• Termine News und Wissenswertes aus Saarbrücken, dem Saarland und der Welt:

Mein Lieblingsding: Die Retro-Trommel

Elmar Federkeil ist mit Sicherheit einer der umtriebigsten Musiker im Saarland und darüber hinaus. Auf zahllosen Konzerten, Events und Partys gibt der Schlagzeuger den richtigen Takt vor und auch als Bandleader verschiedenster Formationen überzeugt sein mitreißendes Rhythmusgefühl. Da überrascht es wenig bis gar nicht, dass sein Lieblingsding im Zentrum dieser Mischung aus Leidenschaft und Beruf steht: ein ungemein kultiges Schlagzeug aus einer anderen Zeit. Wie, wann und warum er dazu kam erklärt er selbst am besten: „Schon als Jugendlicher in den 80er Jahren, hatte ich den Traum, irgendwann mal ein „Sonor Rosewood“ Schlagzeug zu spielen. Der Sound ist magisch, druckvoll und warm zugleich, das Outfit bis heute einzigartig und der Transport „sack schwer“. Als ein Freund vor gut fünf Jahren dann dieses Ding zum Verkauf anbot, musste ich es haben und jedes Mal, wenn ich mein „Roosewood“ spiele, ist es ein echtes Glücksgefühl. Da ich als Profimusiker das sehr oft tue, schmerzt der Transport nicht mehr, sondern der Sound überwiegt alles. I love my job!“

Hier geht´s um die Kohle!

Es wird spannend in der Modernen Galerie! Am 30. April beginnt die Ausstellung „Sensing the Unseen“ der international renommierten Künstlerin Helga Griffiths. Nicht nur die Optik spielt bei dieser Ausstellung eine Rolle, auch unser Geruchssinn wird einbezogen, von den überwältigenden Klangelementen ganz zu schweigen. Griffiths spielt mit den Grenzen menschlicher Wahrnehmung, lässt uns staunen, ruft Erinnerungen wach und versetzt uns in andere Welten.

Beim Betreten des abgedunkelten Ausstellungsraums empfängt uns eine deckenhohe Doppelhelix in fluoreszierendem Grün. Ein Fischernetz und über 2.000 Reagenzgläser formen den menschlichem DNA-Strang und bilden den ersten Erfahrungsraum, mit dem Griffiths uns in fremd scheinende und doch so alltägliche Welten entführt. Mikro- und Makrokosmos tauschen die Plätze, wir meinen, vor einem unendlichen Sternenhimmel zu stehen und doch ist es winziger Diamantenstaub, aus Kohle hergestellt und als Glitzer auf die Wand gestrichen.

Überhaupt ist Kohle ein zentrales Thema der unglaublich coolen Ausstellung. Der „brennende Berg“ bei Sulzbach, den schon Goethe vor über 250 Jahren besucht hat, inspirierte Griffiths zu einer Tafelrunde aus Petrischalen, in denen Bilder von brennenden Bergen auf der ganzen Welt zu sehen sind. Über der interaktiven Installation schwebt der Saarbrücker Himmel in einer Liveübertragung und spiegelt sich in der geologischen Weltengemeinschaft. Diese Installation wurde von der sympathischen Schwäbin extra für Saarbrücken geschaffen, die laut eigener Aussage immer wieder gern in unserem schönen kleinen Bundesland ausstellt. Vielleicht erinnern sich noch einige Leser an die beeindruckende Ausstellung „Crossing“ in der Stadtgalerie vor fünf Jahren, die ebenfalls von Dr. Andrea Jahn, der heutigen Direktorin der Modernen Galerie, kuratiert worden war.

Einige der aktuellen Installationen erinnern an den Blick durch ein Elektronenmikroskop, überhaupt wandern wir scheinbar durch verschiedenste Laborsituationen. Der Klangkünstler Johannes S. Sistermanns, mit dem Griffiths eine jahrelange, erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet, verschmolz das Grollen von Erdbeben mit dem verborgenen Sound des tiefsten noch existieren Lochs der Welt, einem über 9 Kilometer tiefen Bohrloch bei Nürnberg und erzeugt so Klänge, die mit unserer Fantasie spielen. Wir sehen dazu den mit einer Highspeedkamera aufgenommenen Prozess, die Essenz von Kohle herzustellen, aus der wiederum mit Hilfe eines Parfumeurs der Duft „L‘air du Charbon“ geschaffen wurde. In augenzwinkernder Anlehnung an Marcel Duchamps‘ „Air de Paris“ präsentiert sich in der Art einer Zeitkapsel ein aufwändig hergestellter Kolben mit der letzten Luft aus der Steinkohlemine Prosper-Haniel bei Bottrop, die 2018 als letzte ihrer Art endgültig geschlossen wurde.

Die nie gehörten Klänge und die nie gerochenen Düfte zusammen mit dem Licht und der Abstraktion der Installationen lösen unausweichlich Gefühle in uns aus und lassen uns gewohnte Blickwinkel hinterfragen. Das ist ganz im Sinne der Künstlerin, die unsere Wahrnehmung verschieben, umlenken, neu definieren möchte. Es gibt keine vorgegebene Interpretation der Werke, jeder Besuchende kann den verborgenen Welten nachspüren und sie ganz individuell empfinden und auf sich wirken lassen.

Die Ausstellung „Sensing the Unseen“ ist vom 30.04. bi 14.08.2022 in der Modernen Galerie des Saarlandmuseums in Saarbrücken zu sehen.

Fotos: VG Bild-Kunst, Bonn, Hannes Woidich, Vincius Ferreira

Zeit für Zusammenhalt

„Wir sind gerade jetzt für euch da”, sagt Jochen Strobel, Leiter Privat- und Gewerbekunden energis GmbH, am Ende der aktuellen Videobotschaft von „energis“ und richtet seine Worte an alle Menschen in der Region. Das Video ruft zu mehr Zusammenhalt auf – gerade in Zeiten wie diesen, in denen zahlreiche Krisen unser aller Leben bestimmen. Denn nur durch gegenseitige Unterstützung und aufeinander achten, bleibt in einer Gemeinschaft niemand auf der Strecke. Da sind es oft die kleinen, selbstverständlichen Dinge, die jetzt besonders wertvoll werden. Ein „Danke“ an all die Menschen in unserem Leben. Und deshalb fängt „energis“ damit an und sagt „Danke“. An die Saarländerinnen und Saarländer, die schon seit Jahren auf die Qualität und den Service des regionalen Energieversorgers setzen und die Region unterstützen. „energis“ verspricht auch weiterhin und „gerade jetzt“, wie Jochen Strobel im Video betont, für die Kunden da zu sein. Mit den Kundencentern vor Ort im Saarland, mit den Energieberatern bei den Kunden oder telefonisch. Persönlich und nah lassen sich viele Bedenken und Fragen gemeinsam klären.

Die Videobotschaft „Zeit für Zusammenhalt“ des regionalen Rundumversorgers finden sie auf energis.de

Retroactive 2022 – The 90s Rave

Wofür genau steht „Retroactive“? Im Mai 2022 werden die Legenden einer ganzen Ära zurück auf die Bühne geholt. Die beste Gelegenheit für eine der legendärsten Zeitreisen durch die elektronische Musikgeschichte. Das Zeitalter des satten Sounds, der fetten Beats und des klassischen Raves wird wieder zurückgeholt. Die Zeit, in der Loveparade, Mayday und Nature One groß geworden sind, die Partys Freitagsabends begannen und bis Sonntagsmittags andauerten, der satte Beat die Emotionen noch verkörpert hat, genau hier beginnt die neue Zeitrechnung. Line-Up: Kai Tracid, Niels van Gogh, DJ Quicksilver, Aquagen, Mark Oh, Interactive, Borrklyn Bounce DJ, Talla 2XLC, TT Hacky und Eric SSL. Alle Infos auf www.eventwerk-saar.de

Retroactive 2022 – am 28.05. ab 12.00 Uhr im Eventwerk Saar in Großrosseln

Lebenfreude pur: das musikalische Herz des Cirque Bouffon

Viele kennen die wunderbare Musik des Cirque Bouffon. Diese stammt aus der Feder des Komponisten Sergej Sweschinski. Als TriOle & Friends präsentiert er nun gemeinsam mit seinen Musikkollegen das neue Solo-Programm Syno. „Syno“, das ist „Heiterkeit“ oder „Lebensfreude“ und beschreibt die Leidenschaft, die die Musik von TriOle & Friends entfacht. Die besondere Dynamik und Stimmung der vier virtuosen Musiker mit ihrem ganz eigenen musikalischen Stil, einer perfekten Fusion aus westeuropäischen Einflüssen und osteuropäischen Balkanklängen, begeistert das Publikum. TriOle&Friends entführen die Zuschauer in der Besetzung mit Sergej Sweschinski (Kontrabass), Adam Tomaschewski (Xylpohon & Marimba-Percussion), Rudik Yakhin (Knopfakkordeon) und Jana Mishenina (Geige & Gesang) in eine musikalische Welt voller poetischer Bilder, zarter Wildheit und clownesker Soli, die das Herz berührt. Ein mitreißendes Konzerterlebnis!

TriOle & Friends – am 24.05. und 03.07. jeweils ab 20.00 Uhr in der Baker Street im Hirsch in der Saargemünderstr. 11, 66119 Saarbrücken), Eintritt ab 19 Euro, Karten gibt es an der Abendkasse oder unter https://bakerstreetsb.de/veranstaltung/konzert-syno-von-triole-friends

Event-Doppelpack der Extraklasse

Den Auftakt der Pfingst-Festival-Reihe auf der Alm in Landsweiler-Reden macht das mit dem House- und Electrofestival „Tropical Mountain“, das seit 2017 zur festen Festivalgröße der House- und Electroszene im Süd-Westen Deutschlands gehört. Dieses Jahr erwartet die Besucher als Headliner Felix Jaehn und mit dabei sind das DJ-Duo Gestört aber Geil, Hugel aus Frankreich, die Berliner YouNotUs‘ sowie ‚Plastik Funk‘ und DJ Carstn. Tags drauf gibt es das höchste Pop-Konzert des Saarlandes mit internationalen Acts der Extraklasse. Eingehende Melodien, emotionale Texte und starke, markante Stimmen mit Wiedererkennungswert. So lässt sich das Lineup des diesjährigen Alm Open Air beschreiben. Alle Künstler im Jahr 2022 sind das erste Mal auf der Alm zu Gast. Der erfahrene Musiker Adel Tawil, wird sicherlich viele bekannte Lieder zum Besten geben. Mit der Sängerin und Songschreiberin Lea ist es gelungen eine der momentan erfolgreichsten deutschen Sängerinnen auf die Alm zu holen. Gemeinsam mit den beiden Sängerinnen Lotte und Madeline Juno werden die drei jungen Frauen sicherlich für ein emotionales Konzert der Superlative sorgen.

Tropical Mountain und Alm Open Air – am 03.06. und 04.06. auf der Alm in Landsweiler Reden

Maybebop: Ziel:los!

Vier Typen. Vier Mikrofone. Deutsche Texte. Bestes Entertainment. Maybebop. Die Wahrheit ist: Die Jungs von Maybebop langweilen sich einfach schnell. Sie suchen ständig nach neuen Herausforderungen, um sich bei Laune zu halten und das Publikum zu überraschen. Es gibt kein Drehbuch, jeder Abend ist unverbraucht und einzigartig, jede Konzertminute feiert den Moment. Alles, nur kein Stillstand. Das erklärte Ziel: Los! Maybebop muss niemandem mehr etwas beweisen. Ziel:los! ist das zehnte Bühnenprogramm nach siebzehn gemeinsamen Jahren. Die neuen Songs legen mal berührend tiefgründig, mal herrlich albern den Finger in kleine und große Wunden der Gegenwart. Die Band bleibt ihrem Stil treu, indem sie ihn ständig bricht: musikalisch grenzenlos und auf sängerisch sagenhaftem Niveau. Maybebop macht übrigens a cappella. Das ist aber eigentlich auch egal. In der Illinger Illipse haben sie ein Heimspiel. Dort liebt man die Typen schon lange.

Maybebop – am 10.06. um 19.30 Uhr in der Illipse Illingen

Foto: Sven Sindt

Quo vadis Osthafen?

Kein Projekt bewegt die Saarbrücker aktuell mehr als die Zukunft des Geländes am ehemaligen Osthafen. Diesen Monat fällt im Stadtrat die Entscheidung, welcher Bewerber den Zuschlag für den Erwerb des Rhenania-Gebäudes und damit die Entwicklung eines Saarbrücker Lieblingsortes erhält.

Durch die Revitalisierung und Erweiterung des bisherigen Konzeptes des Saarbrücker Osthafens als Ort der freien sowie alternativen Kunst- und Kulturszene soll der ursprungsgebende Punkt der Region nun für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich gemacht und erlebnisreich gestaltet werden.

Seit Monaten auf dem Tisch ist das Konzept „Kulturgut Ost“ der Partner Sektor Heimat e.V. und Greencells Group, einer Kooperation der bereits vor Ort angesiedelten Kulturschaffenden mit einem der größten europäischen Anbieter von Solarkraftwerken. Das Unternehmen mit Sitz in Saarbrücken und Tochtergesellschaften in Asien, dem Mittleren Osten und den USA, engagiert sich bereits seit Jahren im Osthafen ist bereits Eigentümer eines der beiden Gebäude auf dem Gelände. Sein integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) um die künftige City Ost wurde bereits letztes Jahr eingereicht, öffentlich gemacht und in unserer Januar-Ausgabe vorgestellt.

Jetzt hat auch der zweite Bewerber sein Konzept vorgelegt und seine Vorstellung von dem „Port Est“ publiziert. Das St. Ingberter Bauunternehmen Peter Groß will das bestehende Speichergebäude in seiner baulichen Hülle zukunftsfähig machen, aber gleichwohl den industriellen Charakter beibehalten. Damit soll Clubszene, Gastronomie, Kultur, freie Kunstformen, Kindertagesstätte, und Büronutzung am Osthafen möglich werden.

Das erklärte Ziel ist es, mit einem Investitionsvolumen von 38 Millionen Euro nicht nur eine Aufwertung des Areals zu schaffen, sondern einen überregional einzigartigen Anziehungspunkt zu schaffen, der für die Menschen ein Grund, die Stadt Saarbrücken zu besuchen.

Bis zum Jahr 2025 soll das heutige Rhenania-Gebäude zu einem Freihafen im Herzen Saarbrückens werden. Der Port Est soll im Kern aus zwei Gebäudeteilen bestehen: Einem revitalisierten Altbau und einem Holzhochhaus. Die Gebäude sollen sich sowohl funktional als auch gestalterisch eindrucksvoll in die Umgebung eingliedern. Im Osten zur Bahntrasse hin wird ein zentrales Parkhaus mit einer intensiv begrünten Fassade entstehen. Von dort aus führt der Weg entlang der Schutzbauten für die archäologischen Relikte des Römerkastells zum Osthafen an das künftige Ensemble aus Alt und Neu. An den Durchgängen im Osten und Westen gelangt man zum Pier, auf dem Bars und Restaurants angesiedelt und Ausstellungen stattfinden sollen. Ein Schubleichter auf der gegenüberliegenden Saarseite soll die Umgebung optisch und erlebnismäßig bereichern: Intensiv mit großen Bäumen begrünt, soll dort eine Holzbühne errichtet werden, auf der Konzerte, Aufführungen und Veranstaltungen stattfinden sollen. Vor dem Pier soll ein großer Pool geschaffen werden, so dass man quasi in der Saar baden kann. Ergänzt wird die neugedachte Erschließung der Wasseroberfläche durch eine Anlegestelle für Ausstellungs- und Restaurantschiffe.

Im Erdgeschoss des sanierten Altbaus soll eine Kindertagesstätte Platz finden, die auch eine Freifläche im Westen als Außenbereich nutzen können soll. Neben der Kita soll im Erdgeschoss des Bestandsgebäudes Raum für den bereits ansässigen Sektor Heimat e. V. geschaffen werden, der außerdem Zugang zum Untergeschoss erhalten soll, das als Club nutzbar ist und Zugang zum Außenbereich und demnach zu Holzdecks auf der Saar erhält.

Im Bereich des Neubaus unter den Holchsilos ist ein Raum für eine Craft Beer Brauerei mit integrierter Bar sowie eine daran angrenzende zweistöckige Eventlocation vorgesehen, die als Bindeglied zwischen Club und Veranstaltungshalle dienen soll. Die darüberliegenden Geschosse sollen offen für die freie Szene sein und insbesondere der kreativ- und kulturaffinen Nutzung vorbehalten sein. Hier könnten Proberäume für die Musikhochschule und Werkstätten Platz finden, die Freiraum für kreatives Arbeiten schaffen.

In den oberen Stockwerken sollen vor allem Flächen für loftartige Nutzungen, zum Beispiel für Start-ups, Coworking-Spaces und Agenturen bereitgehalten werden. Die obersten Geschosse will die Firma Peter Gross Bau selbst nutzen. Das Bauunternehmen hat für seine Mitarbeiter eine Aus- und Weiterbildungsakademie gegründet, die dort angesiedelt werden soll.

An der Westfassade des Altbaus werden schwebende kugelförmige Wintergärten das neue Erscheinungsbild prägen und als Shortcut zwischen zwei Ebenen dienen. Die Dachfläche als fünfte Fassade des Bestandsgebäudes soll in eine öffentliche und intensiv begrünte Dachterrasse mit transluzenten Photovoltaikmodulen verwandelt werden, die das Staffelgeschoss mit einer von lokalen Produzenten betriebenen Rooftop-Bar, integriert.

Weitere Infos zu den beiden Konzepten findet ihr unter www.kulturgut-ost.de sowie auf www.port-est.de

Illustrationen: Peter Gross Bau Holding GmbH, www.port-est.de

Jasmin, 19 Jahre, aus Saarbrücken

„Ich würde mir wünschen, dass es am Osthafen mal wieder ein bisschen schöner gemacht und renoviert wird.“

Gerry, 40 Jahre, aus Saarbrücken:

„Im Osthafen sollen auf jeden Fall weiter Events stattfinden. Das ist ein toller Standort und eine große Bereicherung für Saarbrücken.“

Nils, 25 Jahre, aus Homburg

„Der Charme des Gebäudes sollte unbedingt erhalten werden. Es ist ja schon ein bisschen älter und das kann man ruhig sehen“

Elmar aus Saarbrücken

„Ich bin froh, dass es sowas in Saarbrücken gibt. Alles was mit Liebe zu tun hat, sollte unbedingt erhalten bleiben.“

Rainer aus Saarbrücken:

„Ohne Szene geht da nix. Kein Industriegebiet, keine Zwei-Familien-Häuser, das muss szenig bleiben.“

Mirjam aus Güdingen:

„Meine Angst ist, dass durch die immer weiterführende touristische Erschließung das Naturschutzgebiet Daarler Wiesen in Mitleidenschaft gezogen wird. Schon jetzt bleibt das Gebiet durch den Ausbau der Fahrradwege nicht unberührt.“

Tomas aus Saarbrücken:

„Egal was da passieren wird, es soll einfach nur jung bleiben!“

Clubzone Mai 2022

Tja, der April macht wirklich was er will! Und was das Saarbrücker Club- und Partytreiben angeht, wollte er in erster Linie eins: feiern, feiern, feiern. Wenn es künftig so weitergeht, dann muss man mit Verlaub der ganzen Covid-Pandemie auch eine gute Seite zubilligen, denn scheinbar wurden da Kräfte und Energien erzeugt, die jetzt das Nachtleben so richtig tieferlegen. Das galt für die ohnehin etablierten Locations in der City, genauso wie für „Rückkehrer“ vom Schlage eines ST. J oder KUFA. Aber alles der Reihe nach. Wir starten unsere Zeitreise in die letzten Wochen – jetzt!

Seit 22 Jahren ganz vorne mit dabei in der Riege der üblich verdächtigen Partylocation ist ganz klar das BLAU. Noch bevor die Beschränkungen fielen, hat uns der Laden mit der CAFÉ BLEU Erweiterung ein neues Kleinod zwischen Bahnhofstraße und Berliner Promenade beschert, inklusive 1A Frühstück samstagmorgens. Der BLAUe Schwitzekeller an sich, ist selbstredend auch gleich wieder richtig durchgestartet und sorgte auch optisch mit der neuen superspaßigen LED-Decke für den Partyturbo. Das ganze Team zeigte sich bei jeder Party ultramotiviert und rissen die Gäste ohne große Gegenwehr mit. Kurz und gut, hier stehen alle Zeichen auf Feiersturm, aber damit war ja auch zu rechnen, Gott sei Dank!

Die langen pandemischen Monate ohne Ausgehmöglichkeiten haben ganz offensichtlich einen gehörigen Nachholbedarf geschaffen – und der bricht sich auch am St. Johanner Markt Bahn. Das passiert dann auch schon mal in an sich schon tollen Lokalen, die aber vielleicht nicht zwangsweise als Party-Hot-Spots galten. Ein herrliches Beispiel gab es im April in der Kultkneipe BRASSERIE in der Fröschengasse beim Live-Konzert von Kai Sonnhalter mit Überraschungsgast Bernd Wittmann. Da gingen dann auf einmal eher ungewöhnliche Gäste richtig steil, wie Hingucker-Blondine Alexandra B., die unter anderem mit Freundin Pia C. in der ersten Reihe nach eigenen Worten „außer Rand und Band“ geriet. So muss das sein! Nur ein paar Schritte weiter, ebenfalls am St. Johanner hat Anfang April mit dem ST. J eine Kultstätte des Saarbrücker Nachtlebens wieder eröffnet und schon das PreOpening hat vergangenen Monat gezeigt, was hier wieder zum guten Ton gehören wird. Am Abend vor der offiziellen Wiedereröffnung hatte nämlich DJ Fabelhaft den Laden nach allen Regeln der DJ-Kunst zerlegt und klar gemacht, das ST. J ist wieder da – und wie!

Seine Pole Position in Sachen Donnerstags-Bespaßung hat das APARTMENT nach dem Neustart im Saarbrücker Partykalender mit Leichtigkeit wieder zurück erobert. Die DJ Legenden Tomas und Kasimir, sorgten bei der AFTER WORK PARTY gnadenlos mit einer expolsiven Mischung aus allerlei Tanzbarem für die richtige Stimmung. Als hätte es die Monate der Zwangspause nicht gegeben wurden auf dem auf dem Mainfloor von einer wunderbar abwechslungreich gemischten Crowd die schönen Seiten des Feierabends zelebriert. Nach den zwei Ausgaben im März und April war die Entscheidung klar,  ab sofort findet die AFTER WORK PARTY wieder jeden ersten Donnerstag im Monat statt.

Freunde des gepflegten Ausnahmezustands kamen natürlich auch im EGO Club Saarbrücken im April voll auf ihre Kosten. Nach dem Re-Opening-Monat März ging es bei allen bei Veranstaltungen wie der regelmäßigen EGO Saturdays oder den Knallerfestivitäten NACHTSEMESTER, LEVEL und ZEITREISE 90er / 2000er massivdurch die Decke! Außerdem war selbstredend auch die SAARBROOKLYN BEST OF BLACK MUSIC genau wie die LA NOTTE ITALIANA wieder der Knaller. Einfach von allem das Beste! Wahnsinn was hier abging. Nicht nur erprobte Stammgäste, sondern auch neue Freunde und feierten als gäbe es kein Morgen. Alle unterscheidlichen Konzepte sorgten Woche für Woche für eine ausgelassene Stimmung und das EGO DJ Team ließ die feiernde Meute auf der Tanzfläche richtig abgehen.

Seit Jahren schon gehört das jährliche Revival zum Geburtstag des GLORIA PALAST zu einer der allerheftigsten Feiereien. Was da regelmäßig von einer kaum zu bremsenden Partymeute veranstaltet wird,  ist an Eskalationspotential kaum zu überbieten. Das war auch dieses Jahr keinen Deut harmloser, auch wenn die Sause ein gutes Vierteljahr verschoben werden musste und entsprechend erst am Ostersonntag eskalierte. Blieb also auch dieses Jahr wieder nur die Frage, wo gefeiert werden sollte, doch seit Dezember war klar: die eine Legende besucht die andere – und die Party steigt in der KUFA. Hier kehrten die gloriösen Ehemaligen lautstark und ungebremst in die etwas anderen Achtziger zurück. Von Chartmüll war genau wie in den originalen Jahren keine Spur und stattdessen bohrte sich Independent Mucke und Gitarren Mucke in die Gehörgänge, gemischt mit ein bisschen frühem House und New School Hip Hop. Eben exakt jene unheilige Mischung, der diese Party ihren legendären Ruf verdankt. Wenn das so weiter geht, werden bald auch dieses Revivals fast so legendär wie der einstige Disco-Palast sein. Wir wären dabei!  

Doch damit nicht genug, denn mit der Radio Salü Ü30 SINGLE PARTY XXL gab es im April gleich noch einen zweite Knallerparty in der ExKUFA. Zum ersten Mal ging dieses Konzept an den Start und hat von Beginn  an überzeugt. Bunt gemischte Gästemassen, feierten zu mindestens genauso bunt zusammengewürfelter Musik. Klar der Schwerpunkt lag bei aktuellen Dancefloorkrachern, aber auch Ausflüge in die 80er und 90er wurden stimmgewaltig gefeiert. Das wurde dann auch mittendrin einmal der Anlage zu wild und eine Sicherung verabschiedete sich. Die feiernden Massen erkannten schnell, dass hinter den Kulissen nach der Ursache der unfreiwilligen Musikpause gefahndet wurde und sangen sich halt derweil selber ein Ständchen, wenn gleich Scooters „Döb Düb Döb Diddeldöbdöpdöp“ nun wirklich nicht viel Textkenntnis voraussetzte. Nach wenigen Minuten ging die wilde Fahrt dann auch weiter, als wäre nix gewesen. Einen weiteren Höhepunkt setzte dann ganz zum Schluss eine Blondine mit Modelmassen, die einen Kopfstand nach dem anderen auf die Tanzfläche zimmerte und dabei mit den langen Beinen Luft-Spagate produzierte, so quasi Breakdance in Zeitlupe. Die ganze Nacht ein voller Erfolg und man darf wohlgetrost auf eine Wiederholung rechnen.

Take care!

Bis hierhin und nicht weiter

Hallo Mikrokosmonauten: Warum Grenzen setzen so schwer ist 

Wie oft habt ihr euch eigentlich schon dabei ertappt, wie ihr „Ja“ gesagt habt, aber „Nein“ meintet? Unzählige Male gewiss, da bin ich mir sicher. Und warum? Weil ihr euch wahrscheinlich nicht traut. Oder weil es eh nichts ändern würde. Oder weil es schlicht und ergreifend zu einem Konflikt führen würde. Schlussendlich dann immer wieder der Klassiker: „Weil es mir nicht zusteht!“. Wie bitte? Es steht euch nicht zu, Nein zu sagen? Klar. Eventuell würde man euch danach nicht mehr mögen. Oder man würde denken, ihr seid egoistisch und selbstgefällig. 

Und so ein einziges kleines „Nein“ würde womöglich all die vielen „Ja“ zuvor mit einem Schlag auslöschen. Nein ist die verbale Atombombe, wenn man es so nimmt. Mit voller Wucht killt sie die Selbstverständlichkeit, mit der sich andere Menschen jahrelang eurer Gutmütigkeit und Loyalität bedient haben. All eure Mühen waren vergebens. Eure ewige Überzeugung, euch respektvoll zu behandeln. Andere Menschen davon zu überzeugen, dass Ihr deren Interesse wert seid. Eure Werte opfern, um dazuzugehören. Die Wichtigkeit eurer psychischen Gesundheit herunterspielen. All das wird wahrscheinlich mit einem einzigen Nein zerstört. Angesichts dieser Vermutungen wird mir Angst und Bange und ich stelle mir unweigerlich die Frage:

„Soll ich ein Ja-Sager bleiben?“

Es wäre in jedem Fall der Weg des geringsten Widerstandes. Aber ist es auch der richtige? Oder ist es viel mehr ein Verrat an uns selbst? Ein Unterbuttern des eigenen Selbstwert bloß um des lieben Frieden Willens? Letztendlich geht es doch genau darum? Frieden. Ich meine allerdings nicht den Frieden im Büro, in Beziehungen oder auf Familienfesten. Nein, es geht vielmehr um den inneren Frieden. Aber diesen Zustand erreicht man nur dann, wenn man seinen Selbstwert kennt. Und dieses Thema ist recht heikel und setzt zuallererst voraus, dass einem die Meinung anderer über dich einfach egal wird. 

Unverblümtes Ich-Sein als Mindset 

Dieses Selbstwert-Ding ist echt weird. Selbstliebe ist ja schon ein lebenslanger Lernprozess, aber jetzt kommt auch noch der Wert dazu. Die Frage: „Bin ich es wert?“ ist ohnehin so ein Kopfkiller. Besonders dann, wenn ständige Selbstzweifel, Unsicherheit und Schuldgefühle dazwischenfunken. Neulich stellte ich mit Entsetzen fest, dass ich womöglich eine reduzierte Ware wäre, wenn ich meinen Selbstwert bestimmten müsste. Das war ziemlich ernüchternd und schockierte mich zutiefst. Aber ich wusste, dass ich schleunigst etwas tun muss, um aus diesem Selbstwert-Debakel rauszukommen. Und endlich mein eigenes Ich wieder herauslassen, das schon zu lange gefesselt und geknebelt in den tiefsten Tiefen meiner Selbst zum Schweigen verdammt worden war. Das arme Ding!

Verkauft euch nicht unter Wert!

Natürlich wollen wir nicht ausgeschlossen werden und alleine durch die Welt wandeln, doch welchen Preis zahlen wir eigentlich, wenn wir unser Leben in einem Umfeld verbringen, dass uns nur mag, wenn wir klein und ruhig oder laut und lustig sind? Wieso wollen wir unsere Zeit mit Menschen verbringen, bei denen wir Angst haben, dass sie uns verstoßen, wenn wir Nein sagen, eine andere Meinung haben oder einfach wir selbst sind? Hört doch auf, eure mentale Gesundheit für andere Menschen aufzugeben. Viel schöner ist es doch, Platz zu schaffen für die Menschen, die uns genauso lieben, respektieren und akzeptieren, wie wir wirklich sind. (Danke Familie und Mann!) 

Nein sagen fällt nur schwer, weil man die eigenen Vorteile nicht verlieren möchte  

Es ist doch so: Sei bei einem klaren und deutlichen „Nein“ innerlich damit einverstanden, keinen einzigen Gefallen mehr von deinem Gegenüber zu bekommen. Sei damit einverstanden, dass dein Gegenüber dich nicht mehr nett findet und eventuell nicht mehr dein guter Freund oder Arbeitskollege ist. Go for it! Es geht nicht immer nur um dein Ego, sondern um deinen inneren Frieden! Und wenn es deinen inneren Frieden kostet, ist es zu teuer. Darüber hinaus wird es übrigens immer jemanden geben, der dich nicht mag. Die Hauptsache ist, dass du nicht unter diesen Leuten bist. 

Machen wir uns nichts vor: Um anderen Grenzen zu setzen bedarf es Selbstbewusstsein, Selbstfürsorge und Selbstvertrauen. Alles Dinge, die erlernt werden müssen. Wenn wir jedoch eines begreifen, nämlich, dass wir niemals Everbody’s darling sein werden, ist schon mal der Anfang geschafft. Natürlich sollten wir uns im Büro jetzt nicht gleich mit Tacker und Locher bewaffnen und durch sämtliche Abteilungen wüten wie einst Rambo durch den Hindukusch. Höflich und knapp sollte es schon sein. Grenzen setzen kann sich in etwa so anhören: “Ich weiß deine Meinung zu schätzen, habe meine Entscheidung aber bereits getroffen.”, oder: “Ich fühle mich gerade nicht mehr wohl dabei, das mit dir zu besprechen.”, oder eben so: “Ich habe gerade sehr viel mit meiner eigenen psychischen Gesundheit zu tun und kann daher im Moment nicht die Person sein, die für deine Sorgen und Schwierigkeiten ein offenes Ohr hat.”. Kommuniziere deine Bedürfnisse, um gut für dich zu sorgen. Punkt.

Am Ende ist es doch so: Wie du dich selbst siehst, hat einen großen Einfluss darauf, wie andere dich behandeln. Ein imaginäres Stoppschild sollte demnach stets in unserem Tagesgepäck stecken. Wenn du keine Grenzen setzt, wird es niemand anderes für dich tun. Halte dir stets vor Augen, dass Grenzen setzen alleine die Menschen stört, die davon profitieren, wenn du keine hast. 

Du bist niemals verantwortlich für die Gefühle der anderen, sondern nur für deine eigenen

Und einfach so erweiterten Grenzen meinen Horizont und befreiten dieses kleine, kümmerliche Ich in mir, dass Ja sagte, wenn es eigentlich Nein meinte. Und dass zu lange ein Komma setzte, wenn es eigentlich das Ausrufezeichen hätte setzen müssen. Fett und schwarz und wasserfest!