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Fliegen verboten Empfehlung

Fliegen verboten

Es gibt ja Leute, die sind so kreativ wie eine Ofenkartoffel. Eine kalte Ofenkartoffel. Ohne Dip. Und schlimmer noch: Wenn ich manchmal so durch die Weltgeschichte laufe, habe ich das Gefühl, ständig an einfallslose Begrenzungspfosten zu stoßen. Das ganze Land scheint übersät von Regeln, Normen und Vorschriften und überall laufen fleißige Erbsenzähler rum, die es sich offenbar zur Aufgabe gemacht haben,  andere auf genau diese Regeln hinzuweisen. Und das ständig. Dabei frage ich mich immer:

„Wer hat die Regeln eigentlich gemacht? Und woher kommen sie überhaupt?“

Eines ist jedenfalls gewiss: Pro Jahr werden in Deutschland zirka 150 neue Gesetze und Verordnungen erlassen. Und darunter gibt es immer wieder Kuriositäten. Gerade in der närrischen Zeit sehr interessant ist dabei wohl jenes Gesetz: Generell gilt das Vermummungsverbot auch im eigenen Auto in Deutschland, aber soweit die Maskierung das Fahrvermögen nicht beeinträchtigt, dürfen Jecken in der närrischen Jahreszeit auch mit Pappnase und Perücke ans Steuer. Aber Obacht: Wer an Karneval im Adamskostüm zur Kappensitzung möchte, sollte sich das nochmal genauestens überlegen, denn in der Straßenverkehrsordnung heißt es: „Nackt Autofahren ist erlaubt. Wer aber unbekleidet aus dem Wagen steigt, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 40 Euro.“ Und damit nicht genug: Wenn der Schnaps an Rosenmontag mal besonders gut mundet und man sich danach noch ins Auto setzen möchte, ist es offensichtlich verwerflicher, mit voller Blase zu fahren statt der Tatsache, dass man rotzevoll ist, denn: „Auch bei einer vollen Blase, ist es nicht gerechtfertigt auf einer Strecke mit einem Tempolimit von 100 km/h mit 151 km/h zu fahren - und das auch dann nicht, wenn man aus Schamgefühl vor der Beifahrerin nicht anhalten möchte.“ Zumindest lautete so ein Gerichtsurteil. Sollte im Übrigen beim Faschingstreiben ein geeigneter Jeck angebissen haben und es zum intimen Stelldichein im eigenen Schlafzimmer kommen, sollte man nicht außer Acht lassen, dass  „lautes Stöhnen beim Sexualverkehr eine unzumutbare Belästigung der Nachbarn“ sei – zumindest zwischen 22 Uhr und 6 Uhr in der Früh'. So entschied es jedenfalls ein deutsches Amtsgericht. Angesichts dieser Regelungen muss ich sagen:

An Kreativität mangelt es hier nun wahrlich nicht.

Aber trotzdem wimmelt es nur so von Do’s und Dont’s, wie etwas zu laufen hat, im Leben und wie nicht. Vermeintliche No-Go’s wie Ballerinas im Winter, Single mit Mitte Dreißig oder Sushi essen mit Messer und Gabel sind nur einige von den Dingen, die für den Großteil unserer Gesellschaft einfach gar nicht gehen und für die man mit rümpfenden Nasen und komischen Blicken gestraft wird. Beim Parken auf zwei Parkplätzen oder Vordrängeln an der Kasse kann ich ja durchaus verstehen, dass dich gewisse „erhobener Zeigefinger“-Leute in die Schranken weisen und dir sagen: „So etwas macht man nicht!“, aber mir hat trotzdem niemand vorzuschreiben, in welchen Schuhen ich im Winter rumlaufen soll. Wie man es dreht und wendet: Solange man kreativ ist, sei es in der Outfit-Gestaltung oder im persönlichen Lebensstil, gibt es offenbar immer wieder Menschen, die dich entsetzt beäugen, als hätte man gerade den dritten Weltkrieg angezettelt. Künstlerische Skills, so scheint mir, haben im alltäglichen Leben so wenig zu suchen, wie Mett neben einer Schwarzwälder Kirschtorte. Schlimmer noch: Wenn ich mich gerade in der kalten Jahreszeit gelegentlich im T-Shirt ins überhitzte Büro setze, ernte ich regelmäßig entsetzte Blicke und Kommentare, ob ich denn nicht frieren würde, so leicht bekleidet? Dank der deutschen Überempfindlichkeit gegen jegliche größere Temperaturschwankungen würde es nahezu an Utopie grenzen, in einem Saunaähnlichen-Büro zu erfrieren, angesichts der glühenden Heizkörper. Die Gefahr des Erstickungs- oder besser noch „Erstinkungstod“ in manchen Räumlichkeiten läge da doch wesentlich höher. Apropos Stinken: Ein Gesetz des Staates Massachusetts verbietet es, die Füße zwecks Abkühlung aus dem Fenster hängen zu lassen. Überaus schade, denn im Sommer lasse ich sie gerne mal aus dem offenen Wagenfenster baumeln. Aber natürlich nie ohne die berühmte Welle der Fassungslosigkeit in Form spießbürgerlicher Glotzaugen, die den erhobenen Zeigefinger nicht hoch genug halten können. 

Anders: Auch nicht besser.

Generell geht es nicht darum, besser zu sein, nur weil man anders ist. Aber ich bin der Meinung, dass man durchaus immer noch gut ist, auch wenn man sich nicht immer an das hält, was als schicklich erachtet wird. Und meines Erachtens ist man noch lange kein gesellschaftlicher Berserker, nur weil man bei Schneetreiben mehr als 30 km/h auf den Straßen drauf hat. Unter uns Deutschen scheint es nämlich auch irgendwie eine Art Gesetz zu sein, schon bei den ersten Flöckchen den berühmten „Bleifuß“ eher auf der Bremse zu haben. 

Dass künstlerisch veranlagte Menschen mehr nachdenken, rauchen, trinken und vögeln als der Normalsterbliche ist mir weitaus lieber als jemand, der sich jeglichen gesellschaftlichen Normen und Regeln unterordnet und quasi nur seine Aufgaben erledigt, wie ein willenloser Zirkuselefant. 

Ich habe keine Lust, jemand zu sein, der irgendwann selbstgefällig da sitzt und sagt: „Ich habe meinen Beitrag geleistet.“, und damit einfach nur meint: „Ich habe geheiratet und eine Familie gegründet, weil das eben vorausgesetzt wird.“ Was diese Leute nicht wissen ist, dass man  Beiträge in so vielen erdenklichen Formen leisten kann. Bahnbrechende Dinge erfinden. Ein Buch schreiben. Einen Film drehen. Wissenschaftliche Erkenntnisse liefern. Unserer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Und genau darum geht es doch: Die eigenen Begrenzungspfosten beseitigen! 

Machen wir uns nichts vor: Anhand falscher Ideale und Erwartungen versuchen wir stets, gewisse Normen zu erfüllen. Wir haben uns leider irgendwann selbst verboten, aus der Reihe zu tanzen. Vielleicht, weil es uns zu anstrengend ist, anderen Leuten zu erklären, warum man jetzt lieber nach rechts statt nach links gehen möchte. Oder warum man fliegen will. 

Wie der Zirkuselefant haben wir irgendwann nur noch die Kunststückchen vollführt, die man von uns verlangt und erwartet hat. Aus der Traum vom Fliegen.  

Am Ende ist es doch so: Leider schreibt man uns heutzutage immer noch zu oft vor, man solle heiraten, sich vermehren, ein Haus bauen und immer so viel Geld wie möglich sparen. So will es das gesellschaftliche Gesetz! Allerdings habe ich es aufgegeben, mich diesen Gesetzen unterzuordnen. Ich bin nun mal ein Individualist. Und während ich in Iowa womöglich schon zig Mal im Knast gelandet wäre, weil ich gerne länger als fünf Minuten küsse und das dort verboten ist, gebe ich hiermit offen zu: Ja, ich bin eine Gesetzesbrecherin und es bleibt auch dabei! Solange Elefanten nicht fliegen können jedenfalls. Oder können sie das etwa doch? 

 

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