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Kino & Filme

Tangerine L.A.

Laut und schrill: Die Lichter an den Weihnachtsbäumen in L.A. blinken bonbonfarben, und auch der Film „Tangerine“ dreht die Farben auf bis zum Anschlag. Er ist komplett mit dem iPhone gefilmt und bei allen visuellen Schwächen ein Beleg dafür, dass das tatsächlich funktionieren kann. Aber davon später. Als die transsexuelle Sin-Dee Rella nach einem Monat Knast an Weihnachten wieder auf den Straßenstrich zurückkehrt, steht ihr ein Schock bevor. Von ihrer Freundin Alexandra (stark: Mya Taylor) erfährt sie, dass ihr Freund (und Zuhälter) Chester sie betrogen hat. Eifersuchtsentbrannt macht sich Sin-Dee durch ein L.A. jenseits aller Postkartenmotive auf, Chester und seiner Flamme Dinah das Fürchten zu lehren. Ein kurioser Film, quietschbunt, aufgedreht, verfranst und ständig zwischen großem, berührendem Kino und nervendem Klamauk, zwischen großartiger Bildgestaltung und amateurhafter Wackelästhetik pendelnd. Verblüffend, zu welch großer Form das iPhone als Filmkamera zwischenzeitlich auflaufen kann. Dazu ein toller Soundtrack. Und wenn man mit dem Kinobetreiber einen Deal macht, dass man als Zuschauer für jeden Fuck-und-Shit-Dialog zehn Cent zurückbekommt, geht man reich nachhause!
USA 2015 – Drama
Regie: Sean Baker (Starlet)
Drehbuch: Sean Baker (Writer), Chris Bergoch (Starlet)
Darsteller: Kitana Kiki Rodriguez (Debüt), Mya Taylor (Hollywood Wasteland), Karren Karagulian (Prince of Broadway)
Länge: 88 Minuten
Kinostart: 7. Juli 2016
Läuft wo: Filmhaus Saarbrücken
Wertung: 6 von 10 Sternen

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