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Der Anfang vom Ende Empfehlung

Das neue Jahr hat viele Vorteile. Der Größte: Es ist noch lange bis Weihnachten! Das neue Jahr hat viele Vorteile. Der Größte: Es ist noch lange bis Weihnachten!

Man braucht kein Hellseher zu sein oder mit der Bibel unterm Kopfkissen zu schlafen, um zu wissen, dass der Tag kommen wird, an dem die Menschheit vor ihrem Ende steht! Egal ob nun der Klimawandel Schuld sein wird, der bereits die Grünpflanze im Flur auf dem Gewissen hat, eine Pandemie, die jeden an Dschungelcampfieber verblöden lässt, oder wir uns selbst den Garaus machen, weil jemand die bombige Idee hat, auf einen roten Knopf zu drücken. Sicher ist, dass dann, wenn sich die Erde zu einem roten Riesen aufbläht und danach zu weißer Asche zerfällt, wie einst Zeit Opa bei seiner Feuerbestattung, die Zeit vorüber ist, sich Gedanken über einen neuen Bausparvertrag zu machen...

Ist dieser Moment einmal gekommen, dürfte es egal sein, ob man die Jahre zuvor im Sitzen statt im Stehen gepinkelt oder Münzen statt Knöpfe in die Kirchenkollekte geworfen hat. Auch wenn keiner von uns, der nicht gerade zu den Zeugen Jehovas gehört oder eine Weltuntergangs-App auf dem Smartphone hat, wirklich weiß, ab welchem Tag er die Zeitung endgültig abbestellen kann, dürfte eins feststehen: Wenn ein Zeitpunkt prädestiniert dafür ist, das Ende der Menschheit einzuläuten und die Pforte zur Hölle zu öffnen, dann ist es das Fest, das gerade hinter uns liegt: Weihnachten…

Ist der Tag X dann einmal da, wird Schrecken und Angst über uns hereinbrechen und unvorstellbares Leid alle erfüllen. Überall wird es lodern und brennen. Schreckliche Klänge werden uns durch Mark und Bein gehen und uns quälen, bis wir das Ende herbeisehnen. Damit dürfte das Ende der Welt nicht viel anders ablaufen als das Ende eines jeden Jahres, das man im Kreise der Familie verbringt. Mit dem Unterschied, dass das Höllenfeuer etwas weniger heimelig sein dürfte als das Kaminfeuer und es dann, wenn wir alle in der Hölle in siedendem Fett garen, kein Problem mehr darstellen sollte, wenn einem beim Fondue etwas von der Gabel in den Topf rutscht... 

Wenn man es so betrachtet, sind wir alle noch ein weiteres Mal davon gekommen. Denn wer diese Kolumne liest, hat Weihnachten lebendig überstanden. Das Ende der Menschheit scheint dann doch wohl noch nicht vor der Türe gestanden zu haben, obwohl es letzte Weihnachten bei vielen wieder ganz danach ausgesehen haben dürfte! Also noch mindestens ein weiteres Jahr Schonfrist! Vielleicht ist dieses Jahr dann ja das letzte Jahr, bevor man Mütze, Skischuhe und Skistöcke gegen Hörner, Hufe und Dreizack eintauschen muss, um statt ins Tal in die Hölle hinab zu fahren…

Da war man im alten Jahr vielleicht dann doch etwas voreilig damit, bereits im November mit der Körperpflege und dem Wechseln der Unterwäsche aufzuhören und das Ersparte für Smartphone-Abos mit süßen Katzen auf den Kopf zu hauen. Da steht man nun im neuen Jahr, müffelnd in einem selbst gebatikten Schlüpfer mit miauendem Handy. Dabei war das Ende doch so nah, zumindest das der Verwandtschaft! Um ein Haar hätte man alle und vor allem sich selbst vom irdischen Leiden erlöst! Die Adventszeit hatte schließlich wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, dass es friedliche Weihnachten ebenso wenig gibt wie friedliche Kriege oder günstige Gebühren in städtischen Parkhäusern… 

Weihnachten und Liebe, das passt zusammen wie Lego und Playmobil oder Veganer und Kotelett. Kein anderes Ereignis hat fälschlicherweise einen so guten Ruf wie die angeblich besinnlichen Tage im Dezember. In jedem Jahresrückblick der letzten Wochen wurden Kriege, Terrorakte und Bauer-sucht-Frau-Folgen als furchtbarste Ereignisse des Jahres genannt, nirgends aber wurde der Heiligabend in deutschen Wohnzimmern dazu gezählt! Dabei sehen die meisten Deutschen an Weihnachten rot. Und das weniger wegen der Farbe der Christbaumkugeln…

Traditionell ist Weihnachten das Fest, an dem man Verwandte wissen lässt, was sie einem bedeuten. Genau deshalb ist es prädestiniert dazu, im Familienzwist zu enden. Vor allem, wenn man nach dem fünften Glas Rotwein endlich den Mut hat, den Lieben am Tisch zu verkünden, dass von allen Hintern am Tisch nur einer kein Arsch ist. Weihnachten, das sind der Sage nach ruhige Momente vor einem knisternden Kamin bei Ave Maria, Punsch und rieselndem Schnee mit einem Festschmaus und der Ankunft des Christkinds als Höhepunkt. Die Wahrheit sieht meist aber anders aus... 

Was in keinem Märchenbuch steht, ist, dass die Weihnachtsfeiertage weniger Himmelreich auf Erden als eher die Hölle im Wohnzimmer sind. Alles beginnt schon Wochen zuvor im Geschwisterkreis mit unterschiedlichen Ansichten über Geschenke, die sich bis Heiligabend zu einem familiären Kleinkrieg ausweiten. Dieser bedingt dann weniger entspannte als vielmehr angespannte Momente. Statt Ruhe herrscht Totenstille. Das Knistern stammt nicht aus dem Kamin, sondern von der geladenen Stimmung im Raum. Anstelle des Ave Maria wäre eher das Vater Unser angebracht. Statt einem Punsch in die Tasse würde man lieber einen Punsh in die Fresse verteilen. Was rieselt, sind einzig Omas Schuppen. Das Essen ist weniger der Höhepunkt als vielmehr der Gipfel! Und weit mehr als die Ankunft des Christkindes sehnt sich jeder die eigene Ankunft zu Hause herbei… 

An Weihnachten ist alles umgeben von einem bittersüßen Duft, der gleichermaßen an gebrannte Mandeln wie auch an Zyankali erinnert und der für die eigene Familie nicht nur das Ende des Jahres, sondern das Ende überhaupt bedeuten könnte. Man säße bereits mehrere Male lebenslänglich ein, wenn man es all die Jahre zuvor nicht immer gerade noch so geschafft hätte, der Gans von Oma anstelle der Kuh von Schwester das Tranchiermesser zwischen die fettigen Rippen zu rammen und statt des eigenen Bruders nur den eigenen Frust in der Bowle zu ertränken… 

Kein Fest wandelt mehr auf dem schmalen Grad zwischen Harmonie und Massaker wie Weihnachten. Die Endjahresmelancholie weckt weniger das Bedürfnis nach einem Abschluss mit gebratenem Rehrücken und ein paar an die Lieben gerichteten Worten als vielmehr das Verlangen nach einem Abschuss mit geladenem Revolver und ein paar an die Lieben gerichteten Salven. Auch bei Letzterem erfreut man sich schließlich an der mit roten Kugeln geschmückten Stube. Und wer macht tags darauf nicht gerne alleine sauber, wenn der Rest der Verwandtschaft in alle Winde verstreut wurde… 

Das Schlimmste für mich letzte Weihnachten waren wieder mal die Geschenke. Während ich nicht einmal genug Geldgeschenke bekam, um mir ein Paar neue Socken zu kaufen, reicht es bei meiner Schwester gleich für ein Paar neue Brüste. Sie hat es andererseits aber auch nötiger. Ich brauche mich meiner ausgeleierten Strümpfe wegen in der Sauna nicht zu schämen. Auch wenn diesmal alles noch einmal ohne Massaker über die Bühne ging, aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Nächstes Weihnachten kommt bestimmt... Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Patrik Wolf

 

P.S. Gibt es eigentlich zum Jahreswechsel noch das Persil mit der roten Schleife? 

Letzte Änderung amDienstag, 12 Januar 2016 18:00
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