• Termine, News und Wissenswertes aus Saarbrücken, dem Saarland und der Welt:

Orientalische Nächte in der Saarland Therme

Zauberhafte Abende mit Livemusik, Feuerkünstlern, Sandmalerei und vielem mehr bietet die Saarland
Therme von Juni bis August jeden Samstagabend ab 20 Uhr. Hier erlebt man einen unvergesslichen
Kurzurlaub mit vielfältigen Erlebnis- und Animationsangeboten und taucht ein in die atemberaubend
schöne Welt der Entspannung! Man erlebt einen Sommer voller wundervoller Momente, wenn die
Saarland Therme jeden Samstag im Glanz des Orients erstrahlt. Ein Thermen-Traum wie aus
tausendundeiner Nacht und eine einzigartige Sauna-Erfahrung mit Aufgusskompositionen aus den
exotischen Düften des Orients. Dazu kunstvolle Darbietungen mit Livemusik, Feuershow,
Sandmalerei, Klavier, Harfe und Sängerinnen. Zauberhafte Darbietungen, die einen in eine
atemberaubende Welt weit weg vom Alltag entführen.

Saarland Therme - Zum Bergwald 1, 66271 Rilchingen-Hanweiler, Tel: 06805-600000,
www.saarland-therme.de

Ein kleiner Vorgeschmack auf´s Altstadtfest

Von Rockmusik bis Soul und Blues, von japanischer Kochkunst bis hin zu Pfälzer Spezialitäten – auf
dem Altstadtfest ist für jeden Geschmack etwas dabei. 150.000 Besucher genießen diese bunte
Mischung aus Unterhaltung, Kultur und kulinarischen Köstlichkeiten jedes Jahr am ersten
Juliwochenende in der Lautrer Altstadt. So auch 2024 wieder, vom 5. bis 7. Juli. Hier ein kleiner
Vorgeschmack auf das, was alle Besucher in der Altstadt erwarten wird: Sechs Bühnen mit einem
bunten Musikprogramm, neu dabei ist die Bühne der SIAK in der Salzstraße. Insgesamt über 120
Anlieger und Vereine sorgen fürs leibliche Wohl, 70 Händler und Kunsthandwerker werden ihre Waren
feilbieten. Auf dem Rittersberg heißt es erneut „Lautern tanzt“ und samstags wird dort ein Hauch der
Kaiserslautern Classics zu spüren sein, wenn die Vespafreunde K`Lautern-Westpfalz mit ihren
italienischen Schmuckstücken vorfahren. In der Unionsstraße wird die RPTU ihre Unimeile errichten
und neu in diesem Jahr ist die Flohmarktmeile in der Kanalstraße.

Alle Infos auf www.kaiserslautern.de

Regionale Genuss-Tastings im Nauwieser Viertel

Seit über sieben Jahren bietet Saar-Lor-deLuxe leckere und ausgefallene Spezialitäten im angesagten
Nauwieser Viertel in Saarbrücken. Es warten regional produzierte Grillsaucen, Gewürze, Dips und
auch Weine sowie Spirituosen auf die Genießer. Das über 500 handverlesene, regional hergestellte
Produkte umfassende Sortiment wird ständig um weitere Delikatessen und Spezialitäten erweitert und
natürlich um viele Veranstaltungen und Verkostungen rund um die Themen regional, nachhaltig und
lecker ergänzt. Starten wird die Tasting-Serie am 28. Juni mit einem Bio-Wein Tasting Abend, gefolgt
von weiteren Terminen zu den Themen Gin, Bier und anderen Genuss-Welten. Die genauen Termine
und und alle weiteren Infos gibt es auf der Webseite. Einfach mal im Laden vorbeischauen und sich
von der Vielfalt überraschen lassen – übrigens auch im Online-Shop.

Saar-Lor-DeLuxe – Cecilienstraße 4, 66111 Saarbrücken, Tel: 0681-40140312, www.saar-lor-
deluxe.com

Sonntags ans Schloß

Es wieder soweit – lebendige Kultur im Sommer am Bürgerschloss. Am Sonntag, dem 09.07., startet
um 11.00 Uhr im Schloßgarten die erste Ausgabe der Open-Air-Reihe „Sonntags ans Schloß“. Der
Eintritt zu allen Veranstaltungen ist wie immer frei. Von 9. Juni bis 25. August gibt es (fast) jeden
Sonntag vier Veranstaltungen.

Mit sechs neuen Bands starten die Matineen, die wieder im Zeichen des Blues stehen, jeweils um
11.00 Uhr. Am Sonntag – 09.06. – servieren The BluesBones (B) funky Blues-Rock mit Jazz-,
Americana- und Rock-Anleihen. Am 28.07. steht stimmgewaltiger Blues-Rock mit Layla Zoe & Band
(CAN) auf dem Programm.

Parallel dazu spukt das Schloßgespenst durch sein Schloss. Um 15.00 Uhr stehen dann im Rahmen
der Kids-Reihe Theater, Märchen, Zauberei und Clownerie für die Kleinsten auf dem Programm (bei
Regen: im Schloßkeller).

Den Abschluss um 18.00 Uhr bilden die Soireen mit sieben neuen Bands. Der Schwerpunkt liegt in
diesem Jahr wieder auf akustischer Musik aus den Bereichen Folk, Singer/Songwriter, Rock, Soul,
Crossover & A-cappella. Evenfalls zur Eröffnung am 09.06. servieren Marina & The Kats (A) Indie-
Swing mit Anleihen aus Blues und Balkan-Beats. Auf keinen Fall verpassen sollte man das A-cappella
Rock- & Pop-Vokaltrio We3 (GB) am 11. August.

„Sonntags ans Schloß“ macht also in bewährter Struktur und mit viel frischem künstlerischen Wind
das Saarbrücker Bürgerschloß wieder zu einem kulturtouristischen Aushängeschild der Großregion.
Alle Infos bei der Tourist Info im Saarbrücker Schloß, 0681-5066006 oder touristinfo@rvsbr.de,
und www.regionalverband-saarbruecken.de/kultur-tourismus/sonntags-ans-schloss

Highlights „Sonntags ans Schloß“ 9. Juni – 25. August 2024
(Ausnahme: 14.07.)

    Schlossgarten Saarbrücker Bürgerschloss (Eintritt frei) *
    Veranstaltende Organisation: Kulturforum Regionalverband Saarbrücken
    www.regionalverband-saarbruecken.de/kultur-tourismus/sonntags-ans-schloss

    Matinée (11 Uhr):
    So., 09.06. – funky Blues-Rock – The BluesBones (B)
    So., 23.06. – Gitarren-Blues-Rock – The Blues Overdrive (DK)
    So., 28.07. – stimmgewaltiger Blues-Rock – Layla Zoe & Band (CAN)
    So., 18.08. – Rock-Blues – Ellis Mano Band (CH)
    Kids (15 Uhr):

    bei Regen: Schlosskeller – (Ausnahme: ** )
    So., 23.06. – Kalibo – Die Zaubersocke – turbulente Mitmach-Zaubershow
    So., 30.06. – Theater Rootslöffel – Sternenhimmel – musikalisches Weltraumabenteuer
    So., 28.07. – Theater Rotes Zebra – Amanda, das kleine Huhn – clowneskes Umweltabenteuer
    So., 18.08. – Das Märchenzelt – Märchen aus aller Welt ** – ab 14 Uhr – hintere Schlossterrasse

    Soirée (18 Uhr):
    So., 09.06. – Akustischer Indie-Swing – Marina & The Kats (A)
    So., 07.07. – Singer/Songwriter-Indie-Folk & Americana – Susan Wolf Band (A/DK)
    So., 04.08. – Gypsy meets Classic – Yuliya Lonskaya & Lulo Reinhardt feat. Uli Krämer
    So., 11.08. – A-cappella – Rock- & Pop-Vokaltrio – We3 (GB)

    „Sonntags ans Schloß“ 09.06. bis 25.08. (Ausnahme: 14.07.)

    18 Uhr – Soirée – akustische Musik aus den Genres Singer/Songwriter,
    Folk, Rock, Soul & A-cappella
    Schlossgarten – Eintritt frei
    Veranstaltende Organisation: Kulturforum Regionalverband Saarbrücken

    So., 09.06.
    Akustischer Indie-Swing – Marina & The Kats (A)

    So., 16.06.
    Funky Akustik-Soul und Americana – Opportunity

    So., 23.06.
    Roots-Groove-Rock & Americana – INGVAY & Band

    So., 30.06.
    Akustik-Soul – Friend ´n Fellow

    So., 07.07.
    Singer/Songwriter-Indie-Folk & Americana – Susan Wolf Band (A/DK)

    So., 21.07.
    Crossover aus Chansons, Gypsy Swing, Latin & Polka – Noémi Schröder et Les Ricochets

    So., 28.07.
    Indie-Rock mit Sixties-Anleihen – Joel Becks

    So., 04.08.
    Crossover aus Gypsy und Klassik – Yuliya Lonskaya & Lulo Reinhardt feat. Uli Krämer

    So., 11.08.
    A-cappella – Rock- & Pop-Vokaltrio – We3 (GB)

    So., 18.08.
    Jazz-Balkan-Beat-Zirkus-Crossover – TriOle & Friends

    So., 25.08.
    Irish-Folk-Rock mit einer Prise Pop – Dream Catcher (L/D)

    „Sonntags ans Schloß“ 2024 09.06. bis 25.08. (Ausnahme: 14.07.)

    11 Uhr – Matinée – Blues & Rhythm´n´Blues
    Schlossgarten – Eintritt frei
    Veranstaltende Organisation: Kulturforum Regionalverband Saarbrücken

    So., 9.06.
    Funky Blues-Rock – The BluesBones (B)

    So., 16.06.
    Roots-Blues und Americana –

    Timo Gross Band

    So., 23.06.
    Gitarren-Blues-Rock – The Blues Overdrive (DK)

    So., 30.06.
    Rockiger Roots-Blues – The Bluesanovas

    So., 07.07.
    Akustik-Blues – Roberto Morbioli Acoustic Trio (I)

    So., 21.07.
    „Voodoo Blues Show“ – Dr. Will & The Wizards

    So., 28.07.
    Stimmgewaltiger Blues-Rock – Layla Zoe & Band (CAN)

    So., 04.08.
    Classic Blues, Ragtime, Boogie-Woogie, Harlem Stride & Barrelhouse – Rag Doll

    So., 11.08.
    Hits im Akustik-Roots-Blues- & Americana-Gewand – Michael van Merwyk & The Jookbox
    Zoo

    So., 18.08.
    Rock-Blues – Ellis Mano Band (CH)

    So., 25.08.
    Poppiger Blues-Rock mit Soul und Indie – LUKE

    „Sonntags ans Schloß“ 6. bis 25. 08. (Ausnahme: 14.07.)

      15 Uhr (Ausnahme: * ) – Kids – Theater, Musik, Zauberei, Clownereien, Märchen & Walkacts
      Schlossgarten – Eintritt frei
      bei Regen: Schlosskeller (Ausnahme: * )
      Veranstaltende Organisation: Kulturforum Regionalverband Saarbrücken
      So., 09.06.
      Käpt´n Robby und die Kartoffelsalat-Piraten
      Seeräuberabenteuer – Marion Ritz-Valentin – ab 3
      So., 16.06.
      Peppi Hampel
      Clownesker Walkact – Nataśa Rikanović – ab 4
      So., 23.06.
      Die Zaubersocke
      Turbulente Mitmach-Zaubershow – Kalibo – ab 4
      So., 30.06.
      Sternenhimmel
      Musikalisches Weltraumabenteuer – Theater Rootslöffel – ab 4
      So., 07.07.
      LiLaLucy und der Zauberkoffer
      Zaubershow – LiLaLucy – ab 3
      So., 21.07.
      Kinder-Zaubershow
      Rasantes Zaubertheater – Markus Lenzen Zaubertheater – ab 3
      So., 28.07.
      Amanda, das kleine Huhn
      Clowneskes Umwelt-Theaterstück – Theater Rotes Zebra – ab 3
      So., 04.08.
      Hans im Glück
      Grimm-Klassiker – Theater Tom Teuer – ab 4
      So., 11.08.
      Eddi Zauberfinger
      Mitmach-Musical-Klassiker – Liedertheater Eddi Zauberfinger – ab 3
      So., 18.08.
      Märchen aus aller Welt
      Lebendige Märchenwelt – Das Märchenzelt (ab 14 Uhr – hintere Schlossterrasse * ) – ab 3
      So.,25.08.
      Willi
      Improvisationstheater – Willi Fries – ab 3

      Klassik Open Air 2024 – Legenden Europas

      Das Homburger Sinfonie-Orchester, ein überregionales Orchester mit über 50-jähriger Tradition, ist
      ein unverzichtbarer Faktor des Kulturlebens der Kreis- und Universitätsstadt Homburg. Spielfreude
      und der Wille, sich neuen Herausforderungen zu stellen, sind Eigenschaften, die das Orchester von
      Beginn an auszeichneten und dazu befähigen, Partner renommierter Solisten, wie u.a. Bernd
      Glemser, Gustav Rivinius, Tabea Zimmermann, Tanja Becker-Bender, Claus Kanngießer, Julian
      Steckel, Ragna Schirmer oder großer Gesangssolisten zu sein. Zusammen mit professionellen
      Musikern bilden etwa 60 Musici aller Berufe, darunter Musiklehrer, Mediziner, Studenten und Schüler,
      das groß besetzte Sinfonieorchester. Die überwiegend jungen Mitglieder prägen den Orchestergeist.
      Freuen Sie sich auf dieses außergewöhnliche Konzert unter freiem Himmel. Die Sicht von allen
      Plätzen auf die große Bühne ist grandios.

      14. Homburger Klassik Open Air – am 17.08. um 20.00 Uhr auf dem Christian-Weber-Platz in
      Homburg

        Homburger Rock Open Air

        SAD Metallica – die einzige Offizielle Metallica Tribute-Band aus Italien sind ohne Frage, eine der
        heißesten Live Rock’n’Roll Metallica Tribute dieser Tage! Mit 110 Millionen verkauften Tonträgern ist
        Metallica sicherlich die erfolgreichste Metal Band überhaupt. Seit vielen, vielen Jahren thront die
        Gruppe aus Kalifornien im Rock Olymp ganz oben. Metallica in ihrem Sound und ihrer Show zu
        imitieren, ist sicherlich eine der schwersten Aufgaben, die sich eine Tribute Band stellen kann. Und
        dies scheinen die Südländer von SAD bravourös zu meistern. 2007 wurden SAD von „Zonamettalica“,
        einem offiziellen Metallica Fan Club, zur besten Metallica Tribute-Band gekürt. 2008 erhielt die Band
        den Ritterschlag, als sie von Metallicas U.S.-Fanclub „Metclub“ anerkannt und autorisiert wurde. Wer
        SAD Metallica einmal live erlebt hat, der weiß warum!

        SAD Metallica – am 18.08. um 20.00 Uhr auf dem Christian-Weber-Platz in Homburg

        Tête-à-Tee

        Er gilt seit jeher als bester Freund der Briten und stand zur Kolonialzeit in Boston im Mittelpunkt einer ausladenden Hafenparty. Ein Mitglied des legendären A-Teams benannte sich nach ihm und sogar ein Buchstabe und ein Shirt tragen seinen Namen. Neben Roberto Blanco ist er der einzige Schwarze, der jedem von uns ein Begriff ist und für den es bei Oma stets ein Plätzchen am Tisch gab. Er symbolisiert Ruhe, selbst wenn er manchmal unter Dampf steht und gelegentlich überkocht. Bleibt er unbeachtet, reagiert er gelassen mit Kälte. Sauer wird er fast nie; außer mit Zitrone. Dennoch spaltet er die Gesellschaft wie niemand sonst: Die einen mögen Kaffee, die anderen lieben ihn: Tee…

        Während Kaffee sein Schattendasein längst hinter sich gelassen hat – als bitterer Filterkaffee noch Inbegriff langweiliger Kaffeekränzchen war – und dank den ebenso gut schmeckenden wie klingenden Variationen Latte Macchiato, Cappuccino und French Press längst Heißgetränk Nr. 1 ist, konnte Tee seinen Ruf, altmodisch und fade zu sein, lange Zeit nicht loswerden. Früher trank niemand in der Öffentlichkeit freiwillig Tee. Es sei denn, er hatte kalte Hände oder eine Erkältung. Außer pensionierte Oberstudienräte und Heilpraktiker vielleicht. Die aber glauben auch, Sandalen wären Schuhe, in denen man Socken trägt, und Globuli dazu geeignet, Impfungen zu ersetzen…

        Früher tranken zumindest Umweltbewusste und Weltverbesserer Tee. Heutzutage fühlen sich selbst diejenigen, die in veganem Einklang mit sich und ihrer Verdauung leben, dank fair gehandeltem Öko-Arabica aus nachhaltigem, regenwaldschützendem Anbau und glutenfreier Soja-Hafer-Milch gut mit Kaffee aufgehoben. Kaffee ist mittlerweile hipp wie sonst nur Babynahrung. Wer bei einem Date einen Doppio-Espresso-Macchiato trinkt, wirkt eben interessanter als jemand, der Hagebuttentee bestellt. Das ist nun einmal so. Als Kind war Tee immer nur die lauwarme Notlösung, wenn es nichts anderes gab oder man Durchfall hatte. Alles nichts, was man mit einem Date in Verbindung bringen möchte…

        Einfacher Tee ist nicht cool. Das mag damit zusammenhängen, dass man ihn aus Kindertagen noch als die Plörre in Erinnerung hat, die es im Schullandheim gab und von einer schrulligen Küchenhilfe mit der Schöpfkelle verteilt wurde. Zwei Beutel auf zwanzig Liter Wasser versprachen damals einen Genuss, der an Badewasser erinnerte: Geschmacklich nicht überzeugend und mit undefinierbarem Geschwemmsel darin. Tee und Badewasser unterschieden sich nur durch den Schaum und dadurch, dass das eine in der Kanne und das andere in der Wanne war. Bei uns in der Familie schwor nur Onkel Reimer auf Tee, wohl aber deshalb, weil er ihn mit Rum statt mit Wasser aufbrühte…

        Dass echte Teetrinker kaum noch zu finden sind, mag auch daran liegen, dass sich Restaurants zwar mit den besten Kaffeevollautomaten und Bohnensorten brüsten, sich ihr Teesortiment jedoch meist auf die übliche Discounterauswahl beschränkt. Und wer schon Unmengen an Geld für ein Heißgetränk investieren muss, dessen Literpreis irgendwo zwischen Chardonnay und Blutplasma liegt, der möchte kein lauwarmes Glas Leitungswasser mit einem Beutel billigem Grünschnitt darin, sondern eine Tasse frisch gemahlener Edelbohnen, für die Kinder in Südamerika durch Kaffeeplantagen kriechen. Und zwar aus einer italienischen Profi-Barista-Maschine, die mehr kostet als ein italienischer Kleinwagen…

        Auch wenn Supermärkte mittlerweile mehr als nur die wenigen Teesorten zu bieten haben, die man als Kind kannte, ist in vielen Köpfen weiterhin mit Schwarz-, Früchte-, Kamillen- und Pfefferminztee das Ende des geistigen Teesortiments erreicht. Wer darüber hinaus noch Rooibos- und Grüntee kennt oder zugibt, Tee lose in einem Fachgeschäft zu kaufen, der läuft Gefahr, von seinen Mitmenschen aus der Espressobar gejagt zu werden. Schnell gilt man da als Ökofritze, der seine Nieren für notleidende Wale spenden würde. Wer zwischen „First Flush“ und „Second Flush“ differenzieren kann, kennt sicher auch den Unterschied zwischen „Schwarzem Afghanen“ und „Hellem Türken“…

        Es sah lange nicht gut aus für „Earl Grey“, „Pu Erh“ und „Dong Ding Oolong Cha“. Außer in Friesland, aber dort finden sie ja auch gelbe Regenmäntel modisch. Die Wende von Tee als „No go“ zum „Must have“ schien gekommen, als mit der grellbunten Manga-Comic-Welle ebenso grellbunte Teegetränke aus Fernost zu uns herüberschwappten. Geschmacklich eher fragwürdig, dafür jedoch kreativ, eroberte „Bubble Tea“ damals die Herzen und Blutzuckerspiegel all derer, die für ein Wiener Kaffeehaus noch zu jung und für Capri-Sun schon zu alt waren. Ähnlich schnell wie der Blutzucker sackte jedoch auch das Interesse am Blasentee in den Keller und die Teatime war wieder zu Ende...

        Was blieb, sind Bubble Teas, die man ihres Namens und ihrer Geleekugeln entledigte, um sie fortan noch hochpreisiger als handgemachte „Fresh Teas“ statt in bösen Plastikbechern nun in nachhaltigen Henkelgläsern mit Schraubgewinde zu verkaufen. Aus dem grellen Plastik-Getränk für die Gen-Z wurde so ein in Grün- und Erdtönen gehaltenes Lifestyle-Getränk auch für die Generation Ü30. Dieses Marketing traf ins Schwarze statt nur ins Bunte. Waren Infusionen lange Zeit auf Krankenhäuser beschränkt, findet man mittlerweile überall trendige Läden, die Tee-Infusionen anbieten, bei denen statt der Adern nur das Herz blutet; und zwar beim Bezahlen. Ganz schön abgebrüht...

        Es liegt im Trend, dass vermeintlich Besonderes mehr kosten darf. Auch wenn es nichts anderes ist als etwas, was jeder zuhause hat. Das gilt für Salz aus dem Himalaya und Wasser aus Fidschi ebenso wie für Tees aus Organic Tea Bars. Vor den Augen der Hipster-Kunden werden aufwändig beworbene Lose-Tee-Mischungen mit Gerüchen von Duftkerze bis Toilettenstein und Namen, die man aus Seifenläden oder RTL2-Geburtsreportagen kennt, in Zeremonien aufgegossen, wie es sie sonst nur in der Sauna gibt. Tee ist so vom langweilig braunen Standard-Heißgetränk zum faszinierend bunten Exklusiv-Kaltgetränk geworden, das die Seele erfrischt statt die Zunge zu verbrennen...

        Mittlerweile gibt es Teesorten passend zu jeder Gemütslage, die helfen sollen, dass man sich gut fühlt. Woran wohl aber weniger ein nachhaltiger Anbau des Tees als eher ein lang anhaltender Abbau von Zucker schuld ist. Manchmal fühlt man sich eben eher nach coolem „Awesome Blueberry Icetea“ statt nach lauwarmen Fenchel-Anis-Kümmel-Sud. Durch allerlei Blattwerk und Beeren in und am Glas wird den Fresh Teas zudem ein ökologisch einwandfreies und gesundes Image attestiert. Minzblätter lügen bekanntlich nicht! Fresh Teas bleiben dennoch irgendwie wie LEGO-Steine: bunt, in verschiedenen Größen erhältlich und miteinander kombinierbar, aber ohne besonderen Geschmack...

        Der Werbung nach sollen Fresh Teas nach Sommer im Süden schmecken, auch wenn sie zumeist eher an Skandinavien im Herbst erinnern: Teuer, wässrig und wenn man Pech hat, voller Eis und Mücken. Wer es übrigens weniger süß mag, kann dies bei der Teebestellung in der Tea Bar angeben und wird dann statt von einer hübschen Blonden von einem pickligen Typen bedient. Tête-à-Tee… gruenetomaten@live-magazin.de.

        Patrik Wolf

        P.S. Wenn ein Tee so schlecht wie Badewasser schmeckt, ist es dann ein „Bad Tea“?

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        Datei: # 164747071

        Mogli meets Mozart

        Das musikalische Ausnahmetalent von Phil Wright versetzt in letzter Zeit ein immer größer werdendes Publikum in Staunen und Begeisterung. Derart virtuoses Gitarrenspiel – und das in so jungen Jahren – ist mehr als rar gesät und wenn er noch jünger wäre würden alle unausweichlich vom Wunderkind reden. Mit seinen eigenen Bands JungleTrack, Phil Wright Blues Band und als Gitarrist von Tiavo beeindruckt er inzwischen auch überregional – und sieht dabei auch noch umwerfend aus.

        Der junge Mann, in dessen Pass noch Philipp Hinsberger steht, kommt ursprünglich aus dem schönen Dirmingen bei Eppelborn. Dort ist der 21jährige ganz normal aufgewachsen, in den Kindergarten und zur Schule gegangen und war zumindest bis zum sechsten Lebensjahr Jahr nicht weiter verhaltensauffällig – dann bekam er seine erste richtige Gitarre geschenkt. Ein Freund seiner Eltern, die saarländische Musikerlegende Gerd Schneider, setzte diese Initialzündung, denn vom Vater hätte es eher ein Blasinstrument gegeben. Schließlich hatte der sich lange vor Phils Geburt im örtlichen Musikverein an der Trompete abgearbeitet, was glücklicherweise ohne Einfluss auf den Jungen fehl blieb. Auch ansonsten konnten die Eltern in Sachen Musikalität nicht viel beisteuern, dafür verdankt er seiner Mutter ganz offensichtlich sein blendendes Aussehen. Die hat sein Vater nämlich dereinst in Bali kennengelernt und im zweiten Anlauf mit ins Saarland gebracht.

        Nicht ganz so exotisch ist seine Musikvorliebe, denn sein Herz und sein Talent gehören ganz eindeutig dem Rock, genauer gesagt dem Bluesrock, gerne auch etwas progressiver. Allein das ist in seinem Alter schon bemerkenswert, denn dieses Genre wird bevorzugt von Menschen gefeiert, die meistenteils ihre Berufstätigkeit schon hinter sich gelassen haben. Auch die zunehmende Annäherung an den Jazz verspricht hier keine Besserung, einzig der Umstand, dass er seit Ende 2023 auch in der Crossover Band Tiavo für den guten Saitenklang zuständig ist, könnt ihr ihm bei Gleichaltrigen ein paar Probs einbringen. Die sammelt er aber garantiert auch als Gitarren-Lehrer, denn seit letztem Jahr schauen ihm in der Homburger Learn To Rock Musicschool ein knappes Dutzend Schüler auf die hochbegabten Fingerchen.

        Ganz offensichtlich ein junger Mensch mit vielen Talenten, wobei das Autofahren wohl nicht so ganz dazugehört. Immerhin hat er die theoretische Prüfung seines Führerscheins längst bestanden, nur praktisch wollte ihm das bis jetzt noch nicht gelingen. Blöderweise ist ihm dann auch noch das Geld ausgegangen, um es gleich nochmal zu versuchen. Aber da seine Musikerkarriere jetzt ja richtig durch die Decke geht, dürfte das kein Problem mehr sein, eher schon die fehlende Zeit. Also decken wir den Mantel des Schweigens über dieses heikle Thema und fragen erst mal ganz unschuldig was Musikalisches.

        L!VE: Wie war das mit der ersten Gitarre?

        Phil Wright: Die hatte ich mir zu Weihnachten 2009 gewünscht. Ich hatte tatsächlich vorher mit vier Jahren auch schon eine, die hatte mir Gerd Schneider, ein Freund meiner Eltern, geschenkt. Das war aber nur so eine kleine mit Nylon Saiten, mit der ich noch nicht viel anzufangen wusste. Ich fand es dann cooler, an den Stimmwirbeln so lange zu drehen, bis die Saite gerissen ist. Da habe ich noch gar nichts gespielt. Das hat sich dann mit der ersten richtigen, einer akustischen mit Stahlsaiten geändert. 2010, ich war noch nicht ganz sieben, da habe ich meinen ersten Unterricht in Eppelborn. Aber nebenbei habe ich mir immer wieder was beim Gerd Schneider abgeguckt.

        Der Kontakt zu Gerd Schneider scheint richtungsweisend gewesen zu sein.

        PW: Auf jeden Fall. Die Einflussnahme von Gerhard Schneider begann eigentlich schon, als ich zwei Jahre alt war. Der hat mich und bei meinem ganzen musikalischen Werdegang begleitet hat, bis er 2018 verstorben ist.

        Wann wurde es elektrisch?

        PW: 2011, als ich acht Jahre alt wurde, da kam dann die erste elektrische Gitarre. Das war so eine Stratocaster SX, noch keine Fender, soweit war es auch noch nicht. Mit der hatte ich sogar nach kurzer Zeit die ersten Special Guest Auftritte in der ein oder anderen Kneipe, wo ich ein paar Songs mitgespielt habe. Immerhin war ich gut genug, um die Rhythmusgitarre mitzuspielen.

        Was waren dann die ersten Bands?

        PW: Ich war in diversen Konstellationen unterwegs und kann sie gar nicht mehr alle nennen. Eine hatte so einen sehr speziellen Namen, Muschi Bande haben sie sich genannt, das weiß ich noch. Das ging eher so in Richtung Punk. Dann gab es da unter anderem noch Voodoo Jack, ein Cover Projekt mit Patrick Horn, den kannte ich aus frühester Kindheit, und einige mehr. Alles Bands, wo ich dann immer wieder mal dabei, aber nie so wirklich richtig drin, war. Eben immer nur so als Gast. Meine erste wirklich eigene Band, die ich selber gegründet habe,  war 2018 The Gypsies, die ich mit dem Drummer Patrick Horn und der Bassistin Vanessa Klinkner startete. Wir hatten uns über diverse Musikschulprojekte kennengelernt. Die Gypsies sind dann entstanden unter dem Vorwand, Hendrix Sachen so zu spielen, dass sie sich einigermaßen passabel anhören. Ich fand nämlich die meisten anderen Cover-Konstellationen, die das in Angriff genommen hatten, nur so semi-gut.

        It’s all about the girls

        Und wie entstand dann die Phil Wright Blues Band

        PW: Die Phil Wright Blues Band entstand, als das mit The Gypsies nicht mehr lief. Bei mir ist alles irgendwie mit allem verbunden, das ist das Coole. Also, der Reihe nach: ich kam irgendwann mit unserer Bassistin Vanessa zusammen. Das hat dann aber doch nicht so gut funktioniert und irgendwann war Vanessa dann raus und Jan Weyhrich übernahm am Bass. 2019 hatten wir einen Auftritt auf einem Festival als sich herausgestellt hat, dass Patrick Horn ein bisschen unzuverlässig war und so kam Tim Korycki ans Schlagzeug, der bis heute an meiner Seite spielt. 2021 hatten wir das Experiment gewagt einen Saxophonisten, Pedro Panesso von der Musikhochschule Saar dazu zu nehmen, weil wir ein bisschen progressiver sein wollten. Dann verließ uns der Bassist wegen „kreativer Differenzen“ und auch der Saxophonist hatte keine Lust mehr. Da waren es nur noch Tim und ich und das war dann der Moment als Klaus Blindle als Bassist zu uns stieß. Fertig war die Phil Wright Blues Band. Die Connections von Klaus und sein kaufmännisches Geschick haben uns, neben aller Musikalität,  dann echt genutzt. Den ersten Gig hatte ich noch selbst klar gemacht, aber durch Klaus sind wir dann viel rumgekommen, was auch finanziell nicht schlecht war. Da bin ich dem Klaus dankbar, dass er das irgendwann übernommen hat.

        Wie kam es zu dem Namen?

        PW: Phil Wright ist einfach entstanden, weil er gut klingt und weil ich einen Nachnamen gesucht hat, der besser zu meinem Vornamen passt. Und da dachte ich an Leute wie Richard Wright von Pink Floyd oder Eugene Wright, der Bassist von Dave Brubeck. Und ich fand den Nachnamen einfach cool.

        Du studierst mittlerweile an der Musikhochschule. Ab wann war Dir klar, dass Musik auch beruflich Dein Leben bestimmen wird ?

        PW: Als ich abends nach meinem Praktikum bei einem Baustoffhändler nach Hause kam und gemerkt habe, dass ich gar keinen Bock mehr habe, die Gitarre in die Hand zu nehmen. Ich dachte mir, wenn ich nach so einem Arbeitstag keinen Bock mehr habe, Gitarre zu spielen, dann muss ich was ändern. Dann muss das Instrument mein Hauptding werden, denn bevor ich das vernachlässige, wegen irgendeines 08/15-Jobs, werde ich lieber Musiker.

        Und im Fokus dieses Musikers liegt aktuell ganz eindeutig die Band JungleTrack?

        PW: Ja, klar, und Tiavo. Aber Jungle Track war schon mein Hauptding, weil wir da eigenes Material spielen. Also wenn wir Cover spielen, dann um live unser Set zu füllen, wie jetzt zum Beispiel beim Stadtfest in Kusel. Aber im Grunde haben wir schon für eine Stunde Material an eigenen Songs.

        Stimmt, Du gehörst ja jetzt auch zu Tiavo?

        PW: Und nicht nur ich. Xaver, der Producer, den kannte ich durch eine Jazz Session, hat mich gefragt, ob ich ins Studio kommen will. Das hab‘ ich dann auch gemacht, muss aber gestehen, dass mir zu dem Zeitpunkt nicht wirklich der Stellenwert von Tiavo klar war. Ich hätte mir nicht denken können, dass die damals die Kufa ausverkauft hatten. Ich ging also zum ersten Treffen ins Studio, mir ein paar Sachen anhören und so. Hab‘ dann aber schon bei diesem ersten Treffen gleich Sachen eingespielt. Und dann kamen Stück für Stück der Tim dazu und später auch Gabriel, beide von JungleTrack dazu. Und ehe man sich versah, war meine komplette Band die Liveband von Tiavo.

        Apropos live, wie wichtig sind Deine Live-Auftritte für Dich?

        PW: Auf jeden Fall sehr, sehr wichtig. Also vom Geschäftlichen her ist natürlich Social Media und Studioarbeit auch wichtig. Ich war und bin auch immer noch der Meinung, werde es auch immer sein, dass ein guter Musiker sich daran zu erkennen ist, dass er live besser ist als im Studio. Und deswegen wird live für mich immer das Wichtigste bleiben, weil du kaum besseres Feedback bekommen wirst, als wenn du live vor ich weiß nicht wie viel Leuten spielst. Es muss sich live auf jeden Fall anders bzw. besser anhören als im Studio. Dadurch, dass man halt diese Atmosphäre hat und wenn man wirklich ein guter Musiker ist, wird sich das dann auch besser anhören.

        Alle Deine eigenen Projekte kommen aus dem Bereich Rock, bzw. Blues-Rock, mal mehr mal weniger progressiv. Wie kam es dann jetzt zusätzlich auch noch zur Hinwendung zum Jazz?

        PW: Irgendwo muss man ja musikalisch weitermachen. Also ich stell mir das wie so eine Weggabelung vor, wo ich mich entscheiden könnte, ob ich jetzt einen auf Prog-Metaller machen will, der viel fudelt, oder ob ich in die jazzige Richtung möchte. Durch Musiker wie Frank Zappa begann ich mich auch für Jazz-Fusion zu interessieren. Letztendlich wollte ich ja, dass mein musikalischer Werdegang nicht nach der Schule aufhört und damit ich das weiterhin so ausleben kann, wie ich das bisher gemacht habe, habe ich das Studium angefangen.

        Glaubst Du da man in Deinen anderen Konstellationen den Jazz-Einfluss raushören kann?

        PW: Es kommt drauf an, wie man es macht. Wenn man es so macht, wie ich das mache, dann ist es das ein und selbe Ding. Und wenn man es macht wie jemand, der sehr, sehr traditionell spielen will, dann ist es natürlich was anderes. Wahrscheinlich werde ich ein paar Kompositionen etwas traditioneller spielen, aber letztendlich, es ist ja alles Musik. Aber es wird schon noch was kommen, besonders ein Song, wo es mehr „jazzig“ ist. Dazu kann ich aber jetzt noch nicht mehr verraten.

        L!VE: Spielst Du da etwa auf das kommende JungleTrack-Album an. Wie weit seid ihr da?

        PW: Wir sind schon längst fertig. Das Album kommt auf jeden Fall dieses Jahr, wahrscheinlich sogar noch vor der Tiavo-Tour. Wir haben ja auch schon einzelne Tracks raus gebracht, allerdings ohne explizit darauf hinzuweisen, dass die vom Album sind, aber man wird es beim Release wieder erkennen. Das Ding ist, die vier Singles, die bis jetzt veröffentlicht sind, die sind alle in dem Album drin, aber die Albumversionen unterscheiden sich schon, beispielsweise ist hier oder da ein Solo länger.

        Das klingt doch spannend. Einstweilen besten Dank für Deine Zeit und viel Glück beim Führerschein.

        Phil Wright im Internet: @_phil_wright_  @_jungletrack_  @tiavo66  @phil_wright_blues_band

        Die nächsten Konzert-Termine mit Phil Wright:

        01.06. Phil Wright Blues Band – Jochems Kneipe, Riegelsberg

        08.06. JungleTrack – Stadtfest Kusel

        ab 04.09. Tiavo – Absolute Gewinner Tour

        Bauernopfer

        Hallo Mikrokosmonauten: Lasst Euch nichts gefallen!

        Neulich hatte ich eine heftige Kollision mit einer anderen Radfahrerin. Sie krachte frontal in mich rein. Zum Glück landete ich in der Wiese, während sie den weniger komfortablen Asphalt wählte. Und während ich wie in Zeitlupe durch die Luft flog, wurde mir wieder bewusst, dass ich ein Glückskind und Idiot zugleich bin. Ich wusste, dass ich halbwegs weich fallen würde, aber auch, dass ich weder Adressen tauschen noch auf Schmerzensgeld klagen würde. Ganz einfach, weil ich nicht clever genug bin. Oder sagen wir mal: In den entscheidenden Momenten meines Lebens einfach nicht zu meinen Gunsten entscheiden kann. Dieser Wesenszug ist bei mir offensichtlich nicht angelegt.

        Jetzt sitze ich hier mit blauen Flecken und geprelltem Arm und frage mich, ob ich eigentlich jemals richtig klug war, wenn es darum geht, mich zu wehren und für mein Recht einzustehen?

        Tatsächlich bin ich eher ziemlich naiv und leichtgläubig auf die Welt gekommen. Im Alltag bedeutet es, dass ich weiß, dazu prädestiniert zu sein, ständig Scheiße zu bauen, mich aber nicht dagegen wehren kann, oft den kürzeren zu ziehen. Ein ständiger Kreislauf. Bis vor kurzem ist es sogar noch vorgekommen, dass ich mich dafür bedankte, wenn man mich erniedrigt hat. Wäre ich eine Abwehrspielerin im Fußball – man würde mich wahrscheinlich ständig vom Platz nehmen!

        Widerstand zwecklos!

        Stellt euch vor, ich läge im Krankenhaus, bekäme versehentlich das falsche Medikament und man würde mir eröffnen, ich hätte jetzt nur noch 12 Stunden zu leben. Ich wäre noch so doof und würde antworten: „Ach, macht doch nix, sowas kann ja mal vorkommen!“.

        Ich stelle mir die Frage: Gibt es da draußen noch andere, außer Masochisten in SM-Studios, die liebend gerne die andere Wange hinhalten möchten, wenn man sie ungerecht behandelt? Oder einfacher gesagt: Die es schlichtweg versäumen, für sich einzustehen, wenn’s drauf ankommt?

        Warum gehen wir mit uns selbst am schlechtesten um?

        Das schlimme ist, dass ich ja gar nicht so sein will. Und so krass ist es ja auch nicht. Ich kann mich durchaus zur Wehr setzen. Ich führe liebend gerne hitzige Diskussionen, teile gerne aus, und ich kann wüten und toben wie keine andere. Aber kommt etwas unverhofft und knallt voll rein, werde ich plötzlich ganz klein mit Hut und gehe mit fast allem konform: „Frau Hartmann, sind Sie mit der Guillotine einverstanden?“ „Oh natürlich. Wie nett, dass Sie fragen.“

        Dabei hat fehlende Cleverness offensichtlich nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun. Bei meinen Recherchen bin ich sogar auf recht beruhigende Nachrichten gestoßen, die mir weismachen wollen, dass ich sogar schlauer bin als der Durchschnitt. Bestätigen würden mir das meine Freunde jedoch nicht. Wie es sich für mich gehört, lache ich also mal wieder schallend über mich selbst, frage mich aber gleichzeitig:

        „Lasse ich mir zu viel gefallen?“

        Offensichtlich schon.

        Aber dann passiert es plötzlich und unvermittelt, dass ich mit allem was ich habe, zurückschlage. Auf einer weiteren Radtour, einige Tage später, wurde ich von einem betrunkenen, rundlichen, rotwangigen Jugendlichen mit nur einem Schuh angepöbelt, ich solle doch gefälligst nicht so laut Radfahren. Was für eine völlig doofe Äußerung seinerseits. „Der sucht wohl Stress!“, dachte ich mir und stieg unverzüglich in die Eisen. „Was hast du gerade gesagt?“ schnaubte ich, woraufhin er in einem hochfrequentierten Kreischton erwiderte: „Was?“ und ich daraufhin in einem noch ohrenbetäubenderen „Waaas?“ antwortete. Wahrscheinlich würden wir uns noch heute mit „Was-Tiraden“ bombardieren, wenn ich nicht plötzlich rausgehauen hätte: „Ich komm dir Pupsgesicht gleich mal rüber!“ Mittlerweile waren sogar Leute auf die sinnbefreite Grölerei aufmerksam geworden, aber davon ließ ich mich nicht einschüchtern. Pupsgesicht jedenfalls war es, der sich nun protzend auf der sich neben ihm befindlichen Parkbank niederließ. Sollte es das etwa schon gewesen sein? Ich kam schließlich gerade erst in Fahrt. Und dann wurde mir bewusst: Er hatte schlichtweg nicht damit gerechnet, dass jemand wie ich ihm Paroli bieten könnte.

        Warum treffe ich eigentlich immer wieder auf Günther Jauch?

        Und immer, wenn ich gerade mal wieder mit mir hadere und ich etwas über mich herauszufinden versuche, treffe ich auf Herrn Jauch. Als ich ihn das erste Mal traf – es war eine seiner Wein-Präsentationen- befand ich mich gerade in einer Liebeskrise und es war sein Rebensaft, der mir an jenem Tag Klarheit verschaffte. Das zweite Mal plagten mich Existenzängste und ich wusste an diesem Punkt meines Lebens nicht, in welche Richtung ich mich beruflich entwickeln könnte. Tja, und beim neuesten Zusammentreffen wollte ich einfach nur wissen, wie es sich anfühlt, ich selbst zu sein. Wahrscheinlich ist es ihm nicht bewusst, aber ein Besuch in seinem Studio bedeutet für mich auch immer eine Art Katharsis. Meist besinne ich mich dann drauf, was ich eigentlich am besten kann, nämlich vor einer Kamera stehen und mich selbst nicht so ernst nehmen.

        Zeitgleich konnte ich übrigens meinen Kolumnendieb Adrian unverhofft auf den Stuhl bei „Wer wird Millionär“ katapultieren, was eine kleine Racheaktion meinerseits war. Über ein Jahr hatte er mich wegen meines damaligen Auftritts auf dem Ratethron denunziert und darüber gescherzt, dass ich nicht mal die Flagge meines eigenen Landes kenne. Und so kommt es nun, dass ich zwar als Abwehrspielerin nutzlos wäre, aber als kläffender Terrier durchaus Talent habe. Denn bellen kann ich zuweilen ziemlich laut, besonders dann, wenn ich mir nahestehende Menschen eins auswischen möchte.  

        Am Ende ist es doch so: Ich werde in den entscheidenden Momenten immer wieder verzagen. Ich glaube sogar, die Fahrradfahrerin von neulich feiert es immer noch, dass ich mich nach dem Crash kurz schüttelte und dann einfach einen schönen Tag wünschte und weiterfuhr. Aber egal, Günther Jauch versteht mich. Er weiß meine wahren Talente zu schätzen. Ganz bestimmt!

        Und einfach so bleibe ich zwar ein Bauernopfer, aber ein ziemlich bissiges!

        Clubzone Juni 2024

        Eigentlich sollten hier diesen Monat die Berichte über die ersten tollen Freiluft-Feiereien stehen. Aber der Klimawandel lässt dieses Jahr ein wenig zu wünschen übrig oder der liebe Wettergott hat uns durch diese Rechnung vorläufig noch einen Strich gemacht, zumindest bei den meisten Partys. Dafür gab es aber das ein oder andere Highlight an eher ungewohnter Stelle wie beispielsweise einer Flugzeughalle auf dem Ensheimer Flugplatz, wo die Band der Stunde MEUTE mit satten Clubsounds beeindruckten – und das als Blaskapelle! Das war schon eine wahre Pracht mitanzusehen, wie Tausende Saarländer mit den Händen in der Luft abgehen können, auch wenn der Bass aus Tuba und Susaphon kommt. Da wurde der Hangar zum Club, auch wenn das Konzert vielleicht ein bisschen früh, weil es draußen ja noch hell war. Auf jeden Fall ein riesengroßer Spaß, der so in der Innenstadt in den etablierten Locations nicht immer erreicht wurde. Mag auch daran gelegen haben, dass die Wassermassen Mitte Mai dem ein oder anderen nachhaltig den Spaß verdorben hatten. Zum Glück hielten sich die Schäden zumindest in den Innenstädten in Grenzen, so dass sich mittlerweile die üblich verdächtigen, sommerlichen Locations von THONET und ANNA in der neuen Fußgängerzone  oder dem Innenhof des ZAPATA bis zur Fensterbank des JULES VERNE vehement zurückgemeldet, nur dass dann wie gesagt leider das Wetter nicht mehr so wirklich doll war.  Aber genug gejammert und auf ins dann doch eine oder andere Art irgendwie feuchtfröhliche Nachtleben …

        Das SILO und das ganze Geländeum den Osthafen entwickelt sich weiter einfach prächtig. Tatsächlich wird hier in schöner Regelmäßigkeit derart nachhaltig gefeiert, wie kaum an einem zweiten Ort in Saarbrücken. Sobald das Wetter dies zulässt natürlich auch draußen. Aber gleich ob Open Air oder im ehemaligen Puff, hier weiß man wie feiern geht gleich ob der FEIERTAGSRABATZ, GROOVE TORNADO oder der Club des FESTIVAL PERSPECTIVES, ein Abstecher ins Ostviertel hat sich auch im Mai eigentlich immer gelohnt. Eins ist klar: hier hat sich eine wunderbare und vorallem entschleunigte Alternative zu Nauwieser Viertel, St. Johanner Markt und Mainzer Straße etabliert. Wer also eine mitreißende Startrampe in eine rauschende Ballnacht sucht, ist hier garantiert richtig. Da spielte es dann tatsächlich auch in den letzten Wochen keine Rolle, was für eine Party angesagt war, denn bei Lichte betrachtet hat hier wirklich alles seine ganz eigene Klasse und alle Zweifler sind herzlich eingeladen, es doch einfach mal selbst auszuprobieren. Daran ändert sich auch jetzt im Jui nichts ändern. Also hingehen, mitfeiern!

        Die zweite Location, die für massive Feierei sorgte, war ebenfalls wenig überraschend der EGO Club Saarbrücken. Gleich zum Monatsanfang die LEVEL Party war wieder Eskalation mit Ansage. Kaum hatten sich dann die Türen geöffnet nahm eine Nacht ihren Lauf die zu Recht in die Annalen des Partytempels eingehen dürfte – und das heißt hier schon Einiges. Denn auch mit dem EGO SATURDAY und der LA FAVELA und dem PINK FRIDAY Ende des Monats gingen noch weitere Partymonster an den Start. Alles das ist nicht nur Beleg für herausragende Partynächte, sondern insbesondere auch dafür, dass es gelungen ist, den Traditionsclub weiterhin mit Schmackes im 21. Jahrhundert zu feiern.

        Auch den Machern des SEVEN ist es wieder mal eindrucksvoll gelungen zu punkten. Gleich richtig fett hat der Mai hier mit der abgefahrenen TANZ IN DEN MAI Party begonnen, wobei die Gäste mit einem ernuuten Umbau überrascht wurden, der sich wirklich mehr als sehen lassen konnte. Das superpositive Feedback der Gästemassen war nur Bestätigung, dass hier geklotzt und nicht gekleckert wurde. Nur eine Woche später wurde mit CREMA LATINA massiv nachgelegt und das Ganze wurde zu einem unglaublichen Debut, das jedes Frauen Herz höher schlagen ließ. Weiter ging es mit PRADA, einem Mädelsabend der extra Klasse. Für die korrekte Musik sorgte DJane Lydia Tsoga aus London, die ansonsten international am Start ist. Mit der grandiosen FAVORITES, der Nacht die besten Hits aus jedem Genre, ging der Monat zu Ende. Einfach legendär was da abging! es fällt wirklich schwer diese kontinuierliche Eskalation von Monat zu Monat in ihrer Besonderheit zu beschreiben. Wir appellieren an das gesamte Partyvolk vorbei zu kommen und selbst zu erleben, welche unfassbare Stimmung hier herrscht...

           Jubel, Trubel, Heiterkeit ist im APARTMENT auf jeden Fall immer angesagt. Das absolute Erfolgskonzept machte den Club an der Ecke Dudweiler- und Bahnhofstraße auch in den letzten Wochen zur amtlichen Partyarena. Soweit nichts Neues, aber trotzdem haben es die Clubmacher geschafft noch einen drauf zu setzen. Eines der Highlights im APARTMENT war jedoch ganz klar wieder die 2090 DAS BESTE DER 90er UND 2000er und die war genau dass, was der Name der Veranstaltung verrät. Die Party ging so ab, dass man zeitweilig das Gefühl hatte, man wäre in einer Zeitmaschine. Da konnte es schon mal passieren, dass nicht mehr getanzt, sondern nur noch gesprungen wurde, beim Drop einige Liter Getränk durch die Luft flogen. Ganz ähnliche Zustände wurden auch bei der CLUB LATINO erreicht, nach wie vor eine Latin-Party der Ausnahmeklasse, was ja auch anders kaum vorzustellen war, denn immerhin kommt DJ Thomas ja genau von da. Wenn also einer wusste, wie das richtig geht, dann er! Den Abschluss machten dann die FLAWESS und die heimliche Königin der APARTMENT Nächte, die MEMORIES Party. Wo soll das nur noch hinführen? Aber APARTMENT Oberheld DJ Thomas hat ja schon ganz andere Projekte erfolgreich gestemmt.

        Richtig heiß, wenn auch nicht unter freiem Himmel, startete das LOOSE mit der POLSKA NOC gewohnt eskalativ in den Wonnemonat. Und schon tags drauf, gab’s einen weiteren Höhepunkt mit dem GIRLS CLUB. Die ultra abgefahrene Mädeslsause gab wieder so richtig Dauergas und es steht zu befürchten, die sind noch lange nicht fertig mit uns. Aber auch sonst gibt es von Woche zu Woche neue Specials, um die Abwechslung zu bieten, die das eskaltive Partyvolk benötigt. Auch an den restlichen Wochenenden wurde gefeiert als gäbe es kein Morgen mehr! Das ist zwar zur Gewohnheit geworden, aber längst keine Selbstverständlichkeit! Samstag für Samstag gab‘s nämlich neue Mottos, sodass für jeden Geschmack etwas dabei war. Von der CLASSIC Night über die 90er PARTY bis zur UKRAINE NIGHT war ein echt abgefahrener Partymix angesagt. Am besten, im Juni selbst anschauen und steil gehen. Wir versprechen garantiert nicht zu viel.

        Die mit Nachdruck und Riesenbegeisterung beim Publikum wiederbelebte KUFA ist mit der OLD SCHOOL VIBES in den Mai gestartet, einer Party bei der sich jeder wohl fühlt, auch wie sie nicht so oft stattfindet und die dadurch immer ein echtes Highlight bleibt. Das war natürlich auch die atemberaubende Monster-Live-Show von Nimo. Nicht nur die Gäste werden den Abend so schnell nicht vergessen, sondern auch Nimo selbst konnte hinterher kaum mit dem Schwärmen aufhören. Der Platinrapper performte sage und schreibe 60 Minuten und man hatte das Gefühl am liebsten wäre er gar nicht mehr von der Bühne gegangen. Die haben da halt alles richtig gemacht in der KUFA! Richtig fett geht’s dann auch im Juni weiter, wenn der legendäre HIP HOP SATURDAY sein heiß erwartetes Comeback zelebriert. Das wird echt Extraklasse!

        Na, wer war im Mai mit dabei, als bei der neuen SALTARE Party gleich Anfang Mai im STUDIO 30 der Gothic, Mittelalter und Metal Musik gehuldigt wurde? Bei der MIXTAPES Nacht wurde mit Gönz zu den Hits der 80er/90er/2000er getanzt wurde und bei den restlos ausverkauften Konzerten von Clowns und Hi! Spencer hat das STUDIO 30 seinem Namen als Konzert-Club alle Ehre gemacht hat. Wer das alles verpasst hat kann im Juni bei HERTZBLUT zu düsteren EBM-Klängen, sentimentalem Synthie-Po, treibendem Techno und knirschenden Industrial-Sounds feiern. Alles in allem, war das wieder ein Spitzenmonat in der Mainzer Straße 30!

        Und ganz zum Schluss wollen wir mal nicht vergessen, dass das Nachtleben - egal ob in Saarlouis, Merzig, St Ingbert, Saarbrücken oder sonstwo - nicht nur von den Locations lebt, sondern in allererster Linie von den Persönlichkeiten. Eine ganz besondere Persönlichkeit wurde in den letzten Wochen immer populärer, sein Instagram-Account verzeichnet mittlerweile Zugriffe im siebenstelligen Bereich und er ist längst sowas wie ein bunterHund – und irgendwie sieht er auch so ähnlich aus. Die Rede ist natürlich von keinem anderen als von Popeye, dem Saarbrücker Original der irgendwo zwischen Staden, dem Edeka in der Mainzer Straße und dem Silodom im Osthafen zu Hause ist (wenn er nicht gerdae in Kuba verhaftet wird). Er ist ein Musterbeispiel für jene Gesichter und Gestalten, die auch das Saarbrücker Nachtleben zu etwas Besonderem machen und auszeichnen. Deshalb einfach so an dieser Stelle: vielen Dank, dass es dich gibt Popeye! Mach‘ weiter so …

        In diesem Sinne, take care!

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