• Termine News und Wissenswertes aus Saarbrücken, dem Saarland und der Welt:

Urlaub in Konserven

Hallo Mikrokosmonauten: So hält die Erholung länger: Wenn die Blätter allmählich ihre Farbe von sattem Grün ins gold-braune wechseln, wechselt auch langsam aber sicher wieder unsere Stimmung. Zwar sprechen wir in solchen Zeiten immer noch vom „Indian Summer“ oder goldenem Herbst, jedoch braucht es nachts jetzt wieder eine etwas dickere Decke. Und auch die letzten unter uns kehren aus ihrem Sommerurlaub zurück und setzen langsam aber sicher ein – zumindest kleines – Häkchen hinter diesen „endless summer 2018“. Er wollte irgendwie nicht so ganz gehen, jedoch sagt man spätestens im August, dass sich jener Monat wie Sonntag anfühlt. Und ja, allmählich geht er dann doch oder zieht sich zumindest etwas zurück. Der Sommer. Ein netter Kumpel, mit dem man gerne einen über den Durst getrunken hat. Mit dem man sich unerschütterlich in die Wellen stürzte und mit dem man schweißtreibende Nächte inklusive zerwühlten Laken erlebte. Alles in allem aber war er derjenige, der uns so viel Spaß und Liebe und Erholung schenkte. Darum stelle ich mir jedes in dieser Zeit die alles entscheidende Frage: „Wie verdammt noch mal kann man genau jene sommerlichen und gechillten Gefühle irgendwie mit in den Herbst nehmen?“ Weiterlesen

Clubzone September 2018

Sommer ade, scheiden tut weh! Umso mehr als besonders die letzten Wochen für richtig viel Geselligkeit, allerdings manchmal nicht zur Freude der Anwohner, für uns in petto hatte. Aber das sogenannte BERMUDADREIECK im Nauwieser Viertel gibt es ja nicht erst seit diesem Sommer und das Ganze wird sich einstweilen mit den sinkenden Temperaturen auch wieder deutlich entschärft haben. So wirklich beschweren darf sich also niemand, denn genau so herrlich wurde in den üblich verdächtigen Orten des Nachtlebens dieser Bilderbuchsommer begangen. Die Unsitte der Sommerpausen hat sich glücklicherweise auch erledigt, zumal es doch vollkommen wurscht ist, ob es draußen 20 oder 30 Grad hat, wenn im BLAU (und anderen Clubs) sowieso immer 40 Grad herrschen. Lediglich der Freitag wurde eingestampft und hier und da das Programm etwas zurück gefahren. Unterm Strich also genug Feierei um auch diesen Monat jene Kolumne hier mit reichlich Material zu versorgen. Und beginnen tun wir mit einem Klassiker abseits der Tanzflächen … Weiterlesen

Sommer am See

Wer wie ich mit einem Körper gesegnet ist, der bereits beim bloßen Anblick von Eiscreme zunimmt, der steht dem Sommer mit einem lachenden und einem weinenden Auge gegenüber. Die Freude über gutes Wetter währt nur bis zu dem Moment, in dem man die Badesachen hervorkramt und schockiert feststellt, dass diese über den Winter schon wieder von irgendwelchen Wichteln enger genäht wurden. Die Hoffnung, dass das ausgiebige Naschen ohne Folgen geblieben ist, wird beim Blick in den Spiegel zerstört, wenn einen der eigene speckige Zwilling gegenüber in der zu knappen Badehose wissen lässt, dass man noch nie so weit vom Surferkörper entfernt war wie in diesem Jahr… Weiterlesen

Ab in den Garten

Urlaub vor der Haustür? Wer unbedingt am Straßenrand in Lärm und Dreck vorbeifahrender Autos sitzen will, kann das gerne tun. Wir aber verlassen das Haus durch die Hintertür, denn hier warten grüne Wunderwelten! Anhand von vier Beispielen zeigen wir, was 2018 so alles geht in Saarbrücker Gärten. Weiterlesen

Clubzone August 2018

Eigentlich hätte auch diese Kolumne wieder mit einer hymnischen Belobigung des Wettergottes für das prima Klima anfangen sollen, doch dann begannen die ersten Berufsnörgler an zu jammern. Zu heiß wäre es, zu schwül. Was ein Quatsch, denn jeder weiß, dass es genau drei Dinge bei einer echt guten Party nicht gibt: zu voll, zu laut, zu heiß. Also aufhören mit Mimimi und einfach weiter eskalieren. Doch von der bangen Frage, ob es jetzt vielleicht auch mal etwas kühler werden könnte oder warum kaum Clubs über richtige Klimaanlagen verfügen, ließen sich Gott sei Dank größte Teile der Saarbrücker Club- und Partyszene nicht beeindrucken und es wurde einfach ungebremst weiter geschwitzt. Da war aber auch wirklich alles dabei: jede Menge Freiluft-Bespaßlichkeiten, ungezählte Festival-Afterhours, und die geballte Freude auf Feier-Hot-Spots, die ins Nachtleben unserer kleinen Metropole zurück gefunden haben. So muss das sein. Und jetzt auf ins wilde Treiben …   Weiterlesen

Sehnsucht nach früher

„Der Mensch will immer, dass alles anders wird und gleichzeitig will er, dass alles beim Alten bleibt.“ Paulo Coelhos Zitat ist recht treffend, wenn man bedenkt, wie oft und gerne wir uns an die „guten, alten Zeiten“ erinnern oder in bestimmten Situationen sogar fast schon erleichtert aufatmen und uns sagen hören „Wie in alten Zeiten!“. Als ich neulich in London war, fühlte ich mich unzählige Male an meine Klassenfahrt zurück erinnert und mit den Erinnerungen kamen spezielle Gefühle in mir hoch, die seit fast zwanzig Jahren irgendwo in mir drin geschlummert hatten. Aber jetzt, in dieser Stadt, erwachten sie plötzlich wieder zum Leben und ich war zurück im Jahre 1997 auf meiner Klassenfahrt. Wie in „alten Zeiten“ ließ ich mich vor dem Buckingham-Palace fotografieren und bei Marble Arch versuchte ich mich daran zu erinnern, ob mir irgendwas bekannt vorkam. Alles in allem reiste ich auf diesem London-Trip ständig in die Vergangenheit, während sich aber schon wieder aktuelle Eindrücke in meinen Kopf einbrannten und in meinem exklusiven Erinnerungskatalog verschwanden. Und ich kam nicht daran vorbei, mich zu fragen: „Warum sehnen wir uns eigentlich so sehr nach vergangenen Tagen?“. Natürlich weiß ich inzwischen, dass die Vergangenheit meist mit goldenem Pinsel malt, also quasi vieles schöner, gigantischer und toller im Kopf abgespeichert ist, als es zu jener Zeit wirklich war, aber im Herzen wohnen immer noch diese konservierten Gefühle, die man damals hatte und die sorgen dafür, dass man sich mit einem Male wieder in diese Zeit zurück wünscht, In diesem Zusammenhang wünsche ich mir übrigens immer ganz stark, dass Zeitreisen endlich Wirklichkeit werden. Weiterlesen

Kinderlos? Ahnungslos!

Es gibt Dinge, über die spricht ein Mann nicht mit anderen, nicht einmal mit seinen Freunden. Über das Gehalt oder den One-Night-Stand mit der Schwester des besten Kumpels zum Beispiel. Auch Vorlieben für das Tragen von Frauenkleidern oder den Besuch von Tupperpartys zählen zu den Tabus, die Männer außerhalb des Beichtstuhls nicht thematisieren. Mit dazu gehört aber auch die Erziehung der eigenen Kinder. Zumindest dann, wenn man sich als Vater mit einem männlichen Gegenüber unterhält, der selbst keinen Nachwuchs hat. Denn mit Kinderlosen über Kinder reden, das wäre so, als würde sich ein Sehender mit einem Blinden über Farbe unterhalten oder ein Mann mit einer Frau über Fußball… Weiterlesen

Cache Me If You Can

Seitdem ich seiner Zeit als Kind im Vormittagsprogramm der ARD hilflos mit ansehen musste, wie Hänsel und Gretel von einer alten Frau im Wald entführt wurden, verspüre ich gewisses Unbehagen, wenn sich um mich herum mehr als nur ein paar lichte Büsche befinden. Zu tief sitzt das Trauma von damals, das durch Heinos Schlagerhit „Im Wald da sind die Räuber“ nicht unbedingt gelindert wurde. Noch heute bekomme ich beim alljährlichen Weihnachtsbaumkauf inmitten größerer Mengen an Fichten und Tannen feuchte Hände, obwohl mir natürlich klar ist, dass gefällte Bäume mir nichts mehr anhaben können. Bezüglich Wäldern bleibt meine Meinung dennoch wie ein Scheit Holz: gespalten… Weiterlesen

Muss ich da mitmachen?

Hallo Mikrokosmonauten: Einen Scheiß müssen wir!

Sport macht glücklich. Schokolade aber auch. Ich glaube, diese Tatsache gießt Öl ins Feuer eines jeden Fitness-Bloggers oder Sportsüchtigen. Aber sie ist wahr. Und mitunter eine regelrechte Zerreißprobe für mich und viele andere da draußen, die tagtäglich hin- und hergerissen sind, ob wir jetzt joggen gehen oder uns den Bauch vollschlagen sollen. Meistens gehen wir dann joggen. Weil es ja angeblich immer besser ist, Sport zu machen. Und weil man es auch gewissermaßen von uns erwartet. Apropos Machen; Müssen wir echt bei allem mitmachen, was uns die Szene diktiert? Und nicht nur die Szene. Im Grunde erwartet doch jeder, dass wir zumindest ein bisschen ins Gesellschafts-Konzept passen, oder? Nehmen wir mal die Mädels unter uns: Man erwartet von uns, dass wir mit Freundinnen tuschelnd im Restaurant sitzen und über Jungs reden. Sowieso geht man immer davon aus, dass wir alle einen Haufen Freundinnen haben. So wie bei „Sex and the city“. Ab einem gewissen Zeitpunkt setzen die Leute dann voraus, dass man zwar immer noch mit den Mädels kichernd am Restauranttisch sitzt, aber inzwischen Kinderwagen dazwischen stehen und sich die Gespräche hauptsächlich ums Windel wechseln und wunde Kinder-Popos drehen. Eventuell noch Weight Watchers. Als ich neulich shoppen war – alleine natürlich – fragte mich die Verkäuferin an der Kasse, ob ich denn Lust hätte, auf diese Wahnsinns-Aktion „Freundinnen werben Freundinnen“? Ich schüttelte verständnislos den Kopf und antwortete: „Sorry, ich habe keine Freundinnen!“, woraufhin mich die Verkäuferin mit einer Mischung aus Mitleid und Unverständnis anschaute. Ja, wenn‘s halt so ist!  Uns Frauen wird ohnehin eine Menge abverlangt. Wir sollten zu besonderen Anlässen hohe Schuhe tragen und uns natürlich die Beine rasieren. Wenn wir das erste Mal Sex mit einem neuen Mann haben, müssen wir dann alles kahl geschoren haben, aber für Haare auf den Zähnen findet man uns trotzdem sexy. Wir dürfen nicht zu fett und nicht zu abgemagert sein. Und man erwartet heutzutage, dass man sich in seinem Körper immer pudelwohl fühlt, egal, ob dick oder dünn. Wir müssen gute Miene zum bösen Spiel machen, wenn wir Leute nicht abkönnen, denn wenn wir ihnen sagen, dass wir sie scheiße finden, schämt man sich für uns. „Wie kann sie nur?“! Ehrlichkeit wird groß geschrieben, aber ist man dann mal ehrlich, bezeichnet man uns als Miststück! Wir müssen gesellschaftliche Ereignisse, wie Hochzeiten, Geburtstage oder Beerdigungen über uns ergehen lassen, obwohl wir gar keine Lust dazu haben, weil derjenige, um den es geht eigentlich gar keinen Platz in unseren Herzen hat. Aber wir tun es doch. Warum eigentlich?

Warum zwingen wir uns etwas auf, wenn wir in Wahrheit etwas ganz anderes wollen?

Klar, da ist einerseits die ewige Rücksichtnahme. Wenn wir offen aussprechen würden, dass wir kein Bock auf Tante Gerdas Geburtstagsfeier haben, und stattdessen lieber auf der Couch chillen möchten, stoßen wir nicht nur alle anderen vor den Kopf, sondern verbreiten auch miese Laune, obwohl das gar nicht beabsichtigt ist. Die Wahrheit ist also nicht immer der Königsweg. Aber ich komme irgendwie nicht damit klar, dass man uns schon unser ganzes Leben lang damit nervt, bei diversen Dingen mitzumachen, auf die wir keine Lust haben. Früher waren es die Kindergeburtstage, auf die wir eingeladen waren, obwohl man ihn oder sie nicht ausstehen konnte. Und noch schlimmer: Wir mussten denjenigen dann auch noch auf unseren eigenen Kindergeburtstag einladen, weil das halt so ist. Wie du mir, so ich dir. Zum Kotzen! Eine eigen initiierte Retourkutsche nennt sich so was. Und heute im Erwachsenenleben geht der Zinnober genau so weiter. Wir müssen zu diesem Firmen-Essen essen gehen, weil sich das positiv aufs berufliche Ansehen auswirkt. Wir müssen eine Geburtstags-Party ausrichten, sonst sind Familie und Freunde sauer. Also vor lauter „Müssen“ muss ich mich fast übergeben.

Ja, das Leben ist zu kurz. Das wissen wir mittlerweile. Aber wir sollten die Tage doch nicht damit verplempern, wirklich nur das zu tun, was man eben tun muss, um als cool, fleißig, ehrgeizig, verantwortungsbewusst und eben als angepasst zu gelten. Und ohnehin sollten wir niemals glauben, etwas verpasst zu haben, wenn wir uns eben mal ausklinken und nicht mitmachen! In der Kunstgeschichte gibt es übrigens einen Begriff, der dazu passt. Man nennt ihn “horror vacui”, nämlich „Angst vor der Leere“. Erst wenn alle freien Flächen einer Leinwand mit Ornamenten ausgefüllt werden, ist diese Leere quasi nicht mehr vorhanden. Betrachtet man jedoch ein solches Bild, findet das Auge kaum Ruhe, denn die Bilder wirken manisch und rauschhaft. Und wir? Sind wir nicht auch einfach nur wuselnde, aufgedrehte Wesen, die überall dabei sein müssen, weil „Nein“ nicht mehr gilt? Der Angst vor Leere folgt die Angst, nicht oft genug „Ja“ gesagt zu haben. Besonders, wenn wir abends im Bett liegen und den Tag revue passieren lassen, kommen diese Ängste in uns hoch und vermiesen uns dann auch noch die Nacht.

Regel Nummer Eins: „Muss“ durch „Will“ ersetzen

Wir sollten uns immer öfter fragen: „Müssen wir wirklich alles oder wollen wir gewisse Dinge auch?“ Oder dürfen wir alle ohnehin nur mitmachen, wenn wir bei Facebook sind? Etwas verwirrend, dass ich von vermeintlich glücklich machendem Sport- oder Schokoladenkonsum auf das leidige „Muss das sein?“-Thema komme, oder? Aber um die Kurve zu kriegen, muss auch ich jetzt mal einlenken. Eigentlich müssen wir nämlich gar nichts. Aber viele Dinge wollen wir in der Tat auch, sonst sähe unser Leben ganz anders aus. Deshalb lasst uns doch gelegentlich einfach „muss“ durch „will“ ersetzen. Zum Beispiel „Ich will arbeiten gehen!“. Warum? „Weil ich mir sonst diesen absolut genialen Lebensstil nicht leisten könnte!“ Oder: „Ich will Sport machen!“ Warum? „Weil ich mich damit einfach besser fühle!“. Oder: „Ich will und muss Schokolade essen!“ Warum? „Dafür  gibt es keine Antwort.“.

Regel Nummer Zwei: Und alle so: “Nein”

Ich glaube, wir sollten dagegen etwas unternehmen. Gegen den “Ja”-Wahn. Ganz einfach. Wir sollten öfter mal “Nein” sagen. Denn von den Tausend Möglichkeiten, die uns geboten werden, passt einfach nicht alles zu uns. Ob es die Party-Einladung oder die Vertragsverlängerung ist. Nicht alles, was uns als tolle Möglichkeit dargeboten wird, ist nämlich auch eine. Manchmal brauchen wir einfach etwas anderes. Keine Konzern-Karriere. Keine Party des Jahrhunderts. Sondern Zeit für an die Decke starren. Zeit zu träumen, rumspinnen und zur Ruhe zu kommen. Zeit für uns selbst. Klar, “Nein” ist nicht populär. Im Job versteht niemand, wenn man ein neues Projekt ablehnt, oder die Vertragsverlängerung nicht will. Freunde verstehen nicht, warum wir nicht mit aufs Festival wollen. Gerade keinen Alkohol trinken. Um 21 Uhr ins Bett wollen. Lieber mal nichts tun. “Nein” ist immer der Buhmann. Deshalb braucht “Nein” sagen auch Mut. Den Mut, sich den „Ja“-Sagern entgegen zu stellen. Den Mut sicher zu sein, dass wir auch etwas erleben, wenn sich davon kein Instagram-Post machen lässt. Den Mut, genau das auch als Freiheit wahrzunehmen. Und wir sollten unsere “Neins” auch nicht bereuen. Denn eines ist klar: Die Angst, etwas zu verpassen, bringt nichts. Egal wie oft wir „Ja“ sagen, wir verpassen immer etwas. Das ist die Physik des Lebens. Also: Öfter mal “Nein” sagen. Und damit obendrein das Ja-Sager-Monster aus dem Schlafzimmer jagen.

Die alles entscheidende Regel Nummer Drei lautet nämlich: Sag „Ja“ zum „Nein“!