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Titelstory

Wenn plötzlich alles anders ist …

Die Diagnose „Krebs“ verändert den Alltag. Ängste und Unsicherheiten belasten die Betroffenen und ihr Umfeld. Angehörige fühlen sich überfordert, Freunde und Bekannte sind verunsichert. Gegen Krebs braucht es Medizin, aber auch einfühlsamen Rat, Informationen und so viel Unterstützung wie möglich.

Allein im Saarland erkranken jährlich rund 8.500 Menschen erstmalig an Krebs, insgesamt betroffen sind über 50.000 Saarländerinnen und Saarländer. Die Saarländische Krebgesellschaft e.V., gegründet im Jahre 1958, ist seit über 60 Jahren für das Wohl dieser Menschen im Saarland tätig und steht Betroffenen und Angehörigen zur Seite. Die Betroffenen im Saarland finden Hilfe in den acht ambulanten Krebsberatungsstellen der Saarländischen Krebsgesellschaft. Sie bieten psychoonkologische und psychosoziale Unterstützung für Krebskranke und Ihre Angehörigen.

Die Berater unterstützen vor, während und nach der stationären Behandlung, bei belastenden Therapien, beim Ausfüllen von Formularen sowie bei der Beantragung von Leistungen. Geboten werden Gespräche zum Umgang mit körperlichen und seelischen Belastungen, z. B. Ängsten, zur Neuorientierung, zu Auswirkungen auf Ehe, Partnerschaft, Familie und Bekanntenkreis, aber auch zu Veränderung und Folgen der Erkrankung. Vermittelt wird an weiterführende Hilfsangebote, wie Integrationsfachdienste, Selbsthilfegruppen oder Hospizdienste etc. Einen wichtigen Stellenwert haben auch Informationen über Anschlussbehandlungen und Nachsorgekuren, Schwerbehindertenausweise, Krankschreibung und oder Berentung, berufliche Umschulungs- und Eingliederungsmaßnahmen, finanzielle Hilfsmöglichkeiten in Notlagen, Sozialgeld, Pflegegeld, Krankenkassenleistungen sowie häusliche Pflege und Ernährung.

Die Organisation kümmert sich inzwischen flächendeckend im ganzen Saarland um Menschen mit Krebs und ihre Familien. Das Netz an Beratungsstellen wird ständig weiter ausgebaut, so dass qualifiziertes Fachpersonal ortsnah in allen Regionen des Saarlandes zur Verfügung steht. Aktuell gibt es Beratungsstellen in Saarbrücken, Homburg, Lebach, Saarlouis, Neunkirchen und ganz neu auch in St. Ingbert. Alle Angebote sind für die Ratsuchenden kostenfrei. Die Beratung geschieht qualitätsgesichert durch Fachkräfte mit zusätzlicher psychoonkologischer Qualifikation. Alle Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht.

Über die Einzelberatungen hinaus bietet die Saarländische Krebsgesellschaft ein vielfältiges Kurs- und Veranstaltungsprogramm für Betroffen und Angehörige. Denn Experten sind sich einig, dass Betroffene in fast jeder Krankheitssituation davon profitieren, aktiv zu sein oder sich sportlich oder auch kreativ zu betätigen. Eine weitere Säule der Arbeit des gemeinnützigen Vereins ist die Aufklärung und Krebsvorsorge. Mit regelmäßigen Informationsveranstaltungen, Vorträgen, Infoständen bei öffentlichen Events sowie dem Kinder-Sonnenschutzprojekt „SunPass“ leistet die Saarländische Krebsgesellschaft e.V. hier einen wichtigen Beitrag. Die Geschäftsführerin der Saarländischen Krebsgesellschaft Sabine Rubai, erklärt: „Die Beratung bei uns läuft ganz unkompliziert und unbürokratisch ab, Termine können auch kurzfristig vereinbart werden. In unseren Räumen herrscht eine gemütliche, familiäre Atmosphäre. Denn genau das ist es, was Menschen und dieser Situation brauchen und was unsere Patientinnen und Patienten hier so sehr schätzen. Wir geben Halt. Bei uns ist Raum zum Reden, zum Lachen und auch zum Weinen. Und es tut oft einfach unglaublich gut, das mit jemandem tun zu können, der nicht selbst in der schlimmen Situation mit drinsteckt. Uns erreichen fast täglich liebe und rührende Rückmeldungen von Menschen, die wir begleiten dürfen. Es ist schön zu sehen, dass wir schwere Wege ein Stück leichter machen können.“

Projekt Regenbogen

Neben vielen anderen Angeboten, Kursen und Veranstaltungen liegt ein besonderer Focus auch auf dem „Projekt Regenbogen“. Wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt, leiden die Kinder mit. Ihr Kummer äußert sich jedoch anders als bei Erwachsenen. Kleinere Kinder können ihre Sorgen und Ängste meist noch nicht in Worte fassen. Und auch Jugendlichen fallt es manchmal schwer, ihre Gefühle auszudrücken. Es ist deshalb wichtig, Kinder krebskranker Eltern gezielt zu unterstützen. Mit dem Projekt „Regenbogen“ bietet die Saarländische Krebsgesellschaft e.V. ein spezielles Programm für Kinder krebskranker Eltern. Dabei erhalten die Eltern in Einzelberatungen viele hilfreiche Tipps, wie sie altersgerecht mit ihren Kindern über die Erkrankung sprechen können. Außerdem spielen auch ganz praktische Themen wie Fragen zu Kinderbetreuung, Haushaltshilfe oder Reha-Maßnahmen eine große Rolle. Kinder und Jugendliche können in „ihrer“ Sprechstunde ganz offen mit einem Psychoonkologen über aufkommende Fragen, Sorgen, Probleme und Ängste zu sprechen. Wichtig ist hierbei insbesondere ein kindgerechter Kommunikationsstil und Einsatz altersadäquater Materialien. Außerdem gibt es erlebnispädagogischen Gruppenangebote und Ausflüge, die das Ziel haben, den Familien unbeschwerte Zeit und positive Erlebnisse zu ermöglichen. Kinder und Eltern können gemeinsam etwas Schönes erleben, den Sorgen entfliehen und einfach mal abschalten. Dabei sehen die Familien auch, dass sie nicht alleine sind. So können Sie gestärkt in ihren Alltag zurückkehren. Ein positiver Nebeneffekt ist zudem, dass die Eltern in ungezwungener Atmosphäre leicht in Austausch kommen und sich über den Umgang mit ihren Kindern und der Krankheit unterhalten können. Alle Angebote und Aktivitäten im Rahmen des Projekts Regenbogen für die Familien sind kostenfrei und werden von Psychoonkologen begleitet. Sabine Rubai denkt gern an die gemeinsamen Ausflüge mit betroffenen Familien: „Die strahlenden Kinderaugen und glücklichen Eltern sind der beste Beweis, dass wir mit dem Projekt Regenbogen den richtigen Schritt getan haben“, erzählt sie. „Wir schenken gemeinsame Zeit, Erlebnisse und schöne Erinnerungen, aus denen alle wieder Kraft schöpfen können.“ „Es ist einfach Segen für uns“ lautete beispielsweise eine Nachricht, die Sabine Rubai nach einem Tag auf dem Bauernhof per WhatsApp erhielt „Ich wollte euch nur sagen, dass es ganz, ganz toll war. Er hat super gutgetan, es war seit sehr langer Zeit ein richtig guter Tag mit kaum Schmerzen und schöner Gesellschaft. Danke für den schönen Tag!“

Unterstützung aus dem Saarland für das Saarland

Alle Angebote der Saarländischen Krebsgesellschaft e.V. sind kostenfrei, die Projekte finanzieren sich über Spenden und freiwillige Zuschüsse. Um Betroffenen und Angehörigen weiterhin auf vielfältige Art und Weise zur Seite stehen zu können, benötigen der gemeinnützige Verein Spenden und Unterstützung: aus dem Saarland für das Saarland. Sabine Rubai ergänzt: „Uns ist es ein großes Anliegen, unsere Arbeit bekannter zu machen, so dass jeder, der der Diagnose Krebs gegenübersteht oder jemanden kennt der davon betroffen ist, weiß, dass es bei uns Hilfe und Begleitung in dieser schweren Zeit gibt. Neben finanzieller Unterstützung sind wir daher auch sehr dankbar für jegliche Art der Öffentlichkeitsarbeit und freuen uns über jede Kontaktaufnahme und kreative Ideen.“

Infos und Kontakt für Betroffene: Saarländische Krebsgesellschaft e.V., Tel: 0681-30988-100, info@krebsgesellschaft-saar.de, www.krebsgesellschaft-saar.de, Spendenkonto: Saarländische Krebsgesellschaft e.V., IBAN: DE 8959 2510 2001 2011 6801

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