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Same same but different

Jess Giata und James Boyle: so verschieden und doch auch so gleich. Beide sind echte Hingucker, kommen aus unserer Region, leben für ihre Musik – und mindestens halb Deutschland kennt sie aus dem Fernsehen.

Das Wichtigste aber, hat schon einer der ersten Kommentare auf den Punkt gebracht, den James nach seinem ersten Prime-Time Auftritt im bundesweiten Fernsehen bei Günter Jauch lesen durfte: „Endlich mal ein Saarländer im Fernsehen, der nicht peinlich ist!“  Diese Tatsache lässt sich eins zu eins auf seine Teilnahme bei der aktuellen Ausgabe von „The Voice of Germany“ übertragen, wie auf Jess Giatas Abstecher in die letzte Staffel von „Love Island“ übertragen, weil sie gleichermaßen keinerlei Anlass zum Fremdschämen gab. Das Geheimnis dahinter? Ganz einfach, beide sind sich selbst treu geblieben, waren authentisch und haben sich null verstellt.

Doch damit haben die Gemeinsamkeiten scheinbar erstmal ein Ende, zu unterschiedlich Alter, Geschlecht, Herkunft, Größe, Musikgeschmack und und und … Jess ist ganz klar die angesagteste DJane für Black- und Clubsounds in unserer Region und studiert „im normalen Leben“ in Mannheim Naturheilkunde. James hingegen ist der wohl bekannteste Piercer unserer Region und mit seiner Blues Rock Formation „Honey Creek“ der gefeierte, sprichwörtliche bunte Hund auf den Bühnen zahlloser Konzerte und Festivals. Selbst ihre bemerkenswerte Bildschirmpräsenz fußt auf denkbar unterschiedlichen TV-Genres. Während die 24-jährige, albanisch-stämmige Jess vielen aus einem Dating- und Reality-Format bekannt sein dürfte, kommt der in Los Angeles geborene James mit seinen 54 Jährchen und der Teilnahme an Quiz- und Casting-Show ein gutes Stück weit traditioneller daher. Doch bei allem Unterschiedlichkeiten habe beide ganz ähnliche, interessante Erfahrungen gemacht und da macht es natürlich Sinn, bei einem kleinen Gedankenaustausch darüber ein paar Fragen loszuwerden. Die erste Überraschung gab es dann schon beim ersten Treffen, denn die zwei kannten sich tatsächlich nicht. Das ist allein schon deswegen bemerkenswert, weil sich beide ja auch losgelöst vom Fernsehen in unserer Region einer ansehnlichen Popularität erfreuen

Da ihr euch bis jetzt überraschenderweise gänzlich unbekannt wart, liegt eine Frage sofort auf der Hand: Schaut ihr selbst denn gar kein Fernsehen?

Jess: „Das Ding ist, ich habe tatsächlich eigentlich gar kein Fernsehen geschaut. Erst seitdem ich da selbst dabei war schaue ich schon viel, aber eben nur Trash-Formate.“

James: „Doch schon, aber eher Filme und es kommt immer drauf an, was wann wo läuft, denn bei uns ist das so ein bisschen wie Radio. Wenn zufällig ein Film kommt, der mir gut gefällt, dann finde ich das cooler, als gezielt irgendwo was auszuwählen. So kommt man halt zu Sachen, die man gar nicht mehr auf dem Schirm hatte, was nicht passiert, wenn man selbst auswählt.“

Wie hat euer privates Umfeld reagiert als ihr von euren Fernsehplänen berichtet habt? Bei Dir, James, war ja Deine Tochter durchaus ein bisschen die treibende Kraft zur Teilnahme an „The Voice“?

James „Ja, die wollte unbedingt, dass ich ins Team von Nico Santos gehe, aber der war ja bei dieser Staffel gar nicht dabei. Aber blöderweise war der dann genau an dem Tag, als wir zum Dreh in Berlin waren, zu einem Konzert in Luxemburg, wo eine Freundin von mir, easy eine Meet & Greet für uns hätte klarmachen können. Dafür darf meine Tochter mich jetzt zum Finale von „The Voice begleiten.“

Deine Familie, Jess, war ja eher ein bisschen skeptisch, oder?

Jess: „Anfangs, nach dem ich meiner Mutter und meiner Schwester erzählt hatte, dass ich angeschrieben worden bin, ob ich mir eine Teilnahme vorstellen könnte, wussten die erstmal echt nicht, was sie davon halten sollten. Die waren nicht wirklich sicher, ob das bei „Love Island“ auch wirklich alles so seriös ist, aber ich konnte sie schnell davon überzeugen, dass da alles cool ist und auf jeden Fall die Erfahrung wert. Mir war auch wichtig, dass ich mich nicht verstellen musste oder mich als etwas präsentieren, was ich gar nicht bin. Schließlich haben die dann gesagt, komm, wenn Du es unbedingt machen willst, dann go for it.““

Ihr seid Beide gewohnt vor, Publikum zu agieren, hat das den Umgang mit den Kameras erleichtert?

Jess: „Zu Beginn der Dreharbeiten sind alle schon sehr bewusst damit umgegangen und man versucht sich in seiner Ausdrucksweise zurückzuhalten. Das Ding war, bei uns hingen ja wirklich überall im Haus Kameras, plus vier große Kameras draußen im Garten. Anfangs achtest Du schon darauf und siehst, hier ist eine Kamera, da ist eine Kamera, und wenn Du läufst, verfolgen sie Dich. Da denkst Du Dir schon wie krass das ist, denn selbst auf der Toilette waren ja welche. Da wurde uns zwar gesagt, dass die nichts übertragen würden, bzw. erst nach zehn Minuten mal geschaut wird, ob es uns gut geht, auch wegen möglicher Kreislaufprobleme, da es während der Dreharbeiten ja sehr heiß war. Allerdings gab es auch Szenen zu sehen, wo ich auf der Toilette geweint habe, und da war ich bestimmt noch keine zehn Minuten drin. Da haben die Kameras direkt aufgezeichnet, als ich reingerannt bin. Aber irgendwann ist man vertraut mit der Situation, wird lockerer, und hat sich an Kameras und Mikrofone gewöhnt, ohne sie wirklich zu vergessen. Die Tatsache, dass man 24/7 gefilmt wird, tritt dann schon in den Hintergrund.“

Bei Dir, James, hatte man keine Sekunde den Eindruck, dass Dich die Kameras beeinflussen?

James: „Wenn ich mich tatsächlich mal anders verhalten haben sollte, dann lag das nur daran, das es mir stellenweise in bisschen peinlich war, dass ich kein Hochdeutsch kann. Das war der Grund, warum ich beim Jauch für meine Verhältnisse sehr wenig geredet habe, weil ich deswegen schon nervös war. Jetzt bei „The Voice“ war alles easy peasy, was das angeht. Ich hatte durch die Erfahrungen vorher gelernt, lockerer zu sein, was das angeht.“

War bei der Produktion irgendetwas ganz anders als ihr es erwartet hattet?

Jess: „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass das alles ziemlich live ausgestrahlt wurde, also nur einen Tag versetzt. Deswegen wurde uns auch die Handys abgenommen und so mussten zum Beispiel meine Schwester in der Zeit auch alle meine Social Media Accounts managen.“

James: „Ich war positiv überrascht, dass es von Anfang an ganz bewusst hieß, kein Fremdschämen. Uns wurde gleich im ersten Briefing erklärt, wenn sich bei den Blind Auditions keiner umdreht und das euch peinlich ist, dann sagt Bescheid, dann stahlen wir das nicht aus. Es wurden ja auch alle Talents von Psychologen begleitet.“

Gab es auch Moment oder Erfahrungen, die nicht ganz so prickelnd waren?

James: „Da wurde schon auch versucht bei Interviews so manche Dinge rauszulocken, bei denen ich nicht bereit war zu antworten. Vor den Battles, in meinem Fall ja gegen 20jährige Zwillingsmädels, kann die Frage, was ich denke, wer gewinnen wird? Ich hab‘ dann nur gesagt, dass mir das egal sei. Wir drei hatten auch schon vorher drüber gesprochen, dass wir uns gegenseitig unterstützen und pushen wollen. Uns war klar, dass, wenn ich gewinne, liegt das an meiner Erfahrung, und bei ihnen daran, dass sie niedlich waren und schön singen konnten.“

Jess: „Was ich ein bisschen unangenehm empfand, war, wenn man zum Beispiel geheult hatte, man gleich zum Interview gerufen wurde und das dann noch voll unter den Emotionen halten musste. Klar, die müssen gerade sowas liefern, aber das war schon nicht so toll, wenn man geheut hat oder wegen irgendwas noch voll sauer war. Da muss man schon aufpassen, was man sagt und wie man sich ausdrückt.“

James: „Bedeutet das, wenn man nie heult, wird auch nie zum Interview gerufen?

Jess: „Doch schon. Das war ja auch, wenn man Drama macht oder jemand offensichtlich voll gut findet oder um zu fragen, wie man irgendwelche Spiele gefunden hat. Die haben schon versucht, emotionalere Situationen auszunutzen, um Sachen aus Dir herauszulocken.“

James: „Das klingt ja total extrem, denn eigentlich seid ihr ja in einem richtig gechillten Umfeld gewesen, so in einer Villa auf einer Mittelmeerinsel. Konntet ihr überhaupt mal für einen Moment entspannen und die Zeit genießen?“

Jess: „Nicht so wirklich, weil Du ja schon 24 Stunden mit den Leuten da drinnen zusammen bist. Dazu kommt der fehlende Kontakt zu Freunden und Familie – und letzten Endes auch der Verzicht auf Handy, Social Media und so weiter. Halt null Kontakt zur Außenwelt.“

Gab es mittlerweile neue Anfragen oder seid ihr sogar schon zu Wiederholungstätern geworden?

James: „Ich hab‘ inzwischen auch noch an einer weiteren RTL-Show teilgenommen, „The Wheel – Promis drehen am Rad“ mit Chris Tal als Moderator. Ich bin Kandidat in der vierten Folge gewesen, aber leider wurde die Ausstrahlung der Show nach drei Ausgaben abgesetzt.“

Jess: „Ich wurde inzwischen schon wieder angefragt, aber das habe ich abgelehnt, weil ich das Format für mich nicht so wirklich ansprechend fand. Mir war das ein Stück weit too much, weil klar war, dass es da um exzessiven Saufen und Feiern gehen würde und so habe ich dankend abgelehnt. Aber prinzipiell würde ich es auf jeden Fall gerne nochmal machen.“

James: „Bei mir ganz ähnlich, kommt halt immer drauf an, was kommt. Im Augenblick hat für mich die Band Vorrang, weil wir im Gespräch für eine größere Arena-Tour im nächsten Sommer sind, im Vorprogramm einer sehr bekannten Band. Aber sonst bin ich nicht abgeneigt. Vielleicht noch mal eine Quiz, wo man ein bisschen Kohle gewinnen kann (lacht). Von dem Gewinn bei Günter Jauch konnte ich mir ja endlich eine Brille kaufen! Aber natürlich will ich auch Aufmerksamkeit, ich bin immerhin Frontmann in einer Band und auf der Bühne eine kleine Rampensau und nicht unbedingt schüchtern. Also will ich natürlich auch die Publicity, um meine Sachen zu pushen.“

Die Medienpräsenz hat Dir karrieretechnisch auch nicht wirklich geschadet, oder Jess?

Jess: „Auf jeden Fall ist es für mich als DJane ein großen Plus gewesen und es sind bestimmt in der Folge auch einige Bookings wegen „Love Island“ entstanden. Ich war zuerst ja nur hier in der Region bekannter, das hat sich dann schon deutlich geändert.“

Du hast ja im Oktober schon wieder ein Konzert mit Honey Creek gespielt. War da irgendwas anders?

James: „Wenn überhaupt, dann war das gefühlt nur eine Handvoll Leute, die wegen „The Voice“ da gewesen sind. Die meisten waren wegen der Band da und weil sie die kannten und schätzten. Aber dafür haben jetzt alle verstanden, worum es ging, wenn ich zwischendurch so die ein oder andere Anekdote erzählt habe. Die wussten schon, worum es ging. Und das ist dann schon eher mein Punkt: ich bin zu alt, um noch Rockstar zu werden, aber ich kann noch tolle Geschichten fürs Altersheim sammeln.“

Sind aus dieser besonderen Situation heraus auch Freundschaften über den Dreh hinaus entstanden?

Jess: „Definitiv. Trotz allem, was in der Villa passiert ist, irgendwie ist man dann doch Freundschaften geschlossen und ist bis heute in Kontakt. Die Zeit war zwar recht kurz, aber doch sehr intensiv. Mit einem der Mädchen war ich sogar zusammen im Urlaub in Dubai.“

James: „Ja klar, bei meinen Mädels war ich ja fast schon sowas wie der Papa und hab‘ die tatsächlich auch gecoacht. Ihr Part war halt wirklich undankbar und da habe ich ihnen geraten, macht das doch so und so. Vorher hatte ich gedacht, ich komm‘ da an und bin umgeben von hunderten Diven, die ich nicht ausstehen kann, und das war zum Glück nicht so. Klar waren da schon ein paar dabei, die ich jetzt nicht mehr treffen muss, aber die waren eher die Ausnahme. Witzigerweise habe ich gerade erst ein neues Video gepostet und hab‘ gleich aus „meiner“ Gruppe eine WhatsApp bekommen: Hey, lass uns das zusammen machen. Schick‘ mir mal den Text. Es sind auch Veranstaltungen von ehemaligen „Talents“ geplant, bei denen andere mit von der Partie sein werden!“

Wie hat euer Umfeld euch hinterher aufgenommen?

Jess: „Ich bin rausgekommen und hab‘ wirklich nur positive Nachrichten erhalten. Familie und Freunde waren auch sehr stolz und haben gesagt, dass ich mir treu geblieben bin. Nur drei weniger nette Nachrichten waren dabei, aber ich weiß wer die sind. Zwei aus dem Saarland und einer aus Kaiserslautern, die mich eh‘ auf dem Kicker hatten, aber ansonsten alles wie gesagt sehr positiv.“

James: „Bei mir war’s wie erwartet, weil ich ja ganz viele Leute aus der Alternativ- und Künstler-Szene habe. Die haben mich dann schon gefragt: Wie kannst Du nur so einen Scheiß machen? Aber damit hatte ich schon gerechnet, als ich gesagt hatte, ich bin dabei. Doch als dann ein, zwei Ausstrahlungen gelaufen waren, waren die voll dabei. Es gab zwar kein „Ich hab‘ mich geirrt“, aber dafür „Du machst das super“, als die geschnallt haben, dass ich mich nicht verstellt habe und einfach ich geblieben bin. Wenn dann überhaupt noch was Kritisches kam, war das wegen meines Aussehens bzw. meines Outfits, aber das war auch beim Jauch schon so.“

Gibt es irgendwas, was ihr Leuten mitgeben würdet, die auch mit dem Gedanken spielen, im TV dabei zu sein?

James: „Wenn jemand Bock darauf hat, sage ich: mach’s! Es ist zwar anstrengender als es im Fernsehen aussieht, aber gerade bei den Formaten, wo ich dabei war, gilt, die wollen keinen linken oder über den Tisch ziehen.“

Jess: „Für ein albanisches Girl ist es halt nicht so üblich ins TV zu gehen, deswegen ist, was ich den Leuten mit auf den Weg geben will, ruhig mal aus der eigenen Comfort-Zone rauszugehen und sich einfach mal Sachen zu trauen und den eigenen Weg zu gehen. Ich habe auch diesbezüglich positive Kommentare bekommen, dass die Leute meinten, dass sei voll krass, als Mädchen mit albanischer Herkunft da reinzugehen und mich traue, das zu machen. Die würden das auch gerne machen, aber deren Familien würden das niemals akzeptieren. Deswegen bin ja ich auch so froh, dass meine eigene Familie da so open minded ist.“

James: „Meine Familie war schlimmer. Das begann damit, dass mein Vater drei Jahre kein Wort mehr mit mir geredet hat wegen ein paar Ohrringen, einem Nasenring und bunten Haaren. Meine Mutter war Baptistin und mein Vater erzkatholisch, da ging’s schon los. Viele nehmen gerne die muslimische Kultur wegen sowas ins Visier, aber das gibt’s genauso in anderen Kulturen. Mich persönlich hat dann Yvonne Craig, das erste Batgirl, gerettet. Die hat bei uns in der Nachbarschaft gewohnt, war mit uns befreundet, und ihr Sohn hatte lange Haare und auch einen Ohrring. Sie hat dann mal auf einem Familienfest mal drei Stunden intensiv mit meiner Mutter geredet, was genau weiß ich nicht. Aber scheinbar hat Batgirl meine Mutter überredet, mich in Ruhe zu lassen und die hat dann tatsächlich nie wieder ein Wort über mein Aussehen verloren.“

Wäre für euch auch das Genre des anderen in Frage gekommen, also James in der Dating Show und eine singende Jess?

Jess: „Ich kann tatsächlich singen, war auch mal im Kirchenchor und „The Voice“ fand ich schon früher richtig cool, aber ich glaube meine Stimme reicht da vielleicht doch nicht ganz.“

James: “Also, wenn ich Single wäre: Nö! Ich such‘ schon gern meine Partner selbst aus und brauche sowas auch nicht, um meine Schüchternheit zu überwinden.“

Wer DJane Jess Giata einmal live erleben möchte, hat dazu jeden Freitag aufs Neue im Saarbrücker „Seven“ die Gelegenheit und darüber hinaus in Clubs in ganz Deutschland. Honey Creek mit Frontmann James Boyle stehen dieses Jahr nur noch einmal auf der Bühne, dafür aber bei einer ganz besonderen Veranstaltung, einem Benefizkonzert in Illingen am 16. November. Zum Schluss bleibt nur noch: Jess und James, vielen Dank für eure Zeit und ein interessantes Gespräch!

Clubzone November 2022

Achtung, aufgepasst und mitgeschrieben! Das Saarbrücker Nachtleben erreichte in den letzten Wochen ein save rekordverdächtiges Feierlevel. Tatsächlich ging mit dem Oktober und dem jetzt begonnenen letzten Quartal dieses Jahres das nächtliche Unwesen mit extra Schwung in die letzte Runde. Gleich vorneweg kann nicht unerwähnt bleiben, dass insbesondere die Neu- und Wieder-Eröffnungen, allen voran das SEVEN in Saarbrücken, die gesamte Clubzone massiv beschleunigt haben. Aber der Reihe nach, beginnen wir erstmal mit A wie APARTMENT

   Also kopfüber rein ins prächtige, nächtliche rund um die Tanzflächen des besten Bundeslandes der Welt – und am besten gleich dahin, wo traditionell selten langweilig war, ins APARTMENT. Hier hat Party-Eskalation eben eine lange Tradition und entsprechen kurzweilig die Partys im Kultclub im ersten Stock auch in den letzten Wochen. Highlights waren unter anderem die BLACK VIBES und die BEST OF APARTMENT Nächte die freitags an den Start gingen, während samstags mit BACK TO BLACK, CONNECT und MEMORIES insbesondere Mixed Music Konzepte die anwesende Feiermeute überzeugte.

Nebst viel Konfetti und (standesgemäß) total durchgeknallter Deko, trafen sich hier auch im Oktober altbekannte Apartment-Gänger und viele neugierige Frischlinge.

   Ganz weit vorne waren auch im Oktober die Partys an den Hot Spots der Landeshauptstadt, wie zum Beispiel das EGO in der Trierer Straße mit richtig viel zu sehen und zu feiern. Los gings gleich mit Vollgas und der Dancehall, Reggaeton & Hip Hop Party FAVELA x BLACK -LATIN mit unglaublicher Dekoration und jeder Menge Special Effects. Was da jedes Mal an Aufwand betrieben wird, ist absolut sehenswert und verdient jeden Respekt. Auch bei der SAARBROOKLYN Best of Black Nacht wurden praktisch ohne Unterlass wurden Co2-Jets, Konfettikanonen und Nebelmaschinen gezündet und obendrauf gab’s noch DJ Abuze aus Berlin. EGO SATURDAY, CIRCUS und dieStudenten und Abi Party NACHT SEMESTER begeisterten an den folgendene Wochenenden mit Mixed Music, 90er bis heute Hits und den besten Beats von Hip-Hop / House / Deutsch-Rap / Charts, einfach alles wurde gespielt.Selbstredend waren auch wieder jede Menge Gogos am Start und der extracoolen Lounges waren wieder mal extrem begehrt. Bei der etwas anderen Ladys Night WOMANIZED – VICTORIA SECRET EDITION gab es diesmal sogar echte Victoria’s Scret Dessous zu gewinnen. Den vorläufigen Abschluss bildete dann die MOULAGA mit feinsten Dancehall, Afro & Black Beats.

   Die wahrscheinlich spektakulärste Nachtdieses Monats hat das neu wiedereröffnete SEVEN abgeliefert.Absolut geisteskrank, was sich da beim Gastspielvon DJ Jeezy abspielte. Schon vor der Tür herrschte die ganze Nacht Ausnahmezustand, aber das SEVEN nutze die Gelegenheit auch hier seine Ausnahmestellung unter Beweis zu stellen. Denn für die Massen der Wartenden und zu spät gekommenen war extra ein mobiler Pizza-Food Truck organisiert worden, der die Menschenmenge, die bis in den frühen Morgen einfach nicht kleiner werden wollte, wenigstens mit leckersten Spezialitäten des Restaurants LA TROPEA am Schanzenberg versorgte. Das war wirklich echter Dienst am Kunden mit drei Sternen! Aber natürlich fand der eigentliche Abriss drinnen statt. Falls jemand echt nicht gewusst haben sollte, warum Jeezy als der beste Black DJ der Stunde gilt, wurde der im gnadenlosen Turnup im Handumdrehen aufgeklärt. Die ganze Nacht eine einzige Eskalation! Absoluter Spitzenwert! Überhaupt hat sich das SEVEN in Nullkommanix an die Spitze des Nachtlebens gespielt und man muss dem neuen Team neidlos zugestehen: alles richtig gemacht! Das gilt natürlich auch für die anderen neuen Konzept, die hier in den letzten Wochen an den Start gebracht wurden und mit Residents wie DJane Jess G, Greg 51 und Kasimir ist definitiv für den richtigen Sound für die nächsten Abfahrten gesorgt. Die nächste Ausnahmefeierei ist auch schon in Sichtweite, GIRLS WANT GIRLS am 19.11., das kann ja heiter werden!

   Der SOHO Club Saarbrücken beendete den Monat Oktober mit einer neuen Ausgabe der WYLD Party und vorallem der Halloween-Sause SOHO GEISTERHAUS. Details dazu gibt’s hier aber wegen unseres Redaktionsschluss erst nächsten Monat. Wir können aber jetzt schon verraten, dass die Leute  immer alles, was das Clubber-Herz begehrt, schwungvoll serviert bekamen. Specials und viele Überraschungen komplettierten jede der exzessive Partys. Aber der Feieramok hatte in der Kaiserstraße ja schon zu Monatsanfang begonnen. Den Anfang machte die SOHO BLAULICHTPARTY. Nicht nur die Blaulichtarbeiter, sondern auch alle Freunde und natürlich die SOHO-Stammgäste feierten als gäbe es kein Morgen. Es war ein legendärer Abend, der hoffentlich schon bald in seine nächste Runde geht. SOHO FRIDAYS und COLLEGE CLUB die Studentenparty in Saarbrücken lockten Freitags genauso Unmengen an Studenten ins SOHO wie die Sing-Along Party BREAKING FREE. Studentische Getränke und Eintrittspreise sorgten Woche für Woche für eine ausgelassene Stimmung und das SOHO DJ Team ließ die feiernde Meute auf der Tanzfläche richtig abgehen. Unbedingt selbst vorbeikommen, denn es ist wirklich schwer, diese Eskalation in Worte zu fassen.

   Die GARAGE ist ja seit Jahrzehnten ein Stückweit ein echtes Unikum im saarländischen Nachtleben. Unbeeinflusst vom ganzen Tohuwabohu von anderen Clubs im Bestreben ständig den Zeitgeist zu überholen, wird hier ganz entspannt Geschichte geschrieben. Das gilt natürlich für zahllose, legendäre Konzerte, die hier über die Bühne gingen, aber eben auch für Ausnahme-Partykonzepte die hier realisiert wurden, wie die WARMEN NÄCHTE, um nur ein Beispiel zu nennen. Jetzt ist dem GARAGE-Team ein neuer Geniestreich gelungen die ROLLER DISCO, ganz aktuell im Oktober die Halloween-Edition mit DJ Nick Dave & The Bad Beats an den Reglern. Die Party war ganz klar, genau schon wie die Premierenausgabe im September, ein absolutes Muss für alle, die sich am liebsten auf Rollen unter den Füßen fortbewegen. Endlich hatte nämlich die lange vermisste aber niemals vergessene Rollschuhdisco endlich wieder ein Zuhause Saarbrücken gefunden. Das Publikum war eine absolut hinreißende Mischung aus Kindern der 80er und „Stranger Things“ Fans. Dabei hat es überhaupt keine Rolle gespielt, egal ob man zum ersten Mal auf Rollen stand oder absolute Jam Skate Profis am Start waren. Die nächste Gelegenheit bei Ausgabe Nr. 3 gibt es übrigens schon am letzten November-Freitag, als rein in die Special-Outfits Outfits und bei toller Musik eintauchen toller Musik in echte Rollerdisco-Atmosphäre. Die Gelegenheit ein vielleicht neues oder alt vergessenes Hobby zu entdecken!

  Fast genauso viele Partynächte hat eindeutig das BLAU auf dem Buckel, das damit zu den dienstältesten Locations in unserer kleinen Metropole gehört. Fast 23 Jahre ist der Schwitzekeller jetzt am Start, ohne dass der allwöchentliche Wahnsinn auch nur ansatzweise nachzulassen scheint. Okay, die Specials am Tresen spielen natürlich auch eine Rolle, aber wer einmal im BLAU mitgefeiert hat, weiß dass es einfach die Mischung macht. Und mit Partys wie dem unkaputtbaren DER DONNERSTAG IST BLAU, dem MISCHMASCHCLUB oder dem UTOPISCHEN DEUTSCHRAP TURNUP war auch jetzt im Oktober für jeden Geschmack was dabei und es steht glücklicherweise zu befürchten, dass sich das auch die nächsten 23 Jahre nicht ändert!

In diesem Sinne, take care  

J.K.T

Wie sieht es denn mit queerem Deutschrap aus?

Im „L❗️V E – Perspektivwechsel“ bespricht unser freier Redakteur Marc Kirch regelmäßig LGBTQ-relevante Themen mit Interviewparter*innen aus Politik, Kultur und Wirtschaft.

🏳️‍🌈🏳️‍⚧️In diesem Monat stellt er die Frage: „wie sieht es denn mit queerem Deutschrap aus?“

Der anerkannte Musikjournalist Falk-Schacht

gibt in seiner Audiopodcast-Reihe darauf ausführliche Antworten und Einblicke.🏳️‍⚧️🏳️‍🌈

QUEERER DEUTSCHRAP mit Falk Schacht auf Spotify: https://open.spotify.com/show/2jY2upURAphix8Pen577Z6

Klare Empfehlung: Reinhören! 🔊🎧

Dreiklangs Dimensionen

Das Saarland hat Einiges zu bieten. Spätestens seit den Tagen von Frank Farian und Nicole bis zu den Charterfolgen von Genetikk und Powerwolf ist klar, dass dies auch für Musik aus dem schönsten Bundeland der Welt gilt. Ganz aktuell beeindrucken gleich drei Acts mit neuen Releases in ganz unterschiedlichen Genres: Schlager, Rock und Elektro-Pop.

Gehen wir zuerst dahin, wo es vermeintlich weh tut, in die heile Schlagerwelt. Aber Barbara Burnett aus Dillingen kann mit Leichtigkeit alle Vorurteile widerlegen. Ihre neue Single „Luftschloss“, die jetzt veröffentlicht wurde, zeigt unübershörbar ihre Qualitäten als Songwriterin und Sängerin. Sie ist eine Künstlerin, deren Leben schon seit frühester Kindheit von Musik geprägt wurde und die mit Leidenschaft ihren musikalischen Weg verfolgt. Neben Veröffentlichungen auf verschiedenen Samplern, wie zum Beispiel den „Schlagerjuwelen“, sowie ihren Live-Auftritten, überzeugt Barbara durch eine klare und facettenreiche Stimme, eine begeisternde Persönlichkeit und eine mitreißende Bühnenpräsenz. Ihre Musik ist dabei immer erfrischend, modern, abwechslungsreich und musikalisch offen. So ganz verkehrt kann das also nicht sein, auch wenn es Schlager ist. Zumindest eine unvoreingenommene Chance hat die Künstlerin allemal verdient. Also reinhören und staunen!

Staunen ist auch angesagt bei der Energie, mit der die Rockformation Rook Road zu Werke geht. Die Band besteht seit 2020 und ihre Mitglieder sind schon bestens bekannt aus anderen saarländischen Formationen, die in der Vergangenheit durchaus einen überregionalen Status erreicht hatten, wie zum Beispiel Lancelot, Witch Burning, Honey Creek und einige andere. Rook Road stehen für eine Symbiose aus Blues, Classic Rock und zeitgenössischer Rockmusik. Groovige Drums und ein druckvoller Bass schaffen ein Fundament, in das ich eine melodische und rhythmische Hammond-Orgel- und Gitarrensounds einfügen, um so einer Stimme mit einem unverwechselbaren Timbre die Möglichkeit zu geben, sich in all ihren Facetten voll zu entfalten. Aufgrund der großen Bandbreite verschiedenster Einflüsse durch die einzelnen Musiker, erschafft die Band einen eigenen Stil, den sie selbst als Diversity Rock bezeichnet. Im Vordergrund stehen für alle Beteiligten die Songs, die bedingt durch die Devise „No Limits“, von klassisch einprägsamen Rocksongs bis zu experimentellen Klangwelten reichen. Dabei können alle Musiker durch ihr langjähriges Wirken auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz zurückgreifen, der dieser Band eine unverwechselbar eigenständige Note verleiht. Zurzeit schreibt die Band an ihrem zweiten Album und fokussiert sich auf ihre Live Aktivitäten, insbesondere auf die Organisation und Planung einer Deutschlandtour. Geplant ist die Live-Premiere zum Release Termin in der Stumm‘schen Reithalle in Neunkirchen.

Last not least wieder zu etwas ganz anderem, der dritten Musikrichtung Elektro-Pop, und damit so ein klein wenig zum heimlichen Lieblingsact der Redaktion. Tatsächlich haben wir ja auch schon in früheren Ausgaben von dem vielfältigen Wirken und den mannigfaltigen Talenten der deutsch-französischen Künstlerin Sabrina Kleinas als Musikerin, Fotografin und Model berichtet. Mit ihrem Alter Ego Meerora sorgt sie ganz aktuell wieder für gesteigerte Aufmerksamkeit, denn ihre neueste Produktion „Treat Me Like A Star“ ist gerade Anfang September erschienen. Auf ihrer zweiten Single wird sie begleitet von ihrer brasilianischen Modelfreundin Luanna Pinheiro. Auch die Produktion lag in südamerikanischer Hand, denn keine Geringeren als Brasiliens etablierte Musikproduzenten Antonio Dal Bó und Gustavo Souza haben ihr Talent beigesteuert. „Treat Me Like A Star“ vereint tropische Klänge mit modernen elektronischen Tanzbeats – vergleichbar einer englisch-portugiesischen Hymne. In dem Song offenbaren sich die Wünsche der beiden jungen Frauen. Die Botschaft lautet: „Umgib dich mit Menschen, die dich, wie einen Star strahlen lassen!“. Durch die Veröffentlichung von „Treat Me Like A Star“ wollen die beiden Künstlerinnen ein Gefühl von Lebensfreude, Sexiness, Urlaubsfeeling und Optimismus in die Welt senden. Das sich das Ganze auf dem in Rio de Janeiro gedrehten Video entsprechend ansehnlich gestaltet überrascht da nicht wirklich.

Wie angedroht drei ganz unterschiedliche Musikstile, in denen es in diesen Tagen absolute hörenswerte Neuigkeiten aus dem Saarland zu entdecken gibt. Da wäre es doch mal interessant nachzufragen, ob sich unsere drei Protagonisten auch vorstellen könnten, in den jeweils anderen zwei Genres tätig zu werden. Für Barbara Burnett kommt es in erster Linie darauf an, authentisch zu bleiben: „Ich bin was den Musikgeschmack angeht sehr offen. Ich höre gerade das, was mir gefällt und dabei sind auch die Stilrichtungen völlig egal. Allerdings könnte ich mir selbst nicht vorstellen, in die Richtung Elektro-Pop oder Rock zu produzieren, was jedoch nichts mit der Musik an sich zu tun hat. Als Künstlerin ist es immer wichtig, dass man sich mit dem, was man tut bzw. was man singt, identifizieren und echt sein kann. Und das kann ich im Genre Pop-Schlager einfach am besten.“ Das sieht der Mastermind und Leadsänger von Rook Road Patrik Jost gar nicht so anders: „Für jemand anderen produzieren für, kann man immer, aber für sich selbst sollte man sich treu bleiben. Schuster bleib bei deinen Leisten.“ Sabrina Kleinas aka Meerora ergänzt für sich ganz pragmatisch: „Schlager ja, denn der verbreitet gute Laune verbreitet!“ Am Ende bleibt nur festzustellen, dass alle drei Projekte, bei aller Unterschiedlichkeit auf ihre jeweils eigene Art, richtig viel an Qualität und Kreativität mitbringen. Es kommt eben dann und wann einfach darauf an, auch bereit zu sein, über den Gartenzaun des eigenen Geschmacks hinaus zu hören. In diesem Sinne viel Spaß mit frischer Musik aus dem Land an der Saar!

Die Acts im Zwischennetz:

Barbara Burnett – www.barbara-burnett.de, @barbaraburnett.official, www.youtube.com/barbaraburnett

Rook Road – www.rookroad.com

Meerora –  www.instagram.com/meerora

Gesicht des Monats – James Boyle

Gesicht des Monats – James Boyle

Ganz egal, wer am Schluss die aktuelle Staffel von The Voice of Germany gewinnen wird, für uns ist der Wahl-Saarbrücker James Boyle jetzt schon ganz klar der Sieger der Herzen – und natürlich unser „Gesicht des Monats“. Allein schon, dass er auf die Frage, wo er denn herkäme, nicht Bezug auf seine amerikanische Heimat genommen hat, sondern einfach „aus Saarbrücken“ geantwortet hat, macht ihn zu unserem Helden! Der unverwechselbare Piercer mit dem langen Bart und den riesigen Ohrläppchen gehört schon lange zu den bekanntesten und sympathischsten Saarländern und das auch losgelöst von seiner kleinen TV Karriere in Günther Jauchs „Wer wird Millionär“ und jetzt eben bei „The Voice“. Dies liegt nicht zuletzt an seinen Aktivitäten in der Musik- und Bandszene an der Saar von Sly & Boyle bis Honey Creek. Dort hat er, genau wie jetzt im Fernsehen, ungezählte Male seine packende Bühnenpräsenz eindrucksvoll unter Beweis gestellt und Publikum begeistert. Das tut er jetzt nach überstandener erster Runde im Team Mark Forster auf seine eigene, unverwechselbare Art und da spielt es auch keine Rolle, ob er die Battles oder Sing-Offs übersteht.

SMP Automobilhandel AG – neben smart mit anderen Marken erfolgreich

Das Autohaus mit dem markanten Turm an der Mainzer Straße ist seit 25 Jahren den meisten Menschen als smart Center Saarbrücken bekannt. Dass sich an der Unternehmensstrategie Einiges verändert hat, kann man nun auch von Weitem sehen. Der ehemalige smart Tower erstrahlt in ganz neuem Design und zeigt den neuen Leitgedanken: „Mehr Marken. Mehr Service.“ Auf dem Gelände stehen deshalb außer den Cityflitzern immer mehr Fahrzeuge anderer Marken, unter anderem Audi, Fiat, Ford, Mini. Auch die chinesische Marke DFSK ist mit verschiedenen SUV-Modellen vertreten. Zugleich hat sich das Serviceteam auf die neuen Gegebenheiten perfekt eingestellt. Mit der Mehrmarkenwerkstatt AC Autocheck wurde bereits ein vom TÜV Süd durchgeführter Werkstatt-Test mit 100 Prozent sehr erfolgreich bestanden. Viele Kunden schätzen zudem die hohe Servicequalität und bringen nicht mehr nur ihren smart in die Werkstatt der SMP Automobilhandel AG.

SMP Autohandel AG – Brebacher Landstraße 1, 66121 Saarbrücken, Tel: 0681-968080, www.smp-saar.de

Foto: Oliver Dietze

Spielspaß für die ganze Familie – Abenteuerwald und Baumwipfelpfad Saarschleife

Im Herbst, wenn die Blätter der Bäume in den herrlichsten Farben erstrahlen, lädt der Baumwipfelpfad Saarschleife zu einer Erkundungstour in luftigen Höhen. Bis zu 23 Meter über dem Boden schlängelt sich der barrierearme Pfad mit einer maximalen Steigung von 6 Prozent immer höher in Richtung Baumkronen. Herbstliches Highlight ist die Aussicht vom 42 Meter hohen Aussichtsturm, der einen unvergleichlichen Panorama-Blick auf die Saarschleife, die Wiesen und die fast schon verschwenderische Farbenpracht der herbstlichen Wälder gewährt. Lust auf noch mehr Familienspaß? Der Abenteuerwald Saarschleife bietet auf mehr als 7.000 m² Fläche Spaß und Attraktionen für die ganze Familie. Das Gelände beherbergt ca. 25 abwechslungsreiche und spannende in den Wald eingebettete Spiel- und Lernstationen, die Vergnügen für Jung und Alt bieten. Die Spielstationen auf dem Waldspielplatz wie zum Beispiel die Seilbahn, das Lufttrampolin und vielfältige Klettergeräte lassen nicht nur Kinderaugen strahlen, sondern erfreuen auch erwachsene Wald-Abenteurer.

Baumwipfelpfad Saarschleife – Cloef-Atrium, 66693 Mettlach, Tel: 06865-1864810, www.baumwipfelpfade.de/saarschleife, www.abenteuerwald-saarschleife.de

Foto: Erlebnis Akademie AG

Neue Theater- und Konzertspielzeit in Zweibrücken mit vielfältigem Programm

In der Zeit von November 2022 bis April 2023 werden insgesamt 32 Konzerte und Shows im Rahmen der Theater- und Konzertspielzeit angeboten. Die Gäste dürfen sich auf bekannte Namen aus verschiedenen Genres freuen. Musikalische Highlights sind unter anderem der Ausnahmegitarrist Tommy Emmanuel, das Weihnachtskonzert mit The New Generation oder die SÖHNE MANNHEIMS PIANO. Zum Lachen in ernsten Zeiten lädt die Kleinkunstreihe „Wache Kultur“ in der frisch renovierten „Alten Feuerwache“ ein. Gäste sind hier u.a. Martin Frank, Wolfgang Trepper und Ingo Oschmann. Auch bekannte Gesichter aus Film und Fernsehen sind auf der Festhallen-Bühne zu erleben: So z.B. Gil Ofarim in Agatha Christies Krimi-Klassiker „Tod auf dem Nil“, Saskia Valencia und Lara Joy Körner in der Theaterfassung des Erfolgsfilms „Das perfekte Geheimnis“ und Rüdiger Hoffmann mit seinem Programm „Alles Mega – Gut ist nicht gut genug“. Natürlich wurde mit den beiden Kindermusicals Dornröschen und Aladin auch an die kleinen Gäste gedacht.

Das gesamte Programm auf www.zweibruecken.de/kultur

Foto: Alyssa Gafkjen

Clubzone Oktober 2022

OMG, was war das für ein grandioser Spätsommer in Sachen Feierei und Ringelpietz! Vollkommen egal, ob es an dem über weite Strecken fantastischen Wetterchen lag (das Septemberende lassen wir mal außen vor) oder ob einfach alle nur so mehr Spaß hatten, die letzten Wochen waren echt wieder granatenstark. Ohne Rücksicht auf Verluste wurde in den Clubs und Discotheken genau so heftig zu Werke gegangen wie in den Off-Locations im hippen Osten der Stadt. So langsam hat das Partytreiben in unserer kleinen Metropole trotz nasskalter Witterung aber so richtig an Fahrt aufgenommen. Auch ganz ohne Festivals und andere sommerliche Zusatzbespassungen verging kaum ein Tag ohne Extraspaß. Mit dem September ging es auf in die alljährliche Hochsaison der nächtlichen Feierei eines Partyjahres, das wahrlich nicht arm an abgefahrenen Exzessen war und natürlich machten auch die letzten Wochen keine Ausnahme. Nur allzu gerne würden wir hier jetzt noch über die ersten der zahlreichen saarländischen Oktoberfeste lästern und ausschweifend der üblen Nachrede frönen, aber obwohl es mit Sicherheit jede Menge eindeutig zweideutiges und pikantes Material gäbe, müssen wir leider passen. Mit Müh’ und Not können wir uns gerade noch daran erinnern, dass das OKTOBERFEST in St. Ingbert vom ersten Moment wieder der absolute Hammer war, danach ist allerdings Fehlanzeige was das redaktionelle Partygedächtnis angeht. Von daher beginnen wir lieber mit Feiereien, die unvergesslich waren – zumindest soweit wir uns erinnern können.

Der SOHO Club startete im September mit seinem REOPENING Wochenende so richtig durch. Dort bekamen die zahlreichen Gäste komplett auf ihre Kosten. Specials wie Welcome Shots, Konfetti, und viele weitere Überraschungen komplettierten diese exzessive Nacht. Am REOPENING-ALL IN ONE Samstag wurde noch einer draufgelegt, denn nach über zehn Jahren haben sich das SOHO Team entschieden, die ALL IN ONE Partys für Jedermann & Jederfrau zugänglich zu machen. Der Austausch unter Generationen verband das Beste der Geburtsjahre. Eine Party, die Vortrinken, die Vorfreude auf Freunde treffen, neue Bekanntschaften machen, wilde Tanzorgien, lautes Mitsingen und die Afterhour vereint. So wurde gemeinsam ein Meilenstein in der Eventlandschaft der Saarmetropole gelegt. Dem standen dann auch die BREAKING FREE Party und die SPÄTSCHICHT nur eine Woche später in nichts nach. Aber der Feieramok kannte in der Kaiserstraße den ganzen Monat über keine Gnade. Die mega Abfahrten DRIP & TRAP, WYLD und MALLORCA CLOISING machten sofort klar, dass hier mit dem Spaß Ernst gemacht wird! SOHO FRIDAYS, die Studentenparty in Saarbrücken lockte natürlich auch wieder Freitag für Freitag Unmengen an Studenten ins SOHO. Studentische Getränke und Eintrittspreise sorgten Woche für Woche für eine ausgelassene Stimmung und das SOHO DJ Team ließ die feiernde Meute auf der Tanzfläche richtig abgehen.

   Einen noch massiveren Neustart legte SEVEN, das ehemalige ONE-ELEVEN, hin. Komplett überraschend hatte sich der Laden nämlich Anfang September mit der Monster-Abschiedsausgabe des MÄDELSABEND verabschiedet und sich mit dieser Ausnahme-Feierei bei seinen Gästen bedankt. Gleichzeitig wurde aber bei der Gelegenheit auch bekannt gegeben, dass nach Betreiberwechsel und aufwändigem Make-Over noch Ende des Monats wiedereröffnet wurde, dann allerdings mit neuem, altem Namen – das SEVEN ist nämlich wieder da. Schon die Premierennacht mit einer neuen TRAPSOUL Ausgabe machte klar wo der Partyfrosch künftig die Locken hat! Auch der Längste-Schlange-Rekord ging eindeutig an SEVEN. So konnten sich die Saarbrücker Feiergemeinde gleich in Massen davon überzeugen, was hier in Rekordzeit auf die Beine gestellt wurde. Komplett neues Layout bis hin zu sehr cleveren Details zeichnen den Laden fortan aus, der technisch ohnehin schon zur ersten Liga im Saarland gehört hat.

   Im EGO war auch in den letzten Wochen wieder Ausnahmezustand angesagt. Mit massiv befeierten und vielfältigen Partykonzepten wurde die Latte noch ein bisschen höher gelegt. Bei viel Konfetti und immer wieder neuen Dekoideen, trafen zahllose EGO-Stammgäste auf immer mehr neue Freunde. Ein besonderes Highlight im September war die neue Ausgabe der LEVEL Part, diesmal mit DJ Flash aus Belgien als Headliner. Aber auch in anderen Nächten wie EGO SATURDAY oder WOMANIZED rissen die besten DJs rissen die legendäre Location in der Trierer Straße komplett auseinander und ließen die Gäste mal so richtig ausrasten zu den fettesten Hits. Abgesehen von diesen Special Events haben die EGO Macher Jungs auch sonst nicht vergessen, welcher Drink am meisten gefeiert wird – und diesen bei der SUNGLASSES Nacht powered by JÄGERMEISTER entsprechend gewürdigt. Und als Bonus gab es für die ersten 100 Gäste eine eigene Sonnenbrille zum Selbstbeschriften und einen Jägermeister Shot for free. Natürlich gehörten beste Beats von der ersten Riege Saarbrücker Tonkünstler den ganzen Monat zum Pflichtprogramm und die DJs sorgten je nach Motto und Konzept mit einer Mischung aus allerlei Tanzbarem für die richtige Stimmung. Damit hat das EGO seinen festen Platz ganz vorne im Saarbrücker Partykalender immer wieder aufs Neue erobert. Das kann ja heiter werden im Oktober!

      „Wo sind die Hände?“ So würde APARTMENT Gründer und Legende des saarländischen Nachtlebens DJ Thomas den September in seinem Stadtwohnzimmer beschreiben. Nicht nur, waren es extrem geile Partys, sondern vielleicht auch das abgefahrenste Publikum des Landes! Die letzten Wochen ließen kein T-Shirt trocken! Doch nochmal zurück zu Thomas selbst, der hat nämlich so manch einen DJ-Jüngling in die Ecke spielt. Denn wer schon so lange dabei ist wie er, muss sich DJ-technisch hinter niemandem verstecken! Außer ihm gab es aber auch noch jede Menge andere Dinge, die im SEPTEMBER im Apartment richtig zur Sache gingen. Die BLACK VIBES zum Beispiel ging richtig steil an die Decke, genauso wie die neue Partyreihe HEAT richtig fett abräumte. Alle Abende waren natürlich speziell dekoriert und die ganzen Räumlichkeiten des APARTMENT umgestaltet. Und es wurde freitags sowie samstags zügellos getanzt, angeschaut, verliebt, geknutscht, gestritten, getrennt, wiedergefunden und zu guter Letzt auf ein Neues verliebt. Im APARTMENT wird das ein heißer Herbst!

   Die Ü30 WHITE NIGHT in der ALTE SCHMELZ hat sich längst seinen festen Platz im saarländischen Nachtleben erfeiert. Das galt natürlich auch für die Septemberausgabe mit DJ Foggy und Schotti Karotti Und alle Erwartungen wurden erfüllt: Volle Hütte, grandiose Musik, leckerste Getränke und die allseits bekannte, ausschweifende Ü30 PARTY Stimmung à la ALTE SCHMELZ machten den Abend zu einem vollen Erfolg. Getanzt wurde dabei natürlich wieder auf zwei Floors: Während auf dem Mainfloor aktuelle Clubsounds die Massen eskalieren ließen, sorgte auf dem kleinen Floor Kult-DJ Günni mit seinem beliebten Partymix aus Disco Fox, Rock’n’Roll, Latino und Freestyle für Megastimmung bei der tanzenden Meute sorgte. Das nächste Highlight gibt‘s dann gleich am ersten Oktoberwochenende Ende Oktober mit den TECHNO CLASSICS in der Ü30 PARTY Version. Und auch da wird sich sicher keiner über zu wenig Hits beklagen können – im Gegenteil!

   Aber nicht nur in Saarbrücken und St. Ingbert wussten sie, wie man die Nacht mit Nachdruck zum Tage macht. Jetzt kann die Gemeinde Riegelsberg zwar nicht unbedingt mit einer lebendigen Clubszene aufwarten, um es vorsichtig zu umschreiben, aber dafür haben die Einwohner von Bar Hill City das RIEGELSBERGER MARKTFEST. Denn das ist jedes Jahr ein mehr als adäquater Ausgleich und strotzt vor brutaler Partypower. Das fängt schon mal mit den Ständen an, die nicht von irgendwelchen anonymen, fahrenden Händlern betrieben werden, sondern von lokalen Vereinen und Geschäftsleuten. Von der Stimmung, die so Jahr für Jahr mit Leichtigkeit generiert wird, sollten sich so manche Altstadtfeste in wesentlich größeren Ortschaften ruhig mal eine Scheibe abschneiden. Allein die oberfette Bühne mit Monsteranlage, die da regelmäßig hingestellt wird, sind schon fast beispiellos und wahrscheinlich sind die Band am Freitag oder der DJ am Samstag noch bis weit hinter Heusweiler zu hören. So geht Stadtfest und wir freuen uns jetzt schon auf nächstes Jahr!

In diesem Sinne, take care    J.K.T

Von der Angst vorm Verlust

Hallo Mikrokosmonauten: King Charles wäre auch lieber Kind Charles

Die Queen ist tot. Und mit ihr geht gleichzeitig eine Mutter, Großmutter und Urgroßmutter. Unabhängig davon, wie sich Charles jetzt als König fühlen mag, möchte ich gar nicht wissen, wie verloren er sich als Sohn fühlen muss. Man sagt: „Sobald die Eltern gegangen sind, ist man kein Kind mehr.“. Egal, ob du zwanzig, dreißig oder siebzig bist: Solange du noch Mutter oder Vater hast, bist du noch „das Kind von…“. Wie schwer es wird, wenn dies nicht mehr so ist, kann ich mir kaum vorstellen, denn in meinem Leben hat eine Abnabelung von den Eltern nie so ganz stattgefunden. Die Verbindung ist sogar so stark, dass ich meine Wohnung im elterlichen Heim nie aufgegeben habe und immer wieder dorthin zurückkehre, egal, wo ich mich zuvor herumgetrieben habe. Meine Eltern, mag ich sie noch so oft in meinem Leben verflucht haben, sind mir das Wichtigste in meinem Leben.

Es könnte alles so schön sein, wäre da nicht diese Verlustangst, die mich seit einiger Zeit plagt. Wir werden älter und die Zeit bleibt nicht stehen. Und Jahr um Jahr vergehen und das Altern geht an Niemandem vorbei. Ich akzeptiere das nicht! Ich möchte am liebsten, dass alles immer so bleibt, wie es ist. Bloß keine Veränderung, zumindest im inneren Zirkel meines flauschigen Familienclubs. Keiner soll mehr altern. Und keiner soll sterben. Manchmal bete ich es wie ein Mantra vor mich hin: „Lass bitte alle gesund bleiben!“.

Bis jetzt hatte ich Glück. Großes Glück sogar. Niemand in meinem unmittelbaren Umfeld hat es in den letzten Jahren erwischt. Mit Ausnahme meiner Katze um die wir ausgiebig trauern konnten, denn trauern will ja auch gelernt sein. Aber alles in allem bin ich unglaublich dankbar, dass wir alle gesund sind, noch viel lachen und noch viel mehr streiten können. Für diese Dinge braucht man Kraft und Leidenschaft und solange man das noch hat, ist man auch gesund und vor allem noch nicht tot! Und dennoch überlege ich ständig, wie man diese blöde Vergänglichkeit einfach eliminieren kann. Wurde dafür eigentlich schon ein Gerät erfunden? Eine Medizin? Eine Formel? Und wieder einmal wird mir klar: Ich bin gefangen zwischen Dankbarkeit und Angst.

Mein Leben ist schön. Schöner wäre es nur noch mit ein paar Millionen auf dem Konto und ewiger Jugend für mich und meine Lieben. Ich mag dieses Leben unbedingt weiterleben, aber doch nicht unter diesen Voraussetzungen, die die Natur geschaffen hat. Alter, Krankheit, Tod – das ist doch alles scheiße! Wer will so etwas denn?  Meine Familie ist das, was ich bin und ich mag kein Ende und keine Verabschiedung. Und vor allem mag ich mich nicht von meinem Titel als „Kind“ verabschieden.

Charles ist jetzt König, aber dass er den Titel „Kind“ verliert, muss ihn doch bestimmt hart treffen! Ab jetzt ist er erwachsen. Endgültig. Mit über siebzig zwar, aber diese Tatsache schmerzt ungemein, da bin ich mir sicher. Und es geht nicht darum, dass Mama dich ab jetzt nicht mehr tadelt, wenn du dein Zimmer nicht aufgeräumt hast. Oder dir mit ihrem Spucke-getränkten Taschentuch den Dreck von der Wange wischt. Wobei ich mir bei Lisbeth schwer vorstellen kann, dass sie das bei Charles jemals gemacht hat. Generell geht es um viel mehr! Es geht darum, dass man ab jetzt definitiv ohne elterlichen Beistand durch die Welt gehen muss. Oder um es unverblümt auszudrücken: Du rückst jetzt nach und wirst als nächstes gehen! Wie erschreckend!

Deshalb habe ich Angst

Ich habe Angst, dass andere gehen müssen, und dass ich dann irgendwann gehe. Aber zuallererst habe ich Angst, dass ich meinen sicheren Hafen verlieren könnte, die Eltern, die Katzen oder den Partner. Wie einen Geist soll man, so habe ich gehört, die Anwesenheit der Angst anerkennen und mit ihr kommunizieren lernen. Ignorieren wäre auch falsch, weil Geister ebenso wie Angst sich nicht einfach so vertreiben lassen. Im Grunde sind beide recht nervige Zeitgenossen. So nervig, dass ich mir neuerdings „Grübelstunden“ in den Tag einbaue. Ab einer gewissen Uhrzeit setze ich mich hin und denke nach. Ich versuche es zumindest, denn Angst, muss man wissen, hält sich nicht unbedingt an Zeiten. Eigentlich kommt Angst immer zu früh oder zu spät und ist eigentlich nie zur rechten Zeit am rechten Ort. Oft kommt sie sogar mitten in der Nacht, wenn man eigentlich schlafen will. Da ich das so nicht mehr hinnehmen kann, rufe ich die Angst in meinen Grübelstunden und hoffe, dass sie kommt. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich von Natur aus ziemlich neurotisch bin und diese Vorgehensweise wohl nur Menschen verstehen, die mindestens genauso drauf sind. Also zurück zur Grübelstunde. Ich schreibe dann all meine Ängste auf. Wenn man Dinge aufschreibt, ist das manchmal so, als würde man sie ordnen. Man ordnet sie, steckt sie in Schubladen und schließt diese. Somit hat man sich mit der Angst auseinandergesetzt, ihr die nötige Aufmerksamkeit geschenkt, die sie einfordert und sich von ihr verabschiedet. Fürs erste zumindest.

Verlust entwurzelt

Für jeden kommt irgendwann der Punkt, an dem er sich von jemandem verabschieden muss. Neulich hörte ich von einer Bekannten, deren Vater urplötzlich verstorben war. Sie hatten ein inniges Verhältnis gehabt und für sie war es ein unglaublicher Schock. Und kurioserweise auch ein Neubeginn. Ihr wurde auf einmal bewusst, dass ihr Vater immerzu gearbeitet hatte in seinem Leben. Er hatte geschuftet und sich krumm gelegt für ein einigermaßen annehmbares Dasein. Und dann starb er einfach so. Für sie war klar, dass sie niemals daran anknüpfen würde. Und dass sie etwas ändern musste, um sich ihr restliches Leben so angenehm wie möglich zu machen. Die Sichtweise auf manche Dinge änderte sich. Im Grunde hatte dieser Abschied sogar etwas Gutes, wenngleich der Mensch in größter Not das untrügliche Talent besitzt, oft noch etwas Positives rauszuziehen, als müsse er sich selbst beruhigen. Katzen schnurren nicht nur vor Wohlgefallen sondern auch, wenn sie Schmerzen haben, denn diese Geräusche wirken auf sie entspannend. Menschen beruhigen sich, indem sie anfangen, zu eruieren, zu relativieren und zu optimieren. Es könnte schließlich immer noch schlimmer sein. Und wenn es schon schlimm ist, warum sollte man dann nicht gleich alles ändern? Für meine Bekannte änderte sich ihr komplettes Leben. Bis zu diesem Zeitpunkt war ihr nie so klar gewesen, dass sie ein Messie war, zu viele Dinge in ihrer Wohnung hortete und Angst hatte, diese zu entsorgen. Nachdem sie sich von ihrem Vater verabschiedet hatte, sagte sie auch den meisten ihrer Sachen Adieu und lebte fortan minimalistisch.

Also eines steht fest: Ob Verlust des Wohlstands, der Kontrolle oder der persönlichen Habseligkeiten – Alles kann ich ertragen, aber meine Familie gehört zu mir und ich werde sie und vor allem meinen Titel mit allem verteidigen, was ich habe. Ich will das „Kind von“ bleiben! Und wenn diese scheiß Verlustangst irgendeinen Einwand hat, bekommt sie es mit mir zu tun!