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Überall im Leben haben wir die Qual der Wahl! Mittlerweile gibt es in jedem Supermarkt mehr Apfel- und Kartoffelsorten mit skurrilen Namen als in einem Kindergarten! Das soll was heißen! Bild von Fotolia: Datei: #94133499 Überall im Leben haben wir die Qual der Wahl! Mittlerweile gibt es in jedem Supermarkt mehr Apfel- und Kartoffelsorten mit skurrilen Namen als in einem Kindergarten! Das soll was heißen! Bild von Fotolia: Datei: #94133499

 

Wer 2 und 2 zusammenzählen kann, weiß, dass der Alltag von heute ohne Zahlen 0 Bedeutung hätte. Das merkt man un2felhaft an 1000 Dingen: Im Job soll man stets 8 geben und versuchen 1. aber nicht 3st zu sein. Dazu kriecht man vor seinem Chef am besten auf allen 4ren und vermeidet es, einen 3er mit der 9 Kollegin auf dem Rücksitz ihres 4t zu haben. Vor allem im Winter, wenn man sich dabei an den Füßen 15 abfriert und die 10e im Mund klappern. Das wäre nicht 1mal für einen 4beiner wie einen 100räglich! Zwar ist 1mal beim 6 k1mal, aber wenn 1 klar ist, dann, dass einem nicht mehr zu h11en ist, wenn am Ende eine Ab3bung steht. Das ist in 2brücken nicht anders als in M1 am Rhein…

Wenn es um Kontoguthaben, Urlaubstage und Penislängen geht, können Zahlen gar nicht groß genug sein, während sie bei Körpergewicht, Überstunden und der Größe von Spinnen möglichst klein bleiben sollten! Bei Schuhen, Unterhosen oder Familienbesuchen gehen die Meinungen dagegen weit auseinander, wie groß ihre Zahl sein soll oder muss. Vor allem zwischen Mann und Frau! Ohne Zahlen wäre das erste Mal wie jedes Mal und im Bett keine flotte Nummer möglich. Man könnte bei nichts auf Nummer sicher gehen oder erwarten, dass es sich einmal auszahlt…

Ob nun der Matheunterricht des Sohnemanns oder der Bordellbesuch des Papis, alles hat mit Zahlen zu tun! Wenn auch mit dem Unterschied, dass nach einer Stunde Arbeit einer der beiden traurig und der andere glücklich ist, wenn das Ergebnis 6 ist! Ein befriedigend hätte beiden genügt! Irgendwann haben wir in vielen Alltagsdingen Zahlen den Vorrang gegenüber Buchstaben gegeben. Was soll es mir nun aber sagen, wenn meine Körperwaage die Zahl 95 anzeigt? Wäre es da nicht hilfreicher, auf dem Display würden Buchstaben erscheinen, wie F, E, T und T…?

Beim Einkaufen von Obst hat es sich dagegen als recht nützlich herausgestellt, Mengen mit Stück- oder Grammzahlen statt mit einer ungenauen Angabe wie „eine Hand voll“ zu bemessen, da diese durchaus zu relevanten Unterschieden führt, je nachdem ob man Äpfel oder Melonen möchte! Jeder weiß schließlich aus Kontaktanzeigen, dass „eine Hand voll“ manchmal Unmengen, manchmal jedoch auch absolut nichts bedeutet! Letzteres vor allem, wenn die Schale erst einmal entfernt ist und darunter nur mickriges Fruchtfleisch zum Vorschein kommt... 

Zahl ist nicht gleich Zahl! Manche sind böse, wie die 666, andere unanständig, wie die 69, oder knapp in der Zeit, wie die 5 vor 12. Es gibt welche, die stehen für Unglück, wie die 13, für Glück, wie die 00, oder für Dummheit, wie die 88. Manche Zahlen spielen Fußball, wie die 11, riechen gut, wie die 4711, oder kennen den Sinn des Lebens, wie die 42. Wiederum andere gehören zu feinem Sand, wie die 7, oder zu den Füßen, wie die 10. Es gibt aber auch Zahlen, die sind nichts Besonderes, wie die 0815, oder einfach nichts wert, wie die 0, während andere die Lizenz zum Töten haben, wie die 007... 

Es gab Zeiten, da kamen wir mit weit weniger Zahlen aus als heute. Mit zwei um genau zu sein! Noah genügten zwei Tiere jeder Art, um die Arche zu füllen, und den Deutschen zwei Weltkriege, um den Kontinent zu leeren. Auch die Evolution entschied, dass zwei Geschlechter ausreichen, auch wenn beim Menschen nur eines die Fähigkeit erhielt, Autofahren zu können. Zwei von etwas genügt, um die Wahl, jedoch nicht die Qual zu haben! Weniger als zwei bedeutet, nicht wählen zu können, mehr als zwei dagegen bedeutet Stress. Die Informatik kommt seit jeher mit Einsen und Nullen aus. Das beweist, dass auch im 21. Jahrhundert niemand mehr braucht als zwei Alternativen…

Leider bevorzugen wir statt eines klaren Jas oder Neins mehr und mehr ein Eventuell, das noch eine Option zum Umentscheiden lässt. Heutzutage möchte jeder bei allem wählen und wechseln können. Das ist beim Stromtarif nicht anders als beim Partner! Selbst den Geruch des Toilettensteins gilt es zu individualisieren. Dies erfordert ein größtmögliches Wahlangebot, egal ob es um Kleidung, Autos oder Brühwürfel geht! Wahrscheinlich würde selbst Noah heute von jedem Tier drei oder vier in verschiedenen Farben und Größen mitnehmen, um nach Lust und Laune tauschen zu können… 

Früher war jeder beim Fernsehen mit Schwarz-Weiß und beim Kochen mit Salz-Pfeffer zufrieden. Heute wollen alle Millionen scharfe Farben und ebenso viele scharfe Gewürze. Lampen waren damals an oder aus und brauchten nicht nach dem Wohlbefinden dimmbar zu sein. Keiner wählte Wein nach der Rebsorte, sondern nach der Farbe! Und wenn jemand wissen wollte, woher der Kaffee stammt, wollte er nicht Nicaragua oder Kolumbien hören, sondern Tchibo oder Eduscho…

Mittlerweile geht nichts ohne Variationen! Mineralwasser gibt es nicht mehr nur mit oder ohne Kohlensäure, sondern in zig wählbaren Sprudelstärken und Mineralienzusammensetzungen! Selbst Parken ist nicht mehr einfach nur erlaubt oder verboten. Es gilt, sich uhrzeit- und tagesabhängig zwischen eingeschränktem und absolutem Halteverbot, Kurz- und Dauerparken, Frauen-, Mit-Kind-, Lieferanten- und Anwohnerstellplätzen zu entscheiden. Selbst Ampeln sind nicht mehr eindeutig rot oder grün, seitdem es den grünen Pfeil gibt…

Früher gab es nur zwei Arten von Kopfschmerzen; beide nach einer durchzechten Nacht: Eine wegen zu viel Bier in der Kneipe, die andere wegen dem Nudelholz zuhause. Heute muss man sich zwischen zwei Dutzend Kopfschmerzen entscheiden, gegen die es ebenso viele Tablettensorten gibt. Es ist schon beeindruckend, wie viele Milchsorten heutzutage angeboten werden, wenn man bedenkt, dass diese alle aus ein und demselben Euter stammen! Einkaufen ist mittlerweile schwieriger als Scrabble mit nur Konsonanten. Warum so viel von allem? Man hat mit zweimal meist doch schon einmal Ersatz! Das ist mit Schlüpfern wie mit Lungenflügeln. Im Zweifelsfall kommt man auch mit nur einem aus.

War Kleidung schmutzig, nahm Oma früher mehr oder weniger von dem weißen Universalpulver aus der Pappkiste und wusch so lange und heiß, bis das Hemd sauber war oder dem kleinen Bruder passte. Heutzutage soll und kann jeder zwischen vier Dutzend verschiedenfarbigen, unterschiedlich stoff- und temperaturgeeigneten Flüssig-, Gel- und Pulverwaschmitteln, Weich- und Hygienespülern wählen, die nicht nur sauber machen, sondern Kleidung, Haut und Waschmaschine gleichzeitig auch pflegen, keimfrei halten und die Umwelt schützen...

Klar macht Weichspüler Sinn, um Handtücher nicht immer mit Schmirgelpapier zu verwechseln, aber muss man denn vor die Wahl zwischen April-, Sommer-, Blüten-, Meeres- und Halloweenfrische gestellt werden? Zahncreme muss farblich doch nicht zu den Fliesen passen!? Das einzige, worauf ich farblich achte, ist Gemüse. Das mag ich grün… Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

 

Patrik Wolf

P.S.  Früher gab es auch beim Sex nur zwei Arten: Er oben oder sie unten!

 

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