Obacht, Vorsicht, aufgepasst, ein heißer Herbst im Anmarsch! Das Saarbrücker Nachtleben erreichte in den letzten Wochen ein save rekordverdächtiges Feierlevel. Tatsächlich ging mit dem Oktober und dem jetzt begonnenen letzten Quartal dieses Jahres das nächtliche Unwesen mit extra Schwung in die letzte Runde. Das liegt neben der bekannt mitreißenden saarländischen Frohnatur vor allem daran, dass die Zahl der Feiermöglichkeiten mehr und mehr ansteigt. Damit sind nicht nur lupenreine Clubs gemeint, wie der mit viel Vorschusslorbeeren an den Start gegangene M – CLUB in den Räumen des ehemaligen EGO, sondern vermehrt auch gänzlich neue Partykonzepte, wie die Ü65 Party im SEKTOR HEIMAT oder die Daytime Disco NO LOVE LOST im BLAU. Aber ruhig Blut, wir schauen uns das jetzt alles der Reihe nach an!
Zuerst galt es ein massives Jubiläum zu feiern. Die GARAGE ist seit 40 Jahren ein Stückweit ein echtes Unikum im saarländischen Nachtleben. Unbeeinflusst vom ganzen Tohuwabohu von anderen Clubs im Bestreben ständig den Zeitgeist zu überholen, wird hier ganz entspannt Geschichte geschrieben. Und natürlich wurde das Jubiläum Mitte Oktober gefeiert wie nix Gutes, wofür allein schon die Auswahl der DJs stand: Dave, Enzo und Fink lieferten die besten Garage-Classics und die größten Hits der letzten 40+ Jahre. Das gilt natürlich für zahllose, legendäre Konzerte, die hier über die Bühne gingen, aber eben auch für Ausnahme-Partykonzepte, die hier realisiert wurden, wie die WARMEN NÄCHTE in der NEON LIGHT EDITION, um nur ein Beispiel zu nennen. Exakt diese Feier ging mit DJ Direct aber im Oktober komplett durch die Decke. Dieser exzellente Ruf wurde jetzt im Oktober mit grandiosen Feiereien wie der Doppelfeier zum Tag der Deutschen Einheit, der Ü40 PARTY und der BORN TO BE WILD Classic Rock Party übelst gepusht und auf ein neues Level gehoben. So geht Disco!
Ganz weit vorne waren auch im Oktober die Partys an den aktuellen Hot Spots der Landeshauptstadt, wie zum Beispiel dem für viele doch etwas überraschend an den Start gegangenen M CLUB in der Trierer Straße mit richtig viel zu sehen und zu feiern. Los gings gleich mit Vollgas und der ROSE Night und der NOTHING BUT A PARTY mit unglaublicher jeder Menge Special Effects. Was da jedes Mal an Aufwand betrieben wird, ist absolut sehenswert und verdient jeden Respekt. Auch bei der DIASPORA Nacht wurden praktisch ohne Unterlass wurden Co2-Jets, Konfettikanonen und Nebelmaschinen gezündet. Die ABIFINANZ NIGHT und die SEMESTER OPENING PARTY begeisterten an den folgenden Wochenenden mit Mixed Music, 90er bis heute Hits und den besten Beats von Hip-Hop / House / Deutsch-Rap / Charts, einfach alles wurde gespielt. Selbstredend waren auch wieder jede Menge Gogos am Start und der extracoolen Lounges waren wieder mal extrem begehrt! Den vorläufigen Abschluss bildete dann der ALL ACCESS mit tanzwütigem Mixed Music Hits.
Wie eingangs ja bereits angedroht, gab es eine Veranstaltung im Oktober, die aus dem Stand zur Sensation wurde. Der CLUB65 im SEKTOR HEIMAT am Osthafen hat bravorös gezeigt, wozu Senioren fähig sind, wenn sie denn einmal losgelassen sind, respektive ihnen eine entsprechende Gelegenheit geboten wird. Unter dem Motto „You’re never too old to rave“ wurde der wahrscheinlich profilierteste Club unseres Bundeslandes von einer ganz neuen Zielgruppe erobert – den 65- bis 99-Jährigen. Wo sonst zumeist elektronische Beats den Rhythmus der Nacht für ein „normales“, also junges Publikum, vorgeben, herrschte Mitte Oktober das stolz zu Haupte getragen Grau der Generation Babyboomer vor. Schon ab 17 Uhr versammelte sich die zu Hunderten im modernen Tanztempel und feierten nicht nur zu den Hits ihrer Jugend. Zugegeben, die exzellente Funktion One PA war bei der gebotenen Lautstärke chronisch unterfordert, aber dafür gab es immer wieder nach einzelnen Tracks Szenenapplaus. Das geriet zu einer derart schwungvollen und erfolgreichen Party, dass schon am nächsten Tag die Fortsetzung für den letzten Novembersamstag angekündigt werden konnte. An so viel Partypower dürfen sich die Generationen X bis Alpha gerne ein Beispiel nehmen, nur halt eben nicht hier, denn der Eintritt ist wieder Ü65 vorbehalten.
Weiter geht’s auf die nächste Tanzfläche im feierwütigsten Bundesland der Welt – und am besten gleich dahin, wo traditionell selten langweilig war, ins APARTMENT. Nebst viel Konfetti und (standesgemäß) total durchgeknallter Deko, trafen sich hier auch im Oktober altbekannte Apartment-Gänger und viele neugierige Frischlinge, denn hier hat Party-Eskalation eben eine lange Tradition und entsprechen kurzweilig die Partys im Kultclub im ersten Stock auch in den letzten Wochen. Highlights waren unter anderem die STURMFREI, die 1-2-POLIZEI und natürlich die ZUHAUSE Nächte die freitags an den Start gingen, während samstags mit MEMORIES, der CLUB LATIONO und MFLAWLESS insbesondere Mixed Music Konzepte die anwesende Feiermeute überzeugte.
Der SEVEN Saarbrücken startete den Monat Oktober mit einer neuen Ausgabe der BLACK OUT Party mit jeder Menge Afro, Dancehall, Reggaeton, Black und Latino. Auch bei der ONLY CHARTS und der CUBA LIBRE komplettierten jede Menge Specials Specials und viele Überraschungen die exzessive Partys. Aber der Feieramok ist im Birnengässchen ja nix Neues und so war natürlich auch der Ausnahmezustand bei der INTERLUDE schon fast selbstverständlich, den die SEVEN Stammgäste natürlich feierten als gäbe es kein Morgen. Es war ein legendärer Abend, der hoffentlich schon bald in seine nächste Runde geht. Leckerste Getränke und Eintrittspreise für jeden Geldbeutel sorgten Woche für Woche für eine ausgelassene Stimmung und das SEVEN DJ Team ließ die feiernde Meute auf der Tanzfläche richtig abgehen. Neben dem ersten Floor auf dem kamen auf dem zweiten Floor meistens alle Hausfreunde auf ihre Kosten. Lässt sich nicht beschreiben, muss man nackt gesehen haben.
Im STUDIO 30 gab es im Oktober jede Menge ausgezeichneter Feiermöglichkeiten. Da war zum einen jeden Donnerstag der LINDY HOP SOCIAL DANCE, die THE REAL 80’s CLUB PARTY und die REWIND Nacht mit Oldschool, Hip Hop, Dancehall, R’n’B und Reggae. Unbedingt hervorzuheben ist aber auch eine ganz spezielle Nacht Mitte Oktober, denn wieder auferstanden, wenn auch nur für eine Nacht, dafür aber mit sensationeller Partyeskalation, ist eine von Saarbrückens kultigsten Locations überhaupt. Die Rede ist natürlich vom GLORIA PALAST, allerdings in einer brandneuen Herbstausgabe des kultigen Revivals. Dieses Mal, und das machte die Sause erneut zu etwas ganz Besonderem, mit der Premiere des BRIXDELICIOUS Floor, Dafür stand kein Geringerer als Markus Brixius (The Apemen/POPSCENE), der halb Mensch, halb Rakete, als DJ seine persönlichen Lieblingsschmankerl aus den 80s und dem was heute 80s wären, wenn nicht 2025 wäre, zum Besten gab. Es war ein Fest und eine Party außer Rand und Band auf zwei Etagen. Sehr unterhaltsam auch die Gesichter einiger aktuellen STUDIO 30 Gäste, die sich hierher verirrt hatten und eine „normale“ 80er und 90er Party erwarteten. Denn spätestens beim ersten Pogo auf den „Nellie the Elephant“ oder den „Irish Rover“ war klar, hier ist etwas sehr Spezielles am Start. Von Chartmüll war genau wie in den originalen Jahren keine Spur, dafür gab’s Independent Mucke und Gitarren Mucke auf die Gehörgänge gemischt mit ein bisschen frühem House und New School Hip Hop. Eben exakt jene unheilige Mischung, der diese Party ihren legendären Ruf verdankt. Wenn das so weiter geht, werden bald auch dieses Revivals fast so legendär wie der einstige Disco-Palast sein. Bei der großen Geburtstagssause im Dezember sind wir auf jeden wieder dabei. Doch Nachtleben ist ja nicht nur Disco, denn mit den Livekonzerten von u.a. Ben McLoud und Juliet Blue und dem DICHTERDSCHUNGEL war im STUDIO 30 für alle etwas geboten.
Einen mehr als überzeugenden Start in die Hochsaison hat auch das BLAU hingelegt. Der ehemalige Schwitzekeller ging mit Schmackes und mit phatten neuen Partys im Gepäck an den Start und zeigte beeindruckend, was man mit den jetzt immer länger werdenden Nächsten so alles anstellen kann. Erster Höhepunkt ganz klar MANIAC, direkt gefolgt von der LUCKY mit den Hits der 2010er. HITS DON’T LIE und die legendäre STUDI NIGHT hielten die Latte hoch, bis zum nächsten Oberkracher. Der FOTZEN FREITAG stand für Selbstbestimmung, Freiheit und Body Positivity und vor allem: Mega Party. Am letzten Oktobersamstag kam dann das, worauf alle House-Freunde begierig gewartet hatten, die Premiere der NO LOVE LOST Daytime Party – und die ging richtig durch die Decke. Voll, voller am vollsten wie in den guten alten Zeiten vor Installation der Klimaanlage. Bei klassischer Housemucke konnte man sich glatt 20 Jahre zurück versetzt fühlen und den entsprechenden Ausnahmezuständen. Da kann man sich doch schon mal auf die nächste Sause freuen.
Ein echtes Highlight in der Disziplin Kneipentanz hat die altehrwürdige BRASSERIE in der Fröschengasse im Oktober geliefert und selbstverständlich gehören auch solche Feiereien zu unserer Clubzone dazu – und zwar sowas von: Am letzten Oktobersamstag legte nämlich THE VELVET SPIRAL CLUB den Laden ordentlich tiefer! Eigentlich ein geheimer Gig, trotzdem volles Haus und kein Zurück. Da bebten die Wände in dem von der GEMA kürzlich zur „Musikneipe des Jahres“ gemachten Fröschengasse Urgestein unter dem Klang von etwas Neuem. Knapp 200 Seelen kamen, um diese Premiere zu erleben. Nach den allerersten eigenen Tracks – roh, laut, elektrisierend – kamen ausgewählte und gefeierte Cover! Eine Spirale aus Klang, die sich durch die Nacht drehte. Wer bis zum Schluss blieb, bekam einen Blick auf das, was kommt: das erste Musikvideo, das bereits entsteht. Da soll noch mal einer sagen, in der einstigen Partymeile Fröschengasse sei kein Leben mehr drin. Die Ecke muss man ab sofort auch abseits der tollen Livekonzerte echt im Auge behalten, besonders wenn DJ Holgi mittwochs bei der HARD BRASS am Regler steht.
In diesem Sinne, take care
J.K.T

























