• Termine News und Wissenswertes aus Saarbrücken, dem Saarland und der Welt:

Gesicht des Monats: Wolfram Jung

Die Aktion #GeileStadtBrauchtGeileAktion war eine kleine, bunte und vielleicht auch leicht größenwahnsinnige Vision, zu der sich ein paar Saarbrücker Musiker, Gastronomen und Instagramer angestoßen vom SR-Journalisten und Filmemacher Wolfram Jung, zusammengeschlossen haben – und genau deswegen ist der Mann quasi stellvertretend unser Gesicht des Monats. Ein Ziel des Projekts war durch kleine Werbevideos und eine Crowdfunding Kampagne unter dem Hashtag #GSBGA Geld fürs Nauwieser Viertel einsammeln. Mit dem Ergebnis sind die Initiatoren im Prinzip sehr zufrieden, sagt Wolfram Jung: „Viele Menschen hatten Spaß an der Aktion, die Rückmeldung der Gastro ist super positiv, Mitte Juli hatten wir eine total verrückte und lustige Abschluss Aktion und es stehen schließlich knapp 3.000 Euro auf dem Konto. Neben dem Geld haben sich aber auch Kontakte ergeben, die helfen wollen. Der ladyscircle 66sb zum Beispiel wird bei der Organisation der Kinderbelustigung helfen, so dass dort erst gar keine Kosten entstehen. Außerdem helfen die Ladys bei der finanziellen Abwicklung, was bedeutet, wir sind jetzt offiziell gemeinnützig, können Spendenquittung ausstellen und so. Und der Circle wird wohl in Kooperation mit #GSBGA noch etwas im Viertel veranstalten, das sie komplett bezahlen. In der Planung ist noch ein Viertel-Wochenende, an dem wir das gesammelte Geld raushauen. Kinderbelustigung, Musiker, Nachwuchs DJ Wettbewerb. Dieses Wochenende soll dafür da sein, dass die Geschäfte im Viertel sich präsentieren können. Kein Fest, eher so was wie verkaufsoffener Sonntag. Klar ist schon mal, die Ladycanes werden wieder dabei sein – und es wird klein bisschen einhorny.“

Mein Lieblingsding: Das Skelett

Die 27jährige Christina Gros ist von Haus aus gelernte Physiotherapeutin und beendet demnächst noch eine Ausbildung zur Osteopatin. Die gebürtige Homburgerin teilt ihr Leben mit gleich zwei Lieblingen, wobei die Nummer Eins dabei ganz klar ihr Freund Florian ist, denn der ist aus Fleisch und Blut. Im Gegensatz dazu ist ihr Lieblings-Ding nur aus Kunstsoff, zum Glück, denn es handelt sich um ein ausgewachsenes Skelett in Originalgröße. Der knochige Geselle, der klaglos auf immer wechselnde Namen hört, hat seinen Weg in ihrem Haushalt berufsbedingt gefunden, denn er diente während der Ausbildung als Anschauungsexemplar beim Lernen. Mittlerweile hat er aber auch andere Anwendungsgebiete erobert, wie zum Beispiel Halloween-Partys, bei denen er gerne seinen dekorativen Beitrag leistet. Kennenlernen können Saarbrücker den wortkargen Zeitgenossen allerdings erst nächstes Jahr, wenn sich Christina selbstständig macht – und dabei darf er natürlich nicht fehlen.

Wasting my young years

Hallo Mikrokosmonauten: Lasst uns zurückkehren zur Unbeschwertheit! 

Sommer 1994. Ich hoffte, er ginge nie zu Ende. Meine Cousine hatte gerade den Führerschein frisch in der Tasche und wir düsten mit dem alten Kadett ihres Vaters durch unsere Hood. Sie war damals neben Alicia Silverstone aus den Aerosmith-Videos mein absolutes Vorbild. Wir liebten Holzfällerhemden und schnitten die Hosenbeine unserer ausgemusterten 501er so kurz es ging und es für unsere Mütter moralisch noch im Rahmen war. Unser Bewegungsradius begrenzte sich auf etwa 15 Kilometer. Für mich bedeutete eine Fahrt von meinem Heimatort nach Saarbrücken fast eine Weltreise. Ich ließ mir heimlich ein Nasenpiercing stechen und nahm es zum Sonntags-Besuch bei Opa immer raus. Gelegentlich gab es einen  Jungen, den ich in einer dunklen Ecke küsste. Und immer wieder Freibad, zelten und Pizza beim Lieblings-Italiener. Natürlich zum Mitnehmen und an einem verlassenen Ort essen. Gerne an einer Lichtung zwischen zwei Wäldchen. Letztendlich war dies die schönste Zeit meines Lebens, wenngleich es auch damals schon schöne und weniger schöne Tage gab. An den weniger schönen rief niemand an oder das Wetter war schlecht. Oder der süße Junge aus dem Schwimmbad lächelte nicht zurück. Oder mein geliebtes Joghurt-Eis war aus. Andere Probleme gab es nicht. Weiterlesen

Überleben unter Kollegen

Wer kennt die Momente nicht, in denen man sich mit lauter nackten Models auf seiner Luxusyacht räkelt, kühlen Champagner aus heißen Bauchnabeln schlürft und Delfine bei deren Luftakrobatik beobachtet, bevor man sie mit der Harpune zum Essen einlädt. Augenblicke, von denen ein Mann sich wünscht, sie würden nie enden. Was sie jedoch abrupt tun, wenn einen der Wecker aus der sonnigen Traumwelt reißt und in die düstere Realwelt zurückholt. Plötzlich ist alles nur noch halb so erotisch, wenn einem im Halbschlaf bewusst wird, dass da die ganze Zeit keine heiße Mieze am Ohr knabberte und zu einem ins Bett wollte, sondern bloß der eigene Hund…

Weiterlesen

PLEASURE – Made in Saarland

Meerora ist Sabrina Kleinas und Sabrina Kleinas ist Meerora – und dennoch ist beides nicht dasselbe.

Die Saarbrücker Künstlerin Sabrina Kleinas ist von Mutter Natur reicht beschenkt worden. Sie hat nicht nur ein ungemein attraktives Äußeres, sondern ist auch mit vielen, unterschiedlichen Talente gesegnet. Ihre Karriere begann sie mit einer eher unspektakulären Ausbildung zur Bürokauffrau, startete dann als Model und Fotografin durch und pendelt seither zwischen Saarbrücken, Paris und anderen Metropolen hin und her. Mit ihrer Reihe „Women in Explosion“, die Frauen während des Orgasmus‘ unter Wasser zeigt, erreichte sie vor drei Jahren einen beachtlichen Bekanntheitsgrad, arbeitet aber längst an neuen Projekten. Jetzt präsentiert das Multitalent zusätzlich ihre musikalische Begabung in Form ihres Alter Ego „Meerora“, einer Fusion aus den Worten „Meer“ und „Ora“, dem hebräischen Begriff für Licht, das für sie eine wichtige Rolle spielt. Dieser Charakter ist eigentlich nur die stimmige Weiterentwicklung ihres künstlerischen Kosmos rund um die Werte, für die sie bereits mit ihren fotografischen Arbeiten steht. Jetzt hat sie ihren ersten Titel „Pleasure“ veröffentlicht. Der Release des höchst sehenswertem Videos war bereits Anfang Juli, und lässt nur einen Schluss zu: Wer kann, der soll!

Weiterlesen

Over the Rainbow …

In unserer Rubrik Perspektivwechsel betrachten wir Themen und Fragestellungen aus dem Blickwinkel queerer Menschen. Die letzten beiden Monate waren gesellschaftlich stark geprägt von der Fußballeuropameisterschaft und dem internationale „Pride Month“ im Juni. So fand auch die „Sport Pride“ statt, mit dem Ziel Sichtbarkeit und Akzeptanz von LGBTQ (Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen) in Amateur- und Profisport zu fördern. Diesem Aufruf folgte unser Nationaltorwart Manuel Neuer und ging bei der Fußballeuropameisterschaft mit leuchtendem Beispiel voran, indem er mit seiner Regenbogen-Armbinde ein klares und unmissverständliches Zeichen dafür setzte.  Dieses klare Statement von Manuel Neuer war der Auftakt einer Reihe kontroverser, zum Teil entlarvender Diskussionen, rund um die (nicht) Haltung der UEFA (Union of European Football Associations).

Diesen Monat spricht unser Autor Marc Kirch über all diese Ereignisse mit Christian Rudolph, dem offiziellen Beauftragten für Vielfalt des DFB (Deutscher Fußball Bund) und LSVD-Vorstand:

Hier gehts zum Interview mit Christian Rudolph

Interview Teil 1:

Interview Teil 2:

Interview Teil 3:

Interview Teil 4:

Einfach Emma

Manchmal ist normal, nicht ganz so normal. Dabei sollte das Ausleben der selbstgewählten Identität, das natürlichste und normalste auf der Welt sein.

Eigentlich ist Emma Lesch eine ganz normale, junge Frau. Die 25jährige hatte eine ganz normale Kindheit und Schulzeit, hat jetzt einen ganz normalen Beruf, ganz normale Hobbys und höchstens die roten Haare stechen etwas heraus. Sie lebt einfach ein ganz normales Leben, fernab aller Extravaganzen und ganz bestimmt nicht so abgefahren wie schrille Drag- und Drama-Queens. Trotzdem wird sie aber immer wieder mit denen in einen Topf geschmissen, nur weil vor langer Zeit Emma einmal Eric war.

Weiterlesen

Das innere Kind

Hallo Mikrokosmonauten: Peter Pan wäre stolz!

Ich bin transinfantil. Ein Kind gefangen im Körper einer erwachsenen Frau. Und ich habe Angst. Ich fürchte, dass ich niemals Fuß fassen werde in einer Welt voller fester Strukturen und Regeln und ich glaube nicht, dass ich jemals die Erwartungen erfüllen werde, die man an mich hat. Der Welpenschutz ist bei mir längst vorbei. Um ehrlich zu sein, schon seit etwa 20 Jahren. Und in der Erwachsenenwelt heißt es nun mal: Funktionieren oder Untergehen. So schlimm ist es nicht? Ich finde doch! Weiterlesen

Die Geisterparker

Sie leben mitten unter uns und dennoch haben die Wenigsten von uns sie schon einmal angetroffen. Sie sind scheu, tauchen oft erst spät auf und verschwinden genau so schnell wie sie gekommen sind. Es gibt sie überall; in verschiedenen Arten und Farben. Ihre Spuren finden sich tagtäglich vor unseren Haustüren, wo sie gerne auf Treppenstufen und Fußmatten ihr Geschäft verrichten. Sie sind nicht sonderlich beliebt, erfüllen aber eine wichtige Aufgabe für die urbane Umwelt. Über sie gibt es zahlreiche Vorurteile, die leider alle wahr sind. Die Rede ist nicht von Madern, Waschbären oder streunenden Katzen, sondern von jemandem mit Führerschein der Klasse B: Paketzusteller. Weiterlesen