• Termine News und Wissenswertes aus Saarbrücken, dem Saarland und der Welt:

Geschäftsgespräche

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Auf unserem Planeten leben rund 5.500 Arten von Säugetieren, von denen die meisten mittlerweile recht gut erforscht sind. Von Walen hat man gelernt, dass auch regelmäßiges Schwimmen nicht vor Fettleibigkeit schützt, und von kleinen Nagetieren, dass es nicht nur an Supermarktkassen Schlangen zu meiden gilt. Auch wurde geklärt, warum manche Arten einen Beutel am Bauch tragen, selbst wenn sie nie Turnen oder Einkaufen gehen. Diejenige Säugetierart, die jedoch noch immer die größten Rätsel birgt, ist die Art, die schon seit Menschengedenken beobachtet und studiert wird: die Frau… Weiterlesen

Clubzone April 2019

Jede Menge Ringelpietz mit Anfassen hat auch im vergangenen März wieder für reichlich Eskalationen in der Welt des unheiligen, nächtlichen Treibens an den üblichen, verdächtigen Orten gesorgt. Egal ob Off-Locations oder etablierte Clubs, das ganze Saarbrücker Nachtleben hat mal wieder amtlich gezeigt, wie man die Nacht zum Tage macht. Wer da eine Pause braucht, hat schon verloren, schließlich sind wir ja alle nicht zum Spaß hier, und die Zeiten in denen nach den Faschingsexzessen eher mit angezogener Handbremse von sich Reden gefeiert wird, sind Gott sei Dank längst vorbei. Aber wieder gilt es, keine Zeit mit langen Vorreden zu verschwenden und so geht es ohne weitere Verzögerungen auf zum Jahrmarkt der Eitelkeiten und des allwissenden Basses.

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Wilde Jahre

Hallo Mikrokosmonauten: Wie war euer Leben bisher so?

Im Grunde hab ich ja immer viel Zeit zum Nachdenken. Beim Autofahren, im Bett, manchmal auf der Arbeit. Ich denke dann oft darüber nach, was aus mir alles hätte werden können und in meiner Fantasie sehe ich Harry Wijnvoord in einem Fernseh-Studio in seinem Polyester-Jackett vor mir, wie er nach und nach verschiedene Tore öffnet und sagt: „Das wäre Ihr Preis gewesen!“. Hinter jedem Tor bin ich in verschiedenen Phasen meines Lebens zu sehen. Tor 1: Ich als TV-Star, gefeiert wie die Katzenberger! Tor 2: Ich Seite an Seite mit Star-DJ „Hast du nicht gesehen“ vor der Küste Ibizas im Flatterkleidchen und Hippie-Friese. Tor 3: Ich als Erfolgsautorin mit Hund im schicken Cabrio unterwegs als Schirmherrin zum Charity-Event! Irgendwann erwache ich dann aus dem Gedankenkarussel und finde mich wieder zwischen zwei Wühltischen mit „halber Preis“-Unterwäsche. Und mich fragend umschauend nach der versteckten Kamera. Denn die vermutete ich schon häufiger angesichts der größeren und kleineren Fettnäpfchen, in die ich in meinem bisherigen Leben getreten bin. Bis es mir dämmert, dass ich zwar immer hoch hinaus wollte, aber im Grunde nie etwas so richtig gut konnte. Aber Moment mal: Bevor ich mir jetzt wieder meinen eigenen Shitstorm beschere, sollte ich mich tatsächlich fragen:

„Bin ich wirklich so ein Loser?“ Weiterlesen

Allein unter Ja-Sagern

Wer sich als Mann mit knapp Vierzig noch immer wohl in Steuerklasse 1 fühlt und es genießt, Frauen zu treffen, von denen er weder die Lebensgeschichte noch den Namen kennt, der ist nur noch von wenigen Gleichgesinnten umgeben. Immer mehr Kumpel beschließen, von alltäglicher Langeweile oder der biologischen Uhr der Freundin getrieben, aus der kurzen Leine, an der sie in ihrer Beziehung gehalten werden, den Strick am Ehe-Galgen zu machen. Während man selbst den ersten Ehevertrag noch vor sich hat, haben andere bereits den zweiten Scheidungsvertrag hinter sich. Jeder kennt diese Art Paare, die mit ihrer Beziehung am Abgrund stehen, um dann den nächsten Schritt zu machen…

Als guter Freund erfährt man von einer Verlobung nicht, wie mittlerweile eigentlich üblich, über soziale Netzwerke während man gerade auf der Toilette sitzt, sondern an einem der nur jedes Schaltjahr von der zukünftigen Ehegattin noch geduldeten Männerabende, die nichts mehr mit den Treffen von früher zu tun haben, in deren Mittelpunkt kühle Drinks und heiße Mädels standen. Plauderte man damals bei einem Pils in bierseliger Vorfreude über das, was in nächster Zeit laufen wird, schwelgt man heute bei einem Mate-Tee nur noch in armseliger Erinnerung an das, was in vergangener Zeit einmal lief als Männer beim Feiern noch Ringe um die Augen statt Ringe um die Finger hatten…

Aus einst berauschenden Männerabenden sind beschämende Altherrenabende geworden, die in der Abenddämmerung beginnen statt im Morgengrauen zu enden. Niemand trinkt mehr Alkohol, da jeder noch fahren muss oder Magenprobleme hat, was früher egal oder erst tags darauf der Fall war. Was einem Straftäter auf Freigang die elektronische Fußfessel ist einem Ehemann in spe auf Freigang das Handy, über das er viertelstündlich nach Hause meldet, dass er anständig ist, sein Schatzimausi ganz doll lieb hat und zur Wiedergutmachung, da er nicht daheim ist, die nächsten zwei Jahre den Müll raus bringt. Da fühlt man sich selbst wie der letzte wilde Wolf im Rudel kastrierter Schoßhündchen…

Die Nachricht von der baldigen Hochzeit erhält man an solchen Abenden irgendwann beiläufig am Pissoir oder beim Stöbern in der Getränkekarte. Als wäre die Neuigkeit, bald den nächsten Gefährten zu Grabe tragen zu müssen etwas, was man nebenbei gesagt bekommen möchte, wenn eine Hirnhälfte dabei ist, sich zwischen Wodka oder Gin zu entscheiden, und die andere die Kellnerin begutachtet. Kann Mann keinen besseren Moment finden, um alten Freunden mitzuteilen, dass ihm nur noch ein paar Monate auf dieser Welt bleiben? Würde man bei einer schlimmen Krankheit etwa auch sagen: „Ich werde übrigens sterben. Einen Caipi bitte!“…

Am Tag nach solchen Treffen fragt man sich als jemand, der Frauenbekanntschaften lange Zeit wie Unterwäsche nach Lust und Laune wechselte und seine längste Beziehung im Kindergarten hatte, ob es für einen selbst nicht auch Zeit wird, sich für ein Leibgericht zu entscheiden statt überall nur an Häppchen zu naschen. Wer eine Auswahl an Obst gewohnt ist, dem fällt es jedoch schwer, sich für ein bestimmtes Früchtchen zu entscheiden. Schließlich wird aus jedem frischen Pfläumchen irgendwann eine alte Zwetschge, die nicht mehr recht schmecken mag, und aus jedem zarten Pfirsich, den man einmal süß fand, eine schrumpelige Orange, die nur noch sauer ist…

Aber wo findet sich die richtige Partnerin, die nicht nur bis zum Frühstück bleibt, sondern auch noch so lange, um danach das Geschirr zu spülen? Einige Jahre ohne feste Beziehung mit einsamen Winterabenden im Internet machen einen Mann nicht gerade beziehungstauglicher. Daher heißt es an sich selbst arbeiten, wenn Mann nicht mehr an sich selbst arbeiten will! Da ist es noch das Geringste, seine Ansichten dahingehend zu ändern, Chips und Bier nicht mehr als vollwertige Mahlzeit anzusehen. Neue Beziehungen wertet Mann im Alter anders. Da sind es weniger die Schmetterlinge im Bauch, die einen nicht mehr schlafen lassen, als vielmehr die Flöhe im Schritt…

Wer ein Inserat nach der Liebe seines Lebens neben Gesuchen nach Unfallfahrzeugen ab Baujahr 1980 in irgendeinem Stadtmagazin nicht für vielversprechend erachtet und sich nicht durchringen kann, am Kaffeenachmittag der Pfarrgemeinde teilzunehmen, bei dem nicht gerade schwer attraktive, dafür aber schwer übergewichtige Enkeltöchter an den Mann gebracht werden, dem bleiben wenig Möglichkeiten. Wie bei Staubsaugern sind auch bei Frauen vermeintliche attraktive Internetangebote aus China meist enttäuschend, da sie für richtig schmutzige Dinge doch ungeeignet sind und darüber hinaus nicht einmal vernünftig sauber machen…

Manch einer versucht sein Glück bei Partnerbörsen im Internet und läuft Gefahr, sich nach Erfolg versprechendem Chat-Kontakt auf ein Blinddate mit einem stark behaarten Metzger einzulassen, der sich als „Sandra 1978“ vorgestellt hatte und nach einer Schulter zum Ausweinen sucht. Oder man hofft, beim Mumienschieben in der Ü40-Disko jemanden zu treffen, der die Nadel im Heuhaufen ist. Wobei bei der dortigen Auswahl trotz schlechten Lichts meist allenfalls ein rostiger Nagel im Misthaufen zu finden ist. Aber ab einem gewissen Alter ist ein Mann zu allem bereit, damit er nicht endet wie Onkel Hartmut, der irgendwann aus lauter Verzweiflung eine Stehlampe heiratete…

Ein besserer Ansatz: Man leiht sich bei Freunden ein Baby, einen Hund oder am besten gleich beides und versucht, im Stadtpark ins Gespräch mit Frauen zu kommen. Selbst die mieseste Anmache wird verziehen, wenn man offenkundig verantwortungsvoller Papi und Tierfreund ist, der nur auf der Suche nach Unterhaltung ist. Bei dieser Masche gilt es jedoch darauf zu achten, Angaben zu Zwei- und Vierbeiner nicht irrtümlich zu verwechseln, wenn es Nachfragen zu Alter, Geschlecht und Rasse gibt. Die Tarnung fliegt dann auf, wenn man nicht mehr genau weiß, wer von beiden nun kastriert und wer getauft ist und ob das in der Kinderhand nun ein Froot-Loop oder ein Frolic ist…

Doch besser zum Speed-Dating? Zehn Frauen in zehn Minuten, etwas, was man sonst nur von Pornoseiten im Internet kennt. Warum ganze Abende, dutzende Dates und teures Geld in Restaurants verschwenden, wenn man schon nach einer Minute wissen kann, dass man nicht zusammen passt. Andere Männer schaffen das erst nach zig Ehejahren. Hier hat man sechzig Sekunden, um sich aufs Wesentliche zu konzentrieren: Vorlieben beim Sex, Abneigungen gegen Bananen und Füße und die Frage, wer schnarcht und pupst. Da weiß man was Mann hat! Dennoch ist Speed-Dating wie kurz vor Feierabend zur Frittenbude zu kommen, wo es nur noch armen Würstchen gibt, die niemand wollte…

Was nun aber tun, wenn Mann den Rest seines Lebens nicht alleine schweigend auf der Couch sitzen will, sondern jemand möchte, mit dem er das gemeinsam tut? Im Zweifelsfall bleibt wohl doch nur die gute alte Zeitungsannonce: „Einsamer sucht Einsame zum Einsamen“. Allein unter Ja-Sagern… gruenetomaten@live-magazin.de.

 

Patrik Wolf

P.S. Angeblich kommt es Frauen über Dreißig bei der Suche nach einem Partner vor allem auf innere Werte an. Mein Blutdruck ist 120 zu 60.

Mein Lieblingsding: Jérôme Spezial

Jérôme Foucat lebt den Traum ungezählter Männer: sein Ding ist über 30 Zentimeter. Die Rede ist natürlich von dem bekanntesten seiner legendär leckeren Baguettes, dem Jérôme Spezial, seinem Lieblingsding! Seinen Laden in der Mainzer Straße gibt es jetzt schon 19 Jahre, was nichts anderes bedeutet, als dass er mindestens zwei Generationen des Saarbrücker Feiervolks vor dem Verhungern nach langen Partynächten gerettet hat. Aber Jérôme bringt nicht nur an Wochenenden zum Sonnenaufgang schmackhaftes französisches Backwerk unter die Leute, sondern ist tagtäglich außer montags für seine Kunden da. Dahinter steckt allerdings auch ein enormes Arbeitspensum und wirklich viel Schlaf bekommt der gelernte Bäcker dabei nicht ab. Denn tatsächlich backt er auch heute noch den Großteil seines Angebotes selbst. Unterstützt von Mutter und Schwester hat er so gefühlte Milliarden von Baguettes, Brötchen und Co. auf zig Arten aufgeschnitten, belegt und überbacken und ist längst nicht mehr wegzudenken aus der Saarbrücker Gastroszene.

Clubzone März 2019

Na, das kann ja wirklich lustig werden! Wenn wir die Geschehnisse der letzten Wochen mal Revue passieren lassen und dann noch mit ins Kalkül nehmen, was die Gerüchteküche so in jüngster Zeit offenbarte, wird es auch in diesem Frühjahr genauso ungebremst und mit ordentlich Partyschmackes weitergehen wie bisher. Da war aber auch wirklich alles dabei: eine lang erwartete Eröffnung, Hammerbookings in Sachen Hip-Hop und Electronica, und die geballte Vorfreude auf Open-Air-Feiereien, die erste vorsichtige Vorboten ins Nachtleben unserer kleinen Metropole entsanden. Aber genug des Vorspiels, wir starten lieber gleich in unsere kleine Party-Rundreise durch einen ziemlich abgefahrenen Februar in unserer kleinen Metropole. Weiterlesen

VARVARA KANDAUROVA

„Ich möchte morgen besser sein als ich heute war“

Den Bildern der gebürtigen St. Petersburgerin wohnt ein ganz besonderer Zauber inne. Das gilt gleichermaßen für ihr S/W Arbeiten wie für jene in Farbe. Dieser Magie konnte sich auch die italienische Vogue nicht verschließen, die im letzten Sommer gleich 19 Fotos der Wahl-Saarbrückerin veröffentlichte. Dabei ist die eigentlich gar keine Fotografin, viel eher bildende Künstlerin und gelernte Journalistin. Bevor sie vor zehn Jahren nach Deutschland kam, hatte sie in ihrer russischen Heimat bereits Dramatische Dichtung, Werbedesign und Bildende Künste studiert. Anschließend arbeitete sie freie Journalistin, war verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des Theaters „Music Hall“ in St. Petersburg und Regieassistentin im Filmstudio „Mosfilm“ in Moskau. Weiterlesen

Kopf voll

Hallo Mikrokosmonauten: Das Gehirn braucht Urlaub!

Es fällt mir immer schwerer, im alltäglichen Chaos den Durchblick zu behalten. Zwischen homosexuellen Ampelmännchen-Diskussionen und „Was könnte ich heute Abend kochen?“ liegen nun mal Welten. Und so muss mein Gehirn unzählige Male am Tag Barrieren durchbrechen und schlussendlich doch gegen Wände laufen, weil es vor der unendlichen Flut an Informationen, Fragen und Sinnlosigkeiten irgendwann kapituliert. Zu viel Input! Zu viel Feuer im Kopf! Das Ganze erreichte seinen Höhepunkt, als ich neulich meinen Schlüsselbund verlegte und ihn ganze drei (!) Stunden erfolglos suchte. Dabei erinnerte ich mich an einen lange verschollenen Bekannten, der mir einmal erzählte, dass seine Oma ihn in solchen Situationen immer angewiesen hatte, sich mit der flachen Hand gegen die Stirn zu hauen und „Kohlrübe“ zu rufen. Und danach würde sich der verlegte Gegenstand angeblich wiederfinden. In meiner grenzenlosen Verzweiflung tat ich genau das. „Kohlrübe“ rief ich und erhielt keine fünf Minuten später eine WhatsApp-Nachricht meines verschollenen Bekannten, was ziemlich komisch war. Darüber hinaus vergaß ich, dass ich ja eigentlich nach meinem Schlüsselbund suchen wollte und dachte: „Hey, nimm dir doch ein Eis aus dem Gefrierfach, du hast jetzt zwei Wochen eisern gefastet – nicht!“. Noch während ich also meinem verschollenen Bekannten eine Nachricht ins Smartphone hämmerte so in der Art: „Alter, wo hast du nur gesteckt?“, und zeitgleich ins Gefrierfach griff, ertastete ich plötzlich zwischen Eispackung und ewig altem Tiefkühl-Spinat meinen Schlüsselbund. Alter, da hat er also gesteckt! Generell nutze ich das Wort „Alter“ übrigens ungern. Es klingt so unweiblich, wenn man so spricht. Aber egal, in diesem Falle war es angebracht, weil ich unfassbar überrascht war, dass ich meine Schlüssel ausgerechnet im Gefrierfach hatte liegen lassen. Und dann dämmerte es mir: Weiterlesen