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Deejays sind die Macht der Nacht! Sie machen unsere Nächte zu rauschenden Partys, stehen im Mittelpunkt des Geschehens - und bekommen sogar Geld dafür. Wer aber sind aktuell die angesagtesten Plattenleger in Saarbrückens wichtigsten Clubs und auf den hipsten Partys? L!VE hat sich – natürlich ausschließlich im Interesse der Leser - die Nächte um die Ohren geschlagen, genau hingeschaut und vier Nachwuchshelden auf dem begehrten Platz hinter dem Mischpult ausgemacht.
Ganz gleich, ob Hip Hop oder Pop, House oder Techno, in den wichtigsten Szenen zeichnet sich unabhängig voneinander und dennoch zeitgleich und unübersehbar ein Machtwechsel an den Kopfhörern ab. Ein Stück weit hat eine neue Generation bereits das Kommando übernommen. Natürlich sind immer noch die Größen der letzten Jahre, wie DJ Apex, Denis & Ich, DK II, Senad, Frank S. und DJ Thomas, anzutreffen und selbst Dinosaurier wie DJ Pi, Fonz, Lana del Tigre oder Kasimir setzen nach wie vor regelmäßig Tanzflächen in Brand. Aber da gibt es eben im wahrsten Sinne des Wortes unüberhörbar diese neue Garde an Tanzflächenherrschern, die sich mittlerweile mehr als durchgesetzt haben. Und das gilt interessanterweise tatsächlich für die unterschiedlichen Richtungen moderner Tanzmusik gleichermaßen. So wundert es dann auch nicht, wenn die vier auffälligsten Vertreter dieser Zunft, nicht nur verschiedenen Szenen angehören, sondern außer ihrem großen Erfolg beim Publikum in den Clubs scheinbar nur wenige Gemeinsamkeiten haben. Eines gilt dabei natürlich für alle vier gleichermaßen: Sie sind noch richtig frisch und haben sich erst in den letzten ein bis zwei Jahren wirklich durchgesetzt. Sie sind die jungen Wilden der Saarbrücker Nacht.
Die jungen Wilden lassen grüßen
Wer sind sie denn nun, jene vier Helden, die im dem Line-Up keiner wichtigen Party, egal ob etablierter Club oder trendige Off-Location, mehr fehlen dürfen? Was ist ihre musikalische „Heimat“ und wo kann man sie hören?
Christian Hell, ein gutes Stück weit die Lichtgestalt der elektronischen Szene, glänzt auf den interessantesten Events von „Sektor Heimat“ bis „Mo‘ Club“. Der 23jährige Mixmeister überzeugt insbesondere durch seine Wandelbarkeit und traumwandlerische Sicherheit im Mischen verschiedenster Stile. Er begeistert in etablierten Clubs wie dem „Blau“ genauso wie auf den Ausnahmeevents „Roter Raum“ oder „Magnet“.
Ganz eindeutig aus dem Hip-Hop hingegen kommt Gregory Santana, obwohl auch er keine musikalischen Scheuklappen kennt und immer wieder durch seine Vielfältigkeit beeindruckt. Absolut sprachlos allerdings werden Laien wie Spezialisten spätestens angesichts seiner unglaublichen Technik im Umgang mit Mixer und Decks. Diese Virtuosität gepaart mit dem sicheren Gespür für den richtigen Beat zu richtigen Zeit reißt das Publikum des „Seven“ Residents auch immer wieder bei seinen Gastspielen im „Club Number One“ oder im „Modul“ mit.
Shooting Star der House-Szene ist zweifelsohne Tobias Fuchs aka Kidd Foxx, der es mit seinen 21 Jahren und seinem offensichtlichen Riesentalent im Handumdrehen geschafft hat sich in den Hot Spots zu etablieren. Seit Eröffnung des „Secret“ in der Mainzer Straße hat der Womanizer dort den immens begehrten Posten eine Resident-Deejays inne und ist auch außerhalb seines Stammclubs nicht aus dem Line-up der angesagtesten House-Events weg zu denken.
Aus beruflichen Gründen verschlug es einstmals den Berliner Tim Grothe an die Saar und hier setzte sich dann seine Hingabe an technoide Klänge vollends durch. Sein Engagement in und für die „Unsichtbar“ kennt kaum Grenzen und seine Sets an der Seite der ganz Großen aus der Welt des korrekten Technobass haben seine Anhängerschar bis weit über die Grenzen des Saarlandes anwachsen lassen.
Der Weg zum Traumberuf und der Prophet im eigenen Land
Die Wege allerdings, die diese interessierten jungen Männer dann tatsächlich von der Tanzfläche bis hinters DJ-Pult brachten, hätten unterschiedlicher kaum sein können.
Durchaus einem Zufall, der natürlich, wie sich das gehört, auch in diesem Fall nur dem Tüchtigen half, verdankt Kidd Foxx den entscheidenden Schritt aus der Anonymität. Der jobbte nämlich als Jeansverkäufer als eines Samstags ein amtliches Soundsystem mit Deejay-Equipment in just diesem Laden aufgebaut wurde. „Wenn ihr noch jemand sucht, der sich damit auskennt: Ich wär bereit!“ Und schwupps fand er sich hinter den Reglern wieder und sammelte erste Erfahrungen vor Publikum und konnte richtig überzeugen. Diese Kunde erreichte dann auch den Chef seiner damaligen Lieblings-Bar nicht verborgen und so war es bei seinem offensichtlichen Talent dann nur noch ein kleiner Schritt bis er auch im „Manhattan“ und dem dazugehörigen „Passion Club“ am Mischpult die Verantwortung übernahm.
Auch bei Christian Hell spielte der Zufall eine gewisse Rolle. Christian war nämlich einfach nur Besucher einer Party mit DJ Apex und schaute diesem auf die Finger. Dieser wiederum hatte just in diesem Augenblick ein klitzekleines Problem, dergestalt, dass er zum ersten Mal mit einem Allen&Heath Mischpult arbeiten musste, dass sich deutlich von dem ihm vertrauten Pioneer Mixer unterschied. Insbesondere die Nutzung der Effekte stellte ihn vor unlösbare Rätsel. Da schlug die Stunde von Christian Hell, denn der hatte sich privat eben genau jenen sündteuren Mixer anstelle eines fahrbaren Untersatzes zugelegt. So konnte er dem verblüfften Apex derart schnell und präzise aus der Patsche helfen, dass dieser ihm einfach nur noch wortlos den Kopfhörer hinhielt, gemäß dem Motto: Jetzt zeig‘ mal, ob du praktisch hälst, was du theoretisch versprichst. Er hielt nicht nur sondern begeisterte und avancierte zum Resident der „Magnet“ Events.
Eine weitere, ganz besondere Variante, wie man es ins Rampenlicht unserer Clubszene schafft, ist die Geschichte von Gregory Santana. So wirklich mit der dazu gehörigen Präsenz durchgesetzt hat er sich wie die anderen Drei auch erst in den letzten ein, zwei Jahren. Interessanterweise legt er aber schon seit 2002 richtig professionell und mit großem Erfolg auf, nur eben nicht in Saarbrücken! So ein Stück weit wie der sprichwörtliche Prophet im eigenen Land, kannte er sich besser mit der Szene in Stuttgart oder Berlin aus und war beispielsweise 2009 sogar auf großer Südamerika-Tour, ohne dass davon hier großartig jemand was mitbekommen hätte. Erst durch das, auf Anregung seines alten Freundes „Splitter Paule“ zustande gekommene Engagement beim „Mittwochsclub“ im ehemaligen „AC“, aus dem dann das DJ Dream Team mit Michael Kastel im Nachfolger „Seven“ resultierte, war vollkommen klar, was wir hier bis jetzt verpasst hatten.
Ganz anders der Weg des „Spätberufenen“ Tim Grothe hinters DJ-Pult. Tim hatte praktisch seine gesamte Jugend dem Leistungssport, speziell dem Radsport, verschrieben und das mit der ihn auszeichnenden Hingabe, die kaum Platz für anderes ließ. Erst als gesundheitliche Probleme seinen sportlichen Ambitionen einen Riegel vorschieben, begann er auch mal auszugehen. Einem zu dieser Zeit über ihm wohnenden Nachbarn und dessen unüberhörbarer Vorliebe zu elektronischer Musik ist schließlich seine Hinwendung zu eben jener geschuldet. Und wenn der Exil-Berliner was macht, dann macht er es auch richtig. Sein Interesse kennt kaum Grenzen, schnell sind Deejay-Equipment und reichlich Schallplatten gekauft und es vergeht nur wenig Zeit, dann geht er mit seiner eigenen Internet Radioshow on air. Dieses Engagement blieb auch einigen Clubpromotern nicht verborgen und so folgen erste Engagements im in Clubs wie dem „Up“ oder in der „Etage Eins“.
Sex and Drugs and Rock’n‘Roll
Wer nun denkt mit den ersten Engagements wäre die Sache für die vier Helden zum Selbstläufer geworden, liegt um eine zierliche Flugzeugträgerbreite daneben. Ein Jeder musste erst mal lernen auch mit Erlebnissen der spezielleren Art um zu gehen, die im Zweifelsfalle schnell die Rückkehr ans Mischpult im heimischen Schlafzimmer hätten bedeuten können. Das konnte auch Christian Hell schon erfahren. Wieder einmal hatte er auch zur ausgiebigen Freude seiner attraktiven besseren Hälfte, die blaue Lounge gerockt und sich dabei in keinerlei Hinsicht geschont. Dieses Mal allerdings musste er seinem heftigen Mitfeiern beim Auflegen unübersehbaren Tribut zollen, denn schlagartig überfiel ihn, noch hinter dem DJ-Pult stehend ein Garfieldscher Schlafanfall. Nicht wirklich bequem in der Körpermitte eingeknickt, bettete er sein Haupt auf die Arbeitsfläche neben einem der Platenspieler und entschwand ohne weitere Umwege direkt in die Tiefschlafphase. Glücklicherweise war der erfahrene DJ-Kollege Lars Karnatz zugegen, der, nachdem seine Versuche den Schlummernden zu wecken gescheitert waren, erst mal wenigstens die fortlaufende akustische Versorgung der Tanzfläche sicher stellte.
Eine äußerst skurrile Erfahrung musste zu Beginn seiner „Karriere“ gleich ein weiterer unserer Kandidaten machen. Ein Erlebnis, dass sein weiteres Fortkommen im Keim hätte ersticken können. Tim Grothe war nämlich gerade erst in der Frankfurter Vinylbar zum Auflegen eingetroffen, hatte seine Platten eben am DJ-Pult abgestellt und wollte sich am benachbarten Tresen nur mal schnell ‘nen Schluck zu trinken holen. Da drückte ihm nach vielleicht gerade mal dreißig Sekunden ein überaus aufmerksamer Gast die eben deponierten Plattentasche wieder in die Hand und erklärt, dass er eben den Versuch eines offensichtlich mehr als zwielichtigen anderen Gastes vereitelt hätte, sich hinter dem Rücken des durstigen Deejays mit den Scheibchen aus dem Staub zu machen. Tja, da wäre die Karriere unseres beleibten Scheibchendrehers fast schon zu Ende gewesen, bevor sie richtig begonnen hatte.
Nicht ganz so bedrohlich, dafür aber mit ungemein größerem Fremdschäm-Potential, war eine der ersten Erfahrungen der etwas anderen Art von Jung-Genie Kidd Foxx. Der hatte nämlich einstmals so richtig nett das “Jack & Jones“ gerockt und dabei seinen Kopfhörer so gnadenlos aufgedreht, dass er zuerst gar nicht mitbekam, dass die Anlage ausgefallen war. So gab er weiter alles, zauberte einen fetten Mix nach dem anderen und tanzte auch entsprechend hinterm Mixer rum, bis ihm irgendwann nach einer gefühlten Ewigkeit, doch etwas an den Blicken der Leute spanisch vorkam – und er die Headphones runter nahm. Unbestätigten Augenzeugenberichten nach soll er daraufhin eine Gesichtsfärbung angenommen haben, die dem Tier in seinem Nachnamen ebenfalls gut zu Gesicht gestanden hätte.
Talent meets Technik – Der richtige Dreh zur rechten Zeit
Überhaupt ist die technische Seite des Erfolgs als Deejay nicht zu unterschätzen. Unseren vier Musterexemplare ist gemein, dass sie sich alle bereits bevor sie durch starteten, privat mit amtlichem DJ-Equipment für ein Heidengeld versorgt hatten,. Entsprechend legen sie alle gleichermaßen hohen Wert auf die Beherrschung der Technik an Player und Mixer. Christian Hell und Tim Grothe beeindrucken hierbei mit klassischem Techno Style, bauen ihre Sets gradlinig mit meistens langen Mixen und ausgiebigen Parallel-Passagen auf. Den Tracks wird Zeit gegeben sich zu entwickeln und Einfluss wird vor allem durch die Effektsektion am Mischpult genommen, wobei besonders Meister Hell ein echtes Fable für gekonntes und sinnvolles Knöpfchendrehen an den Tag legt, während unser unsichtbarer Exil-Berliner unwiderstehlich charmant die originäre Kraft der Tracks fördert. Bei ihm ist weniger mitunter wirklich mehr, denn er ist der einzige in unserem Quartett, der tatsächlich fast ausschließlich mit guten alten Vinylscheiben auflegt.
Greg Santana hingegen ist unübersehbarer Schwarz-Gurt Träger in Sachen Technik und Handling. Wie bei praktisch allen Deejays, die vom Hip-Hop kommen, beherrscht er nicht nur die eingebauten Effektmöglichkeiten der Gerätschaften, sondern glänzt jederzeit durch direkte, sprich manuelle Einwirkung auf den Tonträger. Verblüffende Back-Cues und virtuose Scratches sind nur ein kleiner Teil seines Repertoires und verleihen seinen Sets die unverwechselbare Note.
Der vierte im Bunde, Kidd Foxx, ist auch von der Technik her klar House-Deejay. Ein bisschen wie ein besonders gewieftes Style-Chamäleon passt er seine Technik den jeweiligen Tracks an. Wenn’s beispielsweise besonders funky wird, dann erinnern seine Mixe an den Stil von Oldschool-Black-Musik DJs, während er progressivere Stücke fast schon Wild-Pitch mäßig zum Höhepunkt peitscht.
Vollkommen einig sind sich alle in der nachhaltigen Ablehnung modernster Mix-Software. Zwar nutzt praktisch jeder Deejays heute digitale Quellen beim Auflegen, das heißt die Tracks kommen vom Laptop oder verschiedensten Wechseldatenträgern, aber das eigentliche Mixen zweier Tracks ist für unsere Helden immer noch ehrbare Handarbeit. Das sogenannte „Syncen“, sprich das Software gesteuerte automatische Angleichen und Mixen der Tracks gilt unseren vier Herren unisono als ehrenrührig und darauf angesprochen reagieren sie ehrlich empört. Das „Syncen“ sei reines Blendwerk und die Kollegen, die auf ihren Laptops auf die entsprechenden Schaltflächen klicken, hätten die Bezeichnung Deejays schlichtweg kaum verdient.
„Kannste nicht mal was von David Guetta spielen?“
Noch in einem weiteren Punkt herrscht wunderbarste Einigkeit: Musikwünsche gehen gar nicht! Nun ist es absolut müßig zu hinterfragen, warum sich diese Unart bei einer gewissen Gästeklientel hartnäckig halt, erst Recht wenn vielen Deejays mittlerweile unter Abstreifung jeglicher Kinderstube und jeden Respekts, grell leuchtende Handydisplays mit abenteuerlich falsch geschriebenen Titel- und Interpreten-Namen fast schon in die Augenhöhle gedrückt werden. Was zählt ist nur, dass alle vier ein und dieselbe grundsätzlich ablehnende Haltung in diesem Punkte teilen. Wenn überhaupt, dann räumt allein Kidd Foxx eine gewisse Beeindruckbarkeit durch solche Wünsche ein, wenn sie denn von jungen Damen vorgetragen werden. Zwar spielt auch er in der Regel nicht, was da an ihn herangetragen wird, aber in Abhängigkeit von der Attraktivität interessiert er sich durchaus schon mal für die Wünschende selbst.
Tim Grothe in seiner Unsichtbar hat solange erfolgreich Wünsche verweigert, dass inzwischen kaum einer noch jenen Frevel wagt. Auch bedingt durch den Umstand, dass hier öfter als anderswo prominente Gast-DJs am Start sind, die wohl automatisch mit etwas mehr Respekt behandelt werden, scheinen die Gäste hier nolens volens verstanden zu haben, dass solcherlei Anliegen prinzipiell eher kontraproduktiv sind. Solche Umgangsformen würde sich Gregory Santana manchmal für Teile seines Publikums wünschen. Der spielt seiner Beliebtheit geschuldet ja auch in den ganz großen Clubs unserer Stadt und weiß zu berichten, dass wo sich richtig viele Menschen zusammen finden für den ein oder andern auch einfachste Anstandsregeln nicht gelten, wenn der Musikwunsch an den Deejay gebracht werden soll. Da wird gezogen und gezerrt, auf die Schultern geklopft oder gleich geschubst. Selbst wenn das alles nicht so gemeint sein sollte, so bleibt dem Mann mit den schnellsten Fingern an Saarbrückens Decks doch wohl auf ewig verborgen, dass solche Mitmenschen nicht verstehen können, dass es so für jeden Deejay unmöglich wird, sich konzentriert seiner eigentlichen Aufgabe zu widmen. Und die ist nun mal Musik für alle zu machen und nicht die Jukebox für einzelne zu markieren. Da hat Christian Hell richtig Glück gehabt, dem solcherlei bisher noch nicht wiederfahren ist. Mag sein, dass es auch an der Ausrichtung der Events liegen mag, auf denen er auflegt und möglicherweise ist die elektronische Avantgarde einfach mit etwas mehr Einfühlungsvermögen auf der Gästeseite unterwegs - vielleicht nehmen die aber einfach nur andere Drogen. Ein klitzekleines Stück weit, mag es auch daran liegen, dass er als Einziger unseres Quartetts noch an die Möglichkeit glaubt, dass irgendwann mal ein Wunsch daher kommt, der wirklich eine Superidee ist. Allerdings ist der Tech-House-Held ein derart bewundernswerter Gutmensch, dass er selber nun in dem Falle vielleicht dem Gast den Kopfhörer in die Hand drückt und sagt: Mach‘s selbst!
Der Stoff aus dem DJ Helden sind
Die Frage warum es ausgerechnet diese vier sind die sich durchgesetzt haben, muss letztlich unbeantwortet bleiben. Bei allen Gemeinsamkeiten die sich finden lassen, so überwiegen doch die Unterschiede. Jeder von ihnen hat sein ganz eigenes Charisma und auch beim Auflegen treten gänzlich verschiedene Charaktere zu Tage.
Kidd Foxx ist ganz klar der Sonnyboy an den Reglern. Ein bisschen wirkt er immer noch als könnte er seinen sehr wohl verdienten Erfolg selber noch nicht ganz fassen. Aber sobald die Musik spielt, gibt’s keine Zweifel mehr, dass er weiß, was er zu tun hat. Genauso wie er sein Publikum ein ums andere Mal begeistert, so feiert er selber ganz vorne mit. Musik ist seine Droge und dass, obwohl er noch nicht mal wirklich Alkohol trinkt.
Noch heftiger feiert Christian Hell, insbesondere wenn er auflegt. Hier wunderten sich schon einige Clubbetreiber, dass der Mann am Ende seiner Sets zwar kaum mehr stehen, aber dennoch mit traumhafter Sicherheit eine absoluten musikalischen Traummix ablieferte. Was ihn auszeichnet ist immenser technischen Sachverstand und ein untrügliches Bauchgefühl für den nächsten Track. Irgendwie so eine Art richtig gut aussehender Nerd, der auflegt wie eine echt coole Sau.
Der Prototyp des Self-Made-Man ist Tim Grothe. Was mehr und mehr Anhänger zurecht für ihn einnimmt ist die ansteckende Mixtur aus umwerfendem Charme und zielstrebigem Ehrgeiz. Wenn er sich was vornimmt, dann setzt er das auch genauso um. Das gilt für die Entstehungsgeschichte seines eigenen Clubs und das gilt für seine Art des Auflegens.
Gregory Santana schließlich ist sich seiner Sache sicher und steht mit beiden Füßen auf dem Boden der Clubrealität. Durch seine Fähigkeiten und seine große Erfahrung weiß er ganz genau, was er kann und was er will. Er kennt seinen Stellenwert und entsprechend selbstbewusst tritt er auf. Den Respekt, den er fraglos verdient und den er für sich einfordert, den zollt er selbstverständlich jederzeit auch anderen. Seinem Publikum, anderen Diskjockeys oder Musikern bis hin zur der Belegschaft in den Clubs für die er auflegt. So konzentriert er auch beim Auflegen mit dem oft gesenkten Blick auf die Fader erscheint, so saugt er doch ständig alle möglichen Einflüsse in sich auf. Dieser ganze Input gepaart mit umfassendsten kulturellen Interessen, ist die Basis für seine herausragende Art aufzulegen und erklärt, neben all der Technik und den Skills, seinen Erfolg.
Als Fazit bleibt nur zu sagen, dass wir es ganz offensichtlich gut getroffen haben, mit jener neuen Generation an den DJ-Pulten. Im Verhältnis zu seiner Größe hat Saarbrücken wirklich einiges an Tanzflächenspaß zu bieten. Das war bekanntermaßen ja schon immer so und wird dank unseren vier Nachwuchskünstlerin wohl auch noch eine ganze Zeit lang so bleiben.
Kleiner Deejay Fragebogen: (gerne auch in Verbindung mit den kleinen Fotos)
Die Fragen
1) Dein Alter?
2) Tätigkeit im realen Leben?
2) Seit wann legst Du in Clubs auf?
3) Bevorzugte Musikrichtung?
4) Womit legst Du auf? (Vinyl/CD/Rekordbox/Traktor/...)
Die Antworten
Christian Hell
1) 23
2) Fachinformatiker
3) 2009
4) Christian Hell eben
5) Traktor + Timecode
Gregory Santana
1) Zeitlos
2) DJ
3) 2002
4) HipHop & Rnb, Funk & Soul, Indie Dance
5) Bis 2009 ausschließlich Vinyl, seitdem digital ohne Laptop
Kidd Foxx
1) 21
2) Azubi zum Veranstaltungskaufmann
3) 2008
4) House / Deep House
5) Audio Cds und Traktor
Tim Grothe
1) Da bin ich mir nicht so wirklich sicher
2) Kaufmännischer Angestellter
3) 2008
4) Techno
5) Vinyl! und ab und zu 'ne CD







