• Termine News und Wissenswertes aus Saarbrücken, dem Saarland und der Welt:

Clubzone April 2018

Eines muss von Anfang klar sein: macht bitte alle genau so weiter! Denn gleich ob heftigste Schneefälle oder Minustemperatur-Rekorde, das gesellige Club- und Partytreiben in unserer kleinen Metropole kannte auch im März wieder einmal kein Halten. Mag sein, dass in anderen Städten in benachbarten Landstrichen und Bundesländern der ein bisschen frostig geratene Fruhlingsbeginn den Ausgehspaß ein klein wenig ausgebremst hat, bei uns war aber davon in den letzten Wochen kaum was zu spüren. Klar, an dem ein oder andere Abend war es schon ein bisschen kniffliger mit dem Auto die Partylocation der Wahl zu erreichen, aber trotzdem war die saarländische Partymeute allenorts praktisch vollzählig angetreten. Jetzt aber auf zu unserer gewohnten Runde durch die meistenteils nächtliche Gemeinde – und ab geht die wilde Fahrt …

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Schubladen im Kopf

Am Anfang steht der Stereotyp! Frauen können nicht einparken! Professoren sind schusselig! Und AfD-Wähler sind alle Rassisten! Wir fassen Menschen eigentlich immer in Gruppen zusammen. Ein völlig normaler, nahezu automatisch ablaufender Prozess. Denn so muss man über Dinge, die möglicherweise auf die große Mehrheit einer Gruppe zutreffen, nicht jedes Mal neu nachdenken. Sondern die schnell abrufbaren Stereotypen können den Umgang mit anderen extrem vereinfachen. „Was für eine Tussi!“, dachte ich, als die Neue in meine Laufgruppe kam. Sie trug die neuesten Jogging-Schuhe, die trendigsten Lauftights, perfektes Make-Up und hatte die Haare zu neckischen Zöpfchen geflochten. Sofort stellte ich mir damals die Frage, wie man sich augenscheinlich so zeitintensiv herrichten kann, um lediglich bei miesem Wetter joggen zu gehen? Zumal just in diesem Moment auch noch ein fieser Nieselregen einsetzte. Sei es drum, nach etwa zwei Kilometern begann der Niesel in Starkregen umzuschwenken. Irgendwann schiffte es wie aus Eimern. Ihre Frisur war im Arsch. Meine übrigens auch. Und was soll ich sagen? Es war ihr schlichtweg egal. Stattdessen war sie die Einzige, die das Ganze mit Humor nahm. Während ihre Schminke weggespült wurde, brachte sie mich unermüdlich zum Grinsen mit ihrer lockeren Art und so revidierte ich meine Meinung über sie. Der erste Eindruck hatte mich getäuscht. So wie die vermeintliche „Tussi“ in meiner Laufgruppe traf ich in meinem bisherigen Leben schon auf so manche „Mogelpackung“, die eben nicht das war, was sie verkörperte. Im positiven aber auch im negativen Sinne. Aber täuscht uns unser Schubladen-Denken tatsächlich so oft über die Wahrheit hinweg? Weiterlesen

Was geht, Alter!?

Anders als Peter Pan in meinem Märchenbuch war ich als Kind schon früh der Überzeugung, dass es Sinn macht, erwachsen zu werden. Erwachsene hatten schließlich damals wie heute uneingeschränkt Zugang zu Süßigkeiten, Limonade und Fernseher und obendrein auch noch die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob ein Zimmer aufzuräumen, ein Teller leer zu essen oder ein Vorgarten ungeeignet ist, um dort ein Schaf zu halten. Derartige Vorzüge ließen mich als kleiner Junge darüber hinwegsehen, dass erwachsen zu werden wohl auch zwangsläufig hieß, langweilig zu werden… Weiterlesen

WG 2.0

Wir rechneten mit Leergutbergen und ewigen Streit ums Badputzen. Aber bei unserem Abstecher in saarländische WGs sind wir stattdessen auf eine waschechte Miss Saarland, Maggi-Toast und ein begehbares Kleiderklo gestoßen. Ist die gute, alte Wohnkommune tatsächlich im 21. Jahrhundert angekommen?

Lebensgemeinschaften in Privathaushalten gab es bereits im 19. Jahrhundert. Das belegen die Romane von Arthur Conan Doyles, der den Beginn der Freundschaft zwischen Sherlock Holmes und Dr. Watson in der Zweck-WG beschreibt. Die WG aber, wie wir sie kennen, hat sich erst in den 60er Jahren vor allem unter Studenten entwickelt. In den letzten Jahren war sogar eine Zunahme der Anzahl von Menschen, die in Wohngemeinschaften leben, zu erkennen. Nach Erhebungen des Deutschen Studentenwerks leben heute etwa 20 Prozent aller Studierenden in Wohngemeinschaften. Damit lebten im vergangenen Jahr 4,92 Millionen Personen in Deutschland in einer WG. Wie es dort aussieht? Schaut selbst… Weiterlesen

Hallo Mikrokosmonauten: Ein Nest ist kein Käfig!

Nestbau:
Irgendwann im Leben wird sich jedes Mädchen einmal die Frage stellen: „Werde ich einsam in einer kleinen Zweizimmer-Bude mit zwanzig Katzen enden, die mich nach meinem Tod auffressen, weil keiner merkt, dass ich gestorben bin?“ Angesichts dieser Horrorfantasie beschließt fast jedes Mädchen, sich unmittelbar danach einen Mann zu suchen, der sie möglichst schnell aus der Gosse holt und in sein traumhaftes Reich entführt. Ach nein, das war Pretty woman. Also nochmal zurückgespult. Also nach der Alptraumfantasie der menschenfressenden Katzen versucht jedes Mädchen, das noch etwas auf sich hält, sich entweder als emanzipierte Frau in der harten Welt durchzusetzen (och nö, viel zu anstrengend!) oder – frisch verliebt – mit einem Mann zusammenzuziehen. Das bietet sich an. Denn Männer sind wie Hunde, also treu ergeben und quasi das Gegenteil von Kannibalen-Katzen. Im Grunde ist es auch gar nicht so schwer, einfach so in das Leben eines Mannes samt Wohnung und Privatsphäre gelassen zu werden. Im Gegenteil. Die guten Kerle lassen einen sogar bereitwillig in ihre Welt eintreten und sind zunächst mal gastfreundliche und großzügige Zeitgenossen. Davon kann Frau nur träumen. Zumindest so lange, wie ihre rosarote Brille uns noch im gleißenden Prinzessinnen-Licht erstrahlen lässt. Aber was soll ich euch erzählen: Der endgültige Schritt in ein gemeinsames Leben samt gemeinsamer Bleibe birgt natürlich auch so manche Gefahren. Entscheidet man sich nämlich zum Zusammenleben, ist die knallharte Realität in Form von dreckigem Geschirr in der Spüle und Baumwollunterhosen nicht weit entfernt. Und ehe man sich versieht, ist der Alltag da. Nestbau bedeutet nämlich in erster Linie immer eines: Die letzten Hüllen fallen! Weiterlesen

Wer’s glaubt, wird selig

Mit dem Glauben ist das so eine Sache. Eine Religion verspricht gesunden Geist und Körper durch Beten, eine andere durch Meditation und wieder eine andere durch Zahlen von Kirchensteuern. Stärker als jeder Glaube an Religionen ist jedoch derjenige, der uns vierblättrige Kleeblätter suchen und an Freitagen, die auf einen 13. fallen, am liebsten im Bett bleiben lässt: der Aberglaube. Während der Glaube Berge versetzt, schafft es der Aberglaube, ganze Welten aus ihren Angeln zu heben… Weiterlesen

Clubzone März 2017

Jubel, Trubel, Heiterkeit! Mit diesen drei vielsagenden Worte lässt sich die Partylandschaft an der Saar in den letzten Wochen am besten beschreiben. Denn wieder einmal ist es so, dass uns nicht nur die üblich verdächtigen Party-Hotspots mit reichlich Feiertreiben bespaßt haben, sondern immerhn war ja auch noch der Fastnachts-Wahnsinn zu bewältgen. Aber auch nach Aschermittwoch zeigte sich, dass das Partytreiben in unserer kleinen Metropole längst wieder so richtig an Fahrt aufgenommen hat. Auch ganz ohne Pappnasen und Kostümierungen verging kaum ein Tag ohne, dass in der Clubzone nächtliche Nägel mit Köpfen gemacht wurden. Das konnte ja nur heiter werden! Also kopfüber ins wilde Treiben der letzten Wochen und der Februar hatte so einiges zu bieten.

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Clubzone Februar 2018

Kaum zu glauben, aber wahr: 2018 hatte bis jetzt schon mehr zu bieten als irgendein Monat im Vorjahr. Leider gehört da nicht nur Positives dazu, wie einem sofort klar wird, wenn man mal überlegt, was denn so das meistdiskutierte Thema im Januar in Sachen Nachtleben und Partykultur war. Zweifelsohne dürfet das die ausverkaufte MALLORCA PARTY goes APRÉS SKI im E-WERK gewesen sein, beziehungsweise deren unrühmliches Ende. Zwei Dinge geraten bei aller berechtigter Kritik und dem ganze Wehklagen in den Hintergrund, die wir uns trotzdem vor Augen halten sollten. Zum Einen ist es wirklich lobenswert, wenn neue Veranstalter unter beträchtlichen Risiken solche Megaevents an den Start bringen. Klar hätten sie vieles anders machen können oder müssen, aber den Mut so was auf die Beine zu stellen, muss man erst mal haben. Zum Anderen sollte jetzt allen Besserwissern und Haarspaltern mal klar werden, wie hervorragend organisiert üblicherweise Riesenpartys in Saarbrücken sind. Zum Beispiel die 90ER LIVE in der Saarlandhalle, die jetzt schon ein paar Mal bei restlos ausverkaufter Saarlandhalle gezeigt hat, wie reibungslose Logistik auch bei Großveranstaltungen funktionieren kann. Bevor also das nächste Mal ausgiebig über Kleinigkeiten gemeckert wird, einfach mal dran denken, wie das so ist, ohne Jacke bei null Grad im Freien zu stehen. Weiterlesen

Fastnacht für Fortgeschrittene

Normalerweise braucht der Saarländer an sich keinen besonderen Anlass zu ausgiebigen Feiern, aber die Faasenacht ist schon eine Angelegenheit höherer Vergnügungsordnung. Wie die fünfte Jahreszeit zum echten Feier- & Partyhighlight wird, dazu hätten wir ein paar Ideen. Mitmachen natürlich auf eigene Gefahr.

Worauf sich die meisten beim Thema Fastnacht am heftigsten freuen, sind ganz klar die vielen Sitzungen und Partys, vor allem zwischen Fettem Donnerstag und Aschermittwoch. Und genau so klar stehen hier „PreMaBüBa“ und „Weiberfastnacht“ mit verschiedenen Live-Bands und DJs auf mehreren Floors, ohne jeden Zweifel an erster Stelle. Diese zwei Events in der Congresshalle, dieses Jahr unter dem gemeinsamen Motto „Partystern Gaga-lactica“, gehören längst zu den größten Fastnachtsveranstaltungen im südwestdeutschen Raum und sind fraglos ein Pflichttermin.

Ebenfalls Riesentreiben und garantiert einen Besuch wert sind die „Wilde Faschingsnächte auf der Alten Schmelz“ in St. Ingbert. Nach den überaus erfolgreichen Veranstaltungen in den letzten beiden Jahren wird auch 2018 wieder im Event-Haus kräftig gefeiert. Die Besucher erwartet am fetten Donnerstag sowie am Faschingssamstag ein buntes und abwechslungsreiches Partytreiben mit Live-Musik, DJs, Männerstrip und weiteren Specials. Im Vergleich dazu eher klein und fein ist das „Hirsch Konfetti“ im Theater Blauer Hirsch. Die explosive Kombination der komödiantischen Urgesteine Helene Rauber, Willi Fries und Schorsch Seitz bietet ein Programm voller verrückter Ideen, verbaler Höhepunkte, menschlicher Abgründe und durchgeknallter Songs.

Sparkasse stürmen!

Auf keinen Fall zu kurz kommen dürfen bei der Faasenacht natürlich auch nicht die klassischen Prunksitzungen und Umzüge. Die größten und beliebtesten Sitzungen sind die der „M’r sin nit so“ am zweiten und dritten Februar in der Saarbrücker Saarlandhalle. Auf keinen Fall weniger spaßig ist die Prunksitzung der Burbacher „Mir sin do“ am neunten Februar im Bürgerhaus Burbach. In dem Zusammenhang darf man nicht unerwähnt lassen, dass die Burbacher Faasebooze mit ihren Traditionen sehr flexibel umgehen. Da es nämlich kein Burbacher Rathaus mehr gibt, wird hier jedes Jahr die Sparkasse gestürmt. Wenn das mal nicht einer falsch versteht.

Die zweite Säule der klassischen Faasenacht ist natürlich der Straßenkarneval mit seinen Umzügen. Diesbezüglich können wir gleich in Burbach bleiben, denn hier gibt es auch den größten Umzug im Lande, der am Rosenmontags vom Dammtor Luisenthal bis zum Burbacher Stern führt. Ein schönes Motto haben sie sich auch in St. Wendel einfallen lassen. „Die Straße lebt – St. Wendel bebt“ heißt es schon am Faschings-Sonntag beim großen Umzug in der Innenstadt. Ebenfalls am 11.02. startet auch der Fastnachtsumzugin der St. Nikolauser Straße in Naßweiler. Am Rosenmontag wird dann auch in Dorf im Warndt der Umzug gestartet, während Grossrosseln und Lebach erst am Faasend-Dienstag um die Häuser ziehen.

Der etwas andere Wahnsinn

Selbst für Fastnachtsverweiger und Anti-Faasebooze bietet das Faschings-Wochenende reichlich außergewöhnliche Veranstaltungen und Partys. Denn tatsächlich werden an diesen Tagen auch die Karnevalsgegner besonders kreativ und bieten außergewöhnliche Veranstaltung jenseits des Pappnasen-Mainstreams an.

So ist schon am Fetten Donnerstag mit Ausnahmezuständen im Apartment Number One zu rechnen, obwohl oder gerade weil hier kein extra Fastnachtsaufheben gemacht wird. Die Afterwork Party ist sowieso in schöner Regelmäßigkeit eine der besten Partys der Stadt. Am Faasend-Freitag schlägt die Stunde einer wirklich abgefahrenen Location, der Kastanie Night. Nicht wirklich als Tanzdiele bekannt, werden hier im eher skurrilen Ambiente die 80er Pop & Wave Hymnen der Waver, Popper, Punks und New Romantics zelebriert. Das wird mit Sicherheit ganz schön schräg. Ganz weit ab von saarländischer Fastnacht ist mit Sicherheit auch am Samstag dann die „The Noc“ Party im Gloria Stages positioniert. Hier wird eher zu polnischen Hits gefeiert, dafür aber garantiert schunkelfrei. Ganz was anders bietet, ebenfalls am 10.02. das „Lady*fest“ im Garellyhaus in der Eisenbahnstraße. Besonders interessant wird hier abends das DJ-Set von die DJ Kathrin, die normalweise als Bassistin und Sängerin der New Faces und Drummerin der Speedgirls von sich reden macht.

Kleider machen Leute

Auch wenn man durchaus an einem beliebigen Wochentag in jeder Fußgängerzone im Saarland, den Eindruck gewinnen könnte, die meisten Leute wären doch verkleidet, tatsächlich sind Kostüme und Maskierungen das Ding der Fastnacht. Mit einer gelungenen Verkleidung ist einem die Aufmerksamkeit, gerade auch des anderen Geschlechts sicher, aber umso mehr gilt hier die Maxime: Augen auf bei der Kostümwahl!

Eine gute Idee war auch schon 2017 das Einhorn, allerdings in der männlichen Version nur MIT Kostüm, und das Trend-Fabelwesen wird auch dieses Jahr ganz vorne mit dabei sein. Ganz generell werden Ganzkörperkostüme sehr angesagt sein und die helfen bei der Straßenfastnacht auch noch gegebenenfalls gegen die Kälte. Das gilt besonders für Fellkostüme und so wird wohl in dieser Session wieder allerlei Getier unterwegs sein. Angesagt sind außerdem sogenannte „Carry-Me“-Kostüme, bei denen es so aussieht, als würde man von einem Zwerg, Affen oder ähnlichem auf den Schultern getragen werden. Bei eher zurückhaltenden Verkleidungen steht ein Comeback der 1970er und 1980er zu befürchten mit Schulterpolstern, schrillen Farbe und wenn’s ganz dumm kommt auch mit Vokuhila. Muss also nicht unbedingt sein, ist aber alles immer noch besser als die zu befürchtende Masseninvasion von Donald Trump Doppelgängern. Der geht nun wirklich gar nicht, auch nicht als Kostüm.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, wendet sich rechtzeitig an erfahrene Berater bei den Kostüm-Verkäugern und –Verleihern in unserer Region. Wir empfehlen Kostümverleih Schikofsky in Köllerbach (06806-952682), Kostüme & Co DIFA in Dillingen (06831-976897), Kostümverleih Hoffmann in St. Ingbert (06894-52126) und für ein gutes Kostüm kann man auch mal in die direkt benachbarte Pfalz zu den VABO Kostümprofis (06331-46061) nach Pirmasens fahren.

Was natürlich immer geht und vor allem auch die eigene Kreativität hervorhebt, ist so Papier-Einweg-Overall wie ihn Maler und Lackierer benutzen. Kostet nur ganz kleines Geld und ist im Handumdrehen mit Wasserfarbe oder Spraylack in ein buntes Irgendwas verwandelt. Damit sieht man dann auch nicht bekloppter aus als alle anderen Kostümierten, hat aber immerhin den großen Vorteil, dass man das Teil nach der Party ruckzuck entsorgen kann, zur Not mit einem Feuerzeug. Dass das Mitführen eines aktuellen L!VE Magazin selbstverständlich auch während der Faasenacht immer von Vorteil ist, erkennt man spätestens dann, wenn man mit seiner blonden Perücke doch lieber schnell nochmal nach den Nummern der Kostümverleiher gucken will.

Fluchtziel Fastnacht

Alles hat ein Ende, aber für gewitzte Fassebooze lässt sich die fünfte Jahreszeit durchaus fühlbar ausbauen. Nur ein paar Reisestunden entfernt wird andernorts auf Hochtouren gefeiert, während in unseren Gefilden der schnöde Alltag regiert. Traumziel ist ganz klar der Karneval in Rio de Janeiro, der wahrscheinlich der größte und zügelloseste Karneval der Welt. Der brasilianische Ausnahmezustand begann als sehr bürgerliche Veranstaltung, bei der es vor allem um Bälle und Maskerade ging und ist heute pure Lebens- und Sinnenfreude. Eine kostenlose Riesenparty mit unzähligen Partys, Shows und so viel Samba, dass man gar nicht hinterher kommt mit dem Tanzen. Doch heftige Festivitäten finden sich auch in Nordamerika. Der Mardi Gras in New Orleans geht sogar über zwei ganze Wochen und lockt in dieser Zeit mehr als eine Million zusätzliche Besucher in die Kapitale Louisianas. Täglich ziehen Paraden durch die Straßen, alles tanzt, singt und wirft mit Konfetti um sich. Besonders ansehnlich hierbei der Brauch der weiblichen Zuschauer, um ein paar billige Modeschmuckketten zugeworfen zu bekommen, „obenrum“ blank zu ziehen.

Aber so weit reisen müssen Fastnachtssüchtige gar nicht, denn auch beim Fasching im belgischen Binge wird geworfen. Auch Paraden ziehen eine nach der anderen durch die Straßen, die gepackt sind mit aufwändig verkleideten Einwohnern. Nur auf eines sollte man aufpassen: die sogenannten „Gilles“ suchen sich unschuldige Zuschauer aus der Menge heraus und bewerfen sie in unbeobachteten Momenten mit Blutorangen. Das kann dann durchaus sogar auch mal schmerzhaft werden. Da empfiehlt sich dann doch eher ein Abstecher nach Ecuador. Hier wird schlechte Laune stellvertretend in Form von farbenfrohen Figuren auf riesigen Scheiterhaufen verbrannt. Dann allerdings läuft man auch hier Gefahr zum Ziel von Wurfgeschossen zu werden, glücklicherweise aber nicht mit Südfrüchten, sondern mit prall gefüllten Wasserbomben. Da zahlt sich dann auch wieder die etwas längere Anreise in die Tropen aus, weil hier dann alles in der Sonne trocknen kann.

Wer den Schaden hat …

Zum Abschluss noch ein paar Tipps, für den Fall, dass bei geballter Feierlaune mal was kaputtgeht und was man im Umgang mit Chefs beachten sollte. Wenn bei Karnevalsumzügen oder Sitzungen massenweise Kamelle und Schokoladentafeln in die Mengen geworfen werden, sind Platz- und Schürfwunden keine Seltenheit. Wer von einer Pralinenschachtel getroffen wird und eine Verletzung davonträgt, hat jedoch keinen Anspruch auf Schmerzensgeld. Das ist der Faschingstradition geschuldet, denn das Werfen von Süßwaren gehört eben dazu und Besucher müssen sich entsprechend darauf einstellen. Gleiches gilt auch, wenn bei Bällen und Partys viele Menschen dichtgedrängt auf begrenztem Raum zusammenkommen. Schnell geht beim Hardcore-Schunkeln an Kleidung oder Ausstattung was kaputt oder ein Faasebooze gießt dem anderen Bier über das teure Kostüm. Aber wenigstens greift, zumindest solange der Schaden nicht vorsätzlich verursacht wurde, die Privat-Haftpflichtversicherung des Verursachers.

Etwas vorsichtiger sollte man dann schon im Umgang mit Vorgesetzten während der tollen Tage sein, auch wenn die größtenteils eigentlich ganz normale Werktage sind. Das Krawatte-Abschneiden am fetten Donnerstag ist ein gutes Beispiel. Hier kommt es darauf an, ob man in einer Region arbeitet, wo dieser Brauch üblich ist und natürlich auf die Frohnatur des Chefs an sich. Wer als Mainzer oder Kölner an Weiberfastnacht mit Binder ins Büro geht, muss damit rechnen, dass dies als stillschweigende Einwilligung angesehen wird. Dann muss auch der humorloseste Vorgesetzte davon ausgehen, dass einer der Lohnabhängigen zur Schere greift. Aber Vorsicht in weniger karnevalistisch geprägten Regionen: in Essen wurde eine Arbeitnehmerin dazu verurteilt, für eine abgeschnittene Krawatte Schadenersatz zu zahlen.

Was nun, wenn man sich wegen ausufernder Feiertätigkeit am Aschermittwoch krankmelden muss? Wirklich ideal ist das verständlicherweise nicht. Arbeitsrechtlich sind Faasebooze aber tatsächlich geschützt. Erkältungskrankheiten sind auch nach Feiern in luftiger Verkleidung bei kalten Temperaturen als unverschuldete Arbeitsunfähigkeit anerkannt. Wenn man bei einem durch Wurfmaterial verletzt wird oder sich als Tanzmariechen den Fuß verstaucht, liegt ebenfalls kein Verschulden vor. Eigentlich gibt es kaum Fälle, in denen man bei einem fastnachtsbedingten Ausfall wirklich mit Ärger rechnen muss. Außer vielleicht man hat sich schon vorher krankgemeldet und wurde dann trotzdem beim Feiern erwischt. Abers selbst dann gibt es Tipps, nur die schreiben wir hier garantiert nicht hin, solange unsere Chefs mitlesen. In diesem Sinne: Allez Hopp!

Hallo Mikrokosmonauten: Auch Zukunftsangst?

Aus uns ist nichts geworden

Wir schreiben das Jahr 2018. Und unsere Generation – die Generation Y – wie sie gerne genannt wird, gibt nach wie vor alles. Und verliert doch immer wieder den Überblick. Wir Millennials sind zwischen 1980 und 1990 geboren. Wir feiern uns für unser durchschnittliches Studium, und dass wir irgendwann mal sechs Monate durch Australien getourt sind oder ein Praktikum in den USA gemacht haben. Wer gegen uns ist, ist ignorant und die Generation vor uns sind eh alles Langweiler, Spießer und Systemangepasste. Wir haben irgendwie die Ansicht gepachtet, dass nur wir selbst wissen, wie die Welt funktioniert. Oder? Weiterlesen