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Mel´s Mikrokosmos

Money, Money, Money …

Hallo Mikrokosmonauten: Geld allein ist auch eine Lösung

Pünktlich am 1.1.2022 um 0 Uhr 1 sprach ich es laut aus: „Dieses Jahr werde ich reich!“ Es waren die ganzen Umstände, die mich das sagen ließen auf diesem riesigen Balkon mitten im Münchner Zentrum, mit Blick auf Rathaus, Frauenkirche und Löwenturm. Ich hatte das komplette Wochenende in einer Stadt verbracht, in der Reichtum etwas völlig Normales zu sein scheint und wo sich Deutschlands Elite tummelt. Eine Stadt, die zum Leben immer teurer wird, die Lebensqualität jedoch enorm nach oben treibt. Es schien mir sogar, dass die Luft klarer und frischer ist, als die im Saarland. Und der Himmel erst! Ein sattes Blau mit weißen Wölkchen, wie Farbtupfer in einem Gemälde. Je länger ich durch Münchens Straßen wandelte, desto mehr wurde ich zu München und irgendwann war mir so, als hätte ich nie woanders gelebt. Als gäbe es die heimatliche saarländische Provinz nicht. Sie war ja auch so fern!

Ihr könnt jetzt denken, was ihr wollt, aber für mich steht seither eines ganz klar im Fokus: Liebe, Freiheit, Gesundheit sind ja schön und gut, aber ohne Geld bist du in dieser Welt einfach am Arsch! Verzeiht mir, aber es wäre Augenwischerei, euch zu erzählen, dass Luft und Liebe eure Versicherungen bezahlen. Es mag Menschen unter uns geben, die felsenfest davon überzeugt sind, dass es mehr gibt, als Geld und dass man reich ist, wenn man liebt, geliebt wird, gesund ist und Freunde hat. Aber sei es drum: Diese Leute wissen tief in ihrem Innern, dass es ungemein beruhigend ist, wenn das Konto prall gefüllt ist. Die Frage, die ich mir hier jedoch stelle ist:

Wie werde ich möglichst schnell reich?

Im Optimalfall natürlich mit möglichst wenig Aufwand. Im Grunde kann ich nämlich nichts, was mir zum Reichtum verhelfen könnte. Obwohl, ich kann andere zum Lachen bringen. Also habe ich Humor. Aber lässt sich mit Humor viel Geld verdienen? Ich glaube nicht. Ich bin auch ein bisschen kreativ. Also ich kann zumindest unheimlich gut Geschichten erfinden. Erfinden möchte ich demnächst auch ein Mandarinen-Schälgerät. Mir fehlen nur noch Leute, die so ein Ding kaufen würden. Ich bin allerdings unsicher, ob die bei „Die Höhle der Löwen“ mir ein Angebot machen würden. Ich fürchte nicht.

Wenn ich bei „Google“ die Frage „Wie werde ich reich?“ eintippe, erscheinen mir so allerhand Tipps. Langfristig denken, Kosten reduzieren und Finanzen nicht dem Zufall überlassen. Mir wurde dann bewusst, dass ich de facto kein Kapital besitze, um es nicht dem Zufall zu überlassen. Schlechte Ausgangssituation. Da stehen auch solche Sachen wie „Kosten reduzieren“. Wie soll denn das gehen? Ich bin kein Mensch, wenn ich nichts kaufen darf. Richtig lebendig fühle ich mich nur in einem gut gefüllten begehbaren Kleiderschrank. Und gäbe es ebensolche Kühlschränke, wäre mein Glück perfekt. Und getreu dem Motto: „Konto leer, Schrank voll“ friste ich also mein Dasein als anonyme Kaufsüchtige. Aber ich investiere in mich selbst und das führt bekanntlich auch zu finanziellem Erfolg. Also irgendwann. Eventuell. Vielleicht.  

Es muss aber doch irgendwas anderes geben, um an zu Geld zu kommen. Irgendwas fernab von harter Arbeit oder messerscharfem Verstand. Lotto vielleicht. Es schadet zwar nicht, aber außer Ausgaben hat mir das bis jetzt nichts eingebracht. Wobei, doch! 12,50 Euro. Kurz vor Weihnachten. Und ich hatte nicht damit gerechnet. Ich fühlte mich kurzzeitig wie Krösus und überlegte kurz, in welchen Noten ich mir den Betrag auszahlen lassen soll. Letztendlich dämmerte es mir, dass ich über Zwanzig Euro für den Lottoschein bezahlt hatte und somit Verlust gemacht hatte.

Mehrere Standbeine aufbauen

Um reich zu werden, reicht es also nicht, einfach nur dazusitzen und Lotto zu spielen. Ich muss augenscheinlich zu einem Tausendsassa mutieren, um meine Chancen auf Ruhm zu erhöhen. Job & Kolumnen texten reichen also nicht mehr aus. Ich habe es mit Schreiben versucht. Also ein richtiges Buch. Ich bin immer noch dran und es macht auch Spaß, aber da ich wirklich sehr ungeduldig bin, könnte das Buch bestenfalls ja schon längst fertig geschrieben und gedruckt sein und auf der Spiegel-Bestseller-Liste stehen. Zusammen mit meinem Praktikant kann man mich seit kurzem auch buchen. Wir sind zwar frei von Talent, aber als volksnahe Idioten hat man uns gerne an seiner Seite. Und so haben wir uns gedacht, dass wir als musikalisches, künstlerisches oder generell bespaßendes Duo zu Ruhm und Ehre gelangen könnten.

Aber wie ich es auch drehe und wende: Richtig erfolgsversprechend erscheint mir nichts von alldem. Ich mag aber ungern in die illegalen Abgründe abdriften, als Bankräuber, Drogenboss oder gar Auftragsmörder arbeiten, um die große Kohle zu machen.  Wobei mich das bestimmt ungemein interessant machen würde. Wer kann schon von sich behaupten, mit einer Drogenboss liiert zu sein? Und Stoff für mein Buch brächte dieses Leben allemal. Ich könnte natürlich auch reich erben. Das müsste aber bedeuten, dass niemand aus meinem näheren Umfeld sterben darf, weil ich die alle mag. Vielleicht ein entfernter Urgroßonkel aus Tasmanien oder so. Aber am Ende komme ich immer an den gleichen Punkt. Das alles sind Hirngespinste der allerfeinsten Art.

Machen wir uns mal nichts vor: Wenn wir nicht gerade zur rechten Zeit am rechten Ort sind, Glück haben oder einfach ein außerordentliches Talent besitzen, wird das mit dem reich werden wohl vorerst nichts. Was bleibt, ist die Tatsache, dass wir sparen, sparen, sparen müssen und gleichzeitig arbeiten, arbeiten, arbeiten. Ein gefühlt nicht endender Alptraum. Für mich jedenfalls. Und damit nicht genug. Grundregel des Reichtums ganz profan gesehen: Je weniger man von seinem Nettoeinkommen ausgibt, umso größer ist das verbleibende Vermögen. Na toll. Das klingt ja fast so, wie eine von Mister Miyagis Weisheiten und ist ähnlich schwer umsetzbar. „Wer Fliege fangen mit Stäbchen, der vollbringen alles.“.

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich empfinde Sparen als entsetzlich. Mag ja sein, dass es nie zu spät ist, ein paar Kröten zur Seite zu legen oder anzulegen, allerdings gehöre ich zu den Menschen, die bereits jetzt schon aus den Vollen schöpfen möchten und nicht erst, wenn ich alt und grau bin. Ich hätte gerne jetzt die Millionen und nicht erst dann, wenn ich Väterchen Tod gegenüberstehe. Und ihr wisst ja: Das letzte Hemd hat keine Taschen mehr.

Am Ende ist es doch so: Wie Carrie Bradshaw schon sagte: „Ich mag mein Geld am liebsten dort, wo ich es sehen kann – hängend in meinem Kleiderschrank.“. Obendrein sehe ich mein Geld aber auch gerne in meinen Reisen, meinen Vergnügungen und in meinen Abenteuern davon schwimmen. Also zumindest das Geld, das ich immer wieder zusammenkratzen kann und jedes Mal staune, dass es gereicht hat.

Ein weiser Spruch lautet: „Verfolge die Vision, nicht das Geld. Das Geld wird dir folgen.“. Ich darf also die Hoffnung nicht aufgeben, dass dieses Mandarinenschälgerät irgendwann mein Triumph werden wird. Also eventuell. Vielleicht.

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