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Das Phänomen im Bademantel

Millionen Likes, Hunderttausende Fans & Follower und Talent im Übermaß! Was der gerade mal 19jährige Daniel Klein auf die Beine gestellt hat, kann sich mehr als sehen lassen – und hören! Kein anderer DJ kann sich ähnlicher Popularität auf TikTok rühmen und im Saarland ist er sowieso mit großem Abstand die absolute Nr. 1!

Vor zwei Jahren war Daniel Klein noch ein ganz normaler Abiturient im Kehl am Rhein. Ein paar kleinere Bookings als Bass und Future House DJ hatte er schon erfolgreich absolviert, aber nichts was auf die atemberaubende Karriere, mit über 450.000 Followern auf TikTok und knapp 25.000 auf Instagram, hätte schließen lassen, die der 1,87 Hüne inzwischen hingelegt hat. Tatsächlich war der Lockdown für ihn der Startschuss richtig Gas zu geben und als erster DJ auf TikTok Livestreams zu veranstalten. Aus Daniel Klein wurde D.Cline und als ihm nach seinen ersten 18 Videos die Outfits ausgingen, ereilte ihn beim Verlassen der heimischen Dusche ein Geistesblitz in Form seines Bademantels. Der wurde inzwischen zu seinem unverwechselbaren Erkennungszeichen. Inzwischen hat der Algorithmus-Flüsterer sein Abitur in der Tasche und ist wegen seines Ausbildungsplatzes seit August 2020 in Saarbrücken heimisch und bis auf den Dialekt hat er an seiner Wahlheimat nichts auszusetzen. Die „Sprache“ des TikTok Algorithmus hingegen, hat er problemlos durchschaut. Gepaart mit seinem besonderen Talent hat ihm das eine beachtenswerte Karriere als DJ und Content Creator beschert. Und so ist er praktisch direkt nach unserem Treffen auf Einladung JBL Audio schnell mal zu einem Wochenende zur Snow Party u.a. mit Martin Garrix nach Val Thorens aufgebrochen. Nicht gerade ein unangenehmer Zeitvertreib für einen jungen Mann, der noch vor wenigen Jahren mit seinem Talent am klassischen Streichinstrument überzeugte.

L!VE: Du hast wirklich Cello gespielt?

Daniel Klein: „Ja klar, ich komme aus einer relativ musikalischen Familie. Meine Mutter ist Musiklehrerin, spielt Trompete und Klavier, mein Vater hat mal Schlagzeug gespielt und meine Geschwister Kontrabass, Klarinette und Klavier. Cello habe ich seit ich acht Jahre alt war gespielt. Mit etwa elf war ich auch irgendwann mal unter den Top 16 in Baden-Württemberg. Ich habe damals jeden Tag mindestens 20 bis 30 Minuten geübt und habe das wirklich sehr gerne gemacht, besonders auch im Orchester zu spielen. Quasi als Abschluss hatte ich im Winter 2019 noch einen großen Soloauftritt mit Orchester und allem Drum und Dran, habe dann aber mit 18 aufgehört.“

L!VE: Erleichtert diese musikalische Vorbildung das DJ-Dasein?

D.K.: „Auf jeden Fall! Ich bin zwar bestimmt kein DJ bei dem alle Tracks mixed in key (in einer Tonart – Anmerkung der Red.) sein müssen, aber ich glaube so ein bisschen sollte man schon darauf achten. Man kann halt viel rumspielen als DJ. Ich zum Beispiel nutze gerne A Capellas, setze einen Loop und lasse einen zweiten Track laufen. Wenn der dann in einer komplett anderen Tonalität sein sollte, dann merkt das im Club auch einer mit 3,0 Promille.

L!VE: Zurück in die Gegenwart. Wie kommt ein talentierter Badenser ins Saarland?

D.K.: „Das hatte sich ganz lustig ergeben. Ich war ja damals schon mit meinen Live-Streams online und die kamen ja auch ganz gut an. Als ich mir dann mal die Kommentare hinterher angesehen habe, entdeckte ich eine Nachricht, ob ich nicht Lust hätte bei einer Veranstaltung der Karlsberg Brauerei in Homburg dabei zu sein. Bei diesem Influencer Stammtisch habe ich dann auch aufgelegt und bin dabei eben mit meinem jetzigen Ausbilder ins Gespräch gekommen. Nach dem Abitur war ich unsicher, was genau ich machen wollte, fand aber den Gedanken cool, eine neue Stadt kennenzulernen und habe mich dann auf Saarbrücken für meine Ausbildung zum Kaufmann für Marketing und Kommunikation eingelassen. Marketing ist für einen DJ ohnehin ganz interessant und wegen meines Abiturs konnte ich die Ausbildung ja auf zwei Jahre verkürzen und werde dann jetzt im Sommer fertig.

L!VE: Was genau hat Dich getriggert nicht nur als DJ zu performen, sondern damit auch viral zu gehen?

D.K.: „Ich glaube, das war Neugierde und vielleicht auch ein bisschen Langeweile. Über einen Freund, DJ Olde, der ja auch schon hier in der Alten Schmelz aufgelegt hat, bin ich an ein paar Clubs und meine ersten Warm-Up Gigs gekommen. 2017 hatte ich mit dem Auflegen begonnen, was von Anfang an großen Spaß gemacht hat, auch wenn ich damals noch nicht wirklich 18 war. Als dann der Lockdown kam, haben recht schnell viele Deejays damit begonnen, zum Beispiel auf YouTube live zu streamen. Das fand ich schon cool, wollte da auch was machen, aber auf jeden Fall mein individuelles Ding mit etwas ganz Neuem. Das war dann TikTok, wo zu dem Zeitpunkt nicht ein einziger DJ was gemacht hat. Damals hatte TikTok aber eine Sperre, die verhinderte, dass man live streamen konnte, bevor man nicht wenigstens 1.000 Follower hat. Das hieß für mich im ersten Schritt, Videos hochzuladen, um auf diese Zahl zu kommen. Das mit den Videos hat sich dann so krass entwickelt, dass ich es weiter gemacht habe, auch als ich längst streamen konnte, einfach auch um meine Live-Streams zu pushen. Denn damals war es so, dass die Streams nur so erreicht werden konnten, indem eine Person dir folgte und benachrichtigt wurde oder wenn du mit einem Video auf der „For you“ Page erscheint und du genau in dem Augenblick auch live bist. Deswegen hatte ich das dann damals genau durchgeplant. Ich habe meine Videos immer um Punkt 19.30 Uhr hochgeladen, weil ich herausbekommen hatte, dass der Algorithmus ungefähr eine halbe Stunde brauchen wird, bis er bewertet, ob das Video viral gehen wird oder nicht. Wenn das Video dann nach 30 Minuten schon zehn- oder zwanzigtausend Aufrufe hatte, dann geht es noch wesentlich höher. So bin ich dann immer genau nach dieser halben Stunde „live“ gegangen, weil das dann genau der Zeitpunkt war, wo es komplett ausgestrahlt wurde. Und weil die Leute dann das Video auf ihrer „For You“ Page hatten, gelangten sie entsprechend auch zum Live-Stream. Und man muss natürlich zusehen, dass man die Leute bei der Stange hält. Da kommt dann auch der Bademantel ins Spiel, auch wenn das Anfang schon ein bisschen skurril war. Aber es catcht die Leute einfach und so habe ich die Leute auch ein bisschen gereizt, indem ich am Anfang gesagt habe, bei 200 Zuschauern kommt der Bademantel. Anfangs hatte ich ganz normal aufgelegt, aber wenn dann die Zahlen stimmten und ich im Bademantel aufgelegt habe, kam es halt auch vor, dass neue Leute dachten „Ach wie irre, da gibt es einen DJ auf TikTok und der legt auch noch im Bademantel auf!“. Mit den Videos ist es so, dass ich mir sage, ich möchte den Leuten einfach nur für eine Minute ein gutes Gefühl geben und sie sich unterhalten fühlen. Das ist natürlich leichter, wenn man von den Songs immer nur kurze Ausschnitte nutzt und langweilige Intros weglässt. So wird dann richtig viel Dopamin ausgeschüttet. Das ist halt die Gefahr bei TikTok, weil es so rasend schnell von einem Video zum nächsten geht, da man ja nur mit einem Fingern scrollen muss.

L!VE: Wie wichtig ist es, die TikTok zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen und sich zu eigen zu machen?

D.K.: „Die ersten Posts Ende 2019 waren nur so ein Ausprobieren. So richtig los ging das dann mit dem ersten Lockdown im Februar 2020. Da hatte ich ein virales Video gehabt, ein Mashup von Kazim Akbogas „Is mir egal“ mit Michael Wendlers „Egal“, dass wirklich durch die Decke ging und total im Trend lag. Ich hatte das ohne großartige Hintergedanken oder Erwartungen hochgeladen und am nächsten Morgen hatte das Teil Hunderttausende Aufrufe. Das war schon irgendwie irre, wie schnell das welche Ausmaße angenommen hat. Den einen Augenblick sitzt man noch in der Schule und am nächsten Tag fast einen halbe Million Views mit Tausenden von Kommentaren. Das war die unglaubliche Chance, die TikTok damals geboten hat und die das Medium auch zum damaligen Zeitpunkt einmalig machte. Das wäre auf keiner anderen Plattform möglich gewesen, in so kurzer Zeit so stark organische Reichweite zu generieren. Der TikTok Algorithmus hatte so stark darauf basiert, dass zur Beurteilung des Contents immer genau drauf geschaut wurde, wie die Leute, die sich das angeschaut hatten, darauf reagierten. Umso positiver die Reaktion, an umso mehr Nutzer wurde das Video dann ausgestrahlt. Auf diese Weise hat sich halt „guter“ Content mit Qualität durchgesetzt. Das hat sich inzwischen geändert, da TikTok die Beiträge eher in verschieden Gruppen kanalisiert. Trotzdem mache ich gerne da weiter meine Videos, einfach um die Leute zu unterhalten, während ich zum Beispiel auf Instagram den Fokus darauflege, meine Gigs und Termine zu promoten.

L!VE: Hat Dein „virtueller“ Fame Deine Art aufzulegen verändert, jetzt wo die Clubs wieder da sind?

D.K.: „Das hat natürlich meine Performance komplett beeinflusst, sowohl vom musikalischen Genre her wie auch beim Auftritt. Wenn ich früher in den Clubs aufgelegt habe, hatte ich schon immer wieder versucht ein bisschen Ironie oder lustige Momente einzubringen. Ich mag es mit kurzen Memes den Leuten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und dann kommt ein geiler Drop, das liebe ich! Oder ich spiele manchmal auch einen „Heidi“ Remix, wenn der so richtig ballert, das ist für die Leute schon extrem lustig, genau wie ein „Barbie Girl“ Remix von mir. Sowas habe ich schon aufgelegt, bevor ich TikTok gemacht habe, aber mein Auftritt an sich hat sich jetzt schon massiv verändert. Früher habe ich in den Clubs ja viele Stunden am Stück aufgelegt, inzwischen spiele ich ja nur noch 90 Minuten-Sets. Die sind professionell aufgebaut und vorbereitet. Und wenn ich dann zur Peaktime, vom Warm-Up-Deejay angekündigt und mit Einspieltrack direkt im Bademantel auftrete, stehen sie alle schon da mit Handylampen und-kameras und filmen und machen Fotos. Das kann man wirklich nicht mehr mit früher vergleichen. Als ich beispielsweise im Secret Club in Trier aufgelegt habe, hat der Besitzer mir vorher schon mal den Club gezeigt und obwohl ich noch „normale“ Kleidung anhatte, wurde ich schon viermal auf Fotos angesprochen. Nach meinem Set haben die Leute dann nochmal mit mir im Bademantel noch mehr als eine halbe Stunde Fotos und Selfies gemacht. Das ist dann schon ein ganz besonderes Gefühl, eine ganz andere Wirkung, wenn man die Popularität so hautnah erfährt. Die Zahlen auf Social Media sind ja irgendwie irreal, was sind 450.000 Follower? Wie viel das aber in Wirklichkeit ist, erfährt man dann eben auch runterskaliert im Club. Das war so der erste Moment, wie viele das in Wirklichkeit sind. Das ist schon sehr beeindruckend!“

L!VE: Wie wichtig ist das Ziel, davon leben zu können?

D.K.: „Es ist auf jeden Fall ein Traum. Damit meine ich noch nicht mal unbedingt das Geld, sondern vor allem auch die Möglichkeit, die Welt zu bereisen, am Wochenende aufzulegen und davon eben leben zu können. Als Grundlage dafür muss man aber die Interessenlage möglicher Kooperationspartner verstehen. Die schauen nicht mehr nur stur nach Reichweite, sondern nach Qualtität und der Möglichkeit Markenidentitäten zu realisieren. Wenn irgendein Influencer zwar momentan viele Follower hat, da aber kein wirklicher Markenkern dahintersteckt, dann ist das für die Firmen nicht attraktiv sich zu engagieren. Sie würden zwar eine Menge Leute erreichen, aber nicht wirklich was, um ihre Marke auszubauen. Was das angeht, bin ich in dieser Hinsicht attraktiver, weil ich stabile Alleinstellungsmerkmale biete. Aber natürlich achte ich darauf, mir auch andere Standbeine aufzubauen, verlasse mich auf keinen Fall nur aufs Djing. Ich weiß auch wie schnell es in den Sozialen Medien rauf und runter gehen kann und versuche mich deswegen breiter aufzustellen.

L!VE: Das bedeutet doch nicht etwa ein mögliches Ende des Bademantels?

D.K.: „Da lege ich mich nicht fest. Als ich jetzt mit einem Designer aus England zusammengearbeitet, der mein Logo umgesetzt hat, war es mir wichtig, dass der Bademantel nicht Bestandteil des Logos ist, einfach um auch in dieser Beziehung unabhängig zu sein. Aber der Bademantel hat schon einen enormen Wiedererkennungswert, weswegen ich ganz aktuell keinen Grund sehe mich von ihm zu trennen.

Die nächste Gelegenheit sich von den wirklich herausragenden Skills von DJ D.Clinemusic beeindrucken zu lassen, bietet sich am 28. Mai bei der InfluencAreLovers in der KUFA mit Top-Influencern aus ganz Deutschland, darunter DJ Elias Everest aus Hamburg und natürlich legt der Meister im Bademantel auch selbst Hand an. Immerhin feiert er bei der Gelegenheit in seinen Geburtstag rein, den Zwanzigsten.

Die Fotoprinzessin

Take a closer look, there is so much more

Genau hingucken lohnt sich auf jeden Fall, nicht nur bei der ungemein attraktiven Fotografin Jennifer Prinz selbst, sondern insbesondere bei ihren Fotografien. Kaum zu glauben, dass sie erst seit knapp zwei Jahren „ernsthaft“ durch den Sucher schaut. Umso mehr ein wirklich guter Grund hier mal einen ganz aufmerksamen Blick zu riskieren – oder zwei!

Ganz viele junge Menschen träumen von einem Job als Fotograf, genau das wäre aber für die gebürtige Püttlingerin das exakte Gegenteil ihres Wunschtraums. Für Jennifer Prinz steht der Spaß an erster Stelle und für den braucht sie vor allem künstlerische Freiheit, die sie durch die Zwänge eines Broterwerbs mehr als gefährdet sehen würde. Ihre Fotografie soll auf gar keinen Fall in Stress ausarten und unbedingt immer noch Spaß bleiben. Gelernt hat sie mal Hotelkauffrau in einem durchaus renommierten Haus in Saarbrücken, betreibt aber mittlerweile gemeinsam mit ihrer Mutter eine kleine Kette von Dampfläden und bietet dort alles rund um E-Zigaretten, Dampfen und e-Liquids.

Ihre „Fotokarriere“ war von Beginn an ein Selbstläufer und ein Schritt ergab sich immer aus dem vorherigen, ohne dass sie viel dafür tun musste. Angefixt vom Vater ihres Verlobten, der ihr erste Tipps gab, hatte sie angefangen mit Makroaufnahmen, die es ihr schon immer angetan hatten, genau wie Landschaftaufnahmen. Beides nicht unbedingt typische Themen für viele junge Fotokünstler, aber eben genau ihr Ding. Dann kamen schnell die Leute auf sie zu und fragten nach Portraits, dann nach Hochzeitsbildern und so kam eins zum anderen. Für sie in jedem Fall wichtig, ist immer die Stimmung, aus der heraus ihre Aufnahmen entstehen. Gerne ist Jennifer Prinz auch mit einer Gruppe Gleichgesinnter unterwegs und mit denen sitzt dann auch mal stundenlang in der Gegend rum und wartet auf einen Sonnenaufgang.

L!VE: Seit wann machst du „ernsthaft“ Fotos?

Jennifer Prinz: „Ich habe schon immer gerne fotografiert, allerdings vor ein paar Jahren einfach so, mit wenig Ahnung und ‘nem alten Handy, so richtig ernsthaft fotografiere ich seit Herbst/ Winter 2020.“

L!VE: Wie kam es dazu?

J. P.: „Meine künstlerische Ader habe ich auf jeden Fall von meiner Mutter geerbt, die, seit ich denken kann, alles bemalt und dekoriert, was ihr in die Finger kommt. Jedoch war mein Schwiegervater in spe schuld am Kauf meiner ersten richtigen Kamera. Er hat früher häufiger für Online- Magazine fotografiert und als ich das erste Mal seine Kamera in Händen hielt, war es um mich geschehen!“

L!VE: Hast Du einfach losgelegt und Dir Deine Skills selber beigebracht?

J. P.: „Mein Schwiegervater in spe hat mir alle wichtigen Basics, um eine Kamera überhaupt manuell bedienen zu können, beigebracht. Meine beste Freundin hat sich dann Gott sei Dank auch häufig als Model zur Verfügung gestellt. Der Rest kam dann von allein, Stück für Stück.“

L!VE: Welche Kamera war Dein Einstieg und womit fotografierst Du aktuell am liebsten?

J. P.: „Meine erste Kamera war eine Panasonic Lumix GX80, dann kam die Lumix G9, die ich heute noch für meine Makroaufnahmen benutze. Aktuell fotografiere ich hauptsächlich mit der FUJIFILM X-T4. Ziemlich retro, mit vielen kleinen Rädchen und Knöpfchen und eigenem Kopf. Die liebe ich so sehr, dass ich sie jetzt als Tätowierung auf meinem Oberschenkel trage.“

L!VE: Welche Einflüsse sind wichtig für Dein heutiges Arbeiten?

J. P.: „Schwer zu sagen, es gibt viele Künstlerinnen auf Instagram und Co., die ich sehr beeindruckend finde. Am wertvollsten und lehrreichsten sind für aber immer noch die Fototouren mit Freunden, bei denen wir uns austauschen und einfach irgendwo an Spots rumsitzen, mit einem kühlen Bier in der Hand, um dann auf den „perfekten“ Sonnenuntergang zu warten.“

L!VE: Hast Du eine spezielle Motivation?

J. P.: „Alles geht in der heutigen Zeit so schnell, Bilder werden in Sekundenschnelle konsumiert und ich möchte, dass Leute bei meinen Fotos vielleicht kurz im „Scrollrausch“ innehalten und die eingefangene Stimmung auf sich wirken lassen.“

L!VE: Hast Du irgendwelche bevorzugten Stilrichtungen oder Lieblingsmotive?

J. P.: „Da bin ich ganz frei. Ich liebe Naturaufnahmen, Makros, Portraits, Familienshootings und Hochzeiten. Am wichtigsten ist es für mich, echte Momente festzuhalten. Wenn die Mutter des Bräutigams während der Zeremonie ein paar Tränchen vergießt, wird eben draufgehalten, komme was wolle!“

L!VE: Noch kurz zur Technik die Gretchenfrage: digital oder analog?

J. P.: „Digital! Ich mag den analogen Look zwar sehr, aber die Möglichkeiten in der schnellen Nachbearbeitung, direkt nach dem Shooting sind für mich einfach essenziell.“

L!VE: Was nimmst du für die Nachbearbeitung?  

J. P.: „Ich nutze fast ausschließlich Lightroom. Die Nachbearbeitung spielt schon eine große Rolle, ich verändere meine Bilder nie grundlegend, aber ein bisschen Sättigung hier und ein bisschen mehr Schärfe da, können schon einiges bewirken. Das Ganze auch mal gerne in der abgespeckten Version auf dem iPad, einfach weil das Arbeiten mit einem Stift schon richtig cool ist.“

L!VE: Welche Rolle spielt Social Media bei der Veröffentlichung Deiner Bilder für Dich?

J. P.: „Ich poste meine Bilder seitdem ich ernsthaft fotografiere, sowohl auf Facebook als auch auf Instagram. Beides dient mir als Portfolio und ich mag es die Leute auf meiner fotografischen Reise mitzunehmen und zu schauen wie die Reaktionen sind.“

Mehr Foto-Prinzessin auf foto-prinzessin.jimdosite.com und @foto.prinzessin

The Show must go on

Whitney Houston, Elton John, Snoop Dogg, die Rolling Stones und Queen, David Guetta oder Bruce Willis, Kevin Costner und zahllose andere Megastars hätten garantiert keine Verbindung zu Saarbrücken, wenn da nicht Veranstalter Dragan Nikitovic wäre. Der arbeitet nämlich seit über 50 Jahren nur mit den wirklich ganz Großen im Showbusiness zusammen. Jetzt feierte der Mann seinen 70. Geburtstag gehabt.

Ganz aktuell sind seine nächsten Konzerte Gitarrenlegende Eric Clapton in Prag und die mehrfache Grammy-Abräumerin Dua Lipa in Bratislava. Allein damit stellt Dragan Nikitovic zweierlei unter Beweis: erstens die unglaubliche Bandbreite an Megastars, die er auf die Bühne bringt und zweitens sein internationales Renommee, das es ihm erst ermöglicht, solche Events in aller Herren Länder auf die Beine zu stellen. Entsprechend erreicht Namedropping bei ihm ganz andere Größenordnung, denn die Reihe der bereits genannten lässt sich praktisch beliebig und durch alle Musikrichtungen ergänzen: AC/DC, Foo Fighters, Motörhead, Simple Minds, Lionel Richie, Ice-T, 50 Cent, Kylie Minogue,  Bob Marley, Julio Iglesias, Jose Carreras, Montserrat Caballé – um nur mal ein weiteres Dutzend seiner „Schützlinge“ zu nennen.

Aber beginnen wir am Anfang. 1962 kommt er mit seinen Eltern ins schöne Saarland immigriert und wächst in Spiesen auf. Er geht ganz normal zur Schule, mal abgesehen von der Tatsache, dass damals sogenannte „Gastarbeiterkinder“ schon noch einen gewissen Seltenheitswert hatten und schafft es zuletzt sogar aufs Gymnasium in Dudweiler. Doch schon mit 15 Jahren erwischt ihn dann der Konzertvirus, der sein Leben bis heute bestimmt. Sein erstes Konzert veranstaltete Dragon in der Spiesener Turnhalle. Die lokale Band Napalm und RS Rindfleisch aus Saarbrücken stehen auf der Bühne und das Ganze wird ein voller Erfolg. 1970 setzt er sich in den Kopf, die Krautrocklegenden Guru Guru, die in Deutschland ganz weit vorne waren, zu buchen. Die Kohle für die Vorkasse, insgesamt 3.000 Mark (Für die jüngeren und ungebildeteren Leser, das war die Währung, bevor der Euro kam. – Anm. d. Red.), musste er sich von seinem Vater leihen, der ihm im Gegenzug das Versprechen abnahm, sich danach voll auf die Schule zu konzentrieren. Entsprechend angespannt war der knapp 18jährige dann am Abend der Veranstaltung.

„Das Konzert begann um 19.00 Uhr mit einer Vorband und als dann gerade mal fünf oder sechs Leute kamen, verlor ich ein bisschen die Nerven, bin aus der Halle raus, und ins „Lord Nelson“ gefahren, die erste Disko von Frank Farian. Da war ich dann drauf und dran mir die Kante zu geben, obwohl ich eigentlich ja nicht trinke, aber dann kamen immer mehr Leute rein, die erzählten, dass in beim Konzert mittlerweile die Hölle los war und Mitfahrgelegenheiten suchten. Ich ins Auto und zurück in die Halle und die platzte tatsächlich aus allen Nähten.“

Sensationelle 4.000 Mark hat er an diesem Abend verdient. Trotzdem erinnerte sein Vater ihn an das Versprechen, sich auf die Schule zu konzentrieren, was aber dann komischerweise irgendwie im Sande verlief. Denn Dragan hat in der Folge praktisch alle bekannten deutschen Bands nach Spiesen und Völklingen gebucht und hatte damit auch Erfolg. Immerhin war er damals tatsächlich der Einzige, der im Saarland Rock-Konzerte machte. Der nächste Schritt war dann der nach Saarbrücken in die ATSV-Halle, wo damals dann die ersten internationalen Bands wie T. Rex, King Crimson oder Manfred Mann’s Earthband auf der Bühne standen. Wenn es tatsächlich mal schlecht lief, ist er Taxi gefahren und als Diskjockey war er auch noch am Start.

1975 startet er weiter durch, nutzt auf dem Uni-Campus auch Aula und Audimax für Konzerte und veranstaltet dann zusätzlich wenig später die legendären „Gaudimax“ Faschingspartys. Ein ausgesprochen erfolg- wie ertragreicher Abschnitte seines Schaffens, doch für ihn ist es der Moment für eine erste Auszeit. Er schnappt sich sein ganzes Hab und Gut, 80.000 Mark in bar, und macht sich von Istanbul aus mit dem Bus durch Persien und Afghanistan auf nach Indien. Nach elf Monaten war das Geld alle und nachdem die letzten Groschen für das Flugticket nach Frankfurt draufgegangen waren, musste er als Schwarzfahrer im Zug nach Saarbrücken reisen. Bei einem Kneipenbesuch im Jahr 1978 bekam Dragan dann zufällig mit, dass der Laden zu verkaufen war und übernahm ihn kurzerhand. So beginnen die Jahre im „Brennenden Berg“, mit kleinen Konzerten in der Kneipe und größeren unter anderem dann auch in Sulzbach und der Saarlandhalle. Aber gleich wo, alle Konzerte laufen unter dem Label „Brennender Berg präsentiert“.

„1985 habe ich AC/DC mit Whitesnake als Vorgruppe in der Saarlandhalle gemacht. Die fragten dann nach dem Konzert, wo sie denn was zu Rauchen und so bekommen könnten. Ich hab‘ denen dann gesagt, da müsst ihr in diese Kneipe, hab‘ aber verschwiegen, dass die mir gehört. Eigentlich war da Montagabends um 23 Uhr natürlich überhaupt nix los, aber da fuhren dann in dieser Nacht vier Tour-Busse vor und es gab eine Wahnsinnsparty, denn natürlich hatten auch längst „normale“ Konzertbesucher mitbekommen, wo immer die Aftershow-Partys stiegen.“

Dragan baut sein Konzertbusiness weiter aus und beginnt auch außerhalb des Saarlandes Konzerte zu organisieren. Den Brennenden Berg aber, muss er nach sieben Jahren und Streit mit den Verpächtern verlassen, findet aber sofort in Herrensohr das vormalige katholische Vereinshaus und macht daraus sein „Waldcafé“. Nach über einem halben Jahr Renovierungsarbeiten hat er jetzt nicht nur eine neue Kneipe, sondern gleich auch einen dazugehörigen Saal, der sogar für Konzerte mittlerer Größe geeignet ist. Der war zwar nur zur Hälfte gestrichen, weil schließlich das Geld nicht reichte, doch das tat der spektakulären Eröffnung mit keinem Geringerem als Eric Burdon auf der Bühne keinen Abbruch.

„Um wirklich große Namen nach Herrensohr zu bekommen, hatte ich den Agenturen, die ich ja alle längst gut kannte, ein einfaches Angebot gemacht: Wenn eure Bands auf Tour gehen, müssen die ja vorher viel proben. Das könnt ihr bei uns machen, kostenlos, und dafür kriegen wir dann das erste Konzert, wenn die Tour losgeht. Das haben viele angenommen und so haben wir Künstler präsentieren können, die sonst niemals in einer Halle dieser Größenordnung gespielt hätten. Das hatte dann aber auch zur Folge, dass es manchmal so voll war, dass wir die Tür zu den Toiletten aushängen mussten, weil die sich vor lauter dichtgepackten Leuten nicht mehr hätten öffnen lassen.“

Wirklich namhafte Acts geben sich fortan die Klinge in die Hand und auch der Saarländische Rundfunk nutzt das „Waldcafé“ für verschiedene Aufzeichnungen. Doch 1990 hat die katholische Kirche genug von dem angeblich unheiligen Treiben, aber wenn eine Tür sich schließt, öffnet sich eine andere. Konzertbesucher bringen ihn auf die Idee, seine Veranstalteraktivitäten ins Ausland zu erweitern.  Damit bloß keine Freizeit aufkommt, steht also ab jetzt auch Luxembourg auf seiner Agenda. 1996 eröffnet er sogar extra eine Niederlassung im Nachbarland und bespielt künftig vor allem die großen Hallen in Remich und Bettange. Wieder sind es die Superstars der Zeit, wie Santana, Jeff Beck und Jethro Tull, die für volle Konzerte sorgen. Gleichzeitig etabliert er Dragan einen ganz neuen Geschäftszweig. Er vermittelt nur die Künstler an Konzertmacher, anstatt selber den Veranstalter zu geben.

„1998 kam eine erste Anfrage aus Russland. Da hatte Veranstalter vergeblich versucht die Soul-Legende James Brown zu buchen. Ich konnte helfen und das Resultat waren dann zwölf Konzerte in ganz Russland, von St. Petersburg bis Wladiwostok. Bei der Premiere in Moskau hatte allerdings die Airline große Teile des Gepäcks verschlampt, weswegen die Band barfuß auftreten musste. Das wiederum war dann das Thema für die russischen Reporter, die unbedingt von mir wissen wollten, warum die ohne Schuhe aufgetreten mussten und da eine Riesenstory über den Umgang mit Farbigen beim Klassenfeind erwarteten.“

Zu der Zeit beginnt Dragan dann damit Anzeigen in Lifestyle-Magazinen wie GQ oder Playboy zu schalten, um mit Blick auf die östliche Oligarchie seine Dienste bei der Vermittlung von Weltstars für private Feste der Superreichen anzubieten. So kommt zur Zusammenarbeit mit Jennifer Lopez, dann reist er mit Kylie Minogue unter anderem zu einem Auftritt bei einem 30. Geburtstag in St. Petersburg und mit Julio Iglesias zum 60. des Präsidenten von Kasachstan, feiert mit Kochikone Paul Bocuse in einem extra ausgeräumten Naturkundemuseum und eröffnet mit Bruce Willis das Filmfestival in Nur-Sultan.

„Das Problem war ganz oft der Alkohol, denn die haben Roederer Cristal Champagner gesoffen. Mir war das egal, weil ja keinen Alkohol trinke, aber mancher Künstler hatte da das Nachsehen. Eines Morgens beim Frühstück kam eine sichtlich derangierte Kylie zu mir an den Tisch und hielt sich den Kopf. Ich habe sie natürlich gefragt, was denn so schlimm sei. Da hat sie ihre Hand von der Stirn genommen und zum Vorschein kam die unübersehbar „eingeprägte“ Spur der Kante des Tisches, auf dem sie mit dem Kopf drauf eingeschlafen war.“

Seit Mitte der 2000er hat sich Dragan immer mehr auf solche Vermittlungen konzentriert, auch wenn er natürlich weiterhin eigene Konzerte auf die Beine stellt. Doch die Tatsache, dass sich zum Beispiel hier in Saarbrücken mittlerweile eine Vielzahl von Mitbewerbern gegenseitig das Leben schwer macht, bremst seine Begeisterung zunehmend. Selbstverständlich hatte auch ihn die Pandemie ausgebremst, doch ganz aktuell plant er bereits an acht Terminen mit der Band Foreigner und hat schon wieder drei eigene Riesenkonzerte in der Durchführung – mit Eric Clapton, Dua Lipa und den Red Hot Chilli Peppers. Und mit den DJ-Größen unserer Tage hat er unlängst auch schon seine Erfahrung gemacht.

„David Guetta hab‘ ich mal nach Belgrad vermittelt, noch gar nicht so lange her. Eine Viertel Million Euro für drei Stunden laut Vertrag. Nach zwei Stunden und ein bisschen meint der zu mir: „So, noch fünf Minuten.“. Ich gucke ihn verwundert an und sage: „Aber im Vertrag hatten wir doch drei Stunden ausgemacht?“ Darauf er: „Meine Stunde hat nur 45 Minuten.“ Ich direkt zum örtlichen Veranstalter und habe dem das erzählt. Der wiederum zu mir: „Sag ihm, wenn er jetzt aufhört, brechen wir ihm beide Beine und beide Arme und darüber beschweren kann er sich dann auch nicht, weil auch sein Kiefer gebrochen wird.“ Das habe ich Guetta ausgerichtet und er hat drei volle Stunden plus zehn Minuten Zugabe gespielt.“

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„Die Original „Lucille“ ist ein Geschenk von Blueslegende B.B. King und Dragan wird sie nie hergeben, auch wenn Sammler aus Fernost sechsstellige Angebote machen“

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Francis Prymerski

Einer der profiliertesten Konzertfotographen Europas

„Dragan ist einer meiner besten Freunde! Wir teilen viele Erinnerungen und Anekdoten, die sich während zahlloser Konzerte, Festivals und Tourneen angesammelt haben. Es sind diese Begegnungen, die wir nicht vergessen können, die Teil unseres Schicksals sind. Mit einem Freund wie Dragan an meiner Seite scheint in dieser Unterhaltungsindustrie kein Weg zu lang zu sein. Danke Dragan, dass du mein Freund bist! „Alte Freundschaft fürchtet keinen Rost“ (französisches Sprichwort).“

Jörn „das Freak“ Dreßler

Saarlands bekanntester Radio- und Musik-Freak

„Dragan Nikitovic, ich kenne keinen bekloppteren Musikfreak, im positiven Sinn. Von Dragan könnte der Satz stammen: „Geht nicht – Gibt es nicht!“ Ich liebe all diese verrückten Geschichten aus dem Leben des Dragan, als Frank Zappa von Dragans Mama bekocht wurde, der brennende Berg, ZZ Top und Gary Moore in Saarbrücken… Das wäre ein echt guter Stoff für einen Film!“

Jörn Mundanjohl

L!VE Konzert & Co Ressortleiter

„Wenn ich an Dragan denke, muss ich immer an ein Gespräch mit dem legendären US-Promotor Barrie Marshall im Umfeld eines Paul McCartney Konzertes in Zürich denken. Barrie Marshall fragte mich: „Aus welcher Stadt kommst du?“. Mit der Antwort „Saarbrücken, Saarland“ konnte er nicht viel anfangen konnte, bis ich erklärte „Saarbrücken, that’s the city where Dragan from Joybringer Concerts lives!“ und er freudig strahlend entgegnete „Oh yes, Dragan! All my best wishes to him and the beautiful city of Saarbrücken!“ Alles Gute zu Deinem 70. Geburtstag, Dragan!“

Hauptsache was mit Mode

Wie kommt eine „Germany’s Next Topmodel“ Gewinnerin nach Saarbrücken? Weil das Saarland in Sachen Mode einfach mehr zu bieten hat, als man denkt. Neben talentierten Modemachern und Fotografen, von denen wir ja schon einige in unserem Magazin vorgestellt haben, gibt es hier auch außergewöhnliche Models und Stylisten. Der Saarbrücker Oliver M. Fall vereinbart gleich beide Jobs in einer Person.  Da haben wir gerne mal genauer hingeschaut.

Seit gute Nachrichten Mangelware sind, macht es besonders viel Spaß, auch mal von etwas Positivem zu berichtigen, das nicht auf einen Corona-Infekt hindeutet. Besonders, wenn es um einen gewissen Oliver M. Fall geht. Der Mann, der noch nicht wirklich entschieden hat, ob er nun Art Director, Model, Fashion-Stylist oder Personal Shopper ist, wuchs in Saarbrücken auf und will auf jeden Fall etwas mit Mode machen. So vielfältig wie seine Talente sind auch seine Wurzeln. Sein Vater ist Moslem und kommt aus dem Senegal. Seine Mutter stammt aus Israel. Er selbst sieht sich daher – wenig verwunderlich – aus Mix aus einem Mix. Das erklärt vielleicht seine vielfältigen Talente.

L!VE: Bei Dir wird es ja schon bei der Frage nach dem Beruf etwas tricky?

Oliver M. Fall: „Es geht, eigentlich bin ich bin gelernter Kaufmann im Einzelhandel, habe aber die letzten gut 18 Jahre fast alles querbeet in der Modebranche gemacht. Angefangen als normale Aushilfe in der Boutique für 5,80 Euro ohne Mindestlohn damals, weil ich einfach, was starten wollte, bis hin zum Bezirksleiter und Visual Merchandise, wenn es ums Kreative ging. Aktuell bin ich stellvertretender Storemanager bei einem bekannten Filialisten. Im „Zweitberuf“ versuche ich als Stylist und Multitalent im Bereich Fashion weiter durchzustarten, zum Beispiel bei Fotoshootings mit „Germanys Next Topmodel“ 2018 Gewinnerin Toni oder auch überregional bekannten Fotografen wie Sabrina Kleinas, die ich bei ihren Shootings supporte.“

L!VE: Der Job im Einzelhandel ist also quasi „nur“ die sichere Basis, was in Pandemiezeiten ja sicher nicht das Schlechteste ist?

O.M.F.: „Ja, klar. Die Branche ist im Moment schon sehr unsicher. Hat man Aufträge, hat man Geld, aber das ist in der Coronazeit nichts, worauf man sich alleine verlassen kann. Im Handel hingegen, kommt es zwar drauf an, wie gut die Onlineshops des jeweiligen Unternehmens etabliert sind. Ich habe bis vor Kurzem noch für Bershka gearbeitet, die ja wie z.B. Zara zu Inditex gehören und muss sagen, die haben sich wirklich sehr schnell mit der Corona-Situation arrangiert. Statt Homeoffice haben wir zu Beginn der Pandemie die Online-Sendungen im geschlossenen Store fertig gemacht. Als es wieder losging, war dann aber auch der Laden ganz schnell wieder für den „normalen“ Kunden hergerichtet, weil die Ware ja schon vor Ort war. Mann muss schon erkennen, dass vor der Pandemie der Online-Anteil des Geschäfts bei 15 bis 20 Prozent lag, während wir uns mittlerweile trotz wieder geöffneter Läden bei knapp 50 Prozent bewegen. Das wirkt sich natürlich auch auf den „klassischen“ Verkauf vor Ort an sich aus und sorgt schon hier und da für etwas bangen.“

Egal welcher Style, bei Mode blühe ich auf!

L!VE: Auf deinem Insta-Account findet sich neben Model, Art Director und Stylist auch noch der Eintrag „Personal Shopper. Wie funktioniert das denn?

O.M.F.: „Das war tatsächlich so, dass mich immer wieder Leute gefragt haben, was sie tragen sollen oder was sie wie kombinieren könnten. Stellenweise läuft das dann genauso ab, wie man es mitunter bei den entsprechenden Sendungen und Serien im TV sieht. Das heißt, ich gucke zuerst mal was denjenigen überhaupt als Person beschreibt, dann natürlich auch nach Lieblingsfarben und -Silhouetten. Gibt es Vorbilder, was den Look angeht, in was wird sich am wohlsten gefühlt? Auf diesen Key-Items baue ich dann auf und beginne damit, den Kleiderschrank komplett neu zu organisieren, erstmal ohne shoppen zu gehen. Aus dem Vorhandenen baue ich dann Outfits, die als Grundlage dienen. Dann allerdings geht’s an Shoppen mit sorgfältiger Beratung und Begleitung. Denn dabei muss man aufpassen, dass man Items kauft, die einem stehen, den eigenen Look ausbauen, die man auch wirklich trägt und man nicht nur mit irgendwelchen exotischen Sachen nach Hause kommt, die dann aber nur ewig im Schrank hängen und schließlich auf Vinted oder anderen Portalen verkauft oder getauscht werden.“

L!VE: Und dafür gibt es einen Markt an der Saar?

O.M.F.: „Ich biete das ja nicht nur hier im Saarland an. Das fing damit an, dass Leute aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis mich fragten, ob ich nicht mal vorbeikommen könnte und schon war ich in Mannheim oder Frankfurt. Und wenn die Kunden zufrieden sind, wechseln auch schon mal dreistellige Beträge den Besitzer. Diese Dienstleistung ist halt immer noch eine Marktlücke und tatsächlich baue ich meinen Kundenkreis immer weiter aus. Wenn es hier überhaupt jemand gibt, der sich in irgendeiner Form mit dem Thema beschäftigt, dann sind das die typischen Influencer oder Blogger. Die posten dann Hunderte von Fotos, die dann zwar von sehr vielen Menschen gesehen oder geliket werden, aber die geben halt nicht wirklich Tipps, wie man erfolgreich einen Look kreiert. Tolle gestylte Outfits sind dank Instagram und Co. allgegenwärtig. Die Leute vergleichen und messen sich immer mehr damit, erkennen aber im gleichen Augenblick, dass sie das selber nicht hinkriegen.“

L!VE: Aber sollte das nicht Sache des Einzelhandels sein?

O.M.F.: Ich denke, da gibt es einen untersorgten Bedarf, denn eigentlich war es noch nie so einfach sich gut anzuziehen und zu stylen wie heutzutage. Aber ohne richtige Beratung, die es eben im Einzelhandel ja kaum noch gibt, fühlen sich viele Leute echt überfordert. Hinzu kommt, dass das Personal inzwischen allerdings auch so ausgedünnt ist, dass die schnell, schnell von einem Kunden zum nächsten springen müssen. Da bleibt dann oft auch keine Zeit für Beratung und bei den Kunden entsteht dann der Eindruck, dass sei auch nicht erwünscht und die trauen sich dann deswegen nicht in den Läden zu fragen. Das Resultat ist dann wie gesagt, dass eine 1:1 Beratung nicht mehr stattfindet. Genau in dieser Bresche springe ich dann und biete echten Service.

L!VE: Zurück zum Anfang. Ursprünglich bist Du ja mal als Model gestartet, wie kam es dann zum Art-Director und Stylisten mit Shootings in Paris zum Beispiel?

O.M.F.: „Das fing schon zu meiner Schulzeit an. Immer mehr Leute sagten, ich solle es unbedingt mal mit dem Modeln versuchen. Das habe ich dann auch gemacht, damals noch etwas holprig. Ich wurde hier halt immer in so eine androgyne Schiene gedrängt, also war schnell klar, ich musste hinaus in die große weite Welt. Dennoch blieb es so, dass ich auf einen bestimmten Typ festgelegt wurde, was für die Commercial Schiene nicht wirklich zuträglich war. Zeitgleich war es aber auch so, dass es bei dem Merchandising, also die neue Ware immer kreativ zusammenzustellen und stimmig im Lokal und Schaufenster als Marketingtool zu präsentieren, was ich nach meiner Ausbildung ja als erstes intensiv betrieben habe, mehr und mehr das Gefühl hatte, ständig das Rad neu erfinden zu müssen. Da dachte ich mir, wenn man immer wieder Schaufensterpuppen anzieht oder eine Kollektion neu aufbaut, dass könnte ich auch mit Models machen. Das wollte ich dann probieren und so ergab sich eine erste Zusammenarbeit mit einer befreundeten Fotografin, nach dem Motto: gemeinsam sind wir stark. Sie hatte als Französin immer schon gute Verbindungen nach Paris und dann dort immer mehr Shootings gemacht. Schließlich war auch ich dann jedes Wochenende in Paris. Während ich in Saarbrücken immer ein bisschen untergegangen war, hat es dort dann funktioniert.“

Germany‘s Next Topmodel“ in Saarbrücken

L!VE: Und wie kam es zu der Zusammenarbeit mit „Germanys next Topmodel“ Gewinnerin Toni?

O.M.F.: „Ich bin schon seit der ersten Staffel riesengroßer GNTM-Fan und feiere die Show jeden Donnerstag. 2018 war meine Favoritin von der ersten Sendung an ganz klar Toni. Meiner Freundin Sabrina ging das genauso, nur meinte sie dann noch: die will ich shooten! Ich hab‘ dann noch versucht das zu relativieren, weil ich mit nicht vorstellen konnte, dass sie, wenn sie wirklich gewinnt, so einfach zu buchen wäre. Immerhin kannten wir sie weder persönlich noch ihre Agentur. Tatsächlich hat mich meine Freundin dann kurz nachdem Toni gewonnen hatte, angerufen und mich mit der Nachricht überrascht, dass wir sie schon in zwei Wochen shooten könnten. Da musste ich dann ganz schnell die Outfits für sie zusammen bekommen, damit wir ein Storyboard zusammensetzen können, damit die Agentur entscheiden konnte, schicken wir sie dahin oder eben nicht. Das war natürlich ein Riesendruck. Aber zack, war sie dann irgendwann tatsächlich da. Das war natürlich auch ein Stück weit surreal, immerhin hatten wir sie monatelang im Fernsehen verfolgt und ewig mitgefiebert, dass sie gewinnt. Da stand sie also vor mir und ich musste sie stylen. Das war für mich ein Riesending, auch wenn die Location, eine Abraumhalde bei Fischbach war.“

L!VE: Gibt es schon neue Projekte über die Du schon was verraten kannst?

O.M.F.: „Tatsächlich bin ich gerade dabei mich ein bisschen mehr in Richtung Selbstständigkeit zu fokussieren. Ich spiele immer mehr mit dem Gedanken den Leerstand auch in besten Lagen in der City für mich und den Namen, den ich mir draußen in der Welt geschaffen habe, zu nutzen mit einem Projekt, dass es so hier vorher noch nicht gab. Was die Lage angeht, könnte ich mir am besten den St. Johanner Markt vorstellen. Einfach weil da auch eher noch die Klientel unterwegs ist, die sagt, okay ich nehme jetzt für einen gute Beratung auch Geld in die Hand. Aber ich möchte nicht zu viel verraten und bleibe bin in der Hinsicht am liebsten ein Überraschungsei. Außerdem bin ich der Meinung, dass sich viel mehr Kreative hier vor Ort engagieren müssten. Und man sollte in der Region schon ein bisschen besser zusammenhalten, bzw. zusammenarbeiten, zum Nutzen aller.“

L!VE: Du gehörst also nicht zu denen, die Saarbrücken bei der ersten Gelegenheit schreiend verlassen, sondern siehst Dein Engagement auch künftig hier?

O.M.F.: „Ich finde Saarbrücken hat immer noch richtig viel Potential und finde es schade, wenn viele junge Leute sagen, sie müssten hier unbedingt weg. Klar, auch ich bin gerne in Berlin, in Barcelona oder Paris unterwegs, aber für mich ist es einfach so, dass ich sage: warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah liegt? Ich finde Saarbrücken hat sehr viel zu bieten und dazu noch die Nähe zu Luxemburg und Frankreich. In diesem Dreiländereck könnte noch viel mehr entstehen, wenn manche Leute sich mehr Mühe machen würden, statt immer nur den einfachsten und bequemsten Weg zu gehen. Vielleicht wäre manches in Berlin oder sonst wo einfacher, aber wie schon meine Mutter zu sagen pflegt: Schiffe sind nicht gebaut, um nur im sicheren Hafen zu liegen. Also wenn ich was Neues mache, dann gehe ich da All-In, ganz oder gar nicht! Lieber sitze ich mit 80 da und sage, oops, scheiße gelaufen damals, aber ich habe es wenigsten probiert.“

Osthafen unter Strom

Der Saarbrücker Unternehmer Andreas Hoffmann setzt sich für eine Neugestaltung des ehemaligen Osthafens zum nachhaltigen Kulturort ein. Woher er als Geschäftsführer eines der führenden europäischen Unternehmen der Solarenergie-Branche Zeit, Energie und Motivation nimmt, verrät er uns im Gespräch

Die Greencells Group startete im Jahr 2009 als kleine Montagefirma in Saarbrücken. Seither ist das Unternehmen zu einem der größten europäischen Anbieter von Solarkraftwerken gewachsen, der weltweit über 300 Mitarbeitern beschäftigt und Tochtergesellschaften in Asien, dem Mittleren Osten und den USA gründete. Der Weg dorthin erfordert besonders von Gründer und Geschäftsführer Andreas Hoffmann immer wieder Einsatz, gerade weil sich die Branche in jüngster Zeit in einer Krise befand und auch die Corona-Pandemie für zusätzliche Schwierigkeiten sorgte.

Trotzdem fand der 44jährige noch die Zeit gefunden, sich beispielhaft für ein Projekt zur nachhaltigen Wiederbelebung des ehemaligen Saarbrücker Osthafens, eines seit langem leerstehenden Industriekomplexes, einzusetzen. Vor allem die zwischenzeitliche kreative gastronomische Nutzung der Fläche hat das Gelände zu einem echten Lieblingsort vieler Saarbrücker gemacht. In Abstimmung mit dem dort aktiven Vereinen Sektor Heimat und WiWo entwickelte Andreas Hoffmann jetzt ein Konzept für den Osthafen, das ausreichend Raum für die kulturelle Nutzung lässt und der lokalen Kunstszene den erforderlichen Raum lässt, um sich frei entfalten zu können.

L!VE: Wo nimmst du die Zeit her, um neben deiner hauptberuflichen Tätigkeit noch solche Projekte zu entwickeln?

Andreas Hoffmann: Es wird tatsächlich Zeit, dass ich ein bisschen runterfahre. Bei Greencells war es so, dass wir eigentlich zu spät gestartet sind. Denn die erste große Solarwelle war schon am Abebben und die Branche steuerte gerade auf eine Krise zu, als wir loslegten. Dann gab es plötzlich keinen Markt mehr in Deutschland und wir mussten ins Ausland, um unser Unternehmen nicht schon unmittelbar nach dem Start sterben zu sehen. Was wir dann getan haben, war jedoch keine total clevere Internationalisierungsstrategie, sondern eher „run for your life“. Es gab nur zwei Alternativen: Entweder aufgeben und untergehen oder dort arbeiten, wo es funktioniert. Obwohl wir uns für die zweite Möglichkeit entschieden, agierten wir weiter von Saarbrücken aus. Unser größeres Büro in Berlin wurde geschlossen, was sich im Nachhinein als Fehler herausstellen sollte. Denn eine Zeit lang ist es uns hier in Saarbrücken sehr schwergefallen, Mitarbeiter zu finden oder Leute zu begeistern hierher zu kommen. Wenn du in Berlin einen chilenischen Mittelspannungsingenieur suchst, dann hast du am nächsten Tag fünf Bewerbungen. In Saarbrücken hättest du jemand Schmerzensgeld zahlen müssen, abgesehen davon, dass man nicht den Fehler machen darf, die Leute bei schlechtem Wetter im November hierher einzuladen. Letztlich mussten wir flexibel sein und die Leute von dort aus arbeiten lassen, wo auch immer sie waren bzw. arbeiten wollten. Diese Routine hat uns dann in der Covid-Krise sogar geholfen. Wir hatten weiter hier in Saarbrücken unsere Homebase und dehnten uns in ganz Europa aus. Leider haben wir uns dann auch noch auf andere Kontinente begeben, was zu immensen Reisetätigkeit und Raubbau am eigenen Körper geführt hat… Im Nachhinein, wenn ich’s nochmal machen dürfte, würde ich das vermeiden, denn manchmal bin ich aufgewacht und wusste wirklich nicht wo ich bin. Da waren schon viele 16-Stunden-Tage und an den Wochenenden auch nochmal sechs bis acht Stunden. Bei manchen Aktionen, muss ich sagen, kommt man dann auch nicht so gut raus. Ähnlich wie in einer Bobbahn, einmal losgefahren, musst du da dann bis zum Ende durch. Aussteigen tut echt weh und führt  zu schlimmen Kollateral-Schäden. Ein oder zwei mögliche Haltestellen hab‘ ich leider verpasst. Jetzt nähere ich mich wieder so einer Haltestelle und die will ich dann aber auch sehr bewusst wahrnehmen. Deshalb, auch wenn der Akku schon ziemlich leer ist, bis jetzt hab‘ ich alles hingekriegt. Im Leben geht es oftmals um Timing und manchmal ist das Timing auch gut. Das Projekt Osthafen hätte ich in den letzten 18 Monaten nie so beherzt angehen können, wenn nicht die Pandemie gekommen wäre, denn dann hätte ich im Flieger gesessen.

L!VE: Was liegt dir mehr am Herzen. Die Firma Greencells oder die Entwicklung des Osthafens?

A.H.: „Beides triggert mich auf unterschiedliche Weise. Bei Greencells war es für mich die Idee, seit langem wieder was Sinnstiftendes zu tun, etwas wie es eigentlich in meiner Jugend und Kindheit von Bedeutung war. Zwischendurch, bei den Ausflügen in die Gastronomie oder die Werbung, verfolgte ich eher spaßgetriebene Projekte. Angesichts der Möglichkeit, wieder was Sinnstiftendes tun zu können, habe ich mir gesagt, das will ich jetzt mal durchziehen, bis ich wirklich der Meinung bin, es hat seine volle Ausbaustufe erreicht. Allerdings habe ich unterschätzt, was das bedeutet. Dann kam noch massiv der Einfluss exogener Faktoren hinzu, was ich vorher so nicht kannte. In den Projekten, die ich vorher gemacht hatte, gab es nicht so wirklich Sachen, die außerhalb der eigenen Kontrolle liegen und dann doch voll reinhauen… Was mich dagegen beim Projekt Osthafen antreibt und warum ich die Leute am Silo seit Jahren unterstütze, ist die Tatsache, dass Saarbrücken meiner Meinung nach, im Moment auf einem schmalen Grat unterwegs ist. Wir stehen an einem Scheideweg, leisten uns eine Universität, wo Leute einen Heulkrampf kriegen, wenn sie durch die ZVS hierherkommen. Wenn wir doch aber das viel Geld für eine Uni ausgeben, dann wollen wir doch auch, dass manche Leute anschließend hierbleiben. Oft hört man von solchen Leuten, dass sie ihr Meinung ganz schnell geändert hätten, weil der Saarländer ja so warmherzig und hilfsbereit sei. Aber trotzdem gehen diese Leute nach dem Studium. Sie sagen zwar, es war super hier und sind irgendwo vielleicht auch gute Botschafter für das Saarland, aber so richtig was gewinnen, tun wir hier dabei nicht, denn es wäre natürlich schöner, wenn die Menschen auch im Saarland bleiben würden. Und was bewegt denn junge Menschen nach dem Studium, in einem Alter wo sie ja noch richtig aktiv sind, auch und gerade in ihrer Freizeit. Das Thema Familiengründung findet erst wieder später statt. Um deren Ansprüchen zu genügen, muss die Stadt attraktiv bleiben. Und dazu gehört eben auch das, was Leute wie Tim Grothe am Ludwigskreisel, Michael Kastel und Giovanni D’Arcangelo in der City, Janis Mudrich am Silo oder ihr mit eurem Magazin auf die Beine stellt. Die halten eben nicht nur die Fahne des Nachtlebens hoch, sondern schaffen darüber hinaus die Verbindung zu Kunst und Kultur, was ja durchaus auch nahe beieinander liegt. So erreichst du eben ein signifikant breiteres Publikum, nicht nur die Tänzer und Raver, sondern sprichst auch die Leute an, die einen anderen, weiteren kulturelle Horizont haben, kommen dann dazu. Dann wird’s halt urban und dieses Urbane müssen wir stärken hier. Und weil ich nun mal hier lebe, ist es für mich wichtig, dass diese Stadt sich entwickelt. Wir haben natürlich ein paar Vorteile und die sollten wir aber auch wirklich nutzen!“

L!VE: Warum spricht dich das Thema so an?

A.H.: „Am Anfang habe ich bei meinen Managerjob das Nachtleben vermisst, weil es mir einfach Spaß gemacht hatte. Das ist dann irgendwann verschwunden, vielleicht auch über meine Rolle als Vater. Trotzdem wollte ich den Jungs da helfen, vielleicht auch irgendwie noch eine Rolle spielen und nicht ganz aus dieser Szene raus zu sein. Was die Gastronomie angeht, juckt es mich eigentlich nicht mehr, das können andere viel besser. Dann habe ich auch gemerkt, dass wenn ich noch Ambitionen hatte, da mitzugestalten, dann hat das am Schluss doch keinen Spaß gemacht. Da waren halt Leute am Start, die das tags wie nachts mit 100% betreiben und beherrschen. Die haben sich dann auch manchmal gedacht: „Ey Andy, ist ja nett, dass du uns hilfst, aber was soll das denn jetzt?“. Hier und da mal ein bisschen rumfummeln, hat nicht funktioniert und so bin ich dann einfach nur noch Gast gewesen, was dann auch immer weniger wurde. Jetzt aber freue ich mich, dass dieses Projekt, das inzwischen so viel Formen angenommen hat, von Kunsthandwerk und Ateliers, von Inklusion von Behinderten bis Gewaltprävention, von Proberäumen und Studios, einen Spannungsbogen schafft, alle kulturellen Facetten, die Saarbrücken bietet, jenseits von den etablierten und professionellen Institutionen wie Staatstheater und Museen dort zu beheimaten. Wenn das gelingt, habe ich erreicht was ich wollte.“

L!VE: War dein Leben als erfolgreicher Unternehmer eher Fluch oder Segen bei der Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen?

A.H.: Das habe ich so nicht wahrgenommen. Vielleicht war das auch gut so. Früher waren wir immer ungeduldig. Alles musste schnell gehen und gut werden. Dahinten haben wir jetzt über vier, fünf Jahre vorgearbeitet und uns erstmal ein gewisses Maß an Vertrauen erworben. Das hat auch schon mal wehgetan, wenn man dann keine richtige Unterstützung erfahren hat, wo ich aber heute sage, wenn wir dieses Gebäude auch noch übernehmen wollen und viel Geld investieren, gibt es ja unter Umständen auch Fragezeichen bei Außenstehenden, ob das wohl alles mit rechten Dingen zugeht oder ob wir vielleicht sogar was geschenkt bekommen. Deswegen gibt es die europaweite Ausschreibung nach EU Richtlinien, es gab einen städtebaulichen Wettbewerb und dadurch sind wir auf der sicheren Seite was mögliche Kritiken angeht, da wäre etwas gemauschelt worden. Die würden das Projekt nämlich schädigen. Wir haben diese Zeit also ohne Hilfen überstanden und vielleicht ist das gut, weil wenn wir jetzt Mitte Februar den Zuschlag erhalten, kann keiner was sagen.Mir ging es einfach darum, dass dort etwas passiert. Auch wenn wir nicht gewinnen, gelten doch trotzdem die Bedingungen wie sie in der Ausschreibung definiert wurden – und so ist dann auch das Ziel für den Osthafen erreicht.“

L!VE: Am Schluss muss eine Frage einfach kommen: was ist das nächste Projekt?

A.H.: Hoffentlich nix!

Der Macher: Boris Röder, das Saarland und die Bundesliga

Zum Glück gibt es Menschen, von deren Engagement und Einsatz in Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport wir alle profitieren. Jenen Glücksfällen fürs Gemeinwohl ist diese Rubrik gewidmet, die künftig solche Personen würdigen wird und vielleicht auch ein Stück weit zur Nachahmung anregen will. Den Anfang macht Boris Röder, unter anderem Präsident der Saarland Hurricanes und darüber hinaus einer derjenigen, die den Sport in unserer Region prägen und voranbringen.

Eigentlich wollte der gebürtige Freiburger Boris Röder nur zum Feiern mit Freunden zu einem der legendären Raves in der Frankfurter Music-Hall. Ein anschließender Zwischenstopp bei der nicht minder kultigen Space-Party unweit des heutigen Osthafens, führte ihn erstmals nach Saarbrücken. Das ist jetzt fast 29 Jahre her und aus dem Raver wurde längst eine der interessantesten Persönlichkeiten, nicht nur in der saarländischen Geschäftswelt. Nach Studium von Sport und BWL stellte Röder sein Talent als Diplom-Betriebswirt in die Dienste von Ursapharm Arzneimittel, wo er mittlerweile die Position des Leiters der Unternehmenskommunikation einnimmt. Doch neben dieser Funktion in einem der wichtigsten saarländischen Unternehmen, galt sein Engagement schon immer der Welt des Sports. Seine eigene aktive Zeit als Fußballer liegt zwar etwas länger zurück, aber als Funktionär hat er gleich in mehreren Sportarten, von Triathlon und Badminton über Handball bis Darts seine Spuren hinterlassen. Er trat als Pressesprecher der SV Elversberg in Erscheinung, war Vorstand Marketing im Rennclub und ist seit August 2020 Präsident der Saarland Hurricanes. Dabei ging und geht es ihm immer um wesentlich mehr, als nur darum Sponsorengelder zu verteilen. Jedes Mal bringt er auch sich und seine Expertise mit ein. Beleg für dieses Engagement waren auch die Bestrebungen, ihn in einer schwierigen Phase des Landessportverbands Saar für dessen Spitze zu gewinnen. Aber auch da sprach er eine klare Sprache.

L!VE: Die Tatsache, dass das Unternehmen, aus dem Du kommst, nicht in irgendwelche Raster oder politische Zwänge eingebunden ist, ist sicher Voraussetzung für Deinen Einsatz?

Boris Röder: Wichtig ist, unabhängig zu denken und entscheiden zu können. Wenn es eine klitzekleine Kritik am Saarland gibt, dann dass hier viele Entscheidungen nicht aus Qualitätsgründen getroffen werden, sondern eher darin begründet liegen, wessen Steigbügel zu halten ist. Das betrachte ich auch durchaus als Herausforderung, dementsprechend zu handeln. Ich habe eine Meinung und ich sage meine Meinung. Dass ich als möglicher LSVS-Präsident ins Spiel gebracht worden bin, hat mich zwar sehr geehrt, aber das wäre absurd für mich gewesen. Der Sportverband ist eine Institution, die enormen Zwängen aus vielen Richtungen unterliegt. Das wäre dann so ziemlich das Gegenteil davon gewesen, kleine unabhängige Projekte zu entwickeln, was mir eigentlich am meisten Spaß macht. Ich bin in der glücklichen Lage, in einem Unternehmen arbeiten zu dürfen, das bekanntermaßen mit einer sportbegeisterten Geschäftsführung besetzt ist und das Sport für sich auch als Kommunikationsmittel entdeckt hat. Sport ist ein sehr emotionales Thema, über das man eben vielerlei Dinge transportieren kann und eben auch ein bisschen was zurück geben kann an die Scholle, wo man herkommt, wo der unternehmerische Erfolg erzielt wird. Das ist schon etwas Besonderes.

L!VE: Du verstehst Dich also nicht nur als Geldbote für die Bandenwerbung?

B.R.: Es gibt natürlich auch rein werbliche Maßnahmen, was bei uns im Haus ganz klar der FC Bayern ist. Das ist Sponsoring und da ist natürlich mit Teilhabe an der Entwicklung nicht viel möglich. Andere Projekte, wo man wirklich was bewegen kann und gemeinsam den Erfolg erreicht, sind auch für mich richtig spannend. Das hat in meiner Zeit angefangen mit Jan Frodeno und unserer Unterstützung saarländischer Triathleten. Das Thema Speerwurf rund um Boris Obergföll, erst seine aktive Karriere und nun die herausragende Zeit als Bundestrainer. Da kamen dann vielerlei kleinere Projekte hinzu und rückblickend darf man sagen, da hat doch einiges funktioniert. Es ist immer ein Unterschied zwischen einer gekauften Werbefläche und einer aktiven Teilhabe an der Entwicklung. Außerdem ist mir schon bewusst, dass für mich aufgrund meines beruflichen Hintergrunds zwar manche Türen einfacher aufgehen, aber man muss ja immer noch durchgehen. Ich nehme mir dann auch raus, ein bisschen mitzureden und ich glaube auch, dass sich das mittlerweile ziemlich viele gerne anhören. Der Erfolg spricht ja für sich.

L!VE: Als Du letztes Jahr Präsident der Canes wurdest, warst Du vorher schon mehrere Jahr im Aufsichtsrat. Was gab den Ausschlag Dich noch mehr einzubringen?

B.R.: Man kann nicht immer nur die Klappe aufreißen, mit dem Finger auf dieses und jenes zeigen und sich dann aber, wenn es um die Wurst geht, aus dem Staub machen. Was sich seitdem getan hat ist schon irre, fast surreal. Ende Februar waren wir noch Zweitligist ohne irgendwelche allzu großen Perspektiven – und dann sind wir am grünen Tisch wegen eines durch die Euro-League frei gewordenen Spots in die höchste deutsche Spielklasse hochgerutscht. Dass wir dort dann bestehen konnten, verdanken wir der Kompetenz, die wir in unseren Reihen haben, wie speziell unseren Sportvorstand, den ehemaligen Nationalspieler und Europameister Dr. Paul Motzki oder Finanzvorstand und Geschäftsführer Football-Urgestein Hans Hennrich. Das war für mich auch eine Grundbedingung den Präsidentenposten zu übernehmen, diese beiden hochkompetenten Mitstreiter an meiner Seite zu haben. Die machen einen Top-Job und unter die Final Four zu kommen, steht einfach für eine herausragende Saison, trotz eines vergleichsmäßig schmalen Budgets. Dann schließlich von einem Team mit einem ganz großen Namen und einem Millionen-Etat geschlagen zu werden, war dann auch kein Beinbruch.

L!VE: Bei solchem Einsatz zusätzlich zur Beanspruchung durch Deinen Job im Management der Ursapharm, bleibt da noch Privatleben?

B.R.: Ach… Meine Söhne brauchen altersbedingt nicht mehr so viel Aufmerksamkeit. Der Älteste ist schon ausgezogen, von daher passt das. Mit kleinen Kindern würde das nicht gehen. Ich habe halt einfach Spaß daran, Dinge zu bewegen und etwas zu gestalten. Man hört mir zu und allein das ist schon herausragend (lacht). Schon früher, zu meiner aktiven Zeit, war Mannschaftssport mein Ding und in der Gemeinschaft was zu erreichen. Mein Engagement ist ja gerade keine Röder-One-Man-Show, denn nur als Team funktioniert es. Ich schaffe es manchmal, mich in verschiedene Positionen reinzudenken und so andere Standpunkte auszuleuchten. Das hilft mir ein klares Bild zu kriegen und eine fokussierte Diskussion zu führen, wo die Reise dann hingehen soll. Mir ist auch durchaus bewusst, dass es jetzt mit den Canes nicht automatisch so weiterlaufen wird wie dieses Jahr. Wir müssen sicher hier und da nachbessern.

L!VE: Und der sportliche Erfolg ist dann das Sahnehäubchen auf der Kirsche?

B.R.: Wenn dann so ein Ding herauskommt, wie das Viertelfinale gegen Köln, ja sicher! Vor dem Spiel bis Du noch unsicher, ob wir alles richtig gemacht hast, ob wir den nötigen Aufwand betrieben haben und, und, und… Dann stehst Du da mit deinen Leuten, alle total angespannt und dann ist das Spiel ist zu Ende und wir haben gewonnen. Die Gänsehaut, dieses Gefühl, das war sensationell. Das sind die Dinge, weswegen man sowas macht im Sport.

L!VE: Und wenn bei alledem doch mal versehentlich freie Zeit übrigbleibt, dann gründet man halt einen eigenen Golfclub und wird dessen Sportwart?

B.R.: „Na ja, beim Golf verletzt man sich halt weniger als beim Fußball. Den Golf Club Saar Lorraine haben wir tatsächlich 2019, noch kurz vor Corona, in Saargemünd selbst gegründet und sogar innerhalb kürzester Zeit vom deutschen Golfverband die komplette Spielberechtigung bekommen. Das ist ein spannendes Thema, auch weil da die europäische Idee umgesetzt wird. Halt ein deutscher Club in Frankreich, mit deutschen und französischen Mitgliedern und in Deutschland spielberechtigt. Wir haben jetzt schon zwei große Turniere dort veranstaltet. Das läuft bei mir tatsächlich so ein bisschen nebenher. Unterm Strich bedeutet das am Wochenende, wenn ich nicht auf einer Sportveranstaltung bin, dann bin ich auf dem Golfplatz.

L!VE: Mal Hand aufs Herz, für eine eventuelle Zeit nach den Canes, hast Du doch bestimmt schon die nächste Sportart im Visier?

B.R.: Das würde ich nicht ausschließen, aber darüber will ich jetzt nicht nachdenken. Ich habe mit den Canes noch Großes vor. Ich bin zwar nicht wirklich eitel, aber ich muss schon sagen, dass das auch mir einen kleinen Schub gegeben hat, zu wissen, Du bist im Präsidium eines Vereins, der um die deutsche Meisterschaft mitgespielt hat. Das ist schon was anderes, als irgendwo in der vierten, fünften, sechsten Liga rumzuwurschteln, bei allem Respekt. Auf der anderen Seite habe ich mir während so mancher Zoom-Verbandssitzung schon gedacht, wow, hier geht’s es tatsächlich um Bundesliga-Sport, aber das Niveau, auf dem der Verband hier kämpft hat schon sehr, sehr viel von Landesliga. Da können wir noch richtig viel machen und die Canes auch so noch ganz weit nach vorne bringen. Es ist ja nicht nur das Sportliche, sondern zum Beispiel auch die enorme Anerkennung von Mannschaften, die bei uns zu Gast waren, wie alles bei uns gehandelt wird. Natürlich spielt da auch unser tolles Stadion eine Rolle, aber eben auch wie wir uns selber darstellen, zum Beispiel über unseren eigenen Stream. Das ist schon wirklich ein echtes Brett! Da haben wir einfach vor ein paar Jahren angefangen, unsere Spiele selbst zu produzieren und haben mittlerweile mit Achim Schmolke, einem positiv Verrücktem aus dem Verein, ein Niveau erreicht, das fast schon Champions League würdig ist. Das ist halt toll, wenn man sieht wie man durch kleine Maßnahmen und viel persönlichen Einsatz mehr erreichen kann, als andere Vereine, die versuchen alles mit Geld zuzukleistern. Auch in der Beziehung gibt es einen sportlichen Wettbewerb. Früher hat man als Sportler auf dem Feld gekämpft, heute misst man sich als Funktionär hinter den Kulissen – und das macht mindestens genauso viel Spaß!

L!VE: Vom Standortnachteil für das Saarland also erstmal keine Spur?

B.R.: Standortnachteil ist zu viel gesagt. Wir haben unsere Schwierigkeiten im Saarland. Medial könnte einiges besser laufen. Aber ich fände es toll, wenn man sich im Saarland mehr zutrauen und nicht nur in den alten, eingefahrenen Schienen denken würde, wie Sport und Sportförderung zu funktionieren haben. Sondern, wenn man den richtigen Leuten genau zuhört, sich ein detailliertes Bild der Gegebenheiten macht und dann ganz gezielt fördert. Das ist dann meistens besser als irgendwie nur in größeren Sportarten mit Gewalt etwas zu versuchen. Das ist der Punkt, wo ich sage, dass wir im Saarland vielleicht noch zu viel verschwenden. Denn oft geht es gar nicht um den einzelnen Sport oder Sportler, sondern viel mehr um Hintergründe und Befindlichkeiten. Es gibt unheimlich viel Potential im Saarland, aber oft trauen sich das die entscheidenden Leute nicht zu. Da sollten wir ansetzen!

Wenn plötzlich alles anders ist …

Die Diagnose „Krebs“ verändert den Alltag. Ängste und Unsicherheiten belasten die Betroffenen und ihr Umfeld. Angehörige fühlen sich überfordert, Freunde und Bekannte sind verunsichert. Gegen Krebs braucht es Medizin, aber auch einfühlsamen Rat, Informationen und so viel Unterstützung wie möglich.

Allein im Saarland erkranken jährlich rund 8.500 Menschen erstmalig an Krebs, insgesamt betroffen sind über 50.000 Saarländerinnen und Saarländer. Die Saarländische Krebgesellschaft e.V., gegründet im Jahre 1958, ist seit über 60 Jahren für das Wohl dieser Menschen im Saarland tätig und steht Betroffenen und Angehörigen zur Seite. Die Betroffenen im Saarland finden Hilfe in den acht ambulanten Krebsberatungsstellen der Saarländischen Krebsgesellschaft. Sie bieten psychoonkologische und psychosoziale Unterstützung für Krebskranke und Ihre Angehörigen.

Die Berater unterstützen vor, während und nach der stationären Behandlung, bei belastenden Therapien, beim Ausfüllen von Formularen sowie bei der Beantragung von Leistungen. Geboten werden Gespräche zum Umgang mit körperlichen und seelischen Belastungen, z. B. Ängsten, zur Neuorientierung, zu Auswirkungen auf Ehe, Partnerschaft, Familie und Bekanntenkreis, aber auch zu Veränderung und Folgen der Erkrankung. Vermittelt wird an weiterführende Hilfsangebote, wie Integrationsfachdienste, Selbsthilfegruppen oder Hospizdienste etc. Einen wichtigen Stellenwert haben auch Informationen über Anschlussbehandlungen und Nachsorgekuren, Schwerbehindertenausweise, Krankschreibung und oder Berentung, berufliche Umschulungs- und Eingliederungsmaßnahmen, finanzielle Hilfsmöglichkeiten in Notlagen, Sozialgeld, Pflegegeld, Krankenkassenleistungen sowie häusliche Pflege und Ernährung.

Die Organisation kümmert sich inzwischen flächendeckend im ganzen Saarland um Menschen mit Krebs und ihre Familien. Das Netz an Beratungsstellen wird ständig weiter ausgebaut, so dass qualifiziertes Fachpersonal ortsnah in allen Regionen des Saarlandes zur Verfügung steht. Aktuell gibt es Beratungsstellen in Saarbrücken, Homburg, Lebach, Saarlouis, Neunkirchen und ganz neu auch in St. Ingbert. Alle Angebote sind für die Ratsuchenden kostenfrei. Die Beratung geschieht qualitätsgesichert durch Fachkräfte mit zusätzlicher psychoonkologischer Qualifikation. Alle Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht.

Über die Einzelberatungen hinaus bietet die Saarländische Krebsgesellschaft ein vielfältiges Kurs- und Veranstaltungsprogramm für Betroffen und Angehörige. Denn Experten sind sich einig, dass Betroffene in fast jeder Krankheitssituation davon profitieren, aktiv zu sein oder sich sportlich oder auch kreativ zu betätigen. Eine weitere Säule der Arbeit des gemeinnützigen Vereins ist die Aufklärung und Krebsvorsorge. Mit regelmäßigen Informationsveranstaltungen, Vorträgen, Infoständen bei öffentlichen Events sowie dem Kinder-Sonnenschutzprojekt „SunPass“ leistet die Saarländische Krebsgesellschaft e.V. hier einen wichtigen Beitrag. Die Geschäftsführerin der Saarländischen Krebsgesellschaft Sabine Rubai, erklärt: „Die Beratung bei uns läuft ganz unkompliziert und unbürokratisch ab, Termine können auch kurzfristig vereinbart werden. In unseren Räumen herrscht eine gemütliche, familiäre Atmosphäre. Denn genau das ist es, was Menschen und dieser Situation brauchen und was unsere Patientinnen und Patienten hier so sehr schätzen. Wir geben Halt. Bei uns ist Raum zum Reden, zum Lachen und auch zum Weinen. Und es tut oft einfach unglaublich gut, das mit jemandem tun zu können, der nicht selbst in der schlimmen Situation mit drinsteckt. Uns erreichen fast täglich liebe und rührende Rückmeldungen von Menschen, die wir begleiten dürfen. Es ist schön zu sehen, dass wir schwere Wege ein Stück leichter machen können.“

Projekt Regenbogen

Neben vielen anderen Angeboten, Kursen und Veranstaltungen liegt ein besonderer Focus auch auf dem „Projekt Regenbogen“. Wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt, leiden die Kinder mit. Ihr Kummer äußert sich jedoch anders als bei Erwachsenen. Kleinere Kinder können ihre Sorgen und Ängste meist noch nicht in Worte fassen. Und auch Jugendlichen fallt es manchmal schwer, ihre Gefühle auszudrücken. Es ist deshalb wichtig, Kinder krebskranker Eltern gezielt zu unterstützen. Mit dem Projekt „Regenbogen“ bietet die Saarländische Krebsgesellschaft e.V. ein spezielles Programm für Kinder krebskranker Eltern. Dabei erhalten die Eltern in Einzelberatungen viele hilfreiche Tipps, wie sie altersgerecht mit ihren Kindern über die Erkrankung sprechen können. Außerdem spielen auch ganz praktische Themen wie Fragen zu Kinderbetreuung, Haushaltshilfe oder Reha-Maßnahmen eine große Rolle. Kinder und Jugendliche können in „ihrer“ Sprechstunde ganz offen mit einem Psychoonkologen über aufkommende Fragen, Sorgen, Probleme und Ängste zu sprechen. Wichtig ist hierbei insbesondere ein kindgerechter Kommunikationsstil und Einsatz altersadäquater Materialien. Außerdem gibt es erlebnispädagogischen Gruppenangebote und Ausflüge, die das Ziel haben, den Familien unbeschwerte Zeit und positive Erlebnisse zu ermöglichen. Kinder und Eltern können gemeinsam etwas Schönes erleben, den Sorgen entfliehen und einfach mal abschalten. Dabei sehen die Familien auch, dass sie nicht alleine sind. So können Sie gestärkt in ihren Alltag zurückkehren. Ein positiver Nebeneffekt ist zudem, dass die Eltern in ungezwungener Atmosphäre leicht in Austausch kommen und sich über den Umgang mit ihren Kindern und der Krankheit unterhalten können. Alle Angebote und Aktivitäten im Rahmen des Projekts Regenbogen für die Familien sind kostenfrei und werden von Psychoonkologen begleitet. Sabine Rubai denkt gern an die gemeinsamen Ausflüge mit betroffenen Familien: „Die strahlenden Kinderaugen und glücklichen Eltern sind der beste Beweis, dass wir mit dem Projekt Regenbogen den richtigen Schritt getan haben“, erzählt sie. „Wir schenken gemeinsame Zeit, Erlebnisse und schöne Erinnerungen, aus denen alle wieder Kraft schöpfen können.“ „Es ist einfach Segen für uns“ lautete beispielsweise eine Nachricht, die Sabine Rubai nach einem Tag auf dem Bauernhof per WhatsApp erhielt „Ich wollte euch nur sagen, dass es ganz, ganz toll war. Er hat super gutgetan, es war seit sehr langer Zeit ein richtig guter Tag mit kaum Schmerzen und schöner Gesellschaft. Danke für den schönen Tag!“

Unterstützung aus dem Saarland für das Saarland

Alle Angebote der Saarländischen Krebsgesellschaft e.V. sind kostenfrei, die Projekte finanzieren sich über Spenden und freiwillige Zuschüsse. Um Betroffenen und Angehörigen weiterhin auf vielfältige Art und Weise zur Seite stehen zu können, benötigen der gemeinnützige Verein Spenden und Unterstützung: aus dem Saarland für das Saarland. Sabine Rubai ergänzt: „Uns ist es ein großes Anliegen, unsere Arbeit bekannter zu machen, so dass jeder, der der Diagnose Krebs gegenübersteht oder jemanden kennt der davon betroffen ist, weiß, dass es bei uns Hilfe und Begleitung in dieser schweren Zeit gibt. Neben finanzieller Unterstützung sind wir daher auch sehr dankbar für jegliche Art der Öffentlichkeitsarbeit und freuen uns über jede Kontaktaufnahme und kreative Ideen.“

Infos und Kontakt für Betroffene: Saarländische Krebsgesellschaft e.V., Tel: 0681-30988-100, info@krebsgesellschaft-saar.de, www.krebsgesellschaft-saar.de, Spendenkonto: Saarländische Krebsgesellschaft e.V., IBAN: DE 8959 2510 2001 2011 6801

Alles nur Theater

Im September beginnt die neue Spielzeit, rechtzeitig zum möglichen Ende der Pandemie, und die saarländischen Bühnen sehen sich neuen Herausforderungen gegenüber.

Lange waren die Bühnen verstummt oder ins Netz gebannt, doch jetzt starten die Theater in die neue Spielzeit. Hinter den Fassaden wurde kräftig geplant und vorbereitet. Und manche Spielpläne muten an, als hätte es Corona nie gegeben. Rausgehauen wird, was längst geplant und geprobt war – in der Hoffnung, es möge nicht wieder schlimmer kommen.  Weiter wie zuvor: Ist das das Motto? Hat die Krise die Häuser nicht verändert? Was liegt da näher als saarländische Theatermacher nach ihren persönlichen Erfahrungen und Erwartungen zu fragen.

Wir haben mit verschiedenen Beteiligten gesprochen, deren persönliche Eindrücke und Gedanken einen breiten Querschnitt der Szene abbilden. Da wäre Gaetano Franzese, der ursprünglich 1989 als Tänzer für ein viermonatiges Gast-Engagement ans Saarbrücker Staatstheater kam. Daraus sind inzwischen 32 Jahre geworden und er ist mittlerweile von der Bühne als Regieassistent vor die Bühne gewechselt und inszenierte mittlerweile auch schon selbst. Barbara Bruhn und Frank Lion sind für die Geschicke der Maria-Helena verantwortlich, das seit 2007 das einzige fahrende Theaterschiff Deutschlands ist und als feste aber mobile Spielstätte dient, die jede Theatervorstellung zu einem ganz besonderen Erlebnis macht. Petra Lamy und Nancy Fischer von der privaten Schauspielschule Acting and Arts kennen insbesondere die Perspektive aus Sicht der Schauspieler, während Julia Hennings als Leiterin des Kulturamts in Saarlouis auch Hausherrin des Theaters am Ring ist.

Wo also steht das Theater nach zwei Lockdowns und vielleicht mit dem Ende der Pandemie in Sicht?

Gaetano Franzese schildert seine Corona-Zeit: „Wir haben in der ganzen Zeit im Staatstheater weitergearbeitet. Auch wenn es immer wieder Zeitspannen gab, in denen keine Vorstellungen möglich waren, haben wir doch hinter den Kulissen corona-konforme Inszenierungen entwickelt und neue Premieren vorbereitet. Unsere „Rheingold“ Produktion ist beispielsweise in der Zeit bis kurz vor die Orchesterproben gediehen. Sobald es wieder möglich ist, können wir also sofort loslegen. Die erste Premiere jetzt im September wird „Ariadne auf Naxos“ sein, auch bereits bestens vorbereitet, da fehlen nur noch zwei Wochen Probe und dann bringen wir das auf die Bühne – vor Zuschauern. Wie viele müssen wir sehen, bei „Macbeth Underworld“ am Ende der letzten Spielzeit konnten wir von über 900 Plätzen nur 250 besetzen. Und selbst die waren nicht immer alle besetzt, weil die Leute nachvollziehbarerweise sehr vorsichtig waren und auch Angst hatten.“

Willkommen, Bienvenue, Welcome

Die Schauspielschule von Petra Lamy ist gleichzeitig auch Spielort: „Wir sind ja nicht nur Schule, sondern haben aufgrund unserer großzügigen räumlichen Situation auch die Möglichkeit, hier Aufführungen durchzuführen. Wir hatten ein grandioses Hygienekonzept umgesetzt, neue Sitzmöglichkeiten fürs Publikum geschaffen und vieles mehr. Der Aufwand war extrem und ungeachtet aller Hilfen und Unterstützungen mussten wir das erstmal stemmen. Das allerschlimmste war der Verordnungswirrwarr, der sich noch dazu gefühlt alle zwei Wochen geändert hat. Dennoch haben wir in der Zeit sechs öffentliche Produktionen auf die Beine stellen können. Natürlich ist das nur ein kleiner Teil dessen, was wir unter „normalen“ Umständen realisiert hätten.“

Das Theaterschiff von Frank Lon und Barbara Bruhn sorgte erst kürzlich als Spielstätte des „Encore“ Festivals für größtmöglichen Publikumszuspruch am Ufer der Saar. „Die Resonanz auf das Festival war gigantisch.“, berichtet Frank Lion. „Wir haben zum Glück viel Platz hier draußen, so dass wir problemlos auf Abstand achten konnten. Es herrschte eine super Atmosphäre und alle waren glücklich. Wir planen im Monent noch nicht für innen und haben uns entschieden, erstmal nach draußen zu gehen. Ich will im Oktober nicht die neue Spielzeit eröffnen und dann wegen der vierten Welle gar nicht spielen zu können.“ Barbara Bruhn ergänzt: „Ich denke schon, dass Theater wieder mehr wertgeschätzt wird, weil die Leute es einfach vermisst haben. Das merkten wir ja schon bei den Außenveranstaltungen, dass sie wirklich alle wieder ganz, ganz froh sind, dass wieder was passiert.“

Diese Wertschätzung erlebt auch Petra Lamy: „Ich glaube, durch die wiedergekehrte Präsenz hat die Wertschätzung auch für Schauspiel und Schauspielunterricht genauso zugenommen. Wer hätte denn zuvor jemals gedacht, dass sich Schüler wünschen wieder in die Schule gehen zu können. Da hat sich ja auch was verändert, insbesondere menschlich.“ Dozentin Nancy Fischer sieht auch die ganz persönliche Seite: „Ich habe das Gefühl, dass die Hemmungen einfach viel größer geworden sind. Schauspiel hat ja sehr viel damit zu tun, sich zu öffnen. Dieser Gedanke ist in Pandemiezeiten einfach viel, viel schwieriger umzusetzen.“

Doch wie kann ein Neustart aussehen? Die durch Covid ausgelöste Krise ist ein gnadenloses Brennglas. Bleibt die Bühne leer, rücken veraltete Strukturen und Hierarchien ins Rampenlicht. Werden die Theater diese Chancen nutzen, um sich neu auszurichten – und wenn ja, in welche Richtung? Manch ein Verantwortlicher scheint die Sehnsucht des Publikums nach Ablenkung, nach leichter Kost, gut zu verstehen. Doch Belanglosigkeit kann nicht das Gebot der Stunde sein, oder? Frank Lion hat eine klare Meinung: „Wir haben schon immer auf gute und anspruchsvolle Unterhaltung gesetzt, die nichts mit Krawall oder Klamauk Theater zu tun hat – und das werden wir auch weiter machen. Ich bin mir sicher, dass das Publikum sich aktuell oder nach der Krise nochmal in epischer Breite mit dem Thema Corona auseinandersetzen will. Keine Frage, dass es ab und an sinnvoll sein kann, das Thema aufzugreifen, aber ich glaube, das muss man dann sehr gut durchdacht angehen.“

Theater ist nicht Fernsehen

Notgedrungen entdeckten da viele Theater die digitalen Medien. Es entstanden neue Formen und Formate, mit dem viele Häuser versuchten, ihre schon vor der Pandemie schwindenden Publikumszahlen zu kompensieren. Streaming sollte das möglich machen. Als wegen des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 keine Besucher mehr kommen konnten, wurde die Kultur digital. Nun, da viele Häuser wieder öffnen, stellt sich allerdings die Frage: Was wird bleiben von der schönen neuen Streamingwelt?

Überaus positive Erfahrungen mit dem Streamen hat Julia Hennings, die Leiterin des Theaters am Ring in Saarlouis, gemacht: „Wir haben verschiedenste Veranstaltungen gestreamt und das wurde vom Publikum begeistert angenommen. Tatsächlich können wir uns vorstellen, dieses Medium auch künftig zu ausgesuchten Gelegenheiten weiterhin zu nutzen.“ Eher kritisch sieht das Gaetano Franzeses: „Für mich sind Live Streams keine Sache. Theater ist kein Fernsehen! Natürlich lassen sich Theater-Aufführungen auch aufnehmen, aber das geht entweder nur aus der Zuschauerperspektive, dann wird dem Betrachter quasi sein Blick vorgegeben, oder mit richtig viele Aufwand und zig Kameras auf der Bühne, im Orchestergraben, in den Kulissen, wobei das dann allerdings eher eine Fernsehspiel-Inszenierung ist und der eigentliche Theater-Charakter verloren geht. Theater lebt vom Publikum und der Live-Atomsphäre.“

Frank Lion sieht das ganz ähnlich: „Live Streams kamen für uns von Anfang an überhaupt nicht in Frage. Theater ist Theater und Fernsehen ist Fernsehen. Wenn ich selbst bei Lars Eidingers Richard III schon nach einer halben Stunde vor dem Bildschirm Ermüdungserscheinungen bekomme, obwohl das eigentlich richtig toll ist, dann denke ich, dass müssen wir echt nicht machen. Das ist für uns kein sinnvolles Angebot.“ Und Barbara Bruhn ergänzt: „Außerdem hatten wir ja auch gar nicht die technischen Kapazitäten und Kompetenzen das zu realisieren, das kommt noch dazu. Aber es wäre auch wirklich nicht unseres gewesen.“ Schauspielschuldozentin und Schauspielerin Nancy Fischer kann sich ebenso nicht wirklich mit den Streams anfreunden: „Für das menschliche Auge ist es immer noch ein großer Unterschied, ob es etwas in 2D oder 3D wahrnehmen kann, ob man auch die leisesten Sachen hört und spürt oder ob ich den Geruch des Raumes mitbekomme, den keine Kamera transportieren kann.“

Losgelöst von der technischen Umsetzung, stellt sich die Frage, ob Theater den aktuellen Geschehnissen von Querdenken bis Afghanistan geschuldet, nicht deutlich Stellung beziehen muss und wieder politischer werden sollte? „Theater ist immer Politik“ ist sich Gaetano Franzee sicher. „Theater bietet immer ein Spektrum von sich amüsieren und die Außenwelt hinter sich zu lassen, bis zur Anregung zum Nachdenken und der Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten gesellschaftlichen Problemstellungen. Entscheidend ist, wie ein Thema aufbereitet wird. Ein Stück kann auf der Bühne die Realität „draußen“ widerspiegeln oder hinterfragen. Theater muss bewegen, kann aber gleichzeitig auch unterhalten. Das muss kein Widerspruch sein.“ Petra Lamy spürt zudem die Notwendigkeit einer Neuorientierung: „Jetzt fühlt es sich für mich so an, dass ganz viele den Sinn dafür verloren haben, welches Thema es überhaupt noch wert ist, jetzt erzählt zu werden. Rückzug? Isolation? Ein Stück über die Pandemie? Ein Stück über Isolation haben wir schon vor Corona gehabt. Sollen wir das jetzt nochmal machen, nur mit einer anderen Konnotation? Vielleicht also eher kein Stück über die Pandemie, sondern darüber, was sie mit den Menschen gemacht hat.“

Zugabe

Alle Maßnahmen, alle Förder- und Überbrückungstöpfe nehmen den Sonderfall an, nach dem man baldmöglichst zu den Verhältnissen vor der Pandemie zurückkehrt. Setzen Kunst und Kultur in Zeiten niedriger Inzidenzen komplett auf den Präsenzbesuch? Und was passiert, wenn doch der nächste Lockdown droht?

Gaetano Franzese sieht das Staatstheater bestens präpariert: „Unsere Leitung, also Intendant Bodo Busse und der kaufmännischer Direktor Prof. Dr. Matthias Almstedt, haben einen sehr guten Plan A, aber auch B und C und so weiter. Wir sind bestens vorbereitet, wenn es irgendwann nochmal zu strengeren Reglementierungen und Einschränkungen kommen sollte. Wie gesagt, unser Programm steht, mindestens die erste Hälfte der Spielzeit ist fertig. Nur wie genau das Publikum eingebunden werden kann, das müssen wir sehen, aber wir können flexibel reagieren.“ Auch das Theaterschiff ist nicht ganz unvorbereitet, weiß Barbara Bruhn: „Wir haben einen kleinen Plan in der Schublade, ein Kinderstück mit nur einer Person, was deswegen ja auch funktionieren könnte hinsichtlich der Abstände auf der Bühne. Ansonsten sind wir aber auch ganz gut darin, sehr flexibel und schnell zu handeln.“ Auch Frank Lion ist nicht ohne Hoffnung: „Die positive Seite der Pandemie könnte zweifellos sein, dass Dinge passiert sind, die ohne sie nie in Bewegung geraten wären. Kooperationen und Menschen, die sich zusammengetan haben. Da ist wirklich in dieser Zeit viel passiert und das lässt auch für die Zukunft hoffen!“

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