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Mel´s Mikrokosmos

Urlaub in Konserven

Hallo Mikrokosmonauten: So hält die Erholung länger: Wenn die Blätter allmählich ihre Farbe von sattem Grün ins gold-braune wechseln, wechselt auch langsam aber sicher wieder unsere Stimmung. Zwar sprechen wir in solchen Zeiten immer noch vom „Indian Summer“ oder goldenem Herbst, jedoch braucht es nachts jetzt wieder eine etwas dickere Decke. Und auch die letzten unter uns kehren aus ihrem Sommerurlaub zurück und setzen langsam aber sicher ein – zumindest kleines – Häkchen hinter diesen „endless summer 2018“. Er wollte irgendwie nicht so ganz gehen, jedoch sagt man spätestens im August, dass sich jener Monat wie Sonntag anfühlt. Und ja, allmählich geht er dann doch oder zieht sich zumindest etwas zurück. Der Sommer. Ein netter Kumpel, mit dem man gerne einen über den Durst getrunken hat. Mit dem man sich unerschütterlich in die Wellen stürzte und mit dem man schweißtreibende Nächte inklusive zerwühlten Laken erlebte. Alles in allem aber war er derjenige, der uns so viel Spaß und Liebe und Erholung schenkte. Darum stelle ich mir jedes in dieser Zeit die alles entscheidende Frage: „Wie verdammt noch mal kann man genau jene sommerlichen und gechillten Gefühle irgendwie mit in den Herbst nehmen?“

Maximal drei Wochen. So lange hält die Urlaubserholung laut Psychologen an. Und: Wer sofort nach dem Urlaub eine hohe Arbeitsbelastung hat, bei dem verfliegt die Erholung noch schneller. Eigentlich erschreckend, wenn man bedenkt, dass man das ganze Jahr dem Sommerurlaub entgegen fiebert und der oft nur zwei bis drei Wochen dauert. Plus drei Wochen Erholung sind das ja nur ungefähr sechs Wochen im Jahr, in denen man halbwegs entspannt durch die Welt geht. Wissenschaftler bezeichnen die Gefühlsstadien vor, während und am Ende eines Urlaubs übrigens als typische „Urlaubs-Glückskurve“: Nach zwei bis drei Tagen steigt die Laune merklich an und flaut gegen Ende wieder ab. Niederschmetternd! Aber irgendwie muss es doch möglich sein, mehr von allem zu haben, oder?

Mehr Sommer. Mehr Urlaub. Mehr Leben.

Beschweren dürfen wir uns dieses Jahr nicht. Vielmehr sind wir Zeitzeugen eines schier endlosen Sommers. Ich bin sogar überzeugt, dass der September und Oktober noch einige Sonnenstunden für uns bereithalten wird. Umso wichtiger ist es, den Spagat aus „work and life“ hinzubekommen. Ich glaube, dass man den Sommer in Einmachgläser packen und konservieren kann. Und ich meine damit nicht, dass man allein mit Marmelade kochen, einen ganzen Sommer festhalten kann, wobei Marmelade zumindest geschmacklich für Sommer und Sonne stehen kann. Und Herz und Seele freuen sich darüber bestimmt auch. Nein, ich meine trotzdem etwas anderes, nämlich das Festhalten an der Erholung und diesen ganz speziellen Summerfeelings, die man eben nur im Sommer hat.

Top Five für die Verlängerung des Urlaubsfeelings

  1. Kurztrips machen!: Klar, jeder von uns hat diesen einen „großen“ Sommerurlaub. Ist er vorbei, fällt auch die Laune in den Keller. Plant deshalb lieber noch zwei, drei kleinere Trips, die an den großen Sommerurlaub anknüpfen. Oft reicht hier schon ein verlängertes Wochenende. Abbau von Überstunden oder Gleitzeit sind auch optimal dafür. Und so behält man dieses „Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub“-Feeling ganz besonders. Und ganz ehrlich: Zwei, drei Tage ans Meer nach Holland wirken manchmal wahre Wunder.
  2. Urlaub planen! Kurz nach der Heimkehr bereits mit der Planung des nächsten Urlaubs beginnen. Das ist ein probates Mittel, um gegen den drohenden „Büro-Blues“ vorzubeugen, der früher oder später wieder vor der Türe steht. Außerdem: Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.
  3. Kopfkino anwerfen! Schließt für einen Moment die Augen und startet die Gedankenreise: Sinnlicher Duft von Lavendel und Rosmarin. Berauschendes Wellenbrechen. Wein bei Sonnenuntergang am Strand. Späte Fischerboote im Abendlicht. Blaue Stunde. Überliste dein Gehirn und denke dich einfach zurück in den Urlaub. Das geht auch im Büro. Übrigens klappt das Ganze mit Musik noch besser.
  4. Auszeiten nehmen! Lasst euch nicht vom Büroalltag verschlingen! Schafft Auszeiten in Form von Spaziergängen an der frischen Luft, statt Fettgeruch in der Kantine. Verabredet euch mit dem Partner nach Feierabend beim Lieblingsitaliener. Oder wenn das Wetter mitspielt: Schwimmt noch ne‘ Runde im Freibad. Einige beheizte Freibäder haben noch bis in den Oktober hinein geöffnet.
  5. Erholung ist alles! Bindet Erholung in den Alltag ein, wann immer es möglich ist. Macht Yoga. Esst euch glücklich, zum Beispiel, indem ihr Urlaubsgerichte nachkocht. Hört Musik. Klinkt euch aus. Seid ein bisschen egoistisch!

Geheimtipp Reisetagebuch

Mein Geheimtipp ist mein Reisetagebuch. Ich habe mit einer 14tägigen Türkeireise im Jahr 1991 begonnen. Da es damals noch keine Smartphones gab, hatte ich immer viel Zeit zum Schreiben und zum Malen. Zum Beispiel Landschaften und bestimmte Erlebnisse. Alles festgehalten in meinem Din A5- Büchlein, das mir damals die Welt bedeutete. Reisetagebücher sind übrigens heute noch praktische Begleiter, halten sie doch die schönsten Erinnerungen fest und machen sie so unvergesslich. Vor allem Fernreisen, die meist lange und intensiv vorbereitet werden, rasen am Urlaubsort schnell davon. Die vielen und besonderen Eindrücke sind kaum festzuhalten, prasseln sie doch auf uns ein. Wer diese Glücksmomente dokumentieren und Dinge sammeln möchte, kann sie mit einem solchen Reisebegleiter für später konservieren. Und mal unter uns: Da schmiert im Vergleich wirklich jede Instagram-Story ab. Darüber hinaus gibt es nichts besseres, als an einem verregneten Novembertag genau diese Bücher wieder raus zu kramen und alte Quittungen, Einträge und Zeichnungen zu studieren. So ein bisschen Urlaubsfeeling kehrt dann immer wieder zurück.

Es bleiben die Erinnerungen an einen Sommer, wie wir ihn lange nicht hatten. Zum Glück! Rekordsommer in Sachen Temperaturen und Spitzenreiter in Sachen Erinnerungen für uns. Wir hatten Spaß und fühlten uns so frei wie lange nicht mehr. Jetzt heißt es wieder warten bis zum nächsten Sommer. Und bis dahin behalten wir bitte die Nerven und so ein bisschen Sommer im Herzen.

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