• Termine, News und Wissenswertes aus Saarbrücken, dem Saarland und der Welt:

Der Krippenbauplan

Mit den Vorbereitungen für ein stimmungsvolles Weihnachtsfest kann man nicht früh genug beginnen. Im Falle der Saarbrücker Tierärztin für Verhaltenstherapie Esther Würtz reichen die entsprechenden Maßnahmen bis ins Jahr 1981 zurück, denn aus dem Oktober diesen Jahres stammt ihr Lieblingsding: ein handgemalter Bauplan für eine Weihnachtskrippe. Gerade neun Jahre war sie alt als sie zu Papier und Stift griff und sich Gedanken machte, was man für den Bau einer solchen Krippe braucht und wie sie in etwa aussehen soll. „Dank der sachkundigen Anleitung meines Vaters ist am Ende eine wunderschöne Weihnachtskrippe mit Strohdach, Zaun, Wiege, einem selbst getöpferten Jesuskind und einem Bäumchen entstanden. Ein kleines Lämpchen brachte alles stimmungsvoll zum Leuchten. Am besten finde ich aber nach wie vor die Angabe „mindestens 100 Nägel". Auch nach 41 Jahren sind Plan und Krippe noch immer in meinem Besitz. Sie hat über die Jahre sichtlich Federn, äh Stroh gelassen, doch wie jedes Jahr überlege ich, ob ich sie nicht für das kommende Weihnachtsfest noch einmal ordentlich herrichten soll. Krippe und Bauplan zaubern mir jedes Mal, wenn ich sie sehe, ein Lächeln ins Gesicht. Danke Papa für dieses tolle gemeinsame Projekt und die damit verbundenen Erinnerungen.“

Josephine Lonsdorfer

Die Geschichte, die Josephine Lonsdorfer zu unserem „Gesicht des Monats“ gemacht hat, ist eine Mischung aus „Im Tretboot in Seenot“ und „Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“. Anfang August wurde die Chefin des Edeka-Marktes in St. Arnual nämlich zur Retterin eines etwas spezielleren Junggesellenabschieds. Die elf besonders trinkfreudigen, jungen Männer waren in einem BBQ-Donut auf der Saar unterwegs, als ihnen schon nach rekordverdächtig kurzer Fahrt (von der Ablegestelle an der Musikhochschule bis zur Daarler Brücke) das Bier („nur“ 80 Flaschen) ausging. Da dachte sich der Bräutigam, der selbst in Thalfang einen Edeka-Markt leitet, ich ruf einfach mal im nächstgelegenen Markt an, man kennt sich ja. Das war dann jener in der Koßmannstrasse in St. Arnual, der eigentlich den Lieferservice auch nach Ende des Lockdowns eingestellt hatte. Aber Marktleiterin Josephine hatte Mitleid und machte eine Ausnahme. Schnell organisierte sie Hilfe und schickte zwei Mitarbeiter mit Biernachschub und Eiswürfeln zum Kühlen ans Saarufer, wo die Durstigen auf der Höhe des Kulturbiergartens angelegt hatten. Das nennen wir mal vorbildlichen Dienst am Kunden (und Kollegen) und ist allemal ein „Gesicht des Monats“ wert.

Bücherverkauf des Lions-Clubs Völklingen startet wieder

Der Völklinger Lions-Club startet auch in diesem Jahr wieder seinen traditionellen Bücherverkauf, dessen Erlös in Projekte der Kinder- und Jugendarbeit fließt. Unter dem Motto “We serve” engagiert sich der Lions-Club Völklingen  ehrenamtlich für Menschen, die Hilfe brauchen. Neben Kinder- und Jugendprojekten fördert der Club soziale Organisationen, kulturelle Projekte und setzt sich für Toleranz, Humanität und Bildung in Völklingen und der Region ein. Das Bücherantiquariat bezieht erstmals die Räume in der Citypromenade 3 in Völklingens Innenstadt (ehemals: Bistro Jean M.). Tausende von gebrauchten Büchern aller Wissens- und Sachgebiete werden von den ehrenamtlichen Clubmitgliedern zum Preis von drei Euro pro Kilo verkauft. Auch werden wieder gebrauchte Bücher angenommen, das erfreut vor allem die langjährigen Stammkunden, die immer wieder nach „Neuzugängen“ und Raritäten Ausschau halten. Alle Infos auf www.lions-vk.de.

Bücherantiquariat - bis 16.10. montags, dienstags, donnerstags und freitags durchgehend von 10.00 bis 18.00 Uhr, mittwochs und samstags von 10.00 bis 12.00 Uhr.

Galerie Eileen am neuen Ort

Die Galerie Eileen bleibt auch am neuen Ort in Ensheim ein hochinteressanter Coworking Space: die Kunstgalerie mit Wechselausstellungen der Galerie Eileen und das Atelier der Künstlerin Dorothee Wendel, in dem aktiv Kunst geschaffen wird. Von September bis November wird die Ausstellung „Shoetime with Noodles Under Construction" mit Arbeiten von Michael Griesbeck gezeigt, alle Mixed Media auf Leinwand. Shoetime: ist eine Interpretation von vermisster Lebensqualität, eine Transformation, verloren gegangener Emotionen. Noodles: eine kleine kulinarische Hommage oder wenn Spaghetti zum Designmedium transformieren. Under Construction: Komposition um das Bauen. München und das Bauen – ein Immobilienmarkt nahe des Wahns, das komplexe Zusammenspiel von Marktteilnehmern, der Reiz des konstruktiven Gestaltens, solide Bautechnik im Dialog mit hektischer Innovation – all das gab Michael Griesbeck den Impuls, seine Gedanken der Bautätigkeit auf Leinwand zu transformieren. Die Vernissage findet am 24.09. ab 18 Uhr statt, danach ist die Ausstellung immer Freitags von 15.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, sowie nach vorheriger Terminvereinbarung.

Michael Griesbeck „Shoetime with Noodles Under Construction" - vom 24.09. bis 04.11. in der Galerie Eileen, Zum Gerlen 10, Saarbrücken

Cirque Bouffon mit faszinierender Show „Solvo“

Der poetische Cirque Bouffon ist wieder in der Stadt und fasziniert in gewohnter Manier mit wagemutigen Artisten, liebenswerten Clowns und virtuosen Musikern. Man darf sich auf ein neues sinnliches Erlebnis mit magischen Momenten freuen. Die Show SOLVO entführt in eine ganz eigene Welt voller Schönheit, Körperkunst und Phantasie. SOLVO bedeutet Befreiung / Erlösung und folgt der Idee des Innehaltens und sich selbst neu entdecken, von schöpferischer Kraft und übersprudelnder Lebensfreude. Wieder ein absolutes Highlight ist die eigens komponierte Musik von Sergej Sweschinski. Seine wunderbaren Kompositionen erschaffen den perfekten Rahmen für die Geschichte von SOLVO. Bereits in den vergangenen Jahren feierte der Cirque Bouffon mit seinen Shows, zuletzt mit „Bohemia“ mit ständig ausverkauften Vorstellungen in Saarbrücken einen großen Erfolg. Ein Besuch ist ein sinnliches Erlebnis für die ganze Familie und ein Muss für Jung und Alt. Alle Infos auf cirque-bouffon.com

Cirque Bouffon - vom 17.09. bis 16.10. im Chapiteau vor dem Staatstheater in Saarbrücken

Festival Euroclassic: sieben Konzerte in Zweibrücken

„Ostwind“ lautet das diesjährige Motto des Festivals und ist die zweite Station im 2021 eröffneten Kompass Europa. Auf dem Festivalprogramm stehen insgesamt 26 Konzerte mit nationalen und internationalen Künstlern. In Zweibrücken geht es am 03.09. los mit dem russischen Ausnahmegitarristen Alexandr Misko. Etwas ruhiger aber nicht weniger unterhaltsam geht es am 15.09. weiter mit der polnischen A-cappella-Gruppe Affabre Concinui – The Polish Chamber Singers. Zwei Tage später gastiert das Moka Efti Orchestra, die originale Big Band aus der Erfolgs-TV-Serie „Babylon Berlin“ in der Zweibrücker Festhalle. Am 30.09. geht es fulminant mit der ostdeutschen Kult-Band Karat weiter, gefolgt vom Bläserensemble ARUNDOSquintett am 21.10. Auf Lagerfeuer-Feeling setzen am 23.10. Jan Josef Liefers und seine Band Radio Doria und abschließend begeistern die 35 Opernsolisten der Bolschoi Don Kosaken am 30.10. Alle Infos auf www.festival-euroclassic.eu

Festival Euroclassic – vom 27.08. bis 30.10. in Zweibrücken, Pirmasens, Blieskastel, Bitche (F) sowie in Gemeinden von Zweibrücken-Land und dem Bitscher Land.

Foto: Michael Petersohn

Akustik Triio CAR

Caroline Mohr, Amby Schillo und Rolf Siefert sind CAR. Um einen neuen musikalischen Ausdruck zu finden, haben sich die drei MusikerInnen aus dem Saarland zu einem neuen Akustik Trio formiert. Schon immer von der Musik fasziniert hat die Sängerin Caroline Mohr nach ihrer Gesangsausbildung in verschiedenen Bands wie Soul Family, Midnight Mover oder Groovelane mitgewirkt. Als erfahrene Pop-Soul-Funk-Sängerin begeistert sie das Publikum auch über deutsche Grenzen hinweg. Mit Amby Schillo und Rolf Siefert, die u. a. zusammen in der Joy Fleming Band spielten, komplettieren zwei der erfahrensten Musiker des Saarlandes das Trio. Car lassen sich inspirieren von Künstlerinnen wie Bonnie Riatt, Lady Gaga, Adele, Alica Keys, Amy Winehouse, Sade und vielen anderen. Alle Infos auf www.nk-kultur.de

CAR – am 30.09. um 20.00 Uhr in der Stummschen Reithalle in Neunkirchen

Solo Comeback

Die Ausnahme – Sängerin Janine Meyer, elf Jahre Kopf der Band „Luxuslärm“ startet nach zwei Jahren Pause unter ihrem Spitznamen „Jini Meyer“ ihr Solo Comeback. Mit dem nötigen zeitlichen Abstand, einer spontanen und kreativen Herangehensweise ist es Jini Meyer gelungen, mit den neuen Songs einen perfekten Neueinstieg zu schaffen. Nach erfolgreichen Jahren und über 250.000 verkauften Platten mit ihrer ehemaligen Band, tritt JINI MEYER nun endlich wieder mit neuen, eigenen Songs eindrucksvoll und lautstark ins Rampenlicht zurück. Deutsche Texte, die von gewonnener Freiheit, wilder Liebe und bedingungsloser Freundschaft, aber auch von den erlebten Schattenseiten des Lebens erzählen.

Jini Meyer – am 30.09. um 20.00 Uhr im Cotton Club der Kammgarn in Kaiserslautern

Foto: Sarah Kaiser

Clubzone September 2022

Dieser Sommer – und im Besonderen die letzten Augustwochen - waren wieder einmal ein Ausbund an geselligem Treiben in unserer kleinen Metropole. Egal ob drinnen oder draußen oder sogar auf unserem Flüsschen, wo ein Wille war, da wurde auch gefeiert und das mit richtig Schmackes, ebenso wie es sich gehört. Blöd nur, wenn einem dabei das Bier ausgeht, aber das haben wir ja schon weiter vorne beim „Gesicht des Monats“ gefeiert. Dabei etabliert sich der Saarbrücker Osten von St. Johanner Markt über Staden und Mainzer Kiez bis zum Osthafen immer mehr als wunderbare Startrampe in lange Partynächte und man könnte man fast meinen in einer wirklichen Großstadt zu sein. Vor allem Letztgenanntes hat sich gerade jetzt, wo es Ende August nochmal richtig heiß wurde, zu einem tollen Treffpunkt und Fixstern im Saarbrücker Osten entwickelt. Solche Plätze hat Saarbrücken gebraucht und deswegen ist es jetzt umso schöner, dass es sie gibt. Dennoch ist nicht wirklich alles Party-Gold was glänzt, denn so wirklich vor pandemische Zustände sind noch lange nicht erreicht. Zwar gibt es zwei, drei Locations, die immer voll sind – dann leider auch mit enormen Schlangen vor der Tür – aber dem gegenüber steht ein Mittelfeld mit vielen Clubs, in denen es immer vom Motto abhängig ist, was und vor allem wie viel da geht. Und zu guter Letzt leider auch eine ganze Reihe von eigentlich üblich verdächtigen Orten, die zumindest teilweise, wenn nicht gleich ganz die Segel gestrichen haben und Sommerpausen eingelegt haben. Bleibt nur zu hoffen, dass die im Herbst wieder alle mit am Start sind. Manchmal ist mehr nämlich wirklich mehr!

Wie schon gesagt, herrschte am SILODOM massiver Partyalarm. Eine Ausnahmefeierei jagte die Nächste. Schon das letzte Juliwochenende legt als Doppelwochenende die Latte richtig hoch. Die erste der DOMNÄCHTE stand klar im Zeichen von Drum & Bass und Jungle mit illustren Gästen wie Nicky Blackmarket aus London und der Junglekidz-Bande als Gastgebern. Am Samstag, der LEGENDENNACHT, wurde vor allem das 20-jährige DJ-Jubiläum von keinem Geringeren als Björn del Togno, der es sich bei der Gelegenheit nicht nehmen ließ, höchst selbst gleich auf allen drei Floors ein extrafeines Set zum Besten zu geben. Da braucht sich wirklich niemand zu wundern, warum zu wundern, warum das Gelände am Osthafen zum Besten gehört, was Saarbrooklyn im Moment zu bieten hat.

Dass die Saarbrücker Clubszene im Sommer nicht so gut besucht wird ist wohl in den letzten Wochen vielerorts nachhaltig als Märchen enttarnt worden, denn auch das EGO hat Woche für Woche das Gegenteil bewiesen. Unter dem Zeichen der tief schwingenden Hüfte hieß es bei heißesten Temperaturen im ALLE DREHEN DURCH – DREI TAGE WACH mit DJ C’Drew aus Luxemburg als Stargast. Dafür wurden weder Kosten noch Mühen gescheut. Jede Menge Specials für die Gäste und massive Deko wurden zur maximalen Spaßeskalation organisiert. Die Vorfreude war somit riesig und alle Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Volle Hütte, grandiose Musik, ein fantastisches Publikum, literweise kalte Getränke und die ausschweifende Stimmung machten den Abend trotz Hitze zu einem vollen Erfolg. Mitfeiern wird dringend empfohlen! Aber auch bei den regelmäßigen Partys wie der LEVEL haben Heerscharen von Partypeople und Artverwandtem den Laden nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Aber das ist hier ja schon normal. Das galt natürlich gleichermaßen für die SAARBROOKLYN Nacht. Das hochkarätige, internationale DJ Line-Up sorgte für den perfekten Black Music Vibe und eine dauervolle Tanzfläche. Wunderschöne Girls & Boys, gutgelaunte Barkeeper eine eskalierende Crew und jede Menge kühle Drink – da wächst die Hip Hop Community zusammen und aus Fremden Freunde werden!

Doch auch im Herzen der City unterstütze das ONE ELEVEN mit tollen Getränke- und Eintrittsspecials vielfältigste Partyaktivitäten nur allzu gerne und sorgte somit dafür, dass auch in tropischen Sommernächten die Kehlen nie trocken bleiben. Der Club mausert sich sowieso mehr und mehr vom Geheimtipp zur amtlichen Party-Hot-Spot. Mit wechselnden Mottos wurde für Abwechslung gesorgt, sodass es nie langweilig wurde, vor allem auch weil, anstatt sich auf den bisher erreichten Lorbeeren auszuruhen, neue, spannende Konzepte im ONE ELEVEN auf den Weg gebracht wurden. Schönes Beispiel hierfür ist die niegelnagelneue Teambildungsmaßnahme namens KICK OFF, die gleich ganze (Fußball-)Mannschaften mit massiven Specials eindeckte. Beste Mixed Music Clubsounds von DJ Jasha und DJ Kasimir holten den maximalen Feierfaktor aus den Teams heraus. Aber auch „altgediente“ Partykonstanten wie der MITTWOCHSCLUB sorgten für reichlich Eskalation im bisher heißesten Monat im Saarbrücker Nachtleben 2022. Und es steht zu „befürchten“, dass die im ONE ELEVEN auch im nahenden Herbst wieder richtig steil gehen. Mitfeiern dringend empfohlen!

Die Ü30 PARTYS in der ALTE SCHMELZ schon längst wieder eine ganz eigene und sehr erfolgreiche Marke. Seit Jahren feiern hier ganze Heerscharen Vergnügungswilliger als gäbe es kein Morgen und die Location bietet ja nun wirklich alles, was es für eine amtliche Partynacht braucht. Gleich auf mehreren Floors gibt es ein mitreißendes Spektrum unterschiedlichster Musikstile und dazu noch eine Wahnsinns-Cocktailbar und zwischendurch einen Extrastand für den kleinen Hunger. Auch im August, gleich am ersten Wochenende, wurde wieder mal mir einer ganz „normalen“ normalen Ü30 PARTY unter Beweis gestellt, dass in der Location immer beste Unterhaltung garantiert ist! Dabei stand auch der zweite Floor dem Main Floor in nichts nach mit dem unvergleichlichen DJ Günni, der mit seinem beliebten Partymix aus Disco Fox, Rock’n’Roll, Latino und Freestyle für Megastimmung sorgte. Außerdem wartet im September ja schon die Ü30 WHITE NIGHT mit DJ Foggy und Schotti Karotti als nächstes Special. Das sollte den kurzen Weg nach St. Ingbert allemal wert sein.

Der August im APARTMENT war nicht nur bis jetzt der geilste, sondern auch der heißeste Monat im Kultclub. Das alljährliche Sommerloch blieb komplett aus und Woche um Woche und vorm Feiertag wurde dort extrem eskaliert! Die Partypeople haben auf der Box stehend die Decke komplett durchgetrommelt. „Wilder Turnup“, nennen die Jungspunde so was heutzutage. Gefreut hat uns auch die Ansage, dass ab nächsten Monat wieder die legendäre AFTERWORK Party stattfinden wird und wir sind gespannt was uns dort erwartet!

Für ganze Generationen Partyvolks war die KULTURFABRIK mehr als nur eine der beliebtesten Großdiskotheken der Region. Die Zahl der absoluten Kultpartys steigt allerdings wieder deutlich an, obwohl es die Location eigentlich nicht mehr gibt, bzw. als Selfie Galerie genutzt wird. Wie jetzt durchsickerte wird es demnächst ein weiteres herrliches Beispiel hierfür geben und zwar die BRACHIAL DRUM CONNECTION am ersten Oktobersamstag. Nächsten Monat folgen hier die ekstatischen Details!

Doch der August hatte noch mehr Feierei zu bieten, was uns nahtlos zum PARTYSCHIFF von DJ Moh bringt, das auch dieses Jahr wieder antrat, um die Gästeschar mit einen denkbar breiten Musikspektrum zur Verzückung zu bringen. Die großartige Mischung von und House bis Clubsounds ließ den ganzen Kahn zusätzlich eskalieren, sodass die wahnsinnige Stimmung bis zum Anlegen keine Sekunde nachließ. Aber das war mitnichten die einzige Party-Bootsfahrt mit reichlich Bass und noch mehr Eskalation, denn auch das MAGNET BOOT hat für extra Seegang gesorgt. Dabei hatte das vergangene Jahr die MAGNET Crew schwer gebeutelt! Schließlich verliert man in den seltensten Fällen Kapitän und Heimathafen auf einen Schlag. Aber die Magnet-Crew wäre nicht die Magnet-Crew, wenn sie sich nicht aufgerappelt hätte und in alter Raubein-Manier wieder die Saar zerfeiert hätte – und wir sind ganz sicher: von ganz oben hat einer zugesehen und mitgefeiert!

In diesem Sinne, take care    J.K.T

Es war mir ein Fest(ival)!

Hallo Mikrokosmonauten: A little party never killed somebody

Dieser Sommer hat uns gezeigt, dass wir es noch können. Wir können noch bis spät abends in der Sonne sitzen, Vino trinken und uns spontan dazu entschließen, auf ein Festival in der Nähe zu gehen. Und der Sommer? Der hat wiederum uns gezeigt, dass er es noch kann. Und er verleitete uns bis jetzt zu manch übermütiger Idee, die man nur haben kann, wenn „Oben Ohne“ Autofahrten möglich und langweiliges Couching unmöglich ist. Dieser Sommer wird in unser aller Langzeitgedächtnis eingehen als der Sommer des Erwachens. Als wir nach gefühlter Ewigkeit wieder feierten, als wären wir zurück in unseren Zwanzigern. Und uns ansonsten an unzähligen Aperol-Spritz und sonstigen Substanzen berauschten, ohne auch nur ein Fünkchen Anstand zu wahren. Oder an Morgen zu denken.

2022 ist das Jahr des Aus- und Aufbruchs.

Es fühlt sich großartig an.

Und einfach so besuchte ich in diesem Sommer nach Jahren wieder ein Festival. Ich kehrte an den Ort zurück, an dem ich vor 19 Jahren zuletzt gewesen war. Der Ort, an dem ich damals zusammen mit einem zugekifften Sven Väth (ein seltener Anblick) vor seiner eigenen Bühne den Zutritt verweigert bekam, weil der Security-Mann ihn in diesem Zustand schlichtweg nicht erkannte, in einen Graben fiel, weil ich selbst dort nicht auf hohe Schuhe verzichten konnte und schlussendlich einen gewaltigen Sonnenstich bekam, als ich morgens auf dem Campingplatz stundenlang auf einem Autodach lag, weil ich es in diesem Moment einfach liebte, dort zu liegen. Nature One: Natürlich ist das ein Techno-Event wenngleich ich im Laufe der Jahre musikalisch eher  zu sanfteren Tönen tendiere. Zu Wacken passe ich nicht und diese ganzen Indian-Spirit und Goa-Festivals sind mir dann doch zu abgedreht. Da wimmelt es nur so von selbsternannten Schamanen, die um imaginäre Lagerfeuer tanzen und sämtliche Fruchtbarkeits-Götter unter Einfluss von bewusstseinserweiternden Drogen beschwören. Es blieb so kurzfristig also nur die dauerbeschallende Raketenbasis inmitten des Hunsrücker Outback.

Mir wurde schnell klar: So ein Festival besucht man jenseits der 30 nicht mehr einfach so. Es bedarf einer peniblen Planung. Angefangen vom Outfit über die Anreise bis hin zur Übernachtung beziehungsweise Tagung. Zuerst dachte ich, man könne ja den Campingplatz frequentieren, allerdings hatte ich mir ein paar Tage zuvor die Netflix-Doku über Woodstock 99‘ angeschaut und ich fragte mich:

„Bin ich wirklich eine Camperin?“

Machen wir uns nichts vor: Zu einem waschechten Festival gehört es sich in der Regel, dass man dort auch zeltet. Aber mag ich mich im schlimmsten Falle mit fäkalverseuchtem Wasser duschen? Und kann ich damit leben, mich inmitten von Müll, Unrat und rastlosen Ravern zu betten? Im Grunde wäre angesichts des Musikstils ohnehin nicht an Schlaf zu denken. Und was, wenn die am Ende den Campingplatz einfach abfackeln? Laut der Doku kann so etwas nach 3 Tagen Party offensichtlich ganz leicht passieren. Mein Gedankenkarussell drehte sich eindeutig wieder zu schnell und schlussendlich buchte ich dann doch ein altersgerechtes Hotel am Rhein. Ich glaube, in diesem Moment fiel ich bereits in Punkto „Festivaltauglichkeit“ in einem Punkt schon durch.

Dann kam diese Sache mit dem Outfit. Ich bin Perfektionistin. Man mag es kaum glauben. Je älter ich werde, desto häufiger stelle ich fest, dass eine gute Vorbereitung in Sachen Aussehen alles ist. Mir ist schon klar, dass Selfcare mit Anfang 20 anders aussieht als mit 40. Getreu dem Patti LaBelle-Motto „I’m feeling good from my head to my shoes” ist es zwingend nötig, möglichst viel Geld in möglichst viele Benefits für den eigenen Körper zu stecken. Übersetzt heißt das so viel wie: Mani-Pedi-Botox und Tag der offenen Tür für sämtliche Paket-Dienstleister, die ein Festival-Outfit nach dem anderen ankarren mussten. Zeitweise brachte ich die Boten von DHL und DPD gemeinsam auf meine Couch. Sie mögen meine Macarons und sind mittlerweile absolute Fashionists, wenn es um den besten Style fürs Festival geht. Kurz vor einem waschechten Nervenzusammenbruch meinerseits inmitten von Fransenstiefel, Kimonos und Cowboy-Hüten stand das Outfit schließlich fest und zwei Gesichtsmasken später saß ich bereits im Taxi nach Nature One.

Nicht ohne den Zoll

Ich habe immer mal wieder von sogenannten Drogenkontrollen gehört, die vor solchen größeren Events gemacht werden. Ich hielt so etwas immer für einen Mythos, da ich so etwas live noch nie erlebt geschweige denn gesehen habe. Wahrscheinlich war ich auf dem Weg dorthin immer schon so benebelt gewesen, dass ich von alldem nichts mehr mitbekam. Dieses „Fahren Sie rechts ran und schließen Sie zu den andren auf!“, welches unserer Taxifahrerin an diesem Abend befohlen wurde, beunruhigte mich dann aber doch ein wenig. Ich kann mir nicht helfen, aber eine Polizeikontrolle lässt dich an all deine Komplettabstürze im Leben denken und man ist drauf und dran, vor dem Beamten seine Lebensbeichte abzulegen. Und das schlimmste ist, dass man sich immer so fühlt, als hätte man Dreck am Stecken, obwohl das natürlich nicht so ist. Und nachdem dein Ausweis kontrolliert, der Kofferraum links gemacht und man dir gottseidank nicht ans Höschen wollte, taumelt man regelrecht im Glück, wenn es heißt: „Gute Fahrt und viel Spaß!“. Spätestens jetzt hätte man mich wieder zurück zum Hotel fahren können und ich hätte gesagt: „Was für ein Abend!“. Mein Cortisol-Pegel war nämlich auf 180. Und ich hatte noch nicht mal was getrunken.

Auf so einem Festival trifft man Leute, die man seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hat. Wahrscheinlich oder gerade deswegen möchte ich an solchen Tagen glänzen. Ich möchte, dass die Leute zu mir sagen: „Wow siehst du gut aus, du bist keinen Tag gealtert!“ und mein Outfit bewundern. Letztendlich passierte nichts dergleichen, weil so etwas auf solchen Festivals offensichtlich nicht so wichtig ist. Vielmehr dachte man wohl, was für eine eingebildete Gans da wieder auf die Mainstage stolziert, als wäre sie die Djane himself. Ich als Oberhähnin sollte wirklich weniger gockeln! Mein Freund – huch, der war übrigens auch mit – nennt mich nicht umsonst Prinzessin Konstanzia, wenn ich wieder meinen besonderen Auftritt habe. Fragt mich nicht, warum, aber ich laufe auf solchen Events immer zu Hochtouren auf, was mein Ego angeht.

Am Ende war es ein Saarländer, der sich vor mir verbeugte.

Warum sind es eigentlich immer Schwule, die den Ernst der Lage erkennen und blitzschnell reagieren? Niemand geringeres als unsere saarländische Karotte war es, der mich wohlwollend betrachtete und mit einer einzigen galanten Verbeugung signalisierte: „Du kannst es noch, Girl!“. Danke!

Danach tanzte ich bis 5 Uhr morgens durch, es war mir auf einmal egal, dass meine Schuhe staubig und mein Eyeliner verschmiert waren. Ich fühlte mich großartig, ich umarmte die Welt, ich war an dem Ort, an dem ich vor 19 Jahren zuletzt war. Und ich war immer noch ich. Ich war immer noch jung. Ich war zurückgekehrt. Ich war voll da. Ein bisschen mehr Prinzessin, aber noch immer mit der Vision von Frieden und Glück. Und like nowhere else ließ ich den Bass zum ersten Mal in dieser Nacht wirklich zu und sprang schreiend in die Luft.

Each wave was perfect

-Endless Summer-

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