Who`s who peinlicher Personen
Warum sachlich, wenn´s auch persönlich geht

Diesen Monat: Dieter Bohlen

Von Klaus Bittermann


Bohlen, Dieter – Vor nicht allzu langer Zeit bei Beckmann führte Bohlen sein neues Beistellpferdchen vor, Estefania, die bei jeder sehr schlichten Frage erst einmal das Köpfchen zu ihrem Bohlen drehte, um dem wie ein leckes Kernkraftwerk strahlenden Supergau die Antwort zu überlassen. Achtzigmal am Tag, sagte Bohlen, würde ihm das bauchnabelfreie, aber so was von zuckersüße Blondchen ins Ohr flüstern, dass sie ihn – den Dieter – liebe, und das wäre doch Klasse, bzw. geil, bzw. supergeil, bzw. megageil. Manche Leute haben’s ganz schön arg nötig. In dieser Sendung kam auch heraus, dass Bohlen seine Memoiren schreiben lässt. Nicht, dass jemand darauf gewartet hätte, aber dann waren sie da und kamen via Bild über die Deutschen.

»Nichts als die Wahrheit« lautet der Titel des Buches, auf dem außerdem noch »Dieter Bohlen« steht. Größer als der Titel zwar, aber für einen Dieter Bohlen merkwürdig zurückhaltend, denn Dieter Bohlen ist ein Mann des Fettgedruckten, einer, der quasi fettgedruckt lebt und spricht, und wenn er denken würde, was noch nicht nachgewiesen wurde, dann würde er auch fettgedruckt denken, denn fettgedruckt ist die Welt, die Bohlen gefällt. Wahrscheinlich wäre aber bei Fettdruck sein auf dem Titel gehauenes Haifischzähne entblößendes Breitleinwandgrinsen nicht so gut zur Geltung gekommen, mit dem er in abstoßender Weise Angst und Schrecken bei Leuten verbreitet, die unvorbereitet auf das Foto stoßen und Bohlen noch nicht als Blödsinn vom Fließband blubbernden Dauerquassler kennen.

»Nichts als die Wahrheit« wird als Autobiographie Dieter Bohlens bezeichnet. »Nichts als Grütze« wäre treffender gewesen, auch wenn in Wirklichkeit natürlich nicht Bohlen den Quatsch geschrieben hat, sondern eine gewisse Katja Kessler. Demnach handelt es sich um eine Biographie, aber vermutlich würden Bohlen und Kessler solche Einwände als spitzfindig abtun, aber ohne »Auto« macht’s Bohlen nun mal nicht. Autos, da steht Dieter drauf, davon hat er fünf Stück vor seiner Tür stehen. Katja Kessler ist mit dem Herausgeber von Bild Kai Diekmann verbandelt, weshalb seit einigen Wochen nach dem Prinzip »Und gib uns unseren täglichen Bohlen!« ein Bohlen-Aufmacher den anderen jagt und der Leser mit Vorabdrucken bombardiert wird, manchmal auch mit dem gleichen Käse noch mal. So funktioniert Journalismus.

Und so wird er gemacht: »Ihr Busen war hochgequetscht wie zwei Knödel, schade dass ich meine Gabel nicht dabei hatte«, lässt Bohlen über sein erstes Treffen mit Frau Feldbusch schreiben. Ganz schön gruselig. Hat Bohlen bei seinen Rendezvous ansonsten immer eine Gabel dabei, um die »Knödel« seiner Gespielinnen auf Implantate zu überprüfen? Sehen so die Erotik-Phantasien Dieter Bohlens aus? Andere Leute würden auf ihren Geisteszustand hin überprüft, Dieter Bohlen allerdings hat gar keinen, der sich überprüfen ließe. Dieter Bohlen, der nach dem Prinzip reich wurde, dass hunderttausend Fliegen nicht irren können, wenn sie Scheiße fressen, schon gar nicht, wenn es seine ist, hat – glaubt man seiner »Autobiographie« – nur eins im Kopf: »Ficken, ficken, ficken, und nicht an die Hörer denken«, wie in Abwandlung einmal der Künstler OL den Focus-Chefredakteur Helmut Markwort in einem Comic sagen ließ.

Über Sex mit Behinderten: »Ich dachte mir: Komm, die ist zwar ein bisschen behindert, aber die reißt du jetzt auf! Gehste halt mal mit der essen, anschließend ins Hotel. Dann ist das Ganze abgehakt.« Über Verona Feldbuschs Brüste und ersten Sex: »Ich hatte deutliche Zweifel, dass das alles vom lieben Gott war. Als sie sich jetzt auf dem Bett räkelte, ragten ihre Dinger wie zwei stramme Eisberge in die Luft. Alles Schlechte dieser Welt könnte man Verona nachsagen, aber nicht, dass sie schlecht im Bett ist. Wenn überhaupt irgendwas in dieser Beziehung zu Verona echt war, war es höchstwahrscheinlich der Sex, denn sie ist ja bekanntermaßen eine der untalentiertesten Schauspielerinnen, die es gibt.« Über Dieter Bohlens Gefühle: »Ich saß im Auto, rief in meiner Verzweiflung über Handy Verona an, um ihr zu drohen: ›Du, ich fahr jetzt mit zweihundert gegen nen Pfeiler!‹ Aber Verona kalt: ›Ja, mach doch, wenn du meinst!‹ Ich weinte, diese Härte kriegte ich nicht gebacken.« Über die Nacht, als Verona Feldbusch Dieter Bohlen mit Naddel im Bett erwischte: »Da stand Verona im Schlafzimmer und hatte das Weiße im Auge. ›Die Schlampe verschwindet hier sofort!‹ schrie sie. Sie kriegte eine antike Vase [was macht Bohlen eigentlich mit antiken Vasen?] zu fassen, die sie hochnahm und mit aller Wucht gegen das Treppengeländer donnerte. Die Streben brachen. Als die Vase unten aufkam, zersprang auch der Marmor in tausend Stücke.« Auch sehr lustig die Aussöhnung nach der Scheidung: »Verona war heiteitei, wir hatten gutes Wetter und viel Spaß im Bett. Wir schwammen in Franks Pool, als sie fragte: ›Na, Dieter, wollen wir noch mal heiraten?‹ Sie hatte sich schon alles ausgetüftelt: ›Pass auf, wir schreiben in den Ehevertrag, ich krieg 500.000.‹« Fast wäre der clevere Dieter Bohlen wieder drauf reingefallen, aber nur fast. Nach der Scheidung hatte Verona Feldbusch Dieter Bohlen einmal angerufen und gesagt: »Paß auf, das Ding ist gegessen! Du bist’n Arschloch!« Dem lässt sich schlecht etwas Präziseres hinzufügen.

 


 

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