Straßenfeger. Wenn du in die Jahre kommst und hier und da eine Schraube locker wird, brauchst du Zeit und Arbeit, um diese wieder festzudrehen. Und je älter du wirst, desto mehr Zeit wird benötigt, um zu glänzen, zu begeistern und zu bestehen. Mitunter ist es demnach nicht ungewöhnlich, wenn Väterchen Rost Einzug hält, aber Alt werden macht erfinderisch:

Wer rostet und quietscht, braucht einfach mehr Öl und Farbe.

Zugegeben, das Konzert der Stones hat mich nicht nur nachdenklich gemacht. Nein, es versetzte mich zeitweilig in einen transzendenten Zustand. Plötzlich verlor ich jegliches Gefühl für Zeit und Raum. Ich befand mich urplötzlich nicht mehr in diesem riesigen Stadion, sondern war mit der Band alleine. Und plötzlich spielte das ganze Alters-Bla-Bla keine Rolle mehr. Ob jung oder alt, es war völlig egal. Heute kann ich sagen, das war ein magischer Moment. Und Magie kann bekanntlich nur dann entstehen, wenn man der Situation vollends vertraut und keine Zweifel hegt. Dass Männer es mit 70 Jahren schaffen, dass man wieder weiß, warum man auf der Welt ist, ist schon ziemlich beeindruckend. Nämlich um zu leben und jeden verdammten Moment auszukosten. Aus den Vollen zu schöpfen und keine Angst vorm Alter zu haben. Oder gar vorm Tod. Ich meine, irgendwann werden wir uns vielleicht mal wehmütig sagen hören, dass unser Hintern einst so prall war, dass man ein Cent-Stück darauf hätte hüpfen lassen können, aber dafür ist uns dann hoffentlich der Humor geblieben, darüber lachen zu können.

Ein Sargdeckel kann auch ein Sprungbrett sein

Offen gestanden ist das mit dem Alter eigentlich gar nicht so schlimm, vorausgesetzt, man lässt einfach los von dem Druck, immer jung und schön sein zu müssen. Klar kommen irgendwann irgendwelche Wehwehchen und Gebrechen und natürlich wissen wir heute noch nicht, was morgen ist. Wir können lange ignorieren, was auf uns zukommt und doch kommt das Alter unweigerlich auf uns zu. Irgendwann hilft da auch kein Botox mehr. Irgendwann können wir froh sein, wenn wir noch ein paar Stufen gehen können, wo wir heute noch Marathon laufen. Aber hey, andererseits hatten wir ja unsere Zeit und die war zweifelsohne grandios. Ich rede zwar gerade so, als müsste ich morgen ins Gras beißen. Aber ganz ehrlich: ich resümiere manchmal schon, als wäre ich kurz davor, in den Sarg zu springen. Und dann frage ich mich immerzu: „Hab ich alle Chancen genutzt? Hab ich alles mitgenommen, was geht?“. Und verdammt nochmal: Ja! Das habe ich. Zwar ist aus mir nicht unbedingt etwas geworden, aber letztendlich messe ich mich nicht an meinen Erfolgen sondern am Spaß, den ich hatte und immer noch habe.
Machen wir uns nichts vor: Das Alter ist leider unheilbar. Es ereilt uns alle irgendwann. Wichtig ist nur, wie wir es nehmen. Am besten mit viel Humor und einer Prise Sarkasmus. Auch wenn manche durch das Altern eher weiß als weise werden und die Überholspur im Alter immer frei ist, sollten wir jetzt noch schnell das wagen, was irgendwann vielleicht nicht mehr möglich ist: In der eigenen Stadt im Hotel einchecken, Freitagabend einfach in irgendeinen Zug steigen, einen Sonnenaufgang anschauen, sich mittags schon betrinken, die Nacht durchtanzen, irgendwo einen Hügel runterrollen wie ein Kind, eine Kneipenrunde schmeißen, obwohl man fast pleite ist. Oder im Taxi „I can’t get no satisfaction“ trällern. Im Übrigen stand das Publikum erst bei diesem letzten Song endlich mal von ihren Stühlen auf, auf denen sie zweieinhalb Stunden wie fest getackert saßen. Na ja, liegt wohl am Alter.

Zeitreise

Hallo Mikrokosmonauten! Ab in die Zeitmaschine!

Während ich diese Zeilen schreibe, steht die Bundestagswahl noch bevor. Ich bin mir ja fast schon in wahrsagerischer Weisheit sicher: Es bleibt alles, wie es ist. Merkel bleibt Kanzlerin und es gibt wohl wie immer unzählige motzende Menschen in der Social-Media-Welt und vor den Haustüren der Republik, die sich darüber beklagen. Dass wir aber auch immer wieder an einen Punkt kommen, an dem wir bereits gestanden haben, wie der Trauernde an der Klagemauer. Und klagen können wir wahrlich gut. Zetern und toben übrigens auch. Aber die Fähigkeit und Muße zum Ändern haben augenscheinlich die wenigsten. Entweder verstummen die irgendwann oder sie toben so lange, bis sie im Sarg liegen. Und zetern im Jenseits wahrscheinlich noch weiter. Zwischen Akzeptanz und Aggression liegt jedenfalls ein breites Spektrum aus Frust, Wut und Zeitverschwendung. Aber im Endeffekt komme ich am Ende immer zum selben Schluss: Das hat es alles schon immer gegeben. Weiterlesen

Hallo Mikrokosmonauten. Bleibt stark!

Wo auch immer wir sind, müssen wir kämpfen. Sei es im Job, in der Beziehung, mit der Schwiegermutter oder in der o2-Hotline. Fast täglich stehen wir nahezu in der Pflicht, dass wir uns in Kampfstellung begeben, sobald wir nur schon zur Haustüre raus sind. Warum? Weil wir sonst gnadenlos platt gemacht werden von Wichtigtuern, Provokateuren und Fallenstellern. Diejenigen unter uns, die eine pazifistische Lebensphilosophie pflegen, werden jetzt zwar milde lächeln und sagen: „Was für’n Quatsch!“. Aber ich erinnere diese Menschlein daran, dass sie sich gewiss auch schon in Situationen wiedergefunden haben, in denen sie es mit der unerbittlichen Härte kriegstreibender Querulanten zu tun bekommen haben und nur mit offenem Mund dastehen konnten. Ich meine, es kann ja wohl kein Zufall sein, dass irgendwie immer genau dort Beef ist, wo Mensch auf Mensch trifft, oder? Und schlimmer noch: Ich höre das unweigerliche Zeitbomben-Ticken, das von ihnen ausgeht. Bis es irgendwann „Boom“ macht! Und dann stelle ich mir mal wieder die Frage:

„Warum bekriegen wir uns eigentlich immer wieder?“ Weiterlesen

Ungeschminkte Wahrheit

Neulich machte ich beim Firmenlauf in Dillingen mit und lief einige Zeit hinter einem DRK-Krankenhaus-Team her, weil mich der Spruch auf deren T-Shirts ziemlich amüsierte. Er lautete: „Überholen Sie ruhig, wir reanimieren sie!“ Und ich dachte dabei an all die hochmotivierten Läufer, die mir allsamstäglich auf dem Leinpfad in Saarbrücken entgegenkommen. Oder die mich in einer leichtfertigen Arroganz regelmäßig zu überholen versuchen. Und es gelingt ihnen sogar, denn entgegen hoch gesteckter Ziele und jahrlanger Plackerei in Laufschuhen komme ich zu der weitreichenden Erkenntnis, dass meine Jogging-Qualitäten nach Jahren voller Blut, Schweiß und Tränen immer noch auf dem Niveau einer Schnecke sind. Einer flinken Schnecke wohlgemerkt, aber eben einer Schnecke. Was mich aber wirklich frustriert und nahezu rasend macht (rasend in emotionaler Form wohlgemerkt, weniger in körperlicher) sind diese ganzen „Ich bin soooo unsportlich!“-Leute! Diese eine Sorte Mensch, die ihren Fitnesslevel ständig runterspielt mit tiefstapelnden Facebook-Posts à la „Heute wieder nur im Schneckentempo unterwegs“ oder „Kleiner Abendlauf an der Saar“, deren vermeintliches „Schneckentempo“ für mich jedoch Sprint-Niveau bedeutet und „kleiner Abendlauf“ einfach nur übersetzt heißt: „13 Kilometer-Runde“! Weiterlesen

Herdentrieb

Wenn man einmal erkannt hat, dass alle Menschen Aliens sind, man selber aber offensichtlich ganz anders tickt, fängt es an, kompliziert zu werden. Spätestens dann nämlich katapultiert man sich in eine mehr als schwierige Position. Ungewollt meistens. Alles andere wäre nämlich mehr als befremdlich. Es würde Anpassung bedeuten, und Anpassung an eine Spezies, die wie die Lemminge immer in eine Richtung rennt, vor Feiertagen in die Supermärkte einfällt, als gäbe es demnächst eine atomare Katastrophe und Lotto spielt, obwohl die Chance auf den großen Jackpot unmöglich erscheint, erscheint mir dann doch etwas weit hergeholt. Oder doch nicht? Denn so oft ich auch die Dinge und die Menschen gerne über einen Kamm schere oder in Schubladen stecke, so stelle ich mir mindestens genauso oft die Frage: In welcher dieser Schubladen stecke ich eigentlich?
Der Mensch – ein Herdentier. Zumindest zeigen Studien, dass sich in der Tat rund 95 Prozent von uns wie Schafe verhalten, das heißt unabsichtlich der Menge folgen, gerade so, als könnten sie nicht für sich selbst denken. Na ja, viel Hoffnung für die Menschheit erweckt das ja nicht gerade. Und was bedeutet das jetzt für mich? Will ich nicht immer so individuell, so besonders sein? So ganz anders, als andere, weil alle anderen ja zu weltfremd und zu gewöhnlich sind? Wollen wir das nicht alle irgendwie? Weiterlesen

Ein Hoch auf Mich!

Heirate dich selbst“ – auf der Bestseller-Liste derzeit auf Platz 1 – von Veit Lindau beschreibt wohl gerade exakt jenes Lebensgefühl, das die meisten Menschen nicht haben. Nämlich die Fähigkeit, sich selbst zu lieben. Radikale Selbstliebe ist offensichtlich auch nur was für ganz glorreichen Idealisten unter uns. Wenn es nämlich einen Menschen gibt, den wir regelmäßig zu unserem Feindbild Nummer 1 machen, dann fällt die Wahl – oh Wunder – gerne mal auf uns selbst! Es ist geradezu abartig, wie massiv wir uns im Laufe unseres Lebens zu einem selbst ernannten Nichtsnutz degradieren. Und ja, wir sind es selbst, die an uns rumnörgeln, uns klein machen und uns kritisieren, wann immer es geht. Ich kenne genug Menschen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, die zerfressen sind von Selbstzweifeln und von negativen Gedanken, die sie sich so lange einreden, bis sie sie selbst glauben. Und mehr noch: Bereits als Kinder wird uns eingetrichtert, dass wir so, wie wir sind, offensichtlich nicht richtig ticken, nicht gut genug sind und es nicht ausreicht, wie wir gestrickt sind. Unser Wille wird demnach schon relativ früh gebrochen und wir fangen bereits in jungen Jahren an, Selbstzweifel zu hegen und uns zu fragen, warum wir für die eine Sache gelobt und für eine andere getadelt werden. Nicht umsonst frage ich mich an dieser Stelle: Weiterlesen

Was für ein Mann!

Letztendlich habe ich mich dann wohl umorientiert.“ So lautet der Satz, den ich derzeit im Kopf habe, wann immer ich mich darauf besinne, welche Art Männer mein Herz tatsächlich zum Schmelzen bringen. Mit Mitte Dreißig habe ich endlich begriffen, wie ein Mann sein muss, wenn er mich wirklich catchen will! Und ich hätte es niemals für möglich gehalten! Ich stehe nämlich auf Romantiker! Weiterlesen

The Circle of Leid

Ich glaube nicht an die große Liebe, die alle zwei Monate durchs Fenster herein gesegelt kommt. Ebenso wenig glaube ich daran, dass es Liebe ist, wenn man den anderen daran hindert, sich innerhalb einer Beziehung selbst zu entfalten. Leider scheinen viele Menschen heutzutage genau dieses Verhalten an den Tag zu legen und denken dann, so geht Beziehung. Nein, es ist lediglich eine Art Abhängigkeit, eine Ego-Tour, deren Hochphasen man nur dann erreicht, wenn man den anderen so gut es geht emotional ausbeuten kann. Und dann ist es nicht verwunderlich, wenn das Vögelchen plötzlich mit Sack und Pack reiß-aus nimmt. Weiterlesen

Nerv nicht, Schatz!

Beziehungen: Ein leidiges Thema, mit dem ich mich schon sehr lange beschäftige. Irgendwann kommt man in Beziehungen immer an einen Punkt, wo es knallt! Absolute Harmonie gefolgt von Streit und der unausweichlichen Frage, warum der andere sich nicht einfach in Luft auflöst?! Löst er sich tatsächlich in Luft auf, wäre die Panik zwar groß, aber es wirft dennoch die Frage auf: Weiterlesen