• Termine News und Wissenswertes aus Saarbrücken, dem Saarland und der Welt:

Sommer am See

Wer wie ich mit einem Körper gesegnet ist, der bereits beim bloßen Anblick von Eiscreme zunimmt, der steht dem Sommer mit einem lachenden und einem weinenden Auge gegenüber. Die Freude über gutes Wetter währt nur bis zu dem Moment, in dem man die Badesachen hervorkramt und schockiert feststellt, dass diese über den Winter schon wieder von irgendwelchen Wichteln enger genäht wurden. Die Hoffnung, dass das ausgiebige Naschen ohne Folgen geblieben ist, wird beim Blick in den Spiegel zerstört, wenn einen der eigene speckige Zwilling gegenüber in der zu knappen Badehose wissen lässt, dass man noch nie so weit vom Surferkörper entfernt war wie in diesem Jahr… Weiterlesen

Kinderlos? Ahnungslos!

Es gibt Dinge, über die spricht ein Mann nicht mit anderen, nicht einmal mit seinen Freunden. Über das Gehalt oder den One-Night-Stand mit der Schwester des besten Kumpels zum Beispiel. Auch Vorlieben für das Tragen von Frauenkleidern oder den Besuch von Tupperpartys zählen zu den Tabus, die Männer außerhalb des Beichtstuhls nicht thematisieren. Mit dazu gehört aber auch die Erziehung der eigenen Kinder. Zumindest dann, wenn man sich als Vater mit einem männlichen Gegenüber unterhält, der selbst keinen Nachwuchs hat. Denn mit Kinderlosen über Kinder reden, das wäre so, als würde sich ein Sehender mit einem Blinden über Farbe unterhalten oder ein Mann mit einer Frau über Fußball… Weiterlesen

Cache Me If You Can

Seitdem ich seiner Zeit als Kind im Vormittagsprogramm der ARD hilflos mit ansehen musste, wie Hänsel und Gretel von einer alten Frau im Wald entführt wurden, verspüre ich gewisses Unbehagen, wenn sich um mich herum mehr als nur ein paar lichte Büsche befinden. Zu tief sitzt das Trauma von damals, das durch Heinos Schlagerhit „Im Wald da sind die Räuber“ nicht unbedingt gelindert wurde. Noch heute bekomme ich beim alljährlichen Weihnachtsbaumkauf inmitten größerer Mengen an Fichten und Tannen feuchte Hände, obwohl mir natürlich klar ist, dass gefällte Bäume mir nichts mehr anhaben können. Bezüglich Wäldern bleibt meine Meinung dennoch wie ein Scheit Holz: gespalten… Weiterlesen

Entschuldigung bitte

Guter Rat ist bekanntlich teuer. Weitaus größeren Wert als ein guter Rat hat im Alltag jedoch eine gute Entschuldigung oder besser gesagt eine gute Ausrede! Gut ist diese dann, wenn sie nicht gleich durchschaut oder durch skeptische Nachfragen auf ihre Echtheit überprüft wird. Um einem lästigen Termin fernbleiben zu können, führt man da schon einmal den unerwarteten Tod seiner Großmutter als Entschuldigung an, wohl wissend, dass niemand einen Totenschein als Beleg fordern wird oder weiß, dass Omas Ableben zwar durchaus plötzlich, aber eben bereits im Jahr 2001 war… Weiterlesen

Der Bund fürs Leben

Mit dem Frühling erwachen die Gefühle aus dem Winterschlaf und die Erkenntnis vieler männlicher Singles, dass Chips und Schokolade, mit denen sie in den letzten Monaten viele gemeinsame Stunden verbracht haben, doch kein vollwertiger Ersatz für eine Beziehung sind. Auch wenn beide – anders als die letzte Freundin – nichts dagegen haben, wenn man ihnen an die Tüten greift oder eine Rippe bricht. Genügte im Winter noch ein kühles Blondes im Kasten, um glücklich zu sein, muss Mann sich nun eingestehen, dass eine heiße Blonde in der Kiste wohl doch glücklicher machen würde… Weiterlesen

Was geht, Alter!?

Anders als Peter Pan in meinem Märchenbuch war ich als Kind schon früh der Überzeugung, dass es Sinn macht, erwachsen zu werden. Erwachsene hatten schließlich damals wie heute uneingeschränkt Zugang zu Süßigkeiten, Limonade und Fernseher und obendrein auch noch die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob ein Zimmer aufzuräumen, ein Teller leer zu essen oder ein Vorgarten ungeeignet ist, um dort ein Schaf zu halten. Derartige Vorzüge ließen mich als kleiner Junge darüber hinwegsehen, dass erwachsen zu werden wohl auch zwangsläufig hieß, langweilig zu werden… Weiterlesen

Wer’s glaubt, wird selig

Mit dem Glauben ist das so eine Sache. Eine Religion verspricht gesunden Geist und Körper durch Beten, eine andere durch Meditation und wieder eine andere durch Zahlen von Kirchensteuern. Stärker als jeder Glaube an Religionen ist jedoch derjenige, der uns vierblättrige Kleeblätter suchen und an Freitagen, die auf einen 13. fallen, am liebsten im Bett bleiben lässt: der Aberglaube. Während der Glaube Berge versetzt, schafft es der Aberglaube, ganze Welten aus ihren Angeln zu heben… Weiterlesen

Abends Katze, morgens Kater

Sich zu tarnen, hat sich im Tierreich als durchaus cleverer Schachzug erwiesen, der das Flüchten vor Feinden und das Hetzen nach Beute entbehrlich macht. Wer beneidet als Mensch nicht die Fähigkeit der Chamäleons, sich unsichtbar zu machen, wenn man wieder einmal den Zeugen Jehovas oder der Exfreundin mit ihrem neuen Partner begegnet. Seit jeher eifern wir Menschen der Natur in Sachen Tarnung nach, was beim Militär zu Tarnkleidung und im Büro zu tristen Anzügen geführt hat, die das gleiche Ziel verfolgen wie das weiße Fell des Polarhasen, nämlich nicht wahrgenommen zu werden… Weiterlesen

Bitte warten

Im Laufe der Zeit hat sich bei uns Menschen die Ansicht darüber, wann eine Gegend bewohnbar und wann sie lebensfeindlich ist, grundlegend verändert. War für Neandertaler noch die uneingeschränkte und schnelle Verfügbarkeit von Nahrung bestimmend dafür, wo sie sich ansiedelten, ist es mittlerweile eher die uneingeschränkte und schnelle Verfügbarkeit von Breitbandinternet. Die 1G-Abdeckung, die einem die Erdanziehung flächig liefert, sorgt heutzutage bei niemandem mehr für Höhenflüge. Es müssen schon 4G oder 5G sein und so steht der Homo sapiens des 21. Jahrhunderts mit dem Smartphone lieber irgendwo draußen in der Kälte, wo er Empfang hat, als irgendwo drinnen im Warmen zu sitzen, wo selbiger fehlt und er Gefahr läuft, sich unterhalten zu müssen…. Weiterlesen

König der Straße

Letztens stand ich im Stau. Wie so oft waren auch dieses Mal diejenigen Autofahrer der Grund dafür, die völlig davon überrascht worden waren, dass es im Winter schneien kann. Angepasste Fahrweise bei Glätte ist zwar durchaus angebracht, bedeutet jedoch nicht zwangsweise, dass man über die Autobahn schleichen muss als hätte man Nitroglycerin geladen. Dank Sommerreifen, Zigarette in der Linken und Smartphone in der Rechten sollte es auch dieses Mal nur eine Frage der Zeit sein, bis irgendein mit seiner Stirn an der vereisten Windschutzscheibe klebender Fahranfänger seinen uralten Gebrauchtwagen irgendwo in die Leitplanke setzt und damit den Berufsverkehr zum Erliegen bringt… Weiterlesen