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Endlich peinlich! Empfehlung

Endlich peinlich!

In bewegenden Zeiten wie diesen - und ich kann mit Fug und Recht sagen: Jawohl, wir befinden uns tatsächlich in einer grandiosen Ära – ist es wichtig, nicht gänzlich auszuflippen vor Freude und Glückseligkeit. Und ich meine das ernst. Angesichts des ganzen Kriegs-BlaBla und allerlei Untergangs-Philosophien, müssten wir nämlich nahezu ausflippen vor Glück, dass wir noch am Leben sind! Aber Obacht: Plötzliche Gefühlsausbrüche in Form euphorischer Luftsprünge könnten dazu führen, dass weniger impulsive Mitmenschen einen als ziemlich peinlich bezeichnen. Wem das egal ist: Bitteschön! Springen Sie in die Luft! Nehmen Sie wildfremde Menschen in den Arm und wirbeln Sie sie herum! Küssen Sie! Haben Sie animalischen Sex! Denken Sie nicht an die Folgen von zu viel Alkoholkonsum! Rauchen Sie! Kiffen Sie meinetwegen und bauen Sie gleich noch eine eigene Hanfplantage auf dem elterlichen Dachboden an! Im Zweifelsfall kriegt das eh keiner raus, besonders nicht, wenn die Eltern in einem biederen Einfamilienhaus leben und provinzgeschwängerte Luft atmen. Tragen Sie keine Unterwäsche. Nichts fühlt sich verbotener und gleichzeitig befreiender an, als das Höschen einfach zu „vergessen“. Rauchen Sie nackt auf dem Balkon eine dicke Zigarre und feiern Sie sich dabei selbst! Und halten Sie sich stets vor Augen: Großartige Zeiten bedürfen großartige Maßnahmen! 

 

Seit wann Sieze ich meine Leserschar eigentlich?

Okay, zurück zum Maßnahmenkatalog. Ich vertrete dabei ja die Chaos-Theorie. Je mehr man sich selbst emotional und völlig unkalkulierbar gehen lässt, desto glücklicher und gelöster wird man. Und getreu dem Motto „Blamieren geht über Studieren“ ist es denke ich auch an der Zeit, sich so richtig schön lächerlich zu machen. Und das am besten täglich! Nicht umsonst sagt man Menschen nach, die sich häufig blamieren, dass sie die Fähigkeit besitzen, etwas zu wagen und nicht in der Routine zu erstarren. Einige werden jetzt erleichtert aufatmen und denken: „Geil! Dann war das mit dem Stage Diven auf der Hochzeit meiner Schwägerin also  vollkommen in Ordnung. Und dass ich danach in die Blumenkübel gereiert habe auch.“ Nun ja, rein psychologisch betrachtet war es wahrscheinlich vorhersehbar, denn solche Totalausfälle hat man meist dann, wenn man die Schwägerin zuvor schon zum Kotzen fand. Aber aus Schaden wird man klug und solcherlei Aktionen verführen dann letztendlich doch eher dazu, an sich zu arbeiten, damit etwas derartiges nicht mehr passiert. 

Bei meiner Partner-fürs-Leben-Wahl sorge ich übrigens auch für gelegentliche Fehltritte. Ganz besonders dann, wenn ich das Runde mal wieder mit Gewalt in das Eckige pressen will. Kurzum: Wenn ich mir mein Objekt der Begierde so ziehen will, wie es mir passt, was natürlich noch nie funktioniert hat. Ja ja, da kann es dann mitunter zu peinlichen Aktionen kommen, besonders, wenn ich beispielsweise anfange, den Kerl, der sich nicht erziehen lässt, zur Strafe überall zu blockieren, sei es bei Facebook, WhatsApp oder auf sonstigen virtuellen Plattformen. Peinlichkeitsfaktor: 1000! Und bestimmt nicht der geistigen Reife einer Frau meines Alters entsprechend. Aber verflucht noch eins: Lieber mache ich mich damit lächerlich, als einfach gar nichts zu machen. Der Blockaden-Blamage folgen je nach persönlicher Tagesform übrigens noch: Das Auslegen von Tretminen in Form von unberechenbaren Ausrastern. Oder meine dramatischen und für die ausgewählten Opfer höchst nervigen Auftritte an öffentlichen Orten, insbesondere dann, wenn der Typ sich von meinen Provokationen völlig unbeeindruckt zeigt. Regelmäßige Peinlichkeiten sind bei mir jedenfalls so sicher, wie die Tatsache, dass noch in jedem Scorsese-Film „Gimme shelter“ von den Stones gelaufen ist. Ist einfach so. Und getreu einer Textzeile der Fantastischen Vier „Bevor wir fallen, fallen wir lieber auf“ hoffe ich inständig, dass ein überdimensionaler Peinlichkeitsfaktor niemals so schlimm sein kann, wie Krebs, Aids oder Hepatitis! Und trotzdem frage ich mich: 

Macht uns eine Blamage am Ende sogar sympathisch?

Bereits Henry Ford hat es treffend formuliert: „Unsere Fehlschläge sind oft erfolgreicher als unsere Erfolge.“ Offen gestanden kann ich mich zwar gerade nicht erinnern, wann grauselige Misserfolge es bei mir jemals aufs imaginäre Erfolgs-Treppchen geschafft haben, aber sagen wir es mal so: Wie Stromberg aus der Asche bin auch ich immer wieder im Berufsleben auferstanden, nachdem ich mich mal wieder hochmotiviert in eine Schlappe hinein dirigiert hatte. Erfolgreich bin ich dadurch zwar bis heute nicht geworden, aber zumindest um einiges schlauer. 

Zugegebenermaßen sollten wir uns deshalb erst recht dümmer stellen als wir sind. 

Neulich war ich auf der Pferderennbahn und als gerade der Sieger des Trabrennens gekürt wurde und sich die Ministerin samt hochrangigen Gestalten aus Wirtschaft und Politik zu einem fotografischen Stelldichein mit ihm posieren wollten, platzte ich einfach so in die Runde mit der Frage an den Sieger, in was für einer Disziplin er denn jetzt genau gewonnen hätte. Dabei wusste ich es ganz genau, denn ich hatte das Rennen ja mit eigenen Augen gesehen. Aber dieser Moment, in dem alle Blicke mit einer Mischung aus Entsetzen und Fremdschämen plötzlich auf mich gerichtet waren, war mit Abstand der  peinlichste Triumph des Jahres. Und gleichzeitig ein gelungener Plan, um im Gedächtnis zu bleiben. Wobei ich sagen muss, dass ich das mit dem „sich absichtlich blamieren“ nicht wirklich brauche. Wie oft nämlich segeln in Besprechungen sämtliche meiner Unterlagen völlig unbeabsichtigt vom Tisch? Und wie oft bringe ich mich bei Dates in kompromittierende Situationen, weil ich entweder zu viel trinke oder mich plötzlich aus meinem eigenen Laberflash nicht mehr befreien kann? Wie oft gebrauche ich in Gesprächen mit intellektuellen Menschen die falschen Fremdwörter? Und wie häufig fällt mir noch nicht mal ein, was ich eigentlich sagen wollte? Und das alles, ohne es inszeniert zu haben! Wahnsinn!

Ich glaube mittlerweile, dass wir viel zu streng mit uns sind. Und mal ganz ehrlich: Welche Folgen hätte denn der berühmtberüchtigte Super-GAU beim Date, im Büro oder im Alltag? Wir sollten uns einmal vor Augen führen, was denn im Worst Case passieren kann? Dein Date merkt, dass du nur Unsinn redest? Egal, entweder er findet es unterhaltsam oder eben nicht. So bist du eben! Dein Chef kriegt mit, dass dein Hintergrundbild auf dem Smartphone du selbst in Reizwäsche bist? Für einen Mann natürlich der gesellschaftliche Untergang, aber als Frau mit einem selbstbewussten Lächeln gekonnt zu überspielen, auch wenn man dabei eine knallrote Birne bekommt. Ein Typ, der nicht so will wie du, und den du deshalb temporär als Zielscheibe für deine etwas peinlichen Ausraster missbrauchst? Na und? Hätte er sich halt früher überlegen sollen, auf wen er sich da einlässt! Es geht einzig und alleine darum, gewisse Ängste und Zweifel zu überwinden. Während man selbst noch mit sich hadert, wie scheiße und peinlich dies und das gelaufen ist, machen sich Mitmenschen darüber eventuell schon gar keine Gedanken mehr. 

Und mehr noch: Kunsthistoriker und Buchautor Christian Saehrendt rät sogar, sich zuweilen ganz bewusst in Situationen zu begeben, um den Fokus vorübergehend auf die eigene Person zu lenken. Fremde Menschen einfach anlächeln zum Beispiel oder sie irgendetwas fragen, auch auf die Gefahr hin, diese könnten das missverstehen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Und für die ganz Mutigen: Wie wäre es, im Bus oder in der Bahn einfach mal zu singen? Für viele ist so etwas undenkbar, aber genau solche selbst herbeigeführten kleinen Peinlichkeiten sorgen bestimmt für einen enormen Schub an Selbstbewusstsein. Zumindest glaube ich fest daran, denn als ich neulich in einem Taxi sämtliche Bon Jovi-Hits mitträllerte, die im Wagen liefen und ich nicht eher ausstieg, bis die letzten Akkorde von „Dead or alive“ verstummt waren, glaube ich, dass der Taxifahrer mich zwar für absolut irre gehalten haben musste, aber andererseits der Unterhaltungsfaktor bestimmt sehr hoch war. Und lieber fährt man doch auch eine singende Nachtigall nach Hause als einen besoffenen Stinkstiefel, oder? Also Punkt für mich! 

Am Ende ist es doch so: Kein Risiko – Kein Ruhm. Blamagen, egal in welcher Größenordnung motivieren dazu, produktiv an sich zu arbeiten. Aus seinen eigenen Fehlern lernt man bekanntermaßen immer noch am besten. Aber das hält mich trotzdem nicht davon ab, wahllos jemanden zu küssen, wenn mir danach ist oder eben singend durch Saarbrücken kutschiert zu werden. Ich erinnere nur nochmals daran: Die heutige Zeit sollte uns erst recht dazu animieren, das Leben mit all den großen und kleinen Peinlichkeiten zu zelebrieren. Denn das macht uns vor allem eins: Menschlich. 

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