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Mel´s Mikrokosmos

Der krönende Abschluss

Hallo Mikrokosmonauten: Wir brauchen mehr Goldmomente!

Es war definitiv zu viel Jahr für so wenig Monate! Dabei dachte ich immer, dass das Fahrwasser des Lebens mit der Zeit ruhiger wird. Wird es bestimmt auch. Bei anderen. Bei mir bleibt die See rau und unbeständig. Und da ich sämtliche Metaphern mit Meer, Matrosen und Schiffen liebe, setze ich noch eins drauf: Ich bekam auch 2021 hier und da ordentlich eins gegen den Bug. Aber wisst ihr, was erstaunlich ist?

Ich sinke nie!

Meine Mutter sagt ja immer, dass ich das Talent besitze, mich ständig – meist selbstverschuldet – in einen Abgrund zu stürzen. Aber am Ende würde ich mich immer wieder heraus kämpfen, auch wenn ich zuweilen verbrannte Erde hinterlasse. Oder in „Seemansgarnisch“ übersetzt: „Auch Seeleute fallen mal ins Wasser!“. Und sowieso verliert auch mal das beste Schiff den Anker. Aber besser den Anker, als das ganze Schiff!

Dieses Jahr war geprägt von bahnbrechenden Ideen, wirren Slalom-Kursen, aber auch von wunderschönen Erlebnissen, einigen Lachern und starken Momenten. Und trotzdem frage ich mich auch dieses Jahr, warum denn immer irgendwas sein muss? Hier ein bisschen zu viel Drama, da ein bisschen zu viel Knatsch und gelegentlich verbrennt man sich die Zunge. Ich meine, wir hatten und haben noch immer Corona. Einige Zeit konnten wir ja noch nicht mal irgendwo hin, wo potenzielle Gefahren lauern könnten. Trotzdem begab ich mich in mehrere. Aber:

Ich habe 2021 überlebt!

Zwar geht ein weiteres Jahr zu Ende, in dem ich keine Millionärin geworden bin und noch immer „ledig“ in diversen Formularen ankreuzen muss, jedoch konnte ich mal wieder feststellen, dass das Schicksal es immer gut mit mir meint. Rückblickend glaube ich sogar, dass das Drehbuch, welches für mich geschrieben wurde, eine abenteuerliche Reise für mich vorgesehen hat, die Super Mario World ähnelt. Wann immer ich irgendwo runter falle, startet das Spiel einfach neu. Wie dem auch sei habe ich in diesem Jahr wieder gemerkt, dass es bestimmte Menschen gibt, die an deiner Seite gehen müssen, sonst hat man einfach verloren. Abgesehen von der Familie sind das ein guter Partner, der mit deinen Plänen & Entscheidungen zwar nicht immer konform gehen muss, aber loyal zu dir steht. Dann natürlich ein, zwei Freunde, die im Optimalfall gleichzeitig auch noch Arbeitskollegen sind und mindestens einen Arzt, einen Anwalt und einen guten Psychotherapeuten.

Ein Skipper säuft nie ohne Grund

Aber selbst wenn genau diese Menschen in deinem Leben sind, fühlt man sich als Kapitän eines imaginären Kahns regelmäßig dazu berufen, zu Getränken zu greifen, die den Geist beflügeln. Und wenngleich ich es in all den Jahren zuvor hasste, wenn Glühwein an der Weihnachtsstiefel-Tasse abperlt und wie eine Art Haftkleber die Finger an ebendiesem Gefäß festkittet, so kann ich es dieses Jahr kaum erwarten, endlich wieder einen Weihnachtsmarkt zu besuchen und vom köstlichen Klebewein zu kosten! Ja, ich mag sogar andere Menschen treffen. Für einen Misanthrop wie mich grenzt diese Haltung an ein Wunder! Ohnehin war ich 2021 wieder viel gesellschaftlicher als in den Jahren zuvor. Ich wollte ständig unterwegs sein, reisen, erleben, kommunizieren und mit anderen Menschen Pläne schmieden. Ein paar davon waren sogar richtig gut, obwohl der angedachte Oberkörperfrei-Jahreskalender, in dem diverse Kollegen Model stehen jetzt doch nur ein normaler Kalender geworden ist, in dem ebendiese in witzigen Posen abgelichtet wurden. Ich konnte einfach zu wenige Kollegen für Pin-up begeistern. Der umgekehrte Fall kam da schon besser an, aber dafür gibt es bekanntlich ja Jungbäuerinnen-Kalender oder den Playboy.

Wie jedes Jahr stimmt mich ein Jahresende aber immer wieder nachdenklich und ich frage mich: Was bleibt am Ende außer ein bisschen Glitzer, das von den Zweigen des Weihnachtsbaumes hinab rieselt, während man darunter erleichtert zusammen bricht, weil die Feiertage endlich vorbei sind?

Die Antwort ist klar: Es bleibt so einiges und wiederum wird großartiges passieren! Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ob es jetzt die Vorweihnachtszeit, die Feiertage oder Silvester ist: Keine Zeit lässt mich mehr über Vergangenes nachdenken. Vor allem denke ich an vergangene Weihnachtsfeste, an Silvesterpartys und stelle immer wieder fest, dass einige grandios waren. Und eines haben die Jahreswechsel ohnehin immer gemeinsam: Sie waren und sind immer etwas Besonderes. Erfüllt von Hoffnung auf einen neuen Start, ein erneutes Beginnen unter einem anderen Stern und die Erwartung Großartiges zu erleben.

Lass es einfach zu!

Und damit meine ich nicht die letzte Packung Lebkuchen, die man sich gegen Ende des Jahres noch auf die Hüften futtern möchte. Nein, vielmehr geht es um diese unglaublich lang gehegten Pläne, die uns rund um den Jahreswechsel beschäftigen. Ach, was habe ich schon für unglaublich präzise Pläne geschmiedet, Details und Eckpfeiler festgelegt und dann kam es doch ganz anders. Und ich? Ich kam irgendwie dennoch an. Ernsthaft, je älter ich werde und je lockerer ich mit mir und meinen Lebenszielen umgehe, umso entspannter kann ich auf meine vergangene, oft ausgesprochen unruhig verlaufende Glückskurve zurückblicken und finde dort tatsächlich auch phänomenale Highlights. Daher ist nun mein Blick für Herz- und Goldmomente geschulter und ich erkenne sie auch zweifelsfrei im Hier und Jetzt.

Und ist der See zu Ende, dann fahren wir ne‘ Wende

Es ist doch so: Mein Ziel ist das Finden! Jeder Leichtmatrose würde das Gleiche sagen. Gefunden habe ich bis jetzt zwar nur mein grandioses Silvester-Outfit, aber immerhin ein guter Anfang! Ein guter Anfang ist auch, dass wir 2021 bestanden haben. Nicht überstanden, sondern bestanden. Herzlichen Glückwunsch! Nun liegt es daran, dem kommenden Jahr freudig und voller Spannung entgegenzublicken. Und immer daran denken: Es wird so schön, spannend, explosiv, abenteuerlich und toll werden, wie wir es zulassen!  

In diesem Sinne Merry Christmas, Cheers, Ahoi, Leinen los und Happy new year, yeah!

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