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Götter in Weiß Empfehlung

Götter in Weiß Bild von Fotolia: Datei: # 100536980

Sie sind lästig und fast jeder von uns wird ein- oder zweimal im Jahr von ihnen überrascht... Meist dann, wenn er es gerade nicht gebrauchen kann... Man schafft es einigen, aber nicht allen aus dem Weg zu gehen. Dazu sind es zu viele... Einmal erwischt, will man sie schnellstmöglich wieder loswerden, denn sie verderben einem die Laune… Die Rede ist nicht etwa von den Zeugen Jehovas oder von Hundehaufen, auch wenn diese ähnliche Freude bereiten, sondern von Krankheiten…

Lange Zeit waren Krankheiten probates Mittel, um die Zahl der Lebewesen auf der Erde in einem für alle erträglichen Umfang zu halten. Wurde irgendeine Population zu groß, sorgte irgendeine Krankheit dafür, dass sie sich verkleinerte. Die übrige Dezimierung übernahmen gegenseitiges Auffressen und –zumindest bei uns Menschen – Kriege. So ließ sich der Homo sapiens in seinen frühen Tagen ganz gut unter Kontrolle halten. Das funktionierte bis irgendwelche Schamanen irgendwann herausfanden, dass zwar nicht gegen Säbelzahntiger, dafür aber gegen andere bis dato lebensverkürzende Dinge durchaus ein Kraut gewachsen ist. So entdeckte der Mensch nach dem Feuer, aber noch vor der Digitaluhr das, was er später einmal Medizin nennen sollte...

In den folgenden Jahrtausenden waren Medizinmänner damit beschäftigt, ihre zufälligen Erkenntnisse aus dem willkürlichen Verabreichen von Tees, Tabletten und Tinkturen an ihre Opfer – die sie fortan Patienten nannten – als angeblich fundiertes Wissen zu verkaufen. Patienten, die Krankheiten wegen oder trotz ihrer Behandlung überlebten, waren zufrieden und überschütteten ihre Heiler mit Reichtum, was wiederum auch die Heiler zufrieden machte. Patienten, die dagegen nicht überlebten, waren deutlich weniger zufrieden und damit auch weniger spendabel. Was wiederum auch die Heiler deutlich weniger zufrieden machte. Bereits früh erkannte die Medizin daher, dass es für alle Beteiligten angenehmer ist, Patienten zur Heilung statt zum Heiland zu führen... 

Mit der Zeit wurde die Medizin zunehmend seriös. Schamanenfell und Totenkopfstab wurden nach und nach gegen Arztkittel und Stethoskop eingetauscht. Man wollte Menschen nicht länger nur von ihren Leiden, sondern auch von ihren Ersparnissen befreien. Um selbst einfachste Diagnosen teuer verkaufen zu können und den Eindruck zu wahren, Medizin sei etwas Undurchschaubares, entschied man sich schon früh, Diagnosen für Laien unverständliche lateinische Bezeichnungen zu geben, die sich komplizierter und damit teurer anhören als bloß „Schnupfen“. Zudem erfand man das 1000-semestrige Medizinstudium, das nicht auf Wissen, sondern einzig darauf abzielt, den elitären Kreis der Mediziner-Illuminaten klein zu halten, damit es auf den Golfplätzen nicht zu voll wird…

Im Laufe der Zeit entdeckte die Medizin immer wieder neue Krankheiten und ab und an auch neue Medikamente, die diese Krankheiten heilen. Aus Schamanen, die einst Götter anbeteten, wurden selbst Götter, die von Patienten angebetet werden wollen. In heutiger Zeit verlieren Mediziner jedoch zunehmend an dem Renommee, das sie sich über die Jahre durch die Entdeckung des Penicillins, Heftpflaster mit Dinosauriermotiven und die Fernsehwiederholungen der Schwarzwaldklinik aufgebaut haben. Das liegt jedoch nicht etwa an der Alkoholsucht oder den Fehldiagnosen vieler Ärzte. Diese gehören schließlich seit jeher ebenso zu Medizinern wie Birkenstocksandalen und Mercedes-Cabrios. Was den Medizinern mittlerweile wirklich den Rang abläuft, ist das Internet…

Der Gott in Weiß war früher der Arzt um die Ecke und ist heute das iPad auf der Anrichte! Die Zeiten, in denen man einfach seinem Hausarzt vertraute oder unbedacht auf Omas Hausrezepte zurückgriff, sind vorüber! Niemand will mehr im Ungewissen bleiben, ob nun Tee oder Testament das richtige Mittel der Wahl ist! Wagten früher nur Oberstudienräte mit dem Pschyrembel aus ihrer Hausbibliothek eine Selbstdiagnose, greift bei einem drohenden Zipperlein heutzutage der Großteil aller im Alter zwischen 20 und 50 statt zum Wochenblatt, um sich über den Bereitschaftsarzt zu erkundigen, zum Computer, um sich über den neusten Stand der weltweiten Medizinforschung zu informieren. Lautete das Hausrezept bei Halsschmerzen früher Gurgeln, heißt es heute Googlen… 

App statt Apotheke ist die Devise! Vorbei sind die Zeiten, in denen man sich als unwissender Kassenpatient mit einer Pauschaldiagnose und ein paar Aspirin abspeisen ließ! Mittlerweile ist fast jeder im Wartezimmer dank Diagnose-App auf dem Smartphone und Hypochonder-Chatgruppe auf einem aktuelleren medizinischen Stand als der eigene Hausarzt es sein kann! Schließlich will niemand eine Diagnose bekommen, die falsch ist oder jeder hat! Zumindest eine Autoimmunerkrankung, die eigentlich nur für ältere Pudel typisch ist, sollte es schon sein. Vielleicht ist es sogar Lupus? Aber für solch eine Diagnose braucht es statt eines Hausarzts schon eher einen Dr. House-Arzt…

Von wegen „Fragen Sie ihren Arzt und Apotheker“! Heutzutage fragt man Siri! Längst ist Dr. Google der wahre Arzt, dem die Frauen vertrauen. Früher ging man zum Internisten und hoffte, dieser findet nichts. Heutzutage geht man ins Internet und hofft das Gegenteil! Sicherlich kann Halskratzen Anzeichen für einen einfachen grippalen Infekt sein. Aber in einem von 4,2 Millionen Fällen kann es laut Wikipedia & Co. auch auf eine tödliche Infektion mit einem südpadagonischen Vogelgrippevirus hindeuten, das durch Pelikane übertragen wird! Auch wenn der letzte Kontakt mit einem Pelikan der Schulfüller in der 5. Klasse war, geht man als Patient da doch lieber auf Nummer sicher...

Während der eigene Hausarzt in den letzten Jahrzehnten nicht einmal eine der Krankheiten diagnostiziert, geschweige denn behandelt hat, die Dr. House jede Woche in 45 Minuten heilt, weiß das weltweite Web in jedem Fall, was einem fehlt und manchmal sogar an was man erkrankt ist! Gut dass es Medizin-Foren und Online-Ärzte gibt! Schnell die fünf wichtigsten Symptome angeklickt und die rektal mit der Computermaus gemessene Körpertemperatur in ein Feld eingetippt und schon bekommt man nach einer kurzen Werbung für apothekenfreie Medikamente die Diagnose auf dem Bildschirm präsentiert, die man auf Wunsch direkt mit “Gefällt mir” bewerten kann...

Zufälligerweise ist das Medikament vom Werbebanner zuvor nicht nur das richtige, sondern das einzige, was einem gemäß der Internetdiagnose abgesehen von einer Organtransplantation helfen kann! Da ist es beruhigend, dass man das nicht ganz billige, aber von 99,9 % der User topbewertete Präparat gleich per Mausklick bestellen kann! Wem das nicht genügt, kann unter “Andere Patienten erkrankten auch an…“ suchen, welches Krankheitsbild ihm besser liegt. Wer lange genug stöbert, findet die Diagnose, die zu ihm passt und lernt dabei noch, welche Globuli bei offenen Beinfrakturen hilfreich sind und wie man kleinere Operationen selbstständig am Küchentisch durchführen kann…

Apropos das Internet irrt nie! Gemäß meiner letztens recherchierten Diagnose bin ich im dritten Monat schwanger! Wir freuen uns unendlich! Es wird ein Schaf… Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

 

Patrik Wolf

 

P.S. Polizisten wie auch Apfelsaft können abführend wirken.

 

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