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Programm für mehr Bildungsgerechtigkeit – 55 Startchancen-Schulen im Saarland

BILDRECHTE: Holger Kiefer

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Bildungsministerin des Saarlandes, Christine
Streichert-Clivot, hat im Mai weitere Details zum Startchancenprogramm bekanntgegeben. Insgesamt
können 55 Schulen, darunter 28 Grundschulen, sechs Förderschulen, 16 Gemeinschaftsschulen und
fünf berufliche Schulen die Vorgaben des Bundes anhand der im Saarland angelegten Kriterien
Startchancen-Schulen werden. Mit dem Geld können sie in eine zeitgemäße und förderliche
Lernumgebung investieren, bekommen ein so genanntes Chancenbudget für bedarfsgerechte
Lösungen zur Schul- und Unterrichtsentwicklung und können ihre multiprofessionellen Teams
ausbauen. Ziel des Programms ist es, Schüler und Schülerinnen in herausfordernden Lagen
zielgenau zu unterstützen, ihre Basiskompetenzen zu stärken und ihre sozial-emotionale Entwicklung
zu fördern.

Ministerin Streichert-Clivot führt aus: „Noch immer gibt es in Deutschland einen großen
Zusammenhang zwischen der Herkunft eines Kindes, den finanziellen Möglichkeiten der Eltern und
dem späteren Bildungserfolg. Diese Ungleichheit wird nicht in der Schule erzeugt, sondern dort
lediglich reproduziert. Genau hier setzt das Startchancenprogramm an. Gute Bildung entsteht, wenn
sich Schule an den Bedürfnissen der Schulgemeinschaft ausrichtet. Und so wirkt das
Startchancenprogramm auf mehreren Ebenen gleichzeitig – es fördert die Schülerinnen und Schüler,
die Schulen selbst und das Bildungssystem insgesamt.“

Im Saarland erfolgt die Auswahl der Schulen ausschließlich anhand der Benachteiligungsdimensionen
Armut und Migration. Alle Startchancen-Schulen sollen in den nächsten zehn Jahren über drei
Programmsäulen gezielt unterstützt werden. Dabei knüpft das Startchancenprogramm in allen Säulen
an bereits bestehende Programme an:

In der ersten Säule finanziert der Bund 70 Prozent, Land und Kommunen sollen sich die restlichen 30
Prozent teilen. Um die Kommunen hier zu entlasten, übernimmt das Saarland den
Kofinanzierungsanteil in Gänze. Förderfähig sind Maßnahmen, die eine klimagerechte, barrierefreie,
zeitgemäße, qualitätsvolle und förderliche Lernumgebung an den Startchancen-Schulen schaffen.
Säule II ist das pädagogische Herzstück des Startchancenprogramms. Über sie wird den Schulen ein
schuleigenes und frei verfügbares Chancenbudget vom Bund in Höhe von 3,5 Millionen Euro jährlich
für die Schul- und Unterrichtsentwicklung zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig soll es den Schulen
überlassen werden, selbst zu entscheiden, wie dieses Ziel erreicht werden soll.

Startchancen-Schulen erhalten in der dritten Säule ebenfalls Bundesmittel in Höhe von rund 3,5
Millionen. Ziel: Die Förderung eines ganzheitlichen Bildungserfolgs und einer positiven
Lernumgebung. Das können zum Beispiel die Stärkung und Ausweitung der multiprofessionellen
Teams sein, mit Sozialarbeiter, Fachkräften für Schulabsentismus, Psychologen, Erzieher,
Sprachmittler aber auch mit Fachkräfte zur administrativen Unterstützung der Schulen.
Die Schulleitungen der ausgewählten Startchancen-Schulen sind Mitte Mai über ihre
Teilnahmevoraussetzungen informiert worden. In einem nächsten Schritt muss nun die Zustimmung
der Schulträger und Beschlüsse der Schulkonferenzen bis Ende des Monats erfolgen. Diese gute
Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern beim Startchancenprogramm wünscht sich KMK-
Präsidentin Christine Streichert-Clivot auch für die Fortführung beim Digitalpakt 2.0: „So wie der
sozioökonomische Hintergrund der Familie nicht ausschlaggebend sein darf für den Bildungserfolg
eines Kindes, so darf auch nicht die Qualität der digitalen Bildung einer ganzen Generation davon
abhängen, ob sich das Bundesland diese digitale Bildung auch leisten kann.“

Alle Infos und eine vollständige Liste der Startchancen-Schulen auf www.bildung.saarland.de,
www.facebook.com/MBKSaarland und Instagram: @kultusministerium_saarland.

(BILDRECHTE: Holger Kiefer)

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