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Der Valentinstag ist ein sadistischer Drecksack! Empfehlung

Der Valentinstag ist ein sadistischer Drecksack!

Je näher der ultimative Tag der Liebe, der Liebenden und der Verliebtheit jedes Jahr rückt, desto unbehaglicher fühle ich mich. Und das immer wieder aufs Neue. Es geht um den Valentinstag. Eine der beschissensten Erfindungen der Konsumindustrie nach Muttertag und dem Osterhasen. Beim Valentinstag allerdings wird man jedes verdammte Jahr erneut daran erinnert, dass man Single ist und es offenbar mal wieder nicht hinbekommen hat, sich eine Beziehung zu suchen. Sich am Valentinstag alleine in ein Restaurant zu setzen ist in etwa so, als würde man sich freiwillig an einem elektrischen Weidezaun reiben: Interessant, aber doch so unangenehm, dass man es nicht wiederholen möchte. 

Mehr kann ich dazu nicht sagen. Und ich würde auch nicht, wäre da nicht mein unbändiger Drang, mich richtig schön auszukotzen über diesen elenden Schweinepriesterscheißhaufen-Tag. Schon Tage vorher wälze ich mich in meinem Bett hin und her, schlaflos, darbend nach einer Pralinenschachtel in Herzform. Verzehrend nach einem Strauß roter Baccara-Rosen, die ein neiderfüllter Blumenbote mir an der Haustüre überreicht. Dürstend nach einem Glas Schampus in einem kleinen, schummrigen Lokal mit Kerzen auf kleinen Karo-Platzdeckchen. Lechzend nach einem Theodor-Karl I., der mir verliebt gegenübersitzt und mir sagt: „Meine Angebetete, du bist die tollste Frau, die mir jemals begegnet ist. Möchtest du mit auf meinen englischen Landsitz kommen und dort mit mir leben? Es wäre mir eine große Ehre, dich in meinem Leben zu haben.“ Aber es kommt schlichtweg nie etwas von alldem. Die Wahrheit trifft mich jedes Jahr aufs Neue wie ein Schuss aus einer 44er Magnum. Ich bin Single. Punkt! Es gibt derzeit niemanden, der nur annähernd mit dem Gedanken spielt, mir Pralinen zu schenken, geschweige denn eine Valentinskarte zu schicken. Fakt! Da ist kein Mann weit und breit, der mich fragt: „Hey, lass uns an Valentinstag essen gehen!“. Tatsache! 

Jetzt sitze ich hier, der Valentinstag ist mittlerweile vorbei und ich muss gestehen, dass ich im Vorfeld wahrlich wilde Vermutungen über jenen Tag anstellte: Ich dachte daran, wie ich an Valentinstag wohl mein Näpfchen neben das meines Katers stellen würde, und wie wir uns gemeinsam über ein kleines Sheba-Menü hermachen würden. In meiner Fantasie hatte mein Kater mir ein paar Mal eins mit seiner Pfote übergebraten, weil er grundsätzlich lieber alleine isst, aber aus Solidarität und weil er sich entsann, dass ich die einsame alte Frau bin, die in seinem Haus zur Untermiete lebt, hatte er es toleriert. Ausnahmsweise. 

Ich habe übrigens mal recherchiert. Leider habe ich entgegen meiner bisherigen Vermutungen, Valentinstag sei eine Erfindung der Amis und der Blumen- und Schokoladen-Industrie, etwas völlig anderes herausbekommen. Denn: Die Popularität des Datums im angelsächsischen Sprachraum beruht auf einem Gedicht des englischen Schriftstellers Geoffrey Chaucer, „Parlament der Vögel“, welches 1383 vermutlich aus Anlass einer Valentinsfeier am Hof König Richards II. erstmals öffentlich vorgetragen wurde. In dem Gedicht von Chaucer wird dargestellt, wie sich die Vögel zu ebendiesem Feiertag um die „Göttin Natur“ versammeln, damit ein jeder einen Partner finde. Seit dem 15. Jahrhundert wurden in England Valentinspaare gebildet, die sich kleine Geschenke oder Gedichte schicken. Die Paare bildeten sich durch Losen am Vorabend oder durch den ersten Kontakt am Valentinstag. Im Viktorianischen Zeitalter kam unter den Liebenden der Brauch auf, sich gegenseitig dekorierte Karten zu schicken. Verdammt! Also hat dieser grauenvolle Tag tatsächlich ein Alibi, um sich „Tag der Liebenden“ zu schimpfen, denn seine Geschichte reicht offensichtlich weit zurück. Ich könnte kotzen! 

Where is my valentine?

Nachdem ich mir also am diesjährigen Valentinstag wieder einmal die Rosen selbst schicken lassen musste mit der Karte dran: „Alles Liebe zum Valentinstag, Schatz!“, beschloss ich, noch einen Schritt weiter zu gehen, bloß um an jenem Tag nicht suizidgefährdet auf der Couch zu liegen und mir einen anzusaufen. Ich meldete mich für ein Speed-Dating an. Das heißt: 7 Männer und 7 Frauen und 7-minütige „Kennenlern“-Gespräche. Nach 7 Minuten ist der Nächste dran. Bei dieser lustigen Bäumchen-Wechsel-Dich-Single-Safari ist es also nicht verwunderlich, dass man in den kurzen Zeitabständen, in denen man sich beschnuppert, kaum Rücksicht auf innere Werte nehmen kann. Quasi hat man beim Speed-Dating gleich 7 erste Dates auf einmal, nur mit dem Unterschied, dass man hier bereits nach wenigen Minuten erkennen kann: „Juhu, alle scheiße!“. Ihr seht schon, ich bin wie gemacht für Veranstaltungen dieser Art. Ich, ein Optimist und Menschenfreund! Nicht! Ich war demnach auch nicht sonderlich aufgeregt oder gar voller Hoffnung, als ich mich in der Speed-Dating-Location einfand. Und dann ging auch alles ganz schnell. Jede von uns Frauen setzte sich an einen freien Tisch, vor mir lag ein Fragebogen, auf dem ich den Namen des jeweiligen Gegenübers notieren und ein Häkchen setzen konnte, ob ich ihn wiedersehen möchte oder nicht. Mein Gegenüber hatte den gleichen Fragebogen. Ich muss schon sagen: Sich am Valentinstag in einem Lokal einzufinden und sich mit lauter Fremden zu daten lässt mich zwei Dinge vermuten: Entweder ist man echt verzweifelt oder man ist sehr mutig. Natürlich bin ich ein klein wenig von allem, wenngleich ich an jenem Abend lediglich auf ein bisschen Unterhaltung und ein paar Gläser Sekt hoffte. Beides erfüllte sich nur bedingt, denn lediglich ich agierte als Unterhalter, während die wechselnden Männer mir gegenüber es vorzogen, den Kopf einzuziehen. Offensichtlich wirke ich auf manche Kerle da draußen ziemlich einschüchternd. Verdammt! Allerdings wurde mir aber auch bereits bei meinem ersten Speed-Dater an diesem Abend schmerzlich bewusst: Es gibt nun mal Menschen, die wissen einfach zu wenig, um einen halbwegs anständigen Ballwechsel auf nonverbaler Ebene zu zelebrieren, denn auf meine Aussage: „Ich bin Kolumnistin“, kam die Frage: „Aha. Was ist das?“. Als der zweite Dating-Prinz mir gegenüber Platz nahm, hätte ich beinahe in die Tischplatte gebissen, um nicht laut loszubrüllen. Ein Typ Mitte 30 mit Poly-Palette-Platinblond-Friese aus der Tube. Nickname: Schmusehund. Auf meine Frage, welchen Lebenstraum er sich irgendwann erfüllen möchte, kam zur Antwort: „Och, ich bin mit meinem Job im Kaufland eigentlich ganz zufrieden.“. Ein anderer reichte mir seine klatschnasse Hand zur Begrüßung und ich hatte das Gefühl, er hätte kurz zuvor in der Saar nach Gold gewühlt. Ein gewisser Igor erzählte mir, er würde jeden Tag im Fitness-Studio trainieren, obwohl er rein äußerlich eher den Anschein erweckte, das einzige Training bestünde für ihn darin, die Kühlschranktür auf- und zuzumachen. 

Natürlich gab es unter diesen sieben Männern tatsächlich den ein oder anderen, mit dem man vernünftig reden konnte. Durchaus Männer mit guten Jobs, einem halbwegs interessierten, offenen Gesichtsausdruck und einer passablen Allgemeinbildung. Jedoch mochte es ansonsten halt nicht so passen. 

Als schließlich alles vorbei war, überreichte Schmusehund jeder von uns Damen noch einen Kaufland-Rosenstrauß für 1,99 Euro. Mittlerweile war ich rein emotional so heruntergewirtschaftet, dass ich sogar einen goldenen Scheißhaufen mit einem strahlenden Lächeln entgegengenommen hätte. So ist das nun mal, wenn die Aussicht auf Baccara-Rosen seit Jahren gleich Null ist.  

Am Ende ist es doch so: Wer aus der Not keine Tugend machen kann, ist entweder ziemlich einfallslos oder einfach nur des Lebens müde. Nachdem Schmusehund, Igor und Co sich also vom Acker gemacht hatten, blieben wir Single-Mädels noch beisammen, um unseren eigenen Valentinstag zu feiern. Wir hatten uns zuvor noch nie gesehen, waren allesamt komplett unterschiedlich, aber nach diesem Abend konnte uns dieser Valentinsscheißhaufen-Tag plötzlich nichts mehr anhaben und wir hatten einfach nur noch Spaß. Und offen gestanden war genau das der beste Teil des Abends. 

Bleibt nur noch eine Frage offen: Wer von den sieben Männern wollte mich denn jetzt eigentlich näher kennenlernen? Leider oder zum Glück waren es alle! Jedoch muss ich gestehen, dass mich diese Tatsache wirklich für einen kurzen Moment innehalten ließ, denn vielleicht bin ich ja doch ganz nett. Oder diese sieben Männer mutiger, als ich dachte. 

Happy Valentine, bis nächstes Jahr, du Drecksack! 

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