• Termine, News und Wissenswertes aus Saarbrücken, dem Saarland und der Welt:

Der Krippenbauplan

Mit den Vorbereitungen für ein stimmungsvolles Weihnachtsfest kann man nicht früh genug beginnen. Im Falle der Saarbrücker Tierärztin für Verhaltenstherapie Esther Würtz reichen die entsprechenden Maßnahmen bis ins Jahr 1981 zurück, denn aus dem Oktober diesen Jahres stammt ihr Lieblingsding: ein handgemalter Bauplan für eine Weihnachtskrippe. Gerade neun Jahre war sie alt als sie zu Papier und Stift griff und sich Gedanken machte, was man für den Bau einer solchen Krippe braucht und wie sie in etwa aussehen soll. „Dank der sachkundigen Anleitung meines Vaters ist am Ende eine wunderschöne Weihnachtskrippe mit Strohdach, Zaun, Wiege, einem selbst getöpferten Jesuskind und einem Bäumchen entstanden. Ein kleines Lämpchen brachte alles stimmungsvoll zum Leuchten. Am besten finde ich aber nach wie vor die Angabe „mindestens 100 Nägel“. Auch nach 41 Jahren sind Plan und Krippe noch immer in meinem Besitz. Sie hat über die Jahre sichtlich Federn, äh Stroh gelassen, doch wie jedes Jahr überlege ich, ob ich sie nicht für das kommende Weihnachtsfest noch einmal ordentlich herrichten soll. Krippe und Bauplan zaubern mir jedes Mal, wenn ich sie sehe, ein Lächeln ins Gesicht. Danke Papa für dieses tolle gemeinsame Projekt und die damit verbundenen Erinnerungen.“

Mein Lieblingsding: Der Plattenspieler

Die 21jährige Angelina Beaumont aus Saarbrücken ist eine ganz bemerkenswerte junge Frau. Das liegt noch nicht mal an ihrem unbestreitbar attraktiven Äußeren oder ihrem nachahmenswerten beruflichen Werdegang, denn zurzeit absolviert sie noch einen Bundesfreiwilligendienst und studiert ab Oktober soziale Arbeit. Vielmehr beweist sie vor allem auch mit ihrem Lieblingsding besonderen Geschmack und Stilsicherheit. Sie hat sich nämlich schon vor sechs Jahren einen klassischen Plattenspieler zugelegt und ihn ins Herz geschlossen. „Ich schätze an meinem Schallplattenspieler, dass er mir in einer Zeit, in der alles immer ganz selbstverständlich sofort zu haben ist, Musik zu etwas Besonderem macht. Spotify und Co. sind immer abrufbar, können aber nicht den „echten“ Klang einer Schallplatte wiedergeben. Deswegen habe ich ihn und auch die Schallplatten, die ich mir in der Zeit zugelegt habe, gelernt wert zu schätzen.“ Und von der Redaktion gab’s noch einen Extrapunkt für das aufgelegte Beatles-Vinyl – Daumen hoch!

Mein Lieblingsding: Die Retro-Trommel

Elmar Federkeil ist mit Sicherheit einer der umtriebigsten Musiker im Saarland und darüber hinaus. Auf zahllosen Konzerten, Events und Partys gibt der Schlagzeuger den richtigen Takt vor und auch als Bandleader verschiedenster Formationen überzeugt sein mitreißendes Rhythmusgefühl. Da überrascht es wenig bis gar nicht, dass sein Lieblingsding im Zentrum dieser Mischung aus Leidenschaft und Beruf steht: ein ungemein kultiges Schlagzeug aus einer anderen Zeit. Wie, wann und warum er dazu kam erklärt er selbst am besten: „Schon als Jugendlicher in den 80er Jahren, hatte ich den Traum, irgendwann mal ein „Sonor Rosewood“ Schlagzeug zu spielen. Der Sound ist magisch, druckvoll und warm zugleich, das Outfit bis heute einzigartig und der Transport „sack schwer“. Als ein Freund vor gut fünf Jahren dann dieses Ding zum Verkauf anbot, musste ich es haben und jedes Mal, wenn ich mein „Roosewood“ spiele, ist es ein echtes Glücksgefühl. Da ich als Profimusiker das sehr oft tue, schmerzt der Transport nicht mehr, sondern der Sound überwiegt alles. I love my job!“

Mein Lieblingsding: Das Vintage-Bike

Zwei Sachen besitzt der Exil-Saarbrücker Patrik Schwindt, die er niemals verkaufen würde. Das ist neben einer Metallplastik des Saarbrücker Künstlers Horst Erlenbach, die wir gerne bei anderer Gelegenheit vorstellen, vor allem sein Fahrrad. Ein wunderschönes Bianchi Via Brera aus den Sechzigern. Gekauft hat er es das Vintage-Bike vor gut 15 Jahren im Radhaus am Rathaus und seitdem von Grund auf restauriert und traumhaft aufgehübscht. „Ich hab‘ wirklich alles komplett auseinandergebaut bis auf den blanken Rahmen und dann angefangen mir mühsam die einzelnen Teile möglichst original im Internet oder auf Trödelmärkten zusammenzusuchen. Insbesondere die flaschengrünen Kabel- und Bremszüge waren eine echte Herausforderung, aber auch die alten Aufkleber sind nicht eben einfach zu finden gewesen. Es war mir aber sehr wichtig, wo immer möglich nur Originalteile zu verbauen.“ Dass er zurecht mehr als stolz auf seinen fahrbaren Untersatz ist, kann man auf diesem Foto unschwer erkennen, das ihn gemeinsam mit seinem Lieblingsding am krachneuen Humboldt-Forum in Berlin zeigt.

Mein Lieblingsding: Das Skelett

Die 27jährige Christina Gros ist von Haus aus gelernte Physiotherapeutin und beendet demnächst noch eine Ausbildung zur Osteopatin. Die gebürtige Homburgerin teilt ihr Leben mit gleich zwei Lieblingen, wobei die Nummer Eins dabei ganz klar ihr Freund Florian ist, denn der ist aus Fleisch und Blut. Im Gegensatz dazu ist ihr Lieblings-Ding nur aus Kunstsoff, zum Glück, denn es handelt sich um ein ausgewachsenes Skelett in Originalgröße. Der knochige Geselle, der klaglos auf immer wechselnde Namen hört, hat seinen Weg in ihrem Haushalt berufsbedingt gefunden, denn er diente während der Ausbildung als Anschauungsexemplar beim Lernen. Mittlerweile hat er aber auch andere Anwendungsgebiete erobert, wie zum Beispiel Halloween-Partys, bei denen er gerne seinen dekorativen Beitrag leistet. Kennenlernen können Saarbrücker den wortkargen Zeitgenossen allerdings erst nächstes Jahr, wenn sich Christina selbstständig macht – und dabei darf er natürlich nicht fehlen.

Press Play!

In vielen Wohnzimmern wurden die Bildschirme eingeschaltet, der Video-Konferenz beigetreten und die Musik der Lieblingsband aufgedreht. Zurecht. Denn seit Beginn der innovativen Konzertreihe „Press Play – Livestream Konzerte!“ standen schon Acts wie Silvester, Rezet, Odeville und Lùisa auf der Livestream-Bühne. Die hochwertig produzierten Streams bieten nicht nur einem weltweiten Publikum eine Möglichkeit, endlich wieder Live-Konzerte zu erleben, sondern auch den Künstlern eine Auftrittsmöglichkeit.  Erweitert wird die Press Play Reihe mit drei neuen Konzerten: Pabst (Indie, Garagerock, Stoner Rock & Noise Pop) am 18.04., Mayberg & Herr D.K. (Liedermacher) am 09.05. und den krönenden Abschluss übernimmt die Hamburger Indie/Dreampop-Band Scotch & Water am 16.05. Guckst du: subsounds.com

Mein Lieblingsding: Melfor -Das Essigwürzmittel

Der saarländischen Lebensart kann sich keiner entziehen, was besonders für die schmackhaften Finessen des leckersten Bundeslandes der Welt gilt. Über kurz oder lang kriegen wir euch alle. Das gilt auch für den Exil-Bayern Ulrich Niederer, der allerdings schon seit fast 30 Jahren seinen Lebensmittelpunkt im schönen Bliesgau hat und dort längst seinem kulinarischen Lieblingsding erlegen ist: Melfor. Das „Essigwürzmittel“ wie es offiziell heißt ist zudem noch viel typischer für das Saarland als das schweizerische Maggi, denn das in St. Ingbert produzierte Melfor ist außerhalb der Landesgrenzen praktisch unbekannt und schlichtweg nicht erhältlich. „Als ich 1990 zum Studium ins Saarland kam, war ich recht schnell angetan von der Qualität der lokalen Küche, die eben nicht nur der Nähe zu Frankreich geschuldet schien, sondern durchaus ganz eigene Glanzlichter zu bieten hatte. Dazu gehört ohne jeden Zweifel für mich Melfor, das ich auf dem Höhepunkt das Balsamico-Wahns vor gut 20 Jahren entdeckte. Ich beschäftige mich damals ein bisschen intensiver mit Essig und wurde durch Freunde auf dieses ursaarländische Produkt aufmerksam gemacht. Als ich dann meine erste Flasche aus dem Regal im Supermarkt holte und las „verfeinert mit Bienenhonig und Kräutern“ war die Erwartungshaltung natürlich sehr hoch – und ich wurde nicht enttäuscht! Dafür lasse ich seitdem jeden gehypten Mode-Essig stehen und greife immer wieder zu meinem Melfor!“