• Termine News und Wissenswertes aus Saarbrücken, dem Saarland und der Welt:

Schnell die Welt retten

Hallo Mikrokosmonauten: Wer keine große Leuchte ist, spart zumindest Strom

Ich kann es nicht mehr hören! Überall unterwirft man mich dem Diktat des Klimaschutzes. Ich soll die Heizung nicht aufdrehen, ich soll regional und saisonal essen, Plastiktüten sind tabu, ich soll mit Deckel auf dem Topf kochen, weil das energiesparender ist. Ich dachte immer, Topf und Deckel wären in einem anderen Zusammenhang wichtiger? Und Autofahren sollte ich auch nicht mehr so oft, sondern eher aufs Fahrrad umsteigen. Ist ja alles schön und gut, aber wenn ich mir die FFF-Generation so anschaue, frage ich mich, ob sie es besonders cool fände, wenn sie einen Beutel Laubbaumsamen geschenkt bekäme, statt einem neuen Handy. Machen wir uns nichts vor: Es gibt keinen Planeten B, aber ich frage mich angesichts der ganzen Weltrettungs-Bewegung: Weiterlesen

Premiere

Hallo Mikrokosmonauten: Es gibt immer noch ein erstes Mal!

Als ich zum ersten Mal geflogen bin, fühlte ich mich wie eine Pionierin. In meiner Fantasie war ich Amelia Earhart, bekleidet mit einem zu großen Männer-Overall, Fliegerhaube und Pilotenbrille. Ich betrat das Rollfeld mit stolz geschwellter Brust und stieg ehrfürchtig in das Flugzeug. Mein Herz schlug wie wild und ich wusste, dass ich im Begriff war, etwas für mich Großartiges zu tun. In der Tat durfte ich damals ins Cockpit und war ganz nah dran an den Geräten und Knöpfen und den Männern, die das Ding steuerten, denn mein Vater hatte all seine militärischen Hebel in Bewegung gesetzt, um mich in eine Transall C-160 zu bekommen. „Das Kind muss in die Luft!“. Etwas übel war mir dann aber schon. Im Cockpit roch es muffig und es war viel zu heiß, jedoch vergaß ich dieses erste Mal nie. Weiterlesen

Nicht ohne meine Haustiere

Hallo Mikrokosmonauten:  Ob Tiere uns auch vertierlichen?

Derzeit hat der Partner an meiner Seite es ziemlich schwer. Nicht, dass es ansonsten einfach mit mir wäre, aber seit ich Besitzer zweier wundervoller Kinder äh Kater bin, bin ich öfter – nennen wir es mal – verhindert. Die lieben Kleinen brauchen schließlich meine vollste Aufmerksamkeit. Und sie sind ja auch sooo süß. Seit sie in mein Leben getreten sind, ist nichts mehr, wie es war. Und das merkt vor allem der liebe Mann, der seit einem knappen Jahr den Kürzeren zieht. Weiterlesen

Zukunftsmusik

Hallo Mikrokosmonauten: Ist heute schon morgen?

Da wird es dieses Mädchen in der Zukunft geben, die alles dran setzt, in ihrer Bewertung in eine bessere Liga aufzusteigen. Denn in der Zukunft wird es ein System geben, das sämtliche Skills von dir unter die Lupe nehmen wird und du danach beurteilt wirst. Von deinen eigenen Arbeitskollegen, Freunden oder Fremden wohlgemerkt. Einer Kassiererin zum Beispiel, die dir lediglich die Waren übers Band zieht. Sie wird dich bewerten. In zwei Minuten. Wie nett und höflich du warst, wie du auf sie gewirkt hast und was du zur ihr gesagt hast. Passt ihr deine Nase nicht, kann sie dir nur 2 statt 5 Sterne geben und du wirst in der Beliebtheitsskala sofort runtergestuft. Wirklich alles, was du den lieben langen Tag da draußen machst, wird von anderen mit deren Smartphones bewertet. Ausrasten, Rumbrüllen oder arrogant sein, werden natürlich nicht geduldet und wenn du dir mal erlaubst, dich öffentlich volllaufen zu lassen, sei dir sicher, dass dich das von einer 4,5 auf eine 3 abstürzen lässt. Einmal dem Kollegen eine blöde Antwort gegeben, weil er dich nervt und peng gibt es von ihm nur einen Stern statt die höchste Anzahl 5 und deine Performance geht noch mehr in den Keller. Und schwuppdiwupp bist du nur noch eine 2,5 und alles unter 3 ist gesellschaftlicher Abschaum. Dieses Mädchen also wird alles tun, um mindestens eine 4,8 zu werden. Alles über 4 bekommt einen besseren Mietwagen, schönere Wohnungen und surft eben gesellschaftlich auf einer besseren Welle. Im Gegenzug kann dieses Mädchen natürlich auch jeden, mit dem sie in Kontakt tritt bewerten. Sie wird fast jedem natürlich nur 5 Sterne geben, schließlich möchte sie das gleiche ja zurück haben. Aber nicht jeder lässt sich nun mal bestechen. Kurz vor ihrem Triumph, über die 4,5 Sterne zu kommen, wird sie also von ihrer ehemaligen Freundin zu deren Hochzeit eingeladen. Mehr und mehr wird ihr allerdings bewusst, dass diese vermeintliche Freundin sie eigentlich nie wirklich gut behandelt hat und sie mehr oder weniger als Abfalleimer für ihre seelischen Abgründe ausgenutzt hat. Aber da die Hochzeit ein gesellschaftliches Highlight werden wird, sieht sie die Chance, sich selbst zu etablieren. Leider wird unser Zukunftsmädchen ab diesem Zeitpunkt von einer Pechsträhne heimgesucht.  Am Flughafen wird ihr Flug gestrichen, weshalb sie bei der Angestellten kurz die Fassung verliert. Als Retourkutsche bewertet die sie mit nur einem Stern. Alle anderen, die dem Wortgefecht gelauscht haben, tun es ihr gleich und ruckzuck fällt sie von einer 4,5 auf 4. Die Flughafenpolizei erteilt ihr darüber hinaus auch noch Strafpunkte, so dass jede Negativ-Bewertung doppelt zählt. Kurzum: Bis sie auf der Hochzeit ankommen wird, ist sie nur noch eine 2,3 und somit eine Schande für die Gesellschaft. Keiner der Gäste möchte etwas mit ihr zu tun haben und sie wird von der Feier verbannt. Ausnahmslos alle bewerten sie mit nur einem Stern, und dann ist ihr Sternekonto plötzlich auf 0. Man entzieht ihr das Smartphone und sie landet im Knast. Sie wird ab diesem Zeitpunkt eine Person sein, die am Ende der gesellschaftlichen Kette angelangt ist. Eine Ausgestoßene.  Eine tolle Geschichte, oder? Aber unser Zukunftsmädchen wirft in mir eine Frage auf: Weiterlesen

Die dreizehnte Fee

Hallo Mikrokosmonauten: Ich wurde verstoßen!

Man behauptet, das Alter mache uns weniger aufbrausend und viel abgeklärter. Man sagt aber auch, im Alter wird einem bewusst, was im Leben wirklich zählt. Ob Freundschaften, Partner oder Familie. Man weiß einfach, was man will, wohin man will und mit wem man dorthin will. Umso schlimmer, wenn man dann vor den Kopf gestoßen wird, weil gewisse Menschen im näheren Umfeld mit dir eben nicht diesen Weg gehen wollen. Und dann kommen Gefühle hoch, die ganz altersunabhängig in jedem von uns hochkochen. Gefühle, die man schon im Teenager-Alter hatte. Wut, Enttäuschung, Frust und all die negativen Vibes, die man mittlerweile eigentlich nicht mehr haben dürfte, weil sie unschicklich sind und nicht mehr passend. Ab einem gewissen Alter muss man schließlich gesittet sein. Gefasst. Sich nicht mehr verhalten wie im Kindergarten. Ganz ehrlich, Leute, so was bekomme ich noch nicht mal hin, wenn ich zuvor eine Ladung Valium eingeworfen habe. Hitzköpfig wie ich bin, flippe ich gerne mal aus, schlage um mich und halte mich mit meinen Emotionen nicht zurück. Leider ist es wohl auch genau deshalb mein Schicksal, dass die Rolle der dreizehnten Fee im Dornröschen-Märchen perfekt auf mich zugeschnitten ist. Ich war leider nie angepasst, gesittet und abgeklärt. Ich war immer ein Paradiesvogel und deshalb entweder der Knaller auf jeder Party oder der Staatsfeind Nummer Eins. Weiterlesen

Halb so wild

Hallo Mikrokosmonauten: Das wird schon wieder: Manchmal bekommt man vom Leben ganz schön eins auf die Fresse. Neulich schnürte ich meine Laufschuhe, quälte mich nach draußen, um Joggen zu gehen und war schon richtig stolz auf mich, weil ich endlich mal wieder aktiv wurde und dann geschah das Unfassbare: Ich stolperte und flog mit meinen ganzen – ach lassen wir das, Gewichtsangaben sind hier nicht relevant -, also ich flog so richtig brutal auf die Schnauze. Ein Sturz wie aus dem Bilderbuch; Aufprall auf die Knie, Schlittern über kalten Asphalt und Bremsen mit den Handinnenflächen. Ein Traum! Zuerst weiß man ja nach solchen Aktionen gar nicht, was passiert ist. Ich glaube, so ähnlich fühlt es sich an, wenn man erschossen wird. Peng! Einfach tot! Erst nach einigen Sekunden Bodenaufenthalt realisierte ich, dass ich noch lebte und wenig später kamen dann diese typischen Schmerzen, die ich zuletzt gespürt hatte, als ich noch ein Kind war. Es waren nostalgische Schmerzen und ich erinnerte mich an meinen legendären Fahrradsturz von 1988. Danach ähnelte mein Gesicht moderner Street-Art-Kunst. Wie dem auch sei: Schwer verletzt und obendrein in zerrissenen Lauf-Tights schleppte ich mich nach Hause und bemitleidete mich selbst. Dass mir am gleichen Tag auch noch der Geldbeutel samt Ausweispapieren gestohlen wird, daran dachte ich in diesem Moment noch nicht. Aber es kam so, denn als ich mich nachmittags mit ausgiebigem Shopping  belohnen wollte und humpelnd einen Laden nach dem anderen aufsuchte, entging mir wohl, dass ein Langfinger sich derweil an meiner Tasche zu schaffen machte. An der Kasse fiel es mir dann auf und ich verfiel augenblicklich in Schockstarre. Zu realisieren, dass man beklaut wurde, dauert seine Zeit. Besser gesagt, man weiß es insgeheim eigentlich recht schnell, weil da dieses mulmige Gefühl ist, aber hofft minutenlang, dass der Geldbeutel doch nur in die Tiefen der Handtasche gerutscht ist. Es wäre nichts ungewöhnliches, schließlich findet Frau in so mancher Handtasche Dinge, die sie jahrelang vermisste. Und dennoch trügt das Bauchgefühl am Ende nie. Und so wusste ich nach der ganzen Sucherei, dass ich also tatsächlich beklaut worden war. Weiterlesen

Verbotene Liebe

Hallo Mikrokosmonauten: Ab jetzt ist alles erlaubt

In trostlosen Zeiten haben wir Menschen die Angewohnheit, nach neuen Kicks Ausschau zu halten. Angst, Hass und gemachte Brüste dominieren unlängst das Land und da ist es durchaus angebracht, sich  spannenden Abwechslungen zu widmen. Eine lustige Schamhaar-Frisur vielleicht oder Sex im Aufzug? Wobei ich mir letzteres echt nicht vorstellen kann. Die meisten Aufzüge sind doch eh versifft und die Spiegel dort lassen einen zehn Kilo dicker erscheinen. Darüber hinaus sind Aufzüge einfach zu schnell am Ziel. Also, ich kann mich zwar in Sekunden über ein Croissant hermachen, aber in einem Aufzug hab ich das noch nicht  geschafft. Dennoch streben wir Menschen danach, uns in den grauenhaftesten Zeiten ein bisschen Spaß und Nervenkitzel zu verschaffen. Wenn noch ein bisschen Sex dazu kommt, umso besser. Weiterlesen

Wilde Jahre

Hallo Mikrokosmonauten: Wie war euer Leben bisher so?

Im Grunde hab ich ja immer viel Zeit zum Nachdenken. Beim Autofahren, im Bett, manchmal auf der Arbeit. Ich denke dann oft darüber nach, was aus mir alles hätte werden können und in meiner Fantasie sehe ich Harry Wijnvoord in einem Fernseh-Studio in seinem Polyester-Jackett vor mir, wie er nach und nach verschiedene Tore öffnet und sagt: „Das wäre Ihr Preis gewesen!“. Hinter jedem Tor bin ich in verschiedenen Phasen meines Lebens zu sehen. Tor 1: Ich als TV-Star, gefeiert wie die Katzenberger! Tor 2: Ich Seite an Seite mit Star-DJ „Hast du nicht gesehen“ vor der Küste Ibizas im Flatterkleidchen und Hippie-Friese. Tor 3: Ich als Erfolgsautorin mit Hund im schicken Cabrio unterwegs als Schirmherrin zum Charity-Event! Irgendwann erwache ich dann aus dem Gedankenkarussel und finde mich wieder zwischen zwei Wühltischen mit „halber Preis“-Unterwäsche. Und mich fragend umschauend nach der versteckten Kamera. Denn die vermutete ich schon häufiger angesichts der größeren und kleineren Fettnäpfchen, in die ich in meinem bisherigen Leben getreten bin. Bis es mir dämmert, dass ich zwar immer hoch hinaus wollte, aber im Grunde nie etwas so richtig gut konnte. Aber Moment mal: Bevor ich mir jetzt wieder meinen eigenen Shitstorm beschere, sollte ich mich tatsächlich fragen:

„Bin ich wirklich so ein Loser?“ Weiterlesen

Kopf voll

Hallo Mikrokosmonauten: Das Gehirn braucht Urlaub!

Es fällt mir immer schwerer, im alltäglichen Chaos den Durchblick zu behalten. Zwischen homosexuellen Ampelmännchen-Diskussionen und „Was könnte ich heute Abend kochen?“ liegen nun mal Welten. Und so muss mein Gehirn unzählige Male am Tag Barrieren durchbrechen und schlussendlich doch gegen Wände laufen, weil es vor der unendlichen Flut an Informationen, Fragen und Sinnlosigkeiten irgendwann kapituliert. Zu viel Input! Zu viel Feuer im Kopf! Das Ganze erreichte seinen Höhepunkt, als ich neulich meinen Schlüsselbund verlegte und ihn ganze drei (!) Stunden erfolglos suchte. Dabei erinnerte ich mich an einen lange verschollenen Bekannten, der mir einmal erzählte, dass seine Oma ihn in solchen Situationen immer angewiesen hatte, sich mit der flachen Hand gegen die Stirn zu hauen und „Kohlrübe“ zu rufen. Und danach würde sich der verlegte Gegenstand angeblich wiederfinden. In meiner grenzenlosen Verzweiflung tat ich genau das. „Kohlrübe“ rief ich und erhielt keine fünf Minuten später eine WhatsApp-Nachricht meines verschollenen Bekannten, was ziemlich komisch war. Darüber hinaus vergaß ich, dass ich ja eigentlich nach meinem Schlüsselbund suchen wollte und dachte: „Hey, nimm dir doch ein Eis aus dem Gefrierfach, du hast jetzt zwei Wochen eisern gefastet – nicht!“. Noch während ich also meinem verschollenen Bekannten eine Nachricht ins Smartphone hämmerte so in der Art: „Alter, wo hast du nur gesteckt?“, und zeitgleich ins Gefrierfach griff, ertastete ich plötzlich zwischen Eispackung und ewig altem Tiefkühl-Spinat meinen Schlüsselbund. Alter, da hat er also gesteckt! Generell nutze ich das Wort „Alter“ übrigens ungern. Es klingt so unweiblich, wenn man so spricht. Aber egal, in diesem Falle war es angebracht, weil ich unfassbar überrascht war, dass ich meine Schlüssel ausgerechnet im Gefrierfach hatte liegen lassen. Und dann dämmerte es mir: Weiterlesen

Zehn Jahre später

Hallo Mikrokosmonauten: Erinnert ihr euch noch an 2009?

Bei Instagram läuft gerade die #10yearchallenge. Das heißt, man postet zwei nebeneinander positionierte Bilder von sich selbst: Ein aktuelles und eins von vor zehn Jahren. Die Challenge verfolgt keinen bestimmten Zweck, es soll lediglich Aufmerksamkeit erzeugen. Aber in einem selbst wirft es die Frage auf:

Habe ich mich verändert?

Zuerst einmal ist genau diese Frage an das eigene Aussehen gerichtet. Ist man dicker oder dünner? Stilsicherer? Ansprechender? Und darauf folgt dann der ganze Rest: Wie war das eigene Leben vor zehn Jahren? War es besser, schlechter, aufregender, langweiliger? Was hatte man damals für Träume und Wünsche? Und dann geht das Gedankenspiel in eine weitere Runde. Denn man überlegt, was sich zwischen diesen beiden Bildern alles abgespielt hat. Trennungen, Liebe, neue Jobs, Reisen. Man fragt sich, was man verloren hat und was dazukam. Alles in allem zeigt dieser neue Hype aber besonders eins: Wir schwelgen unheimlich gerne in Erinnerungen.   Weiterlesen